Mail vom Arbeitgeber wegen Arbeitsverhältnis und Krankschreibung

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Helia

Gast
Hey

ich hoffe, ich habe hier die richtige Rubrik gefunden.

Ich bin seit einem dreiviertel Jahr für 1 Jahr befristet beschäftigt und die Arbeitsbedingungen sind so schlimm, dass sie mich inzwischen krank gemacht haben (Angst). Nun wollte ich mal eure Meinung zu folgendem Sachverhalt hören:

Da ich bis heute krankgeschrieben bin, habe ich heute den ganzen Vormittag lang mit mir gerungen, ob ich dort morgen wieder hingehen soll/kann oder nicht. Hin- und her und vor- und zurücküberlegt und letztendlich hatte ich dann nur noch Kopfschmerzen und Herzflattern vor lauter Gedankenkarussell und Angst. Deswegen war ich heute wieder beim Arzt, der mich nochmals au geschrieben hat.

Soweit so gut, wieder zu Hause angekommen wollte ich die neue AU per Mail an meinen AG schicken und sehe beim Öffnen meines Mail-Accounts, dass mein AG mir schon am Freitag (15.3.) folgende Mail geschickt hatte:

Sehr geehrte...,
[..]
Sie sind nun bereits die zweite Woche krank, ist es etwas Ernsteres, weshalb wir uns Sorgen um Ihre Gesundheit machen müssen?

Mit dem heutigen Tag kann ich noch nicht entscheiden, ob unser Arbeitsverhältnis über den 15.Juni 2019 hinaus fortgesetzt wird. Aber rein vorsorglich möchte ich Sie darauf hinweisen, sich jetzt persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend zu melden, falls nicht bereits geschehen.
[...]

Ich finde diese Mail irgendwie zusätzlich bedrohlich und (abgesehen davon, dass ich sowie versuche, dort so schnell wie möglich rauszukommen) frage mich, ob und inwieweit eine evtl Verlängerung eines Arbeitsverhältnisses so deutlich im Zusammenhang mit einer AU stehen darf? Wahrscheinlich ja, weil es nur ein "netter Hinweis" ist?
 

apfelkuchen

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Der Arbeitgeber braucht bei einer Befristung überhaupt keine Gründe, warum er nicht verlängert.
Vielleicht fragt er wirklich ja nur nett nach, vielleicht weist er wirklich nur nett drauf hin.

Was ist denn so schlimm an den Arbeitsbedingungen?

Inhaltlich hat er auf jeden Fall recht. Du solltest dich arbeitssuchend bei der AfA melden. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.
 
Zuletzt bearbeitet:

gila

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Das ist schon sehr "geschickt" eingefädelt - meine Schwester bekam sowas auch mal - sie war übereine ZAF bei der Telekom in der Callcentermühle - unerträglich - und wurde krank - natürlich wurde dann auch von der ZAF gekündigt.
Leute die krank sind, taugen denen eben nicht.

Momentan würde ich wahrscheinlich eher NICHTS machen - denn krank ist nun mal krank.
An den Arbeitgeber die AU mit dem Hinweis: Danke für Ihre Email - leider kann ich nichts verbindlich sagen - hier eben noch ne Woche AU ... sonst nichts preis geben - und warum solltest du dich jetzt bei der AfA melden?
Damit die GLEICH merken, dass dir der Arbeitsplatz nicht schmeckt?

Für mich besteht da derzeit kein Grund, mir in die Karten schauen zu lassen. Soll der AG doch kündigen - du willst den Job eh nicht - und wenn er kündigt, musst du auch nichts erklären.
Die AfA weiß auch, dass Leute, die befristet angestellt sind und krank werden schnell "ausgemustert" werden!
JETZT sieht es doch so aus: du bist beschäftigt und krank.
 

gila

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Aber doch nicht einfach so im Krankenstand! Das käme ja schon einer "Kündigungs-Ankündigung" gleich ;-)
diese ist aber KONKRET gerade durch die verschwurbelten Formulierungen NICHT gegeben worden.

dabei entsteht für die Kranke noch gar keine konkrete Veränderung ihrer rechtlichen Situation als "erkrankte Arbeitnehmerin".
Sehr zwielichtig sowas.

Ich interpretiere diesen Satz NICHT im Zusammenhang mit einer nicht ausgesprochenen Beendigung des Arbeitsverhältnisses, nur
weil die TE gerade AU ist.
 
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ExitUser

Gast
Er kommt nur seiner Fürsorgepflicht nach, nicht mehr und nicht weniger. Man kann auch alles reininterpretieren ;)

Es schreibt ja in dem Mail "vorsorglich". Und da das Arbeitsverhältnis am 15.06. endet, sind am 15.03. genau die 3 Monatsfrist zur Arbeitssuchendmeldung.

Das käme ja schon einer "Kündigungs-Ankündigung" gleich ;-)
Einen befristeten Vertrag muss der AG doch nicht kündigen
 

gila

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Er kommt nur seiner Fürsorgepflicht nach, nicht mehr und nicht weniger. Man kann auch alles reininterpretieren ;)

Es schreibt ja in dem Mail "vorsorglich". Und da das Arbeitsverhältnis am 15.06. endet, sind am 15.03. genau die 3 Monatsfrist zur Arbeitssuchendmeldung.

Da ist wenig Interpretation möglich: Arbeitnehmer vor der Beendigung des Arbeitsverhältnisses .....

Nein - es endet eben noch NICHT konkret, denn der AG schreibt ja: Mit dem heutigen Tag kann ich noch nicht entscheiden, ob unser Arbeitsverhältnis über den 15.Juni 2019 hinaus fortgesetzt wird.

Interpretieren kann man natürlich - weil "wir hier" das auch so wissen - dass die WAHRSCHEINLICHKEIT einer NICHT-Fortführung der Tätigkeit eher gegeben erscheint - und er seinen Pflichten mal lieber nachkommen will - auch wenn man sich versucht zu "winden".

@Helia könnte nun - OHNE preis zu geben, dass sie eh die Faxen dicke hat da und wegen dem Job krank ist - mit dieser Email die AfA informieren und sich "dumm" stellen ... "es scheint als ob die mich nicht weiter nehmen wollen ... vielleicht weil ich gerade krank bin?"
Dann hat sie sich auf jeden Fall abgesichert.
 

gila

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Wichtig ist ja: was macht @Helia nun?
Welche Strategie? Wenn sie der AfA reinen Wein einschenkt, dass sie wegen dem Job krank ist ... hm ... wäre vielleicht nicht so günstig, oder?
Dass Leute gekündigt werden, wenn sie nicht voll zu verschleißen sind, ist ja nix neues.
Sicher wird man bei der AfA neugierige Fragen stellen.
Welche Vorgehensweise wäre da eher hilfreich?
 
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Helia

Gast
@apfelkuchen
ja, vielleicht war das wirklich nur eine nettgemeinte Frage nach meiner Krankheit, die aber meines Wissens nach nicht beantwortet werden muss. Und die ich im Zusammenhang mit dem Arbeitsklima dort auch für geheuchelt halte, sry.

An den Arbeitsbedingungen ist alles schlimm, das fängt bei Schreibtischsituation an (volle UV-Einstrahlung am Bildschirm) über die Staubbelastung (täglich kiloweise alte Zettel, die abgelegt werden müssen) bis hin zu fehlender Kollegen (bin mittlerweile alleine in einem 2-Vollzeit-Stellen-Büro) und letztendlich dem "Telefon-Bigbrother", der alles stumm überwacht und bei jedem meiner Bewegungen und Worte ausrastet, unsachlich wird und mir letztens sogar schon "Methode" unterstellt hat (was sich am Ende natürlich als falsch erwiesen hat).

Und ja, der AG muss darauf hinweisen:
ExitUser meinte:
Gemäß §2 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 SGB III sollen Arbeitgeber bei befristeten Verträgen auf die Notwendigkeit der Meldung bei der AfA informieren, hinweisen und ggf. für die erforderliche Zeit zur Meldung freistellen
Das steht aber so schon in meinem Arbeitsvertrag, wäre also so überhaupt nicht nötig gewesen (und by the way: ja, hab ich schon gemacht).

gila schrieb:
Das käme ja schon einer "Kündigungs-Ankündigung" gleich ;-)
ExitUser
Einen befristeten Vertrag muss der AG doch nicht kündigen

Ja, da habt ihr beide Recht und hier komme ich zu meinem befürchteten Knackpunkt. Denn als dieser "Bigbrother" (aus dem Off, der Admin, der von irgendwo in der Pampa aus alles kontrolliert) mir vor Kurzem -völlig grundlos und unerwartet - bei einer Sache Methode unterstellt hat - und sich auch ewig lang nicht davon abbringen liess, bin ich "hellhörig" geworden und dachte schon bei mir, meine Güte wollen die mich hier jetzt fristlos rauskicken oder mir vllt noch strafrechtliche Sachen anhängen? Wahrscheinlich aus Bequemlichkeit heraus habe ich diesen Gedanken dann aber schnell wieder verworfen.

Inzwischen hätte ich aber angesichts der Gesamtsituation sogar schon ernsthafte Bedenken, diesen Laden überhaupt noch einmal zu betreten weil wer weiss - ich meine, der Typ als Admin kann mir alles mögliche - nunja, ihr wisst schon..

Ja und also wegen meiner weiteren "Strategie" wäre ich eigentlich noch relativ gelassen. Auch wenn es naiv bis weltfremd klingen mag, aber mit ein wenig Ruhe, Zeit, Kraft und Konzentration könnte ich mir durchaus vorstellen, etwas besseres zu finden - egal was, hauptsache weg da.

Lieber werde ich wieder erwerbslos, von mir aus auch in ALG II, das war ich davor auch. Ist zwar schlimm und jetzt mit diesen neuen "Teilhabe-Gesetzen" auch wieder fürchterlich, aber da ist man wenigstens nicht ganz so allein wie in diesem Kck-Job.

Danke euch übrigens ganz herzlich für eure Unterstützung, ihr baut mich ehrlich wieder ein bisschen auf🦋
 

gila

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Jou - das meinte ich ja ... sie wird wohl nicht weiter beschäftigt werden - dennoch stellen sich ja meist Fragen.
Meine Sister ist damals gelöchert worden wegen ihrer AU bei der Telekom ohne Ende - man wollte ihr da ein "Zutun" unterstellen,
dass der Vertrag nicht verlängert werden sollte.

Sollte der Hinweis nicht eigentlich früher erfolgen - 4 Monate vorher - er kam am 15.3. - Frist ist 3 Monate -
was ist nun bei AU und diesem knappen Eingang des Hinweises?
 
H

Helia

Gast
Sollte der Hinweis nicht eigentlich früher erfolgen - 4 Monate vorher - er kam am 15.3. - Frist ist 3 Monate -
was ist nun bei AU und diesem knappen Eingang des Hinweises?
Im Grunde wäre dieser Hinweis überhaupt nicht nötig gewesen, weil die Info bereits im AV steht.

Und das gerade macht mich ja so stutzig. Diese geheuchelte Besorgnis im Zusammenhang mit der offengelassenen Frage nach einer evtl. Weiterbeschäftigung. Das liest sich für mich nach meiner Erfahrung mit dieser Firma beinahe wie ein Angebot auf eine Option auf Weiterbeschäftigung, wenn ich schnellstmöglich wieder dort erscheine. Oder eben andersherum, je nachdem aus welchem Blickwinkel man draufschaut.

In Ordnung finde ich beides nicht. Ich war zum Zeitpunkt der Mail krankgeschrieben und der Hinweis auf rechtzeitige e-suchen-Meldung ist bereits vollumfänglich im AV erfolgt. Also was sollte dieser Kontaktversuch wohl bezwecken? Ich finde das schon sehr dubios, wenn nicht sogar nötigend. Meine Meinung.

Und "nett" sind die nicht. Die saugen den Leuten jahrzehntelang das Blut aus den Adern und wenn sie dann gestorben sind, wird bestimmt, wer von den Kollegen zur Beerdigung gehen darf und wer nicht, weil das "Geschäft weiterlaufen muss". Die stalken sogar telefonisch todkranken Leuten nach frischer OP hinterher, ob sie sich etwa nicht "verantwortlich fühlen" und nicht evtl trotz AU kommen könnten. Schlimm und traurig ist das und solange die Leute so etwas mitmachen, wird sich wenig ändern.

ExitUser meinte:
Und während einer AU muss man auch keine Meldung bei der AfA machen, am ersten Tag nach der AU aber
ich habe mich trotz AU arbeitssuchend gemeldet, das ging auch problemlos, habe mir meine Meldung schriftlich geben lassen. Arbeitslos melde ich mich dann am ersten Tag- wenn es soweit kommt, was ich nicht hoffe..

Achja und die Mail habe ich übrigens so beantwortet, dass ich auf die besorgte Frage nach meiner Krankheit überhaupt nicht eingegangen bin, sondern mich freundlich für die Wünsche und Hinweise bedankt und gesagt habe, dass ich halt leider noch nicht gesund bin mit der AU anbei im Anhang (mit Puls am Anschlag ;)).
 

gila

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Krankengeld 70% vom letzten Brutto (max. 90% vom Netto, allerhöchstens bei höheren Gehältern 105,88 Euro pro Tag )

ALG I = 60 % vom pauschalierten Netto, 67 % mit Kind
 
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