Macht es Sinn die Agentur für Arbeit darüber zu informieren, dass ich für bestimmte Jobs nicht geeignet bin ?

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Optimist63

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Moin an dieser Stelle nochmals !

Nach einem längeren Telefonat mit der SB im Frühjahr diesem Jahres bekomme ich hin und wieder einen Jobangebot für den ich nicht wirklich geeignet bin !

Nachdem ich mit einer solchen Firma telefoniert habe, hat sich dies dann bei mir herausgestellt. Laut Arbeitsbedingungen muss ich körperlich fit sein, was aber bei mir nicht der Fall ist ! Ich solle mir das auch bloß nicht so einfach vorstellen !
Habe übrigens auch ein entsprechendes Attest darüber.

Kurz darauf habe ich auch mit der AfA-Hotline telefoniert und denen das so geschildert, wo man mir sagte, dass man das zur Kenntnis genommen hat und auch an die entsprechende Stelle weiterleiten würde ! Trotzdem kommt hin und wieder solch ein VV !

Jetzt bin ich am überlegen, ob ich die AfA nicht besser doch noch schriftlich darüber in Kenntnis setze. Hintergrund ist, mein Freund sagte mir, man sollte niemals VON SICH aus den Kontakt zur AfA suchen !!
 

Ruhrpottmensch

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Mal schauen, wie das JC auf meine Einschränkungen (Schwerhörigkeit + eine anstehende Psychotherapie) reagiert.
MUSS das Amt einen Kunden eigentlich zum Ärztlichen Dienst/Psychologischen Dienst schicken,wenn jemand solche Einschränkungen angibt oder können die das auch "ungeprüft" akzeptieren ?
Ist zwar ein bisschen "unhöflich" in einem fremden Thread... Aber ich versuche es mal...

Einen "Psychologischen Dienst" gibt es in der Form nicht. Macht "alles" der ÄD.
Und ja, laut Gesetzgeber muss vor einer vernünftigen Vermittlung das Potenzial des Kunden ermittelt werden. Dazu zählt -bei gesundheitlichen Einschränkungen- eben auch der ÄD um dort eine fundierte Einschätzung zu bekommen. Das kann KEIN SB am Schreibtisch entscheiden. Allerdings wird da auch nichts UNGEPRÜFT als bare Münze genommen...

Nebenbei: ICH würde persönlich eine bevorstehende Psychotherapie definitiv NICHT direkt beim SB erwähnen. Erstens geht es einen SB nichts an, zweitens stößt man eventuell bei dem ein oder SB eine Tür in Richtung "Psychologisches Coaching" auf (Was allerdings der letzte Mist ist und kein Mensch vom JC braucht!) und drittens sind "geplante" Behandlungen eigentlich unrelevant & höchsten beim ÄD interessant die den Kunden "begutachten".
 

Buerosklave

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Einen "Psychologischen Dienst" gibt es in der Form nicht. Macht "alles" der ÄD.
Früher gabs mal sowas in der Art, wenn ich mich recht entsinne. Hab leider den Namen vergessen. Inzwischen scheint es sowas ähnliches als sogenannter "Berufpsychologischer Dienst" zu geben. Naja...ist ja auch egal.


Und ja, laut Gesetzgeber muss vor einer vernünftigen Vermittlung das Potenzial des Kunden ermittelt werden.
Naja...soweit ich das den vielen Postings hier im Forum entnehmen kann, scheint es da wohl in vielen Arbeitsagenturen/JC zu hapern, sondern es ist wohl eher gängige Praxis,dass man pauschal für alles tauglich erklärt wird, was dem Vermittler/FM gerade in den Sinn kommt.

Dazu zählt -bei gesundheitlichen Einschränkungen- eben auch der ÄD um dort eine fundierte Einschätzung zu bekommen. Das kann KEIN SB am Schreibtisch entscheiden. Allerdings wird da auch nichts UNGEPRÜFT als bare Münze genommen...
Das war auch mehr auf physische Beeinträchtigungen bezogen, die man auch ohne ärztliches Gutachten nicht übersehen kann. Überspitzt ausgedrückt: selbst der dümmste SB sollte sich auch ohne ärztliches Gutachten denken können, dass ein Einbeiniger nicht als Höhenkletterer arbeiten kann.
 
E

ExUser 2606

Gast
Früher gabs mal sowas in der Art, wenn ich mich recht entsinne. Hab leider den Namen vergessen. Inzwischen scheint es sowas ähnliches als sogenannter "Berufpsychologischer Dienst" zu geben. Naja...ist ja auch egal.
Den gibt es immer noch, aber der ist für andere Dinge zuständig, zum Beispiel, ob du für eine Umschulung geeignet bist.
 

Fox29

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Einen "Psychologischen Dienst" gibt es in der Form nicht. Macht "alles" der ÄD.
Und ja, laut Gesetzgeber muss vor einer vernünftigen Vermittlung das Potenzial des Kunden ermittelt werden. Dazu zählt -bei gesundheitlichen Einschränkungen- eben auch der ÄD um dort eine fundierte Einschätzung zu bekommen. Das kann KEIN SB am Schreibtisch entscheiden. Allerdings wird da auch nichts UNGEPRÜFT als bare Münze genommen...

Es gibt den Berufspsychologischen Service, der im Auftrag der Agentur / des Jobcenters auch psychologische Begutachtungen durchführt. Dort können auch psychische Behinderungen oder Lernbehinderungen festgestellt werden. Diese Gutachten können dem ärztlichen Dienst ebenfalls als Grundlage für deren Gutachten vorgelegt werden.

Es gibt Fälle in denen auf die Einschaltung des ÄD verzichtet werden kann z.B. wenn aussagekräftige fachärztliche Stellungnahmen oder Gutachten vorliegen oder die DRV bereit ein Gutachten erstellt hat und es keine Änderungen gab
 

Ruhrpottmensch

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@Buerosklave
Das ist eigentlich ganz einfach...

Bekommst Du eine EGV ohne vernünftige Potenzialanalyse aufgedrückt (Was Dein beschriebenes Verhalten wäre), dann kann man sich dagegen wehren.
Nicht falsch verstehen, aber auch über eine "psychologische Beeinträchtigung" kann ein Kunde beim JC viel erzählen. Das muss (vom Gesetzesgeber) definitiv überprüft werden und sollte dann auch beim ÄD -vorausgesetzt es liegen entsprechende Befunde vor- berücksichtigt.

@Fox29
Das ist in der Tat richtig... Ich würde als Kunde aber jeden ansässigen Facharzt mehr vertrauen als dem "Berufspsychologischen Dienst". ;)
Zudem diese Fälle, wie auch Kerstin schrub, eher zur Ausnahme gehören. In dem konkreten Fall (GEPLANTE Psychotherapie - Also noch keine -langwierige- Behandlung aktuell), gehe ich aber mal eher davon aus, dass nach dem "normalen" Vorgehen gehandelt wird...
 

Buerosklave

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Manchmal ist die Einschaltung des ÄD/PD einfach unsinnig, auch wenn eine Therapie erst noch im Raum steht. Wenn ich mal von mir ausgehe, so hab ich quasi das "Kurzgutachten" des Psychologen, in der er mir eine Therapie empfiehlt. Mit diesem Schreiben kann man dann eine Reha bei der DRV beantragen (am 13.Januar will ich den Antrag gemeinsam mit der Psychologin fertigmachen). Ansich wäre es also unsinnig, jemanden dann nochmal zum Berufspsychologischen Dienst zu schicken, wenn die Diagnose und die Behandlungsempfehlung durch den Facharzt bereits im Raum stehen und nachweisbar sind.
 

Ruhrpottmensch

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so hab ich quasi das "Kurzgutachten" des Psychologen, in der er mir eine Therapie empfiehlt.
Gibts dazu auch eine Diagnose (F-Schlüssel)? - Nur aus Sicht des Verfahrens... Musst hier nicht öffentlich rein schreiben!
Das ist halt der Punk. Der Psychologe empfiehlt erst mal nur eine Therapie. Du bist aber eben -noch- nicht in konkreter Behandlung. Erzählst Du Deinen SB von dem "Kurzgutachten", könnte er das natürlich sehen wollen (Was ihn allerdings nix angeht, selbst wenn da keine Diagnose drauf steht!) und das sicherlich auch zur Kenntnis nehmen. Knackpunkt dabei: Dann ist es aber nicht das Blatt Papier wert (für die Vermittlung). So was hat der SB dann ggf. zwar gesehen, aber wirklich dran halten muss er sich dann nicht.

Im Gegensatz zu einem Gutachten vom ÄD. Da muss sich der SB gesetzlich dran halten...

Daher verstehe ich nicht die unterschwellige "Abneigung" gegen den ÄD.
Gibt Deine Einschränkungen an, lass Dich begutachten und im besten Fall, spielt Dir das Gutachten des ÄD in die Hände.

Geht einfach nur darum, dass wenn Du nix oder nicht halbgares machst, Du dem SB ggf. unnötig "Angriffspunkte" bietest...
 

Buerosklave

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Klar steht da eine Diagnose inkl. Schlüssel drauf.
Ich kann dir sagen, warum ich eine Abneigung gegen den ÄD habe. Vor etwa 20 Jahren habe ich mal eine Infoveranstaltung in einer Firma mitgemacht, die Rotorblätter für Windkraftanlagen herstellte. Dabei wurde auch ein Rundgang durch die Werkshalle gemacht. Von den etwa 20 Teilnehmern der Veranstaltung haben sich anschließend 14 draußen vor der Tür die Seele aus dem Hals gek*tzt, um mal so ordinär auszudrücken. Das war auch der Grund, warum ich den Job dann abgelehnt habe. Also wurde ich zum ÄD geschickt. Der Arzt (eigentlich ein Hautarzt (!)) ließ mich 2 Rumpfbeugen machen und schickte mich zum Röntgen, hat jedoch die Bilder nie von der Röntgenpraxis angefordert, aber sich in seinem Gutachten drauf bezogen (meine Tante arbeitete zufällig in der Röntgenpraxis, daher weiß ich, dass die Bilder nie die Praxis verlassen haben). Sein Befund: kein medizinischer Grund vorhanden, den Job abzulehnen. Das war ein reines Gefälligkeitsgutachten fürs Arbeitsamt. Gottseidank habe ich kurz drauf einen anderen Job gefunden, so dass es nicht mehr zu einer Sanktion kam.
 
E

ExUser 2606

Gast
Der aerztliche Dienst soll ja au festlegen, was bei dir geht und was nicht.

Wenn du allerdings mitteilst, dass eine Reha beantragt wurde (eigentlich macht man die nach der Therapie), dann kann es auch sein, dass man die abwartet, damit man das sozialmedizinische Gutachten der RehaklinIk uebernehmen kann.
 

Ruhrpottmensch

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Vor 20 Jahren tickten die Uhren aber auch noch ein bisschen anders... ;)

Im Endeffekt ist es Dein Ding wie Du vorgehst.
Ich persönlich bin allerdings der Meinung, dass man sich gerade beim JC alles "mitnehmen" sollte was einem nur annähernd dienlich sein könnte.
Und wie bereits oben geschrieben, mit einer Empfehlung eines Psychologen wirst Du nicht sehr weit kommen. ;)

@Gast
Da die Therapie noch nicht begonnen hat, wird auch eine -hypothetische- Reha noch weit weg sein.
Zudem... Grundsätzlich von einer Reha nach einer (ambulanten und selbst stationären) Therapie zu sprechen halte ich für arg inflationär.
Du solltest wissen, dass Kranken- aber auch ganz persönliche Lebensgeschichten nicht unbedingt mit einer Reha "repariert" werden können...
 

Buerosklave

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Laut Psychologin habe ich entweder die Wahl, entweder 1-2 Jahre auf einen Platz in einer ambulante Therapie zu warten (ja...das dauert tatsächlich so lange) oder aber stationär eine solche zu machen. Da ist wohl schneller ein Platz zu kriegen. In beiden Fällen muss das aber erst von der DRV genehmigt werden, die Bearbeitung dauert ca. 3 Monate. Laut Psychologin (und auch laut meinem eigenen Empfinden) macht es nicht sonderlich viel Sinn, dass ich mir übergangsweise wieder einen Job suche, weil die Probleme mit der Arbeit zusammenhängen und es daher sinnvoll wäre, mich erstmal wiederherzustellen. Und da ist die stationäre Therapie der schnellere Weg.
 

Buerosklave

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Das überlass ich der Psychologin, die sollte das eigentlich wissen. Beim letzten Termin sagte sie, es wäre die DRV. Solange mir geholfen wird, solls mir egal sein, wer nun zuständig ist.
 

Ruhrpottmensch

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Laut Psychologin habe ich entweder die Wahl, entweder 1-2 Jahre auf einen Platz in einer ambulante Therapie zu warten (ja...das dauert tatsächlich so lange) oder aber stationär eine solche zu machen. Da ist wohl schneller ein Platz zu kriegen. In beiden Fällen muss das aber erst von der DRV genehmigt werden, die Bearbeitung dauert ca. 3 Monate.
Das ist so nicht richtig!
Bitte lass Dir von der Psychologin keine (berufliche) Reha "aufzwatschen". Die wird Dir, so wie ich das jetzt sehe, nix bringen. Da geht es eigentlich nur darum, Deine Erwerbsfähigkeit zu erhalten bzw. einigermaßen wieder herzustellen.

Ein stationäre Behandlung ist da ein ganz anderes Kaliber und wird auch bei ALG2-Bezug anstandslos (in 90% der Fälle) von der KK übernommen.

Das ist ein nicht zu unterschätzender Unterschied für Betroffene. Leider schieben/raten Psychologen immer noch gern zu einer "Reha" ab, wenn sie irgendwas davon hören, dass es mit der Arbeit zu tun hat (Salopp gesagt: Wir schicken den Patienten mal für 6 Wochen auf Kur, dann ist der wieder gerade und kann direkt wieder arbeiten gehn!). Das ist -meiner Meinung nach- aber ein ziemlich antiquiertes Denken. Und in den meisten Fällen auch absolut nicht angebracht.

Wenn Dich Deine Einschränkungen so sehr einschränken (Angst/Depressionen/etc bei der Arbeit), dann sollte erst eine fundierte Behandlung stattfinden als Dich "mit ein bisschen Sport & Spiel" -vermeintlich- wieder fit für den Job zu machen...

Und um eine ambulante Behandlung würde ich mich trotz der langen Wartezeit schon drum kümmern. Die kannst Du auch nach eine stationären Behandlung immer noch sehr gut machen...
 

Buerosklave

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Noch eine abschließende Frage: da mein ALG1 ausläuft (genauergesagt heute), habe ich natürlich einen ALG2-Antrag abgegeben und muss kommende Woche persönlich im JC antanzen (Identitätsfeststellung, Unterlagen abgeben etc). Ist es sinnvoll, die anstehende Therapie dort zu erwähnen oder sollte ich das keinesfalls tun ? Gleiche Frage gilt auch hinsichtlich meiner Schwerhörigkeit: zwar trage ich Hörgeräte und weiß, dass eine Rückkehr in ein Callcenter damit zumindest von meiner Seite her ausgeschlossen ist. Sollte ich diesen Umstand,dass ich mich aus gesundheitlichen Gründen (d.h. Schwerhörigkeit) für derartige Jobs inzwischen ungeeignet halte, beim JC erwähnen ? Die Vermittlerin in der Arbeitsagentur (d.h. beim ALG1) wusste davon und hat es bei der Vermittlung auch beachtet,d.h. von ihr kamen keine Jobs, die nicht damit vereinbar waren. Von anderen Vermittlern hingegen schon. Worauf ich hinaus will: Ich will vermeiden, reihenweise VV für irgendwelche Bimmelbuden zu bekommen, die ich wegen des Gehörs sowieso nicht ausüben könnte (und wegen der Psyche auch nicht wieder ausüben will).
 

grün_fink

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In diesem Fall könnte man das schon angeben, sollte man vielleicht sogar machen. Das ist einfach zu offensichtlich, ähnlich wie bei Rollifahrern.
Kann sein, die SB will dann ein Gutachten machen lassen. Im Falle, dass jemand in Reha geht, wird die Erwerbsfähigkeit da ja auch beurteilt, da wird vorher wahrscheinlich niemand was machen.

Bimmelbuden komplett ausschließen wird wohl nicht gehen. Die haben ja auch Leute oder Abteilungen, wo die Beratung per Chat gemacht wird, und man nur lesen und tippen muss. Weiß ich von jemandem vom Erzählen. Die Frage wäre dann eher, ob jemand (fast) ohne Gehör die geeignete Schulung für den Job bekommen kann, denn diese wird vermutlich eher auf (normal) Hörende ausgelegt sein, und den Bimmelbuden eher ein Dorn im Auge sein, wenn da jemand extra Aufwand verursacht. Und einfach so den Job beginnen wird wohl nicht gehen.
 

Buerosklave

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Stimmt, Support via Chat/Mail gibts ja auch noch. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Ich weiß allerdings nicht, inwiefern das in der Praxis getrennt gehandhabt wird. Schulungen sind nicht so das Problem, weil da üblicherweise nicht alle durcheinanderquatschen, d.h. man kann sich dann auf die eine Stimme konzentrieren. Wenn aber alle durcheinanderquatschen (wie im Großraumbüro üblich), fällt einem die Trennung zwischen dem, was man hören soll und dem, was man nicht hören muss, schon weitaus schwieriger. Habe das damals im Callcenter ein paar Monate lang notgedrungen hinkriegen müssen, bis ich einen neuen Job hatte:ich hab Hörgeräte+Headset getragen und habe von den Anrufern trotzdem fast nichts mitgekriegt, weil die Mikrofone der Hörgeräte nunmal außerhalb des Headsets lagen. Dafür wurde das verstärkt, was die Kollegen sprachen, wodurch die Anrufer noch schlechter zu hören waren. Das ist also quasi die Wahl zwischen "entweder alles schlecht hören" oder "Einen Teil besser hören...doch leider den falschen Teil".
 

Buerosklave

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Oder du hast ADHS....dann kommt Call Center ebenso nicht in Frage.

Das hat mich mein Supervisor im Callcenter gefragt, weil er die Symptome von einem seiner Kinder kannte. Als mich die Psychiaterin später aus dem Verkehr zog, hab ich ihr natürlich geschildert, wo meine Probleme mit dem Job lagen, aber die hat die Frage nach ADHS verneint, auch wenn ich tatsächlich einige Symptome davon zeige (insbesondere Unaufmerksamkeit, innere Unruhe,Schusseligkeit, Unorganisiertheit, niedrige Frustrationstoleranz usw.). Interessanterweise treten diese Sachen bei mir hauptsächlich bei den Themenbereichen auf, die mir keinen Spaß machen bzw. die mich nicht interessieren. Im Job bin ich ein "zerstreuter Professor", aber privat hab ich nur wenig Probleme damit, mein Leben auf die Reihe zu kriegen, Termine einzuhalten usw. Ich kann privat beispielsweise stundenlang an einer Lösung für ein technisches Problem suchen, aber im Job werfe ich die Flinte schnell ins Korn. Speziell dann, wenn ich dann auch noch unter Zeitdruck stehe.
 

Jolly127

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Du solltest dich aber dahingehend bei einem Facharzt der darauf spezialisiert ist mal vorstellig machen. Mit manchen Symptomen kann man lernen selbst überein zu kommen, so dass es da keine Probleme mehr macht. Viele (Fach)Ärzte kennen sich bei diesem Krankheitsbild bei Erwachsenen nicht aus oder sagen, dass gibt es nur als Kind - völliger Blödsinn. Stress ist ja nicht gleich Stress. Es gibt den guten und den schlechten Stress. Das kommt auf den Beruf dann an. ADHS heißt schon man hat Defizite bei gewissen Dingen, die vor allem monoton sind, jedoch bei Themen die einen interessieren, schlagen diese Menschen oft jeden noch so klugen Kopf - um Welten. Das ist ein Segen und Fluch zugleich.
 
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