LTA-Antrag nach Langzeit-Reha; aktueller CallCenter-Job noch nicht gekündigt; weiter AU? (1 Betrachter)

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ApisMellifera

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Hallo liebe Foren-Teilnehmer.

Ich wende mich an euch auf der Suche nach Rat und Ideen, da bei mir derzeit einiges im Umbruch ist
und ich Sorge habe etwas falsch zu machen. Und es schwirren mir sehr viele Fragenzeichen durch den Kopf.

Ein paar Infos über mich:
Ich bin 32 Jahre alt. Mit Anfang 20 wurde bei mir eine psychische affektive Störung diagnotiziert,
aufgrund dessen habe ich einen SBA mit einem GdB 50.
Nach der Schulzeit machte ich eine Ausbildung bei einer Bank und schloss diese mit IHK-Abschluss ab,
ich wurde damals auch übernommen, blieb aber krankheitsbedingt nicht lange ( 1,5 Jahre).
Seitdem habe ich nur unqualifizierte Arbeit gehabt, die letzten 6 Jahre bis heute im CallCenter.
Diese Arbeit kann ich aufgrund meiner psychischen Einschränkungen einfach nicht mehr fortsetzen.

Zusätzlich zu meiner psychischen Störung habe ich ein Suchtproblem mit Cannabis und Alkohol.
Ich habe Anfang diesen Jahres über die DRV eine medizinische Reha für Suchtkranke beantragt,
diese wurde bewilligt für 6 Monate und nach 6 Monaten habe ich diese regulär abgeschlossen.
Nahtlos an diese erste Reha schließt nun eine sog. Adaption (auch eine med. Reha, jedoch weniger Gruppen- und Einzeltherapie, dafür mehr Praktika/Arbeitserprobung) an. Diese geht noch bis Ende Dezember.

Im Entlassbericht der ersten Reha stand, dass ich im letzten Beruf "Callcenteragent" unter 3 Stunden Leistungsfägig bin, also arbeitsunfähig.
"Bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt besteht keine quantitative Leistungsminderung", also erwerbsfähig, 6 Stunden und mehr.
Es stand auch drin, dass empfohlen wird LTA "zu prüfen".

Mit dem ärztlichen Entlassbericht von der ersten Raha habe ich nun einen Antrag auf LTA bei der DRV gestellt,
warte auf Antwort und mache mir Sorgen und viele Fragen. Meine Wunschvorstellung wäre eine Berufsfindung mit anschließender Umschulung
im handwerklichen Bereich, z.B. Elektroniker, Mechatroniker, Zerspannungsmechaniker, u.ä.
Dass LTA auch was völlig anderes als eine Umschulung sein kann, habe ich hier bereits gelesen...

Nun meine Fragen:

1) Kann es passieren, dass die DRV sinngemäß sagt "Gut, CallCenter können sie nicht mehr, aber am allgemeinen Arbeitsmarkt gibts genug andere unqualifizierte Mindeslohn-Jobs... Dafür brauchen wir sie nicht zu qualifizieren... Gehen sie mal zur AfA..." ?

2) Ist es für das Ziel einer möglichen Umschulung hinderlich, dass ich im letzten Beruf arbeitsunfähig bin, aber sonst voll erwerbsfähig? Hätte es für den LTA-Antrag eine Relevanz, wenn meine Erwerbsfähigkeit nicht bei über 6 Stunden, sondern bei 3 - 6 Stunde wäre?

3) Meinen aktuellen AV beim Callcenter habe ich bisher noch nicht gekündigt.
Einer der Therapeuten hier in der Anschluss-Reha hat mir empfohlen, dass mal zu tun und später bei der AfA die Bescheining aus dem Entlassbericht vorzulegen, so dass ich keine Sperre bekomme.
Ist das sinnvoll? Noch ist ja gar über LTA entschieden worden, und ich will nicht zu schnell bei AfA Kunde werden.

4) Kann ich mich von meinem Hausarzt nicht einfach nach der Anschluss-Reha weiter AU schreiben lassen? Die AU vom Arzt bezieht sich doch auf den aktuellen Beruf und nicht darauf, was ich sonst noch so am allgemeinen Arbeitsmarkt tun könnte.

5) Wenn ich mich nach der Reha weiter AU schreiben lasse, müsste es Krankengeld geben, da ich die Ansprüche dort noch lange nicht aufgebraucht habe.
Ich habe jedoch bei Entlassung ein Formular (G0833) unterschrieben, dass an die KK geht. Dort stand, dass Wiedereingliederung nicht nötig ist, da ich aufgrund meiner psychischen Störung nicht mehr im Callcenter arbeiten kann. Kann mich die KK zwingen, gesundheitsbedingt zu kündigen und zur AfA zu wechseln?

6) Dadurch dass ich die ganzen Jahre zum Mindestlohn gearbeitet habe, ist das Übergangsgeld genauso wie das Krankengeld nicht sonders hoch, ca. 730 EUR.
Auf jeden Fall ist es niedriger als der ALG2-Satz mit der ortsüblichen Miete. Kann ich beim JC ein Antrag stellen, dass die Differenz "aufgestockt" wird? Oder ist eine andere Behörde zuständig?

7) Ursprünglich bin ich mit dem Entlassbericht zur AfA zwecks Beratung. Die haben da ein eigenes Team für Reha- und Schwerbehinderung. Der Termin war aber nach 5 Minuten wieder vorbei,
ich solle zur DRV gehen, die seien zuständig. Ich habe aber bei der DRV gelesen, dass Voraussetzung für LTA entweder mindestens 15 Beitragsjahre oder EM-Rente sei. ?
Habe da die Sorge, dass ich von A nach B nach C und wieder zurückgeschoben werde...


Sorry, dass es jetzt soviel Text geworden ist. Ich würde mich freuen wenn jemand von euch mir paar Tipps geben und ganz herzlich im voraus


Viele Grüße
 

Doppeloma

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Hallo ApisMellifera, :welcome:

Ich wende mich an euch auf der Suche nach Rat und Ideen, da bei mir derzeit einiges im Umbruch ist
und ich Sorge habe etwas falsch zu machen. Und es schwirren mir sehr viele Fragenzeichen durch den Kopf.
Dann werde ich mal versuchen etwas "Übersicht" in deine Gedanken zu bringen, soweit mir das möglich ist ... du wirst sicher bald noch weitere Antworten bekommen.

Ich bin 32 Jahre alt. Mit Anfang 20 wurde bei mir eine psychische affektive Störung diagnotiziert,
aufgrund dessen habe ich einen SBA mit einem GdB 50.
Nach der Schulzeit machte ich eine Ausbildung bei einer Bank und schloss diese mit IHK-Abschluss ab,
ich wurde damals auch übernommen, blieb aber krankheitsbedingt nicht lange ( 1,5 Jahre).
Seitdem habe ich nur unqualifizierte Arbeit gehabt, die letzten 6 Jahre bis heute im CallCenter.
Diese Arbeit kann ich aufgrund meiner psychischen Einschränkungen einfach nicht mehr fortsetzen.
Gut, dass du trotz deiner Probleme eine Ausbildung abschließen konntest, die Arbeit in einem CallCenter ist mir auch nicht unbekannt, ich weiß welchen Belastungen man da ausgesetzt ist und musste nach langer Krankheit wegen Erwerbsminderung berentet werden ...
Klingt auch gerade einfacher als es wirklich war aber ich bin inzwischen in Altersrente und da habe ich damit inzwischen soweit abgeschlossen.

Zusätzlich zu meiner psychischen Störung habe ich ein Suchtproblem mit Cannabis und Alkohol.
Ich habe Anfang diesen Jahres über die DRV eine medizinische Reha für Suchtkranke beantragt,
diese wurde bewilligt für 6 Monate und nach 6 Monaten habe ich diese regulär abgeschlossen.
Dazu kenne ich mich nicht genauer aus, mir ist aber bekannt, dass es solche Reha-Maßnahmen gibt über die DRV ... wie weit dir das helfen konnte wirst du selbst am Besten einschätzen können.

Nahtlos an diese erste Reha schließt nun eine sog. Adaption (auch eine med. Reha, jedoch weniger Gruppen- und Einzeltherapie, dafür mehr Praktika/Arbeitserprobung) an. Diese geht noch bis Ende Dezember.
Klingt für mich schlüssig aber dazu habe ich selbst auch keine Erfahrungen, ich habe allerdings vor vielen Jahren mal eine reguläre Umschulung gemacht, als ich für "Berufs-Unfähig" im Lagerbereich erklärt wurde.

Im Entlassbericht der ersten Reha stand, dass ich im letzten Beruf "Callcenteragent" unter 3 Stunden Leistungsfägig bin, also arbeitsunfähig.
Nicht ganz, diese Einschätzung betätigt, dass du für diese (und sehr ähnliche) Tätigkeiten als "Berufs-Unfähig" anzusehen bist, das hat mit Arbeits-Fähigkeit oder Arbeits-UNFÄHIGKEIT nicht wirklich zu tun.
Darüber entscheiden nur deine behandelnden Ärzte ob du AU bist oder nicht und das hat nur selten direkt mit der aktuellen Tätigkeit zu tun.

"Bezogen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt besteht keine quantitative Leistungsminderung", also erwerbsfähig, 6 Stunden und mehr.
Es stand auch drin, dass empfohlen wird LTA "zu prüfen".
Wenn das da so drin steht sollte es ja auch schon für dich möglich sein (aus den Versicherungszeiten bei der DRV) eine LTA-Leistung bewilligt zu bekommen.
Wie du selbst schon erkannt hast, muss das aber nicht zwangsläufig in eine Komplett-Umschulung münden ... zumal du bereits umfassende Grundkenntnisse für eine andere Berufsrichtung (Bank- und Finanzbereich) in deiner Ausbildung erworben hast, auf denen man vielleicht "aufbauen" könnte, mit einer passenden Weiterbildung ... die schneller geht und weniger kosten wird. :icon_kinn:

Mit dem ärztlichen Entlassbericht von der ersten Raha habe ich nun einen Antrag auf LTA bei der DRV gestellt,
warte auf Antwort und mache mir Sorgen und viele Fragen. Meine Wunschvorstellung wäre eine Berufsfindung mit anschließender Umschulung
im handwerklichen Bereich, z.B. Elektroniker, Mechatroniker, Zerspannungsmechaniker, u.ä.
Na-Ja, den Reha-Bericht bekommt die DRV ja als Kostenträger automatisch und man wird also diese "Empfehlung" auch schon gelesen und in deiner Renten-Akte haben.
Deine Wunschvorstellungen scheinen mir von den (wahrscheinlichen) Überlegungen der DRV dabei doch etwas problematisch zu sein, zumal es sich nicht nur um oft körperlich schwere Tätigkeiten handelt, es geht auch meist um Kundenkontakte und / oder um zukünftige "Akkord und Schichtarbeit" dabei ... was mit deinen Gesundheitsproblemen wohl nicht gut vereinbar wäre ... :icon_kinn:

Der DRV ist ja auch bekannt was du ursprünglich mal gelernt hast und wird wohl eher in diese Richtung nach neuen Wegen für dich denken ... das ist zumindest keine körperlich schwere Arbeit und es wird auch seltener im Schichtdienst stattfinden (ich meine damit richtige Tag- und Nachtschichten "rund um die Uhr", wie du sie vermutlich auch aus dem CallCenter kennst), es mag auch Bereiche geben, wo sich zu viel Kundenkontakte vermeiden lassen.

Habe ja keine Ahnung ob du dich generell für Arbeit mit Zahlen interessierst, dann könnte man auch an den Steuerbereich denken ... das sind jetzt so "Gedanken ins Blaue" von mir, vielleicht ist ja was dabei wo du selber noch gar nicht dran gedacht hast ... denn für den abgeschlossenen Ausbildungsberuf gilt ja deine "Berufs-Unfähigkeit" (unter 3 Stunden für die letzte Tätigkeit) nicht ... :icon_evil:

Dann versuche ich mal deine Fragen "abzuarbeiten", soweit ich was dazu schreiben kann ...

1) Kann es passieren, dass die DRV sinngemäß sagt "Gut, CallCenter können sie nicht mehr, aber am allgemeinen Arbeitsmarkt gibts genug andere unqualifizierte Mindeslohn-Jobs... Dafür brauchen wir sie nicht zu qualifizieren... Gehen sie mal zur AfA..." ?
Dann hätte man dir ja keine LTA "empfehlen" brauchen, du hast immerhin mal eine höherwertige Ausbildung abgeschlossen und dieser Bereich gehört ja weiter mit zu deinem "allgemeinen Arbeitsmarkt", darum sehe ich da ja Möglichkeiten das wieder "aufzufrischen / zu ergänzen", um in einem solchen (qualifizierten) Bereich wieder arbeiten zu können.

2) Ist es für das Ziel einer möglichen Umschulung hinderlich, dass ich im letzten Beruf arbeitsunfähig bin, aber sonst voll erwerbsfähig? Hätte es für den LTA-Antrag eine Relevanz, wenn meine Erwerbsfähigkeit nicht bei über 6 Stunden, sondern bei 3 - 6 Stunde wäre?
Nein, das ist ja gerade der Ansatzpunkt dir eine (sinnvolle) LTA anzubieten weil du die letzte Tätigkeit nicht weiter ausüben sollst ... wärst du dafür nicht weiter AU geschrieben müsstest du ja trotzdem an deinen Arbeitsplatz zurück, du hast immer noch einen gültigen Arbeitsvertrag.
3 bis unter 6 Stunden am "allgemeinen Arbeitsmarkt" bedeutet Anerkennung als teilweise Erwerbsgemindert, da bekommt man in der Regel keine LTA-Leistungen mehr bewillig, das soll ja dazu beitragen (möglichst) wieder Vollzeit (mehr als 6 Stunden) arbeiten zu können und KEINE EM-Rente (auch keine EM-Teilrente) zu benötigen.

3) Meinen aktuellen AV beim Callcenter habe ich bisher noch nicht gekündigt.
Das ist auch besser so, es gibt keinen Grund selbst zu kündigen dafür kannst du bei der AfA dann für 12 Monate "gesperrt" werden, denen ist es dabei egal, ob du dort aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten wirst in der Zukunft.

Einer der Therapeuten hier in der Anschluss-Reha hat mir empfohlen, dass mal zu tun und später bei der AfA die Bescheining aus dem Entlassbericht vorzulegen, so dass ich keine Sperre bekomme.
Lass dir von anderen Menschen (auch nicht von Therapeuten) nicht erzählen wie die AfA handeln wird wenn du deine aktuelle Arbeit "freiwillig" aufgeben solltest ... das wird letztlich die AfA entscheiden und NICHT der Therapeut, ob du gesperrt wirst oder nicht deswegen.
Du hast den besonderen Kündigungs-Schutz eines Schwerbehinderten und da mag das die AfA gar nicht wenn man bereit ist den freiwillig aufzugeben ... es ist möglich aus gesundheitlichen Gründen und mit Bescheinigungen darüber von den behandelnden Ärzten, dass auf eine Sperre verzichtet wird aber es ist vorerst völlig unsinnig diesen Job selber zu kündigen.

Genau dann macht die KK bei weiterer AU nämlich auch alle Anstrengungen dich an die AfA loswerden zu können, an diesen Arbeitsplatz dürfen die dich nun auch nicht mehr zurück schicken, also muss Krankengeld gezahlt werden solange es nötig ist, z.B. bis eine Weiterbildung / Umschulung mit Anspruch auf Übergangsgeld (von der DRV) auch beginnen wird oder notfalls bis zur Aussteuerung nach 78 Wochen.

Es ist also NICHT sinnvoll selbst zu kündigen, auf deinen LTA-Antrag hat das keine Auswirkungen ... :icon_evil:

4) Kann ich mich von meinem Hausarzt nicht einfach nach der Anschluss-Reha weiter AU schreiben lassen? Die AU vom Arzt bezieht sich doch auf den aktuellen Beruf und nicht darauf, was ich sonst noch so am allgemeinen Arbeitsmarkt tun könnte.
Richtig, wenn es noch keine anderen Entscheidungen gibt wirst du auch die AU von deinem Arzt wieder benötigen, sonst musst du ja zur Arbeit gehen, egal was die Reha dazu ergeben hat (es ist ja kein "Berufsverbot")... du hast einen gültigen Arbeitvertrag und brauchst eine AU wenn du wegen Krankheit nicht zur Arbeit kommen kannst ... daran hat sich soweit nichts geändert ...

Ich war sogar über eine erste EM-Zeitrente noch bei meinem AG angestellt, das wurde erst beendet als ich dann die Verlängerung "auf Dauer" bekommen habe (also bis zur Altersrente), dann wird das Arbeitsverhältnis einfach "aufgelöst" wegen Übergang in eine Rente.
Meine KK musste (nach einer Reha, die ich auf Wunsch der KK machen musste) weiter Krankengeld zahlen bis zur Aussteuerung, weil man mir in der Reha auch bescheinigt hatte, dass ich im CallCenter nicht mehr arbeiten soll ... mein AG hat mich aber trotzdem nicht entlassen, also war die AfA erst nach der Aussteuerung zuständig (Sonderregelung nach § 145 SGB III) ...

5) Wenn ich mich nach der Reha weiter AU schreiben lasse, müsste es Krankengeld geben, da ich die Ansprüche dort noch lange nicht aufgebraucht habe.......................... Kann mich die KK zwingen, gesundheitsbedingt zu kündigen und zur AfA zu wechseln?
Wenn die kK das sogar schon schriftlich bekommen hat, dass du nicht an den vorhandenen Arbeitsplatz zurück sollst, dann wird sie wohl zahlen müssen, die haben keine Macht dich zur Kündigung zu zwingen ... :icon_evil:
Darüber wann und wie dein Arbeitsverhältnis mal beendet wird, haben NUR DU und / oder dein AG zu entscheiden ... darüber brauchst du auch mit den KK-SB nicht zu diskutieren ...

6) Dadurch dass ich die ganzen Jahre zum Mindestlohn gearbeitet habe, ist das Übergangsgeld genauso wie das Krankengeld nicht sonders hoch, ca. 730 EUR.
Auf jeden Fall ist es niedriger als der ALG2-Satz mit der ortsüblichen Miete. Kann ich beim JC ein Antrag stellen, dass die Differenz "aufgestockt" wird? Oder ist eine andere Behörde zuständig?
Es kommt darauf an wie hoch deine Wohnkosten tatsächlich sind, es könnte auch Wohngeld in Frage kommen als "Mietzuschuss", das ist meist deutlich angenehmer als "Aufstockung" vom JC beantragen zu müssen ... wäre auch vorrangig zu klären, ehe man zum JC geht.

7) Ursprünglich bin ich mit dem Entlassbericht zur AfA zwecks Beratung. Die haben da ein eigenes Team für Reha- und Schwerbehinderung. Der Termin war aber nach 5 Minuten wieder vorbei,
ich solle zur DRV gehen, die seien zuständig.
Wenn du nicht im Leistungsbezug bist bei der AfA wird man sowieso nur "abgewimmelt", die Reha-Teams sind da auch nicht wirklich besser, als die "normalen" Arbeitsvermittler ... die haben auch keine Arbeitsplätze für Schwerbehinderte und einstellen macht immer noch der AG selber und das ist für Schwerbehinderte noch schwieriger als für gesunde Arbeitslose.

Lass dir da nichts erzählen; ich denke schon, dass du Anspruch auf LTA-Leistungen von der DRV hast, mein Schwiegersohn war 25 Jahre jung als er aus gesundheitlichen Gründen umgeschult werden musste, der hatte also auch schon genug Versicherungszeiten bei der DRV ...

Habe da die Sorge, dass ich von A nach B nach C und wieder zurückgeschoben werde...
Man darf dich aber nicht einfach hin und her schieben, wenn die DRV wirklich nicht zuständig wäre, dann ist sie verpflichtet deinen Antrag kurzfristig direkt an die AfA weiterzugeben (dazu bekommst du normal auch eine schriftliche Information) und dann können die bei der AfA NICHT mehr behaupten, dass sie nicht zuständig sein wollen ... :icon_evil:

Hartnäckig deine Ziele verfolgen musst du trotzdem und über annehmbare berufliche Alternativen zu deinen aktuellen Wunschvorstellungen solltest du auch noch weiter nachdenken, es wird kein "Wunschkonzert" bei der Berufswahl werden ... ich hatte damals genau 2 Möglichkeiten, "Pest oder Cholera" ... wirklich interessiert hat mich keine dieser Büro-Richtungen ...

Habe das dann trotzdem gemacht, um erst mal gute 2 Jahre wieder sicheres / eigenes Geld zu haben (lebte gerade in Scheidung und hatte kein Einkommen mehr) ... einen solchen Job gefunden habe ich aber nie nach der Ausbildung (war schon fast 50 und hatte keine Berufserfahrungen zu bieten).
So habe ich dann die Stelle im CallCenter angenommen (dafür hätte ich diese Ausbildung auch nicht gebraucht) ... denn arbeitslos wollte ich auf lange Sicht auch nicht bleiben.

MfG Doppeloma
 

ApisMellifera

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Hallo Doppeloma:) .

Danke für deine sehr ausführliche Antwort.

die Arbeit in einem CallCenter ist mir auch nicht unbekannt, ich weiß welchen Belastungen man da ausgesetzt ist und musste nach langer Krankheit wegen Erwerbsminderung berentet werden ...
Ich hatte hier diverse Threads zum Thema LTA schon durchgestöbert und auch häufiger mal Antworten von dir gelesen. In einem der Einträge erwähntest du, dass du Mobilfunk Technik telefoniert hast. Wie es der Zufall will, war ich auch bis zur Reha 3 Jahre in der Mobilfunk Technik unterwegs, Wechselschicht, Nachtschicht, und halt der alltägliche Wahnsinn mit den lieben Kunden o_O Es hat schon seine Gründe warum die Fluktuation in der Branche so extrem hoch ist.
Ich freue mich für dich dass du aus diesem Hamsterrad raus bist.

mir ist aber bekannt, dass es solche Reha-Maßnahmen gibt über die DRV ... wie weit dir das helfen konnte wirst du selbst am Besten einschätzen können.
Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Für mich und meine Suchtproblematik hat es durchaus viel gebracht, ich konnte da viel für mich lernen und mitnehmen.
"Geheilt" bin natürlich nicht, denn bei Sucht gibt es keine dauerhafte Heilung, doch ich habe wichtige Bausteine mitbekommen um jeden Tag aufs neue mein abstinentes Leben aufzubauen.
Ich bin da recht naiv mit der Vorstellung hingefahren, dass das Reha-Team mir helfen will meine Probleme (gesundheitlich, beruflich, sozial) zu lösen. Zum Teil haben sie es auch gemacht.
Teilweise kam es mir aber auch wie Fließbandabfertigung vor. Die Menschen notdürftig "zusammenflicken" und wieder auf den Arbeitsmarkt werfen. Bei den Menschen bei denen nicht mehr viel "zusammenzuflicken" ist, wird einfach aussortiert, vorzugweise jedoch nicht in EM-Rente sondern in andere Maßnahmen die über andere Träger laufen.

Ich musste da in der Klinik auch so manches mal diskutieren. Die wollten mich zunächst tatsächlich als voll-einsatzfähig für 8 Stunden Callcenter entlassen, nachdem vorher zigmal über Monate hinweg sowohl bei den Ärzten als auch bei den Psychotherapeuten erklärt habe, wie diese Art von Arbeit meine Krankheitssymptome auslöst und/oder verschlimmert.
Das haben sie dann im Entlassbericht zum Glück abgeändert.

Darüber entscheiden nur deine behandelnden Ärzte ob du AU bist oder nicht und das hat nur selten direkt mit der aktuellen Tätigkeit zu tun.
Das versteh ich jetzt nicht so ganz. Wenn ich jetzt meinem Arzt erkläre, dass telefonischer Kundenkontakt bei mir Panakattacken und Bluthochdruck auslöst, sowie bei meiner psychischen Erkrankung eine Verschlimmerung auslösen könnte, und wenn es nur Arbeit mit telefonischem Kundenkontakt bei meinem AG gibt...
...Kann der Arzt dann trotzdem sagen, ich wäre ja auf einem nicht vorhandenen, hypothetischen Arbeitsplatz in einer anderen Branche arbeitsfähig (allgemeiner Arbeitsmarkt) und deswegen nicht AU???


Na-Ja, den Reha-Bericht bekommt die DRV ja als Kostenträger automatisch und man wird also diese "Empfehlung" auch schon gelesen und in deiner Renten-Akte haben.
Deine Wunschvorstellungen scheinen mir von den (wahrscheinlichen) Überlegungen der DRV dabei doch etwas problematisch zu sein, zumal es sich nicht nur um oft körperlich schwere Tätigkeiten handelt, es geht auch meist um Kundenkontakte und / oder um zukünftige "Akkord und Schichtarbeit" dabei ... was mit deinen Gesundheitsproblemen wohl nicht gut vereinbar wäre ... :icon_kinn:

Der DRV ist ja auch bekannt was du ursprünglich mal gelernt hast und wird wohl eher in diese Richtung nach neuen Wegen für dich denken ... das ist zumindest keine körperlich schwere Arbeit und es wird auch seltener im Schichtdienst stattfinden (ich meine damit richtige Tag- und Nachtschichten "rund um die Uhr", wie du sie vermutlich auch aus dem CallCenter kennst), es mag auch Bereiche geben, wo sich zu viel Kundenkontakte vermeiden lassen.

Habe ja keine Ahnung ob du dich generell für Arbeit mit Zahlen interessierst, dann könnte man auch an den Steuerbereich denken ... das sind jetzt so "Gedanken ins Blaue" von mir, vielleicht ist ja was dabei wo du selber noch gar nicht dran gedacht hast ... denn für den abgeschlossenen Ausbildungsberuf gilt ja deine "Berufs-Unfähigkeit" (unter 3 Stunden für die letzte Tätigkeit) nicht ... :icon_evil:
Schwere körperliche Arbeiten sind laut Reha-Bericht dauerhaft möglich, im stehen, Gehen und Sitzen.
Kundenkontakte will ich halt nach Möglichkeit minimieren.
Ich verstehe schon worauf du hinaus möchtest, sprich Wechsel vom kaufmännischen Bereich in Richtung Handwerk wird schwierig.
Naja, wäre schön, aber wenn nicht bin ich da auch nicht wählerisch.
Ja, mit Zahlen kann ich sehr gut. Ist zwar meist monoton aber machbar.
Ich werde da nochmal schauen welche Berufe noch so in Frage kommen.


Genau dann macht die KK bei weiterer AU nämlich auch alle Anstrengungen dich an die AfA loswerden zu können, an diesen Arbeitsplatz dürfen die dich nun auch nicht mehr zurück schicken, also muss Krankengeld gezahlt werden solange es nötig ist, z.B. bis eine Weiterbildung / Umschulung mit Anspruch auf Übergangsgeld (von der DRV) auch beginnen wird oder notfalls bis zur Aussteuerung nach 78 Wochen.

Es ist also NICHT sinnvoll selbst zu kündigen, auf deinen LTA-Antrag hat das keine Auswirkungen ... :icon_evil:
Jawohl, habe verstanden, nix mit Eigenkündigung:icon_evil:


Man darf dich aber nicht einfach hin und her schieben, wenn die DRV wirklich nicht zuständig wäre, dann ist sie verpflichtet deinen Antrag kurzfristig direkt an die AfA weiterzugeben (dazu bekommst du normal auch eine schriftliche Information) und dann können die bei der AfA NICHT mehr behaupten, dass sie nicht zuständig sein wollen ... :icon_evil:
Dieses mulmige Gefühl von hin- und her-schieben tauchte auch, als ich in den letzten Tagen auf das ELO-Forum hier gestoßen bin und erstmal sehr viele Threads zum Thema LTA, EM-Rente, Reha und Co. gelesen habe...
Was manche hier schon für gruselige Storys mit Behörden und Kostenträgern erlebt haben, finde ich einfach nur krass.
Vielleicht kennst die Folge von Asterix und Obelix in der diese den Passierschein A38 besorgen sollten...:icon_neutral:


Hartnäckig deine Ziele verfolgen musst du trotzdem
Da hast du vollkommen Recht. Jetzt heißt es erstmal abwarten bis 3 Wochen seit dem 04.11.19 rum, denn da ist der LTA-Antrag bei denen eingegangen.
Beim Antrag für die Langzeit-Reha hieß es vom Sozialarbeiter auch, dass es max 3 Wochen dauert bis die Entscheidung der DRV steht.Und am ende sind es 3 Monate geworden.
Wenn ich beim Antrag auf LTA nach 3 Wochen noch keine schriftliche Rückmeldung habe, was tue ich dann am besten?
Telefonisch erfragen, schriftlich Sachstandsanfrage, persönlich in der örtlichen DRV-Filiale nachfragen?


Danke nochmal für deine ausführlichen Antworten.
Ich wünsche dir einen entspannten Abend und werde später berichten sobald schriftliche Rückmeldung der DRV vorliegt.
 

Doppeloma

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Hallo ApisMellifera, :)

Ich hatte hier diverse Threads zum Thema LTA schon durchgestöbert und auch häufiger mal Antworten von dir gelesen. In einem der Einträge erwähntest du, dass du Mobilfunk Technik telefoniert hast. Wie es der Zufall will, war ich auch bis zur Reha 3 Jahre in der Mobilfunk Technik unterwegs, Wechselschicht, Nachtschicht, und halt der alltägliche Wahnsinn mit den lieben Kunden o_O Es hat schon seine Gründe warum die Fluktuation in der Branche so extrem hoch ist.
Ich freue mich für dich dass du aus diesem Hamsterrad raus bist.
Na-Ja, es ging bei meinem AG nicht nur "begrenzt" um Mobilfunk-Technik, man musste ALLES drauf haben was mit Kundenbetreuung zu tun hat, von Vertragsfragen / Rechnungen überprüfen bis "Kaufberatung" für die Vertragsverlängerungen und es kamen immer mehr spezielle Sachgebiete dazu (Festnetz-DSL und Kabel-TV), man wusste nie was davon nun mit dem nächsten Kunden rein kommen wird.
Ich war die letzten fast 10 Jahre dort angestellt aber nach meiner Herz-Klappen-OP (mit 55) war ich dem Ganzen dann doch nicht mehr gewachsen ... das konnte die (dort sehr gute) Bezahlung irgendwann auch nicht mehr "ausgleichen" ...

Spät- und Nachtschichten habe ich eigentlich sehr gerne gemacht und die Frühschichten konnte ich meist gut "wegtauschen" (mit den jungen Eltern :icon_daumen:), da hat man uns viel Freiheit gelassen solange die gesetzlichen "Ruhezeiten" (11 Stunden mindestens zwischen 2 Schichten) eingehalten wurden.

...Kann der Arzt dann trotzdem sagen, ich wäre ja auf einem nicht vorhandenen, hypothetischen Arbeitsplatz in einer anderen Branche arbeitsfähig (allgemeiner Arbeitsmarkt) und deswegen nicht AU???
Nein, das ist falsch rüber gekommen, das kann der behandelnde Arzt eben nicht machen ... der muss den vorhandenen Arbeitsplatz dabei schon berücksichtigen ... ist aber auch ein wichtiger Grund den besser nicht freiwillig aufzugeben. :icon_daumen:
Oft sind es dann aber die KK die den Ärzten da das Leben dann schwer machen (über den MDK) wenn jemand vom AG bei der KK "abgemeldet" wird, weil das bisher "krankmachende Arbeitsverhältnis" nicht mehr besteht.

Es gibt also keinen Grund das freiwillig aufzugeben, es sieht überall "besser" aus wenn man nicht arbeitslos ist ... da staunten später sogar die gerichtlichen Gutachter, dass ich ja gar nicht arbeitslos sei, wie sie vermutet hatten "in meinem Alter" (war inzwischen Ende 50) ... das erweckt dann meist schon den unguten Eindruck (besonders bei der DRV), dass man die EM-Rente nur anstrebt weil man keine Aussichten mehr am Arbeitsmarkt hat wieder eine Stelle zu finden ...

Wenn du später mal eine sichere neue Stelle antreten kannst (welche auch immer) wäre es früh genug dafür, den bestehenden Arbeitsvertrag regulär zu kündigen ... auch ein Aufhebungsvertrag wäre dann kein Problem mehr ... zur Zeit solltest du dir darum aber keine Gedanken machen.

Teilweise kam es mir aber auch wie Fließbandabfertigung vor. Die Menschen notdürftig "zusammenflicken" und wieder auf den Arbeitsmarkt werfen. Bei den Menschen bei denen nicht mehr viel "zusammenzuflicken" ist, wird einfach aussortiert, vorzugweise jedoch nicht in EM-Rente sondern in andere Maßnahmen die über andere Träger laufen.
Das erinnert mich sehr an meine "psychosomatische Reha" die ich auf Wunsch der KK im Krankengeldbezug machen musste ... ich spürte vom ersten Tage an, dass es gar nicht um mich und meine Probleme gehen sollte, sondern nur darum, dass ich möglichst direkt danach an meinen Arbeitsplatz zurück kehren kann (damit die KK kein Krankengeld mehr zahlen muss).
Wenigstens das blieb mir dann doch erspart, für diese Tätigkeit wurde ich "ausgemustert" im Reha-Bericht, weil ich mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt habe, das wieder machen zu müssen ... eine Zeit lang konnte ich nicht mal mehr mit meinen Kindern telefonieren, bekam schon Panik wenn im TV ein Telefon klingelte ... o_O
Mein zugeteilter "Reha-Psycho-Fritze" konnte das zwar alles nicht verstehen (das wollte der auch gar nicht verstehen) aber er hat mir dann eine "Arbeitsplatz-Phobie" diagnostiziert ... mein behandelnder Psychiater hat nur geschmunzelt, als er das später im Reha-Bericht gelesen hatte ... der hat (mit völlig anderen Diagnosen) voll hinter mir gestanden bis zur EM-Rente der Bescheid vorgelegen hat.

Danach hat uns die KK / der MDK dann aber wenigstens in Ruhe gelassen bis zur Aussteuerung aus dem Krankengeld ...

Schwere körperliche Arbeiten sind laut Reha-Bericht dauerhaft möglich, im stehen, Gehen und Sitzen.
Kundenkontakte will ich halt nach Möglichkeit minimieren.
Ich verstehe schon worauf du hinaus möchtest, sprich Wechsel vom kaufmännischen Bereich in Richtung Handwerk wird schwierig.
Naja, wäre schön, aber wenn nicht bin ich da auch nicht wählerisch.
Ja, mit Zahlen kann ich sehr gut. Ist zwar meist monoton aber machbar.
Das siehst du völlig richtig, dass die Umschulungen eher NICHT in körperlich schwere Berufe erfolgen, sondern Vorrangig in den Bürobereich ...
Hast du mal über Richtung Steuern nachgedacht, da wird wohl immer gesucht, weiß ich von meiner Schwester, das ist gar nicht so "eintönig" ... jedenfalls wenn man Interesse an der Arbeit mit Zahlen hat und bereit ist bei Notwendigkeit auch Schuhkartons mit Rechnungen und Belegen zu sortieren von den Steuerpflichtigen ...

Für mich wäre das NICHTS, ich kann besser mit Buchstaben umgehen, aber die Menschen sind ja zum Glück verschieden ... :icon_hihi:

Was manche hier schon für gruselige Storys mit Behörden und Kostenträgern erlebt haben, finde ich einfach nur krass.
Vielleicht kennst die Folge von Asterix und Obelix in der diese den Passierschein A38 besorgen sollten...:icon_neutral:
Kenne ich zwar nicht, ich bin schon länger raus aus dem "Comic-Alter" aber es gibt irgend so ein Lied wo man den Kampf um einen "Antrag auf Erhalt eines Antragsformulares" besingt, das ist mir auch öfter mal eingefallen wenn es mal wieder "ganz dicke kam".
Wir haben insgesamt rund 8 Jahre (teils nacheinander, teils parallel zur gleichen Zeit) um unsere Rechte (bei KK / AfA und JC) und unsere EM-Renten kämpfen müssen ... mein Männe hatte leider nicht mehr lange was davon ...

Wenn ich beim Antrag auf LTA nach 3 Wochen noch keine schriftliche Rückmeldung habe, was tue ich dann am besten?
Telefonisch erfragen, schriftlich Sachstandsanfrage, persönlich in der örtlichen DRV-Filiale nachfragen?
Bitte mach immer ALLES schriftlich und nachweislich (per Übergabe-Einschreiben), am Telefon wird oft viel erzählt und du kannst nichts davon beweisen ... wichtige Klärungen vor Ort am Besten immer mit Beistand (§ 13 SGB X) als Begleitung, vier Ohren hören meist mehr als 2 ... ansonsten auch wichtige Auskünfte immer schriftlich geben lassen, man KANN sich nicht Alles merken müssen ... :icon_evil:

Und immer schön "penetrant am Ball bleiben", die zu Geduldigen müssen meist überall am Längsten auf wichtige Entscheidungen warten, gerade solche Entscheidungen sollten aber möglichst zügig erfolgen ... viele Umschulungen (über Berufsförderungswerke) starten im Januar und dann oft erst im Sommer wieder ...

Viel Erfolg!

MfG Doppeloma
 

grün_fink

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DA kann man nix mehr zufügen, außer:
Das Lied mit dem Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars ist vom Reinhard Mey und auf YouTube.

Alles Gute euch.
(y)
 

ApisMellifera

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Hallo zusammen.:)

Danke nochmal für die vielen Tipps und Hinweise.
Ich werde jetzt erstmal die 3 Wochen Bearbeitungsdauer abwarten (Antrag ist am 04.11.2019 bei der DRV eingegangen),
und sobald der schriftliche Bescheid vorliegt, gebe ich Rückmeldung.
Da Geduld nicht zu meinen Kernkompetenzen gehört, fällt mir das Warten natürlich schwer...🙈
 

Kerstin_K

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Hallo Honigbiene,

also ich habe noch nie unter 6 Wochen eine Antwort auf irgendwas von der DRV bkommen, nichtmal eine Eingangsbestätigung.
 

ApisMellifera

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Hallo Honigbiene,

also ich habe noch nie unter 6 Wochen eine Antwort auf irgendwas von der DRV bkommen, nichtmal eine Eingangsbestätigung.
Nach wieviel Wochen wäre es denn angemessen eine schriftliche Sachstandsanfrage zu stellen?
6 Wochen erscheint mir zu lange!
 

Kerstin_K

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Bei der DRV musst du viel Geduld mitbringen.

Die haben 6 Monate Zeit, Deinen Antrag zu bearbeiten. Ich verschicke Sachstandsanfragen immer bei HAlbzeit, als bei Anträgen nach dre Monaten. Tut sich dann nichts, geht nach weueren drei Monaten eie Untätigkeitsklage raus.
 

ApisMellifera

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Hallo miteinanader :)

Ich möchte euch ein kurzes Update geben was es Neues gibt.

Nach Antragstellung der LTA hatte ich 3 Wochen abgewartet, da mir seitens Sachbearbeiters in der Beratungsstelle 3 Wochen als Bearbeitungsdauer in Aussicht gestellt wurden. Dann schickte ich per Fax eine Sachstandsanfrage. Diese blieb natürlich unbeantwortet.

Eine weitere Woche später schrieb ich dann einen Brief mit einer "Erneuten Sachstandsanfrage" adressiert an den Vorstand der zuständigen DRV. Dies hat tatsächlich was gebracht, denn direkt 3 Tage später kam ein Anruf eines Sachbearbeiters. Er sei ja eigentlich gar nicht zuständig, aber da die zuständige Kollegin aktuell krank sei und ich mich ja an der Vorstand gewandt habe, wurde er mit dem Sachverhalt beauftragt. Zwischen den Zeilen klang er durchaus genervt, dass ich mich erdreistet habe nach 4 Wochen Wartezeit an den Vorstand zu schreiben.

Es ging bei dem Telefonat auch darum, dass der DRV schon der 8 Seiten Bericht der ReHa-Klinik vorliegt, aber ich mache jetzt ja die sog. Adaption (med. Anschluss-Reha) und davon wollen die auch erst den Bericht haben.
Ich habe daraufhin eingewandt, dass die Adaption freiwillig ist und dass wenn ich diese nicht angeschlossen hätte, die DRV auch nur anhand des 8 Seiten Berichts der ReHa-Klinik entscheiden müsste.

Schlussendlich einigten wir uns darauf, dass ich für ihn eine Bescheinigung meiner Adaptions-Einrichtung organisiere, in der ein paar Zeilen zum Thema Abstinenz und paar Zeilen zum Thema aktuelle Belastbarkeit drinstehen. Habe ich dann organisiert und per Fax geschickt, in der sinngemäß drinsteht: "War und ist aktuell abstinent, macht seit 4 Wochen Vollzeit-Praktikum und ist dafür belastbar"

4 Werktage später ihn nochmal angerufen. Er meinte: "Ja, das passt, Bescheid ist raus. Und bitte an die für sie zuständige Reha-Beraterin wenden"
Nachdem der Bescheid 7 Tage nach Versand immer noch nicht im Postkasten war, bin ich direkt in die örtliche Filiale und hab mir vor Ort eine Zweitschrift ausdrucken lassen.

Wie ich hier schon in diversen anderen Threads gelesen hatte, stand auch bei mir erstmal was von einem Arbeitgeber-Zuschuss wenn ich einen Arbeitsplatz finde, der meinen Einschränkungen entspricht. Über eine ganze DIN-A4-Seite!!! wird da erstmal nur über diesen sinnlosen Zuschuss geschrieben! Und erst am Ende in einem kleinen Zwei-Zeiler steht, dass über konkrete LTA-Maßnahmen im Gespräch mit dem Reha-Berater entschieden werden, ich möge einen Termin vereinbaren.

Erreicht habe ich meine zuständige Reha-Beraterin am Freitag nicht, vielleicht ist sie weiterhin krank.

Gut ist, dass ich schon mal weitergekommen bin. Aber am Ziel bin ich auch noch nicht.:icon_evil:

Habt ihr Tipps für mich in Bezug auf das Gespräch mit der Reha-Beraterin? Dos oder Donts? Fallstricke, die ich beachten sollte?
 

ApisMellifera

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Heute kam der Original-LTA-Bescheid, siehe Anhang.
Scan0002.jpg
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Daraus hat sich eine neue Frage ergeben. Es steht drin, ich solle mich wenn noch nicht geschehen "arbeitssuchend" melden.

Wenn du nicht im Leistungsbezug bist bei der AfA wird man sowieso nur "abgewimmelt", die Reha-Teams sind da auch nicht wirklich besser, als die "normalen" Arbeitsvermittler ... die haben auch keine Arbeitsplätze für Schwerbehinderte und einstellen macht immer noch der AG selber und das ist für Schwerbehinderte noch schwieriger als für gesunde Arbeitslose.

Lass dir da nichts erzählen; ich denke schon, dass du Anspruch auf LTA-Leistungen von der DRV hast,
Meine Anschluss-Reha ist in paar Tagen vorbei und der Arzt meinte, ich werde erwerbsfähig aber für alten Beruf arbeitsunfähig entlassen. Mein Hausarzt hat mich ab heute für 4 Wochen AU geschrieben, damit es nach der ReHa nahtlos mit Krankengeld weitergeht.

Auf euren Rat hin, habe ich bisher auch noch nicht gekündigt.
Muss ich jetzt trotzdem zur AfA und mich arbeitssuchend melden?

Die Reha-Fachberaterin ist doch nicht krank sondern im Urlaub bis Anfang Januar; erst da krieg ich sie erreicht.
 

ApisMellifera

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Hallo zusammen.

Habe leider wieder Fragen über Fragen.

Wenn du weiterhin Krankengeld beziehst
Aus der Anschluss-ReHa wurde ich laut Bescheinigung "arbeitsfähig" entlassen.
Im Abschlussgespräch mit dem Arzt dort, meinte dieser dass er sich der Auffassung der Reha-Klinik davor anschließt,
dass ich für den Callcenter-Job arbeitsunfähig bin, sonst aber für den allgemeinen Abeitsmarkt voll erwerbsfähig.
Und dass er das in seinen ausführlichen Bericht schreiben wird.

Die Entlassungsbescheinigung war aber nur ein DIN-A4-Zettel auf dem entweder "arbeitsunfähig" oder "voll arbeitsfähig" anzukreuzen war.
Da wurde nicht feiner unterschieden zwischen Arbeits- und Erwerbsfähigkeit. Der Therapeut dort meinte auch noch dass sie grundsätzlich alle arbeitsfähig entlassen...
Datiert ist die Entlassungsbescheinigung auf den 26.12.2019. Bisher habe ich diesen noch nicht der KK übermittelt.

Mein Hausarzt hat mich am 20.12.2019, also schon vor Ende der Anschluss-ReHa, bis Mitte Januar AU geschrieben.
In der AU steht dass Arbeitsunfähigkeit seit 28.03.2019 besteht, also seit dem ersten Tag der Reha.

Ich sehe da nun Probleme beim Krankengeld auf mich zukommen, und weiß noch nicht so Recht wie vorgehen.

Soll ich noch mal zur Reha-Einrichtung und die Entlassungsbescheinigung reklamieren?
Schließlich wurde mir vom zuständigen Arzt versichert, dass ich für den bisherigen (und ungekündigten) Job arbeitsunfähig bin.

Oder soll ich die Bescheinigung so wie sie jetzt ist an die KK schicken und dieser mitteilen, dass mein Arzt bei mir weiterhin Arbeitsunfähigkeit für den aktuellen Job sieht. Und dass ich mich gerne vom MDK begutachten lassen würde.

Arbeitssuchendmeldung erledige ich morgen bei der AfA. Arbeitssuchendmeldung müsste ja auch gehen während ich AU geschrieben bin.
Im Zweifelsfall erwähne ich ja nichts davon.

Wäre echt ärgerlich sich jetzt lange mit der KK wegen KG rumplagen zu müssen. Denn LTA wurden dem Grunde nach ja schon bewilligt,
und wenn da tatsächlich eine Umschulung oder ähnliches bei rauskommt, würde soweit ich weiß die DRV rückwirkend ab 27.12.19 wieder mit Übergangsgeld zuständig sein.
 

grün_fink

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Oder soll ich die Bescheinigung so wie sie jetzt ist an die KK schicken und dieser mitteilen, dass mein Arzt bei mir weiterhin Arbeitsunfähigkeit für den aktuellen Job sieht. Und dass ich mich gerne vom MDK begutachten lassen würde.
Würde ich so machen, aus dem Grund, dass es bei der Arbeitsagentur schwierig ist, Leistungen zu bekommen, wenn die Erwerbsfähigkeit noch nicht konkreter festgestellt wurde. Heißt, dass festgestellt wurde, was du konkret kannst und was nicht (heben und tragen, Hitze und Zugluft, Anforderungen an Körperhaltungen, Konzentration und Verantwortung usw.).
Dafür wäre die DRV zuständig oder die AfA, mit ihren Gutachtern.

Die DRV hat sich bei dir insofern schonmal zuständig erklärt, dass sie das in dem oben eingefügten Schreiben selber geprüft hat. Also kann die AfA nicht mehr zuständig sein (versicherungsrechtliche Voraussetzungen also Beitragszeiten).
Wieso die DRV nun aber meint, dass bei dir nur Hilfen für einen konkreten Arbeitsplatz infrage kommen und keine Umschulung oder Qualifizierung allgemein, erschließt sich mir nicht, wenn du deinen erlernten Beruf nicht mehr packst und die letzte Tätigkeit auch nicht.

Dafür müsstest du dich mit der DRV auseinander setzten.
Vielleicht haben sie irgendwas aus einem Bericht der Anschluss-Reha heraus gelesen, oder meinen das. Da würde ich nachfragen und eine genaue Antwort haben wollen, im Zweifel über den Hausarzt oder Facharzt den Bericht anfordern, dass der das mit dir durchgeht.
Ich weiß, dass es die Maßnahmen der Arbeitserprobung und Berufsfindung gibt. Die werden oft in Berufsförderungswerken angeboten und dauern 3 bzw. 6 Wochen lang.

Arbeitssuchendmeldung erledige ich morgen bei der AfA. Arbeitssuchendmeldung müsste ja auch gehen während ich AU geschrieben bin.
Im Zweifelsfall erwähne ich ja nichts davon.
Ob das jetzt schaden kann, sich arbeitssuchend zu melden, weiß ich nicht, wissen andere besser als ich.
Die AU erwähnen gibt jedoch regelmäßig Probleme, wie man immer wieder hört und liest.
Mir ist schleierhaft, was konkret dir die AfA für Jobs vermitteln soll, wenn nichtmal klar ist, was für dich infrage kommen darf und was nicht. Oder gibt es dazu irgendeine Einschätzung der DRV, des ärtzlichen Dienstes der AfA oder auch eine Stellungnahme der Anschlussrehaklinik?

Wäre echt ärgerlich sich jetzt lange mit der KK wegen KG rumplagen zu müssen. Denn LTA wurden dem Grunde nach ja schon bewilligt,
und wenn da tatsächlich eine Umschulung oder ähnliches bei rauskommt, würde soweit ich weiß die DRV rückwirkend ab 27.12.19 wieder mit Übergangsgeld zuständig sein.
Übergangsgeld gibt es nur während der Maßnahmedauer, nicht vorher oder hinterher.

Warte mal, was die anderen noch schreiben, die sind fitter in der Sache mit der AfA und wenn jemand in einer solchen Situation ist wie du momentan.
 

saurbier

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Hallo ApisMellifera,

Wenn du aus der Reha entlassen wurdest, spielt es eher eine untergeordnete Rolle ob AU oder nicht, denn das ist eh nur eine Momentaufnahme, welche nicht viel anders abläuft, als wenn du dich mit gesundheitlichen Problemen heute bei deinem Hausarzt vorsprechen würdest und er dich dann AU schreibt.

Nach dem Ende der Reha geht man mit dem vorläufigen Reha-Bericht ja auch wieder zum Hausarzt und dieser entscheidet dann unter anderem daraufhin, ob er jemanden weiter AU schreiben wird oder eben nicht.

Wenn dich also der Reha-Arzt jetzt für Arbeitsunfähig hält und dies auch noch bescheinigt, dann darf dich dein Hausarzt auch weiter AU schreiben und die KK hat dies zu akzeptieren, ob sie will oder nicht, denn deine AU basiert hier auf dein noch bestehendes Arbeitverhältnis (also deine bisherige Arbeit/Arbeitsbelastung) und für die hält dich ja sogar der Reha-Arzt für nicht Arbeitsfähig.

Arbeitfähig hat nichts mit Leistungsfähig zu tun, daß sich zwei paar unterschiedliche Schuhe. Die DRV alleine stellt von Gesetzes wegen deine Leistungsfähigkeit hinsichtlich dem allgemeinen Arbeitsmarkt fest, aus der dann ggf. eine EMR erfolgen kann/könnte. Dein Hausarzt hingegen stellt fest ob du für bestimmte Tätigkeiten (deine aktuelle berufliche Tätigkeit) derzeit oder halt für einen längeren Zeitraum aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig bist.

Aktuell zumindest mal solltest du dich aufgrund des vorläufigen Reha-Berichtes auch weiterhin AU schreiben lassen und abwarten wie sich die KK ggf. dazu äußern wird.

Erst wenn denn mal der komplette Reha-Abschlussbericht vorliegt - was durchaus bis zu 2 Monate dauern kann -, kann dein Arzt dann entscheiden wie es weiter geht.

Es kann auch durchaus so sein, daß die DRV anhand des Reha-Abschlussberichtes dann bereits von sich aus weitere Maßnahmen einleiten wird (LTA), je nachdem was die Reha-Ärzte dort für Empfehlungen gegeben haben.

Du solltest dir auch dann den Reha-Abschlussbericht von deinem Arzt in Kopie aushändigen lassen, um zu sehen was dort denn so alles drin steht, als auch zu erfahren ob alle deine Krenkheiten korrekt berücksichtigt wurden, denn davon hängt ja auch das weitere Vorgehen der DRV ab.

Zumindest solltest du jetzt das KG solange wie möglich ausnutzen, bevor du dich bei der AfA meldest, denn immerhin geht es hier auch um deinen Lebensunterhalt, welcher durch das KG um einiges besser abgesichert ist als beim ALG-I bzw. Leistungen durch die DRV. Also solange die DRV noch keine konkreten Dinge vornimmt, laß die KK das KG zahlen.


Grüße saurbier
 
Zuletzt bearbeitet:

ApisMellifera

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Hallo grün_fink, Hallo saurbier.

Danke für eure Antworten.
Den kompletten Bericht von der Anschluss-Reha habe ich noch nicht. Laut dem Therapeut dort, hat die Einrichtung ab Entlassung 14 Tage Zeit den Bericht an die DRV zu senden. Dann geht er auch an mich in Kopie.

Ich habe mal einen Teil des Bericht der ersten Reha angehängt.
2020-01-05_213439.jpg

Der Arzt aus der zweiten Anschluss-Reha meinte wie gesagt im Abschlussgespräch, dass auch er mich für den Callcenter-Job AU sieht. Das würde er also genauso aus dem ersten Bericht übernehmen. Ebenso die Untauglichkeit für Nachtschicht.
Die rot umrandeten Einschränkungen wegen meiner chronischen, psychischen Erkrankung würde er in seinem Bericht streichen, da er diese bei mir nicht sieht. Diese Einschätzung teile ich mit ihm.

Trotzdem ist in der Entlassungsmitteilung "arbeitsfähig" angekreuzt.

Bisher habe ich nur die AU an meinen AG und die KK abgeschickt.

Was soll ich der KK nun schreiben, wenn ich Krankengeld beantragen will und eine Entlassungsmitteilung "arbeitsfähig" mitsende?
Sinngemäß würde ich folgendes schreiben:

"Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich bei Ihnen Krankengeld.
Anbei erhalten Sie die Entlassungsmitteilung der stationären Reha-Einrichtung.

Entgegen der Entlassungsmitteilung beurteilt mich mein Arzt für meinen aktuellen Arbeitsplatz als arbeitsunfähig.
Bereits bei der ersten Reha wurde im Entlassbericht festgehalten, dass ich für meinen aktuellen Arbeitsplatz arbeitsunfähig bin.
Der behandelnde Arzt in der zweiten Reha teilte mir im Abschlussgespräch mit,
dass er diese Einschätzung in Bezug auf den aktuellen Arbeitsplatz teilt.

Ich bitte Sie über den MDK die entsprechenden Reha-Berichte anzufordern, damit auch für Sie meine Arbeitsunfähigkeit ersichtlich ist.
Falls erforderlich stehe auch gerne persönlich dem MDK zwecks Begutachtung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen"

Kann man das so formulieren?
 

grün_fink

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Du musst ganz schnell das Krankengeld beantragen.
Innerhalb einer Woche nach Krankschreibung muss das Krankengeld beantragt werden.
Ich brauchte früher dazu immer nur die Krankmeldung und musste extra noch diesen Auszahlschein aufüllen.

Sieht so aus, dass die zweite Reha dich stabilisiert hat, so dass psychisch nicht mehr so Einschränkungen bestehen.
Bissl ist das auch immer Interpretationssache der Ärzte.

Warte mal ab, was der zweite Bericht jetzt so aussagt.
 

ApisMellifera

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Hallo grün_fink.

Du musst ganz schnell das Krankengeld beantragen.
Also Krankmeldung (den gelben Schein) habe ich bereits am 20.12.19 zur KK abgeschickt, bisher aber noch keinen Auszahlschein bekommen.
Werde morgen gleich per Fax vorab einen formlosen Antrag auf KG denen zuschicken. Ähnlich formuliert wie oben geschildert.

Sieht so aus, dass die zweite Reha dich stabilisiert hat, so dass psychisch nicht mehr so Einschränkungen bestehen
Sieht eher so aus, dass der Arzt in der zweiten Reha nicht nur STRG-C und STRG-V mit Textbausteinen kann, sondern auch mal per Hand was anpasst :)
 

grün_fink

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Ich habe leider überehen, dass man seit 2016 die Auszahlscheine nicht mehr braucht. Die Funktion ist ja jetzt in den Schein zur Krankmeldung integriert. Sorry, ich selber hatte damit noch nie zu tun, schonmal gelesen und leider vergessen.

Es sieht so aus, als ob die Post und die Krankenkasse in der Weihnachtszeit/Jahreswechsel langsam arbeiten.
Wenn die Krankmeldung am 20. Dez. bei dir raus ist, ist seitdem noch nicht wirklich viel Zeit vergangen, gemessen in Arbeitstagen.

Da würde ich nur, wenn es ganz eilig ist, jetzt reagieren. Ansonsten würde ich denen nach den Feiertagen (hier ist morgen noch einer) noch eine halbe Woche warten, bevor ich reagiere. Klar kannst du einfach das Krankengeld beantragen, das verstehen die wahrscheinlich bei der KK schon. Einfache Sachstandsanfrage würde wohl auch reichen: Also Anfrage, ob die Krankmeldung eingegangen ist und wann du das Krankengeld erwarten kannst. Die Verdienstbescheinigung vom Arbeitgeber haben die dort schon bei der Krankenkasse?

Würde ich per Brief fragen, oder persönlich zur KK gehen. Mail ist nicht so rechtssicher. Und gibt man seine Telefonnummer raus, riskiert man spätere Anrufe der KK daheim, die nicht so angenehm sind und echt sinnlos, und stressen können. Das ist bei denen derzeit üblich.

Interessehalber mal noch die Frage: Während der Anschussreha, wer war denn da der Kostenträger und wer hat da für deinen Lebensunterhalt gesorgt?

 

Kerstin_K

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Entgegen der Entlassungsmitteilung beurteilt mich mein Arzt für meinen aktuellen Arbeitsplatz als arbeitsunfähig.
Bereits bei der ersten Reha wurde im Entlassbericht festgehalten, dass ich für meinen aktuellen Arbeitsplatz arbeitsunfähig bin.
Der behandelnde Arzt in der zweiten Reha teilte mir im Abschlussgespräch mit,
dass er diese Einschätzung in Bezug auf den aktuellen Arbeitsplatz teilt.

Ich bitte Sie über den MDK die entsprechenden Reha-Berichte anzufordern, damit auch für Sie meine Arbeitsunfähigkeit ersichtlich ist.
Falls erforderlich stehe auch gerne persönlich dem MDK zwecks Begutachtung zur Verfügung.
Das würd ich weglassen. KG beantragen und aus die Maus. Wenn die KK das ablehnt, hat sie das zu begründen und dann kann man reagieren.
 

HermineL

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Trotzdem ist in der Entlassungsmitteilung "arbeitsfähig" angekreuzt.
Dazu wurde in der von dir eingestellten sozial-medizinischen Bewertung aber eine ganz andere Aussage getroffen. Dort steht klar das du die Reha-Einrichtung arbeitsunfähig verlässt. Also weiterhin krank bist.

Du darfst die Begrifflichkeiten nicht verwechseln. Für deinen Bezugsberuf bist du unter 3 Stunden erwerbsfähig aber auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für über 6 Stunden bei Anraten einer LTA.
Das sind Aussagen über deine Erwerbsfähigkeit und nicht über deine Arbeitsfähigkeit.

Arbeitsunfähig bist du wenn du vorübergehend krank geschrieben bist.
Berufsunfähig bist du wenn du Beruf nicht mehr ausüben kannst. (Bezugsberuf unter 3 Stunden)
Erwerbsunfähig bist du wenn du gar nicht mehr arbeiten kannst. (Allgemeiner Arbeitsmarkt)


1) Kann es passieren, dass die DRV sinngemäß sagt "Gut, CallCenter können sie nicht mehr, aber am allgemeinen Arbeitsmarkt gibts genug andere unqualifizierte Mindeslohn-Jobs... Dafür brauchen wir sie nicht zu qualifizieren... Gehen sie mal zur AfA..." ?
Ja das kann passieren und gerne bewilligt die DRV bei der LTA nur einen sogenannten Eingliederungszuschuss für einen potentiellen Arbeitgeber der dich einstellt.

2) Ist es für das Ziel einer möglichen Umschulung hinderlich, dass ich im letzten Beruf arbeitsunfähig bin, aber sonst voll erwerbsfähig? Hätte es für den LTA-Antrag eine Relevanz, wenn meine Erwerbsfähigkeit nicht bei über 6 Stunden, sondern bei 3 - 6 Stunde wäre?
Wie schon zuvor geschrieben verwechselt du die Begrifflichkeiten. Du bist laut dem von dir hier eingestellten sozial-medizinischen Bewertung arbeitsunfähig. Das gilt für jedwede Tätigkeit ist aber nur vorübergehend. Da du auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt voll erwerbsfähig bist rät man zur LTA. Wärst du nur 3-6 Stuinden erwerbsfähig würde das auf eine Teilerwerbsminderungsrenten hinauslaufen.

4) Kann ich mich von meinem Hausarzt nicht einfach nach der Anschluss-Reha weiter AU schreiben lassen? Die AU vom Arzt bezieht sich doch auf den aktuellen Beruf und nicht darauf, was ich sonst noch so am allgemeinen Arbeitsmarkt tun könnte.
Er kann nicht nur sonder er muss dies sogar und zwar ohne unter Unterbrechung unmittelbar nach Rehaende denn du hast diese Reha arbeitsunfähig verlassen.
 

ApisMellifera

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Danke für eure Hinweise.(y):)

Während der Anschussreha, wer war denn da der Kostenträger und wer hat da für deinen Lebensunterhalt gesorgt
Die lief ebenfalls über DRV mit Übergangsgeld.

Das würd ich weglassen. KG beantragen und aus die Maus.
Ok, mach ich genauso.(y)

Dazu wurde in der von dir eingestellten sozial-medizinischen Bewertung aber eine ganz andere Aussage getroffen. Dort steht klar das du die Reha-Einrichtung arbeitsunfähig verlässt. Also weiterhin krank bist.
Ich weiß, vielleicht bin ich da beim Beschreiben etwas durcheinander gekommen.
Es gab Langzeit-Reha A, von Ende März 19 bis Ende September 19. Die eingestellte sozial-medizinische Bewertung ist in dieser Reha gemacht worden.

Danach gabs nahtlos Anschluss-Reha B von Ende September bis Ende Dezember 2019.
Die sozial-medizinische Bewertung aus dieser Reha ist noch in Arbeit.

Für deinen Bezugsberuf bist du unter 3 Stunden erwerbsfähig aber auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für über 6 Stunden
Der verantwortliche Arzt aus Anschluss-Reha B sagte mir im Abschlussgespräch, dass er diesen Part genauso sieht wie Reha A
und dies so in seiner sozial-medizinische Bewertung übernehmen wird.

Auf der Entlassungsmitteilung (kein Bericht, nur kurzer 2-Zeiler) aus Reha B wo auch der Zeitraum bescheinigt wird,
gab es nur zwei Felder anzukreuzen: "arbeitsfähig" oder "arbeitsunfähig".
Es wurde arbeitsfähig angekreuzt.

Natürlich ist es jetzt Spekulation, da mir die ausführliche sozial-medizinische Bewertung aus Reha B noch nicht schriftlich vorliegt.
Doch ich gehe einfach erstmal davon aus, dass das was der Arzt mündlich im Abschlussgespräch ankündigt,
sich auch später schriftlich in der sozial-medizinischen Bewertung wiederfindet.
Und in dem Fall würden sich Entlassungsmitteilung und sozial-medizinische Bewertung widersprechen...:unsure:

Naja, Bleibt mir nix anderes übrig, als die ausführliche Bewertung abzuwarten.
Antrag auf KG reiche ich dann heute formlos bei KK ein.
Und gleich auf zur AfA und arbeitssuchend melden.

Vielen Dank nochmal an alle für die Rückmeldungen und Ideen.:)(y)
 

HermineL

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Auf der Entlassungsmitteilung (kein Bericht, nur kurzer 2-Zeiler) aus Reha B wo auch der Zeitraum bescheinigt wird,
gab es nur zwei Felder anzukreuzen: "arbeitsfähig" oder "arbeitsunfähig".
Es wurde arbeitsfähig angekreuzt.
Zum besseren Verständnis hättest du dann den Entlassungsbrief einstellen sollen. So war dies nicht zu erkennen.


Doch ich gehe einfach erstmal davon aus, dass das was der Arzt mündlich im Abschlussgespräch ankündigt,
sich auch später schriftlich in der sozial-medizinischen Bewertung wiederfindet.
Selbst wenn er im Rehabericht oder auf dieser Entlassungsschreiben "arbeitsfähig" ankreuzt ist dies eben nur eine Momentaufnahme und sagt gar nichts aus. Ob du aktuell arbeitfähig oder nicht bist entscheidet dein dich behandelnder Arzt. Der kann und sollte dich weiter arbeitsunfähig schreiben.
Allerdings solltest du dich darauf einstellen das die Krankenkasse mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den medizinischen Dienste (MDK) einschaltet um diese Arbeitsunfähigkeit zu überprüfen weil die natürlich darüber stolpern werden. Dies heißt aber nicht zwingend das der MDK dich für arbeitsfähig erklärt. Sollte dies eintreten, was sehr wahrscheinlich ist, solltest du unbedingt darauf achten das der MDK dich auch zur Untersuchung einlädt denn ein Gutachten rein nach Aktenlage ist nicht zulässig.
 
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