Lohnt sich eine Betriebliche Altersvorsorge? Und falls ja, ab wann?

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DerWahreKrieger

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Hallo,

meine Freundin hat vor ein paar Tagen, von ihrem Chef ein Flyer zur Info für die betriebliche Altersvorsorge mitbekommen.

Versuche mich in die Thematik etwas einzulesen, kenn mich aber noch nicht 100 % damit aus.

Ihr wurde gesagt das ihr AG 20% dazu gibt, ich nehme mal an zu dem Beitrag was sie von ihrem Lohn dazusteuert.

Meine Frage ist deshalb, für wen ist das rentabel? Rentiert es sich, das man so etwas abschliesst oder sollte man eher die Finger davon lassen?

Bin mal auf eure Antworten gespannt. Vielen Dank im voraus!
 


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Gast1

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DerWahreKrieger, Du kannst Dir ja das hier vom Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Sell zum Thema durchlesen:

Die halbierte Betriebsrentenreform, eine "kommunikative Herausforderung" gegenüber den Arbeitnehmern und das von vielen totgesagte Pferd Riester wird erneut gedopt

Und dies hier:

Solche und andere Rentner. Zur partikularen Privilegierung der kapitalgedeckten Altersvorsorge in der Grundsicherung und den damit verbundenen offenen Fragen

Nachtrag: @Curt the Cat, falls Du gedenkst meinen Beitrag zu löschen, weil ich aus den Links hier nicht zitiere, dann möchte ich Dich darauf hinweisen, dass Stefan Sell seine Blog-Artikel nie am Anfang des jeweiligen Artikels in 1-3 Sätzen zusammenfasst wie es die Tageszeitungen machen. Nein, er schreibt erst mal einleitende Worte und kommt dann später zum Kern des Themas, das aber mitunter sehr komplex sein kann.

Deswegen bitte ich Dich, meinen Beitrag so stehenzulassen wie er hier steht.
 

DerWahreKrieger

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Vielen Dank @ Schlaraffenland,

ich lese es mir mal durch jetzt.
 
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Gast1

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DerWahreKrieger, gern geschehen. Ich habe mir das Alles, was ich da verlinkt habe, jetzt aber nicht noch einmal durchgelesen.
 

DerWahreKrieger

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Ok hab es soweit verstanden, ich denke mal so wie ich es sehe. Ist es so.

Der AG erhält dadurch Steuervorteile. An dem Punkt an dem die Beiträge (meiner Freundin) von ihrem Bruttolohn abgezwackt werden, zahlt sie keine Steuern darauf.

Später kommt jedoch der Staat und will diese nachbezahlt haben von ihr.

Also ist dieses Modell so wie ich es sehe eine einseitige Angelegenheit für ihren AG zum vorteil.

Also ist der dumme in dem Fall (meine Freundinn) der AN. Wie immer. Hab ich recht?
 

Dark Vampire

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Müsste man sich durchrechnen, bei meinem Vater der 30 Jahre in einem großem Chemiekonzern gearbeitet hat, hat sich das zumindest gelohnt.Ist ja aber auch nen Riesenkonzern......
 

Nena

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Denkst Du an die 20%, die der AG dazu gibt?
 
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Gelöschtes Mitglied 58736

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Eben. Das ist immer eine Gesamtbetrachtung.
Und jede Vorsorge ist besser als keine.

Ja, die Argumentation stimmt teilweise, aber wer nicht vorsorgen will, findet immer Gründe sein Geld in jungen Jahren zu verjubeln.

Und wenn ich mir hier manche Berichte mickriger EMR ansehe, dann mal dran denken, wie es gewesen wäre, wenn man damals über einen Gruppenvertrag mit stark vereinfachtem Zugang (Gesundheitsfragen) noch an eine Berufsunfähigkeitsrente kommt.

Und evtl. macht Herr Spahn mal was gutes und schafft diese elendigen Krankenkassenbeiträge darauf ab. Zumindest den AG-Anteil.

Die Profiteure sind dann aber genau die Leute, die zwanzig Jahre vorher eben nicht „lohnt sich nicht“, „ist mir zu teuer“, „der Staat nimmt mir eh alles weg“ gesagt haben.
 

Fairina

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Arbeitgeber sind sogar dazu verpflichtet auf diese Versicherung (Direktversicherung) hinzuweisen. Ich würde es machen.

Ähm Robbi meinst du nicht den AN-Anteil? Tja, dann freu dich auf enorme KK-Steigerungen. Denn egal ob AN oder AG-Anteil, die Summe werden die KK haben wollen.
 
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Gast1

Gast
Ok hab es soweit verstanden, ich denke mal so wie ich es sehe. Ist es so.

Der AG erhält dadurch Steuervorteile. An dem Punkt an dem die Beiträge (meiner Freundin) von ihrem Bruttolohn abgezwackt werden, zahlt sie keine Steuern darauf.

Später kommt jedoch der Staat und will diese nachbezahlt haben von ihr.
So habe ich den ersten Beitrag von Prof. Dr. Stefan Sell, den ich in Beitrag #2 verlinkt hatte, auch verstanden.

Stefan Sell schreibt außerdem:

Und es soll also hier auch gar nicht erneut hervorgehoben werden, dass diese "Reform" wieder einmal eine ist, die vor allem den Versicherungsunternehmen und den Betrieben hilft, weiterhin "Betriebsrenten" zu verkaufen, die gar keine sind, weil sie auf dem Weg der Entgeltumwandlung von den Arbeitnehmern selbst finanziert werden (müssen).
https://aktuelle-sozialpolitik.blog...ten-altersvorsorge-in-der-grundsicherung.html

Der Arbeitnehmer finanziert sich also selbst seine Betriebsrente, der Arbeitgeber beteiligt sich an ihr nicht. Er verwaltet nur die eingezahlten Beiträge zu dieser Rente und geht mit ihnen spekulieren, was u. U. dazu führen kann, dass der Arbeitnehmer im Alter als Betriebsrente weniger ausbezahlt bekommt als er eingezahlt hat.

Außerdem wird ein Arbeitgeber, der seinen Arbeitnehmern das Einzahlen in ihre Betriebsrenten ermöglicht, dadurch steuerlich und abgabenmäßig vom Staat bevorteilt.

Also ist dieses Modell so wie ich es sehe eine einseitige Angelegenheit für ihren AG zum vorteil.
Ja.

Also ist der dumme in dem Fall (meine Freundinn) der AN. Wie immer. Hab ich recht?
Ja.

Allerdings: Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz wurde auch das SGB XII geändert: Falls Deine Freundin eine zu geringe Altersrente erzielen würde, könnte sie als Altersrentnerin eine dann ausgezahlte Betriebsrente teilweise behalten, wenn sie gleichzeitig die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII erhalten würde. Stefan Sell schreibt hierzu:

Man hat also einen neuen Einkommensfreibetrag in das SGB XII eingeführt. Und der ist wahrlich nicht unproblematisch. Der Grundgedanke ist simpel: Wer über eine betriebliche Altersvorsorge oder privat beispielsweise über eine Riester-Rente vorgesorgt hat, der soll im Alter, wenn die gesetzliche Rente unter dem Grundsicherungsbedarf liegt und bei Inanspruchnahme der Leistungen aus dem SGB XII alle anderen Einkommen angerechnet werden (müssen), dahingehend besser gestellt werden, dass 100 bis derzeit 204,50 Euro aus dieser Quelle nicht angerechnet werden
https://aktuelle-sozialpolitik.blog...ten-altersvorsorge-in-der-grundsicherung.html

Im SGB XII steht deswegen in § 82 Abs. 4 SGB XII ("Begriff des Einkommens"):

(4) Bei der Hilfe zum Lebensunterhalt und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist ferner ein Betrag von 100 Euro monatlich aus einer zusätzlichen Altersvorsorge der Leistungsberechtigten zuzüglich 30 vom Hundert des diesen Betrag übersteigenden Einkommens aus einer zusätzlichen Altersvorsorge der Leistungsberechtigten abzusetzen, höchstens jedoch 50 vom Hundert der Regelbedarfsstufe 1 nach der Anlage zu § 28.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Gast1

Gast
@Dark Vampire, Nena und RobbiRob:

Ihr habt Euch leider nicht die beiden Beiträge von Prof. Dr. Sell durchgelesen, die ich in meinem Beitrag #2 verlinkt hatte. Deswegen muss ich Eure Informationen leider als unzutreffend bezeichnen, es sei denn, Ihr bezieht Eure Informationen auf die betriebliche Altersvorsorge im Öffentlichen Dienst oder durch die Kirchen.

Müsste man sich durchrechnen, bei meinem Vater der 30 Jahre in einem großem Chemiekonzern gearbeitet hat, hat sich das zumindest gelohnt.Ist ja aber auch nen Riesenkonzern......
Das war in der Vergangenheit so.

Denkst Du an die 20%, die der AG dazu gibt?
Wo steht was über diese 20% in den beiden verlinkten Beiträgen von Prof. Dr. Sell?

Eben. Das ist immer eine Gesamtbetrachtung.
Und jede Vorsorge ist besser als keine.
Die Gesetzliche Rentenversicherung müsste wieder gestärkt werden. Diese Riesterrente und das Betriebsrentenstärkungsgesetz höhlen nur die Leistungen aus der GRV aus.

Ja, die Argumentation stimmt teilweise, aber wer nicht vorsorgen will, findet immer Gründe sein Geld in jungen Jahren zu verjubeln.
Schlaumeier, sag das mal einem Niedrigverdiener.

Und wenn ich mir hier manche Berichte mickriger EMR ansehe, dann mal dran denken, wie es gewesen wäre, wenn man damals über einen Gruppenvertrag mit stark vereinfachtem Zugang (Gesundheitsfragen) noch an eine Berufsunfähigkeitsrente kommt.
Auch Schlaumeier. Nicht jeder Mensch ist in seinen oder ihren jungen Jahren so weise und weitblickend, dass er oder sie eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt. Ich habe als junger Mensch auch nicht gedacht, dass ich irgendwann nicht mehr arbeiten kann.

Und evtl. macht Herr Spahn mal was gutes und schafft diese elendigen Krankenkassenbeiträge darauf ab. Zumindest den AG-Anteil.
Ach, und der AN darf fröhlich weiter KK-Beiträge auf seine Zusatzrenten zahlen? Gerecht nenne ich anders.

Die Profiteure sind dann aber genau die Leute, die zwanzig Jahre vorher eben nicht „lohnt sich nicht“, „ist mir zu teuer“, „der Staat nimmt mir eh alles weg“ gesagt haben.
Hier verweise ich wieder einmal auf die Niedriglöhner. Und in meinem bisherigen Arbeitsleben hat mir kein einziger Arbeitgeber die Einzahlung in eine Betriebsrente angeboten. Und jetzt, RobbiRob?
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

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@schlaraffenland: das ist ja alles richtig, was Du schreibst.

Aber bringt es was unbedarften Leuten selbst eine minimale Vorsorge auszureden?

Zumal der Steuersatz im Alter in der Regel geringer ist und wie gesagt meistens eine BU mit leichterem Zugang möglich ist.
Ich habe zum Beispiel auch noch eine Direktversicherung, die ich gerne mit den 3,5% Garantiezins privat weiterführe nach Austritt aus dem Unternehmen.
Evtl. kommt mir die darin enthaltene EMR-Absicherung mal zugute.
Eine kleine BU von >500€ netto bekomme ich ja schon, weil ich eben Vorsorge ohne nachzudenken betrieben habe.

Auch ich habe privat keine BU abgeschlossen, auch wegen der hohen Kosten.
Genau das ist aber das Pro Argument! Man kommt über diesen Umweg auch mit Vorerkrankung an eine relativ günstige kleine Minimal-Absicherung.

Ich finde es bedenklich die Message „lohnt nicht“ rüberzubringen.
Denn auch wenn Du Dir Mühe gibst die komplexen Hintergründe richtig darzustellen, kommt diese Nachricht rüber.

Und gerade die Personengruppe, die eine Vorsorge am dringendsten benötigt, winkt ab und sagt sich „da kassier ich später lieber Mindestrente“ oder man beklagt dann im Krankheitsfalle die viel zu geringe EMR.

Genau solche Diskussionen führen dazu, dass am Ende der Teufel immer auf den gleichen Haufen xxxxx, da diese Personengruppe sich dadurch nochmal ein Sahnehäubchen gönnt.

Dass Argument Niedriglohnsektor musste ja als Totschlag kommen.
Auch mir ist klar, dass man mit Mindestlohn nicht weit kommt.
Ich bezweifel, dass es Menschen gibt, die 45 Jahre Vollzeit Mindestlohn arbeiten.
Ich hoffe Du liest den Satz richtig.
Das Thema kenn ich von den angeblich vielen Vollzeitaufstocker.

Nur zur Klarstellung:
Bin weder Versicherungsvertreter, noch habe ich was mit denen zu tun.
Im Gegenteil sehe ich die auch kritisch und sind auf meiner Lieblingsliste mit Krankenkasse, Banken und Rechtsanwälten(nicht alle), ganz oben.

Nachtrag:
Das eigenfinanzierte Vorsorgen hat seit 2002 einen Rechtsanspruch!

Was Du meinst, ist wahrscheinlich die Beteiligung des AG.
Meine oben genannte Direktversicherung mit 3,5% Garantiezins habe ich auch aus freien Stücken abgeschlossen.
Trotzdem ist dann der AG Versicherungsnehmer.

Vorsorge und unterschreiben von Verträgen (Vertragsfreiheit) muss man schon selber.
Wird ja hier im Forum auch sehr gut drüber berichtet, allerdings in anderem Zusammenhang.

Abschließend kann ich Dir aber zustimmen, dass das im Endeffekt nicht funktioniert und eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung besser wäre.
Gerade für den Niedriglöhner.
 
G

Gast1

Gast
Hi RobbiRob,

Ich finde es bedenklich die Message „lohnt nicht“ rüberzubringen.
Denn auch wenn Du Dir Mühe gibst die komplexen Hintergründe richtig darzustellen, kommt diese Nachricht rüber.
Wie schreibt Stefan Sell hierüber?

Und damit nicht genug: Die steuer- und sozialabgabenfreie Entgeltumwandlung in der Sparphase führt nicht nur zu heutigen Beitragsausfällen in der Sozialversicherung in Milliardenhöhe (bereits 2015 berichtete Johannes Steffen dazu: Die Bundesregierung schätzt die jährlichen Mindereinnahmen der Sozialversicherung durch abgabenfreie Entgeltumwandlung aktuell auf rund drei Milliarden Euro, wovon fast die Hälfte alleine auf die Rentenversicherung entfällt), sondern das sich das zu vorbeitragende Lohneinkommen der Beschäftigten verringert, reduzieren sich auch die Entgeltpunkte in der gesetzlichen Rentenversicherung, so dass man später dort ein niedrigeres Niveau hat. Das drückt dann die gesetzliche Rente zusätzlich zur allgemein wirksamen Rentenniveauabsenkung.
=> Wenn man in so eine Betriebsrente einzahlt, verringern sich die monatlichen Rentenversicherungsbeiträge, was zu einer niedrigeren gesetzlichen Rente führt, dessen Höhe man aber gleichzeitig versucht durch die Betriebsrente anzuheben. Bei der der AG sich aber kostenmäßig nicht dran beteiligt.

Also kann man diesen Quatsch auch gleich sein lassen, es sei denn, man weiß jetzt schon, dass man später im Alter in die Grusi fällt (wegen einer zu geringen gesetzlicher Rente im Alter), dann wird einem ein Teil der monatlichen Betriebsrentenauszahlung an die Grusi nicht angerechnet. Also hat man dann ein wenig mehr als ein reiner Grusi-Bezieher.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Ja, dann soll Herr Sell mal den Rentenverlust beziffern.
Als Beispiel 100€ pro Monat.

Bei mir persönlich waren das 0€ Verlust, da ist schon mal der berühmte Einzelfall anders.

Bei Personen bis zur BBG sind das im aktuellen Jahr:

100€ x 12
————— X 31,03€ = 0,98€
37.873€

Beim Westler also aktuell bezogen auf 2018 nicht mal 1€/Monat.

Und nochmal, damit wir uns nicht falsch verstehen:

Er (Sell) hat ja Recht, ich halte aber den Vorteil einer evtl. Absicherung der BU und das kleine Zusatzeinkommen zur Rente für besser als jetziges Zerreden und Nichtstun!

Und weil der Normalbürger mit dem ganzen Ding überfordert scheint, bin ich auch für eine Stärkung der gesetzlichen Rente, statt Riester und Co.

Man muss aber früh anfangen und kann nicht immer abwarten auf den Gesetzgeber!
Und ist nicht jeder € über Grusi eine Hilfe für den Niedriglöhner?

Ich hoffe man versteht meinen Ansatz.

Nachtrag:
Was hat das denn mit „Schlaumeier“ zu tun?
Ich habe doch geschrieben, dass auch ich in jungen Jahren privat keine BU abgeschlossen habe.

Aber genau über den Umweg bin ich dann noch trotz leichter Vorerkrankungen an eine BU-oder EMR- Versicherung gekommen.

Ich finde es sehr wichtig, gerade jungen Leuten diesen Fehler, den wir wahrscheinlich begangen haben, zu ersparen!
Statt eine Handyversicherung sollte man das Geld in eine BU stecken.

Und wegen der Fallstricke bei den Gesundheitsfragen und viel besseren Konditionen am Besten in eine betriebliche mit Rahmenvertrag, wenn möglich.
Gibt es auch von „Sozialkassen“ etc., also ohne direkt über AG.

Das habe ich getan, spät - aber nicht zu spät.
Dafür darfst mich auch gerne als „Schlaumeier“ verunglimpfen.
 

bla47

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Ein großes Problem sind die bei Entgeltumwandlung "eingesparten" Sozialversicherungs Beiträge.
Da ist dann auch die Gegenleistung geringer. Lächerlich ? Keineswegs. Wir haben hier genug Fälle mit langem Folgewirkungen...ALG 1, Mutterschaftsgeld, Verletztengeld, Krankengeld, Nahtlosigkeit Fälle, EU Rente. Bei allen Lohnersatzleistungen ist der Rentenbeitrag ebenfalls geringer. Zum Schluss werden noch bewertete Anrechnungszeiten und Ausbildungszeiten bei der Gesamtleistungsbewertung geringer bewertet.
Ja, und die zunächst unsichtbaren Grenzen...weniger ALG 1 = schneller in Leiharbeit gemäß Paragraf 140 SGB III.
Friß nicht den Köder mit den gesparten Steuern. Er wird DIR nicht bekommen.
 
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ExitUser

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Meine Frage ist deshalb, für wen ist das rentabel? Rentiert es sich, das man so etwas abschliesst oder sollte man eher die Finger davon lassen?
20% ist eigentlich etwas geizig. Ich kenne es nur so, daß der AG 50% dazu gibt. Aber vielleicht gibt es eben in anderen Branchen andere Modelle.

Letztlich wird eine Art Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Das heißt, der AN zahlt - in diesem Fall - 80% der Beiträge, der AG dann eben 20%. Beides wird vom Lohn / Gehalt einbehalten und automatisch an die Versicherung überwiesen.

Wie gesagt - 20% ist etwas mickrig, aber besser als nichts. Wie jede Form der Kapitalanlage rechnet sich das erst, wenn man lange Zeit in einer Firma beschäftigt ist. Und natürlich kommt es auf die Höhe der Einzahlungen an.

Es ist eine weitgehend risikolose Kapitalanlage. Die Verzinsung ist natürlich auch eher mau. Es kommt darauf an, wie die jeweilige Versicherung das Geld anlegt.
 
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Gelöschtes Mitglied 58736

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der AN zahlt - in diesem Fall - 80% der Beiträge, der AG dann eben 20%...

Es ist eine weitgehend risikolose Kapitalanlage. Die Verzinsung ist natürlich auch eher mau. Es kommt darauf an, wie die jeweilige Versicherung das Geld anlegt.
Wenn der AG 20% drauf gibt, beteiligt er sich mit 16,67%
20/(100+20)

Wie gesagt, mein Garantiezins liegt bei 3,5%, finde ich jetzt nicht so schlecht.
Klar, heutige Abschlüsse liegen im Garantiezins darunter.

Du sagst es, früh anfangen zählt.
Unverfallbare Ansprüche nimmt man zum nächsten AG mit, im Idealfall im gleichen Konstrukt.
 
E

ExitUser

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Wie gesagt, mein Garantiezins liegt bei 3,5%, finde ich jetzt nicht so schlecht.
Klar, heutige Abschlüsse liegen im Garantiezins darunter.

Du sagst es, früh anfangen zählt.
3,5 % ist nicht schlecht. Das muß man heutzutage erstmal irgendwo bekommen.

Und je früher man anfängt, desto besser. Auch das Kleingedruckte ist wichtig. Sollte ich berufsunfähig werden, übernimmt die Versicherung alle weiteren Einzahlungen.
 

Doppeloma

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Hallo RobbiRob,

Ja, die Argumentation stimmt teilweise, aber wer nicht vorsorgen will, findet immer Gründe sein Geld in jungen Jahren zu verjubeln.
Machst du es dir hier nicht ein wenig zu einfach, keineswegs "Jeder" hatte überhaupt die Möglichkeit dafür "in jungen Jahren" gut vorzusorgen ... :sorry:
Das liegt nicht immer nur am Geld oder daran, dass man das Einkommen besser für die Notwendigkeiten einer Familie ausgegeben hat und dass die Kinder gut großwerden und einen Beruf lernen oder studieren können ...

Wo bitte hätte man denn da noch "vernünftigerweise" für das Alter sparen sollen, bei einem angenommenen "Normal-Einkommen" ???
Zumal es gar nicht in jeder Firma solche Möglichkeiten gibt (auch heute noch nicht) und wer ist denn noch lange genug bei EINER Firma, um das langfristig planen zu können, auf einen Teil seines Brutto-Einkommens zu verzichten.

Und wenn ich mir hier manche Berichte mickriger EMR ansehe, dann mal dran denken, wie es gewesen wäre, wenn man damals über einen Gruppenvertrag mit stark vereinfachtem Zugang (Gesundheitsfragen) noch an eine Berufsunfähigkeitsrente kommt.
Hier wirfst du Äpfel und Birnen in einen Topf, denn die DRV-EM-Rente hat mit einer (betrieblichen) BU-Rente nicht wirklich was zu tun, die EM-Rente kann man sich nicht aus Verzicht auf Brutto-Einkommen verbessern.

Wer anerkannt BU ist (von einer privaten Versicherung anerkannt) bekommt noch lange KEINE DRV-EM-Rente, das scheinst du auch zu übersehen dabei und ohne Gesundheitsfragen nimmt dich KEINE Versicherung für BU-Rente auf, auch nicht über einen Firmenvertrag. :icon_evil:

Auch die AG arbeiten dabei mit privaten Versicherungen zusammen.

Wenn schon gesundheitliche Probleme da sind bekommst du einen solchen BU-Vertrag gar nicht mehr, ich konnte selbst erst mit Ende 40 überhaupt (in meiner letzten Firma) was "für mein Alter tun", das habe ich mir nicht freiwillig so ausgesucht. :icon_evil:

Immerhin gab es dort (zusätzlich) eine Art "Gruppenversicherung" für das Risiko einer Erwerbsminderung (teilweise oder voll, also unabhängig vom Beruf), das hat sogar der AG alleine finanziert. :idea:

Der Betrag (Kapital-Abfindung) richtete sich nach (mindest-) Betriebszugehörigkeit und letztem Monats-Einkommen (also inclusive aller Lohnerhöhungen aus welchem Grunde auch immer), das war durchaus eine große (aber eben einmalige) Hilfe bei meiner EM-Berentung auf Dauer.

Die abgeschlossene Firmen-Pension aus den Brutto-Abzügen konnte ich schon nicht mehr weiterführen als ich KEIN "Brutto-Einkommen" mehr hatte wegen langer Krankheit, dann zahlt der AG da auch NIX mehr ein. :icon_evil:
Aus Krankengeld / ALGI oder gar Hartz 4 war es mir leider nicht möglich den monatlichen Beitrag selbst weiter zu zahlen (rein vertraglich möglich wäre es gewesen).

Es wären am Ende daraus rund 20 € zusätzliche Rente (monatlich) übrig geblieben, da habe ich mir das lieber als Einmalbetrag auszahlen lassen, als klar war, dass ich nie wieder arbeiten KANN.

Und heute zu empfehlen so was abzuschließen halte ich für ziemlich gewagt, klar hat man mehr Zeit wenn man noch jung ist, aber dafür muss man sich auch auf ein relativ gutes Einkommen (dauerhaft) verlassen können ...

Von Mindestlohn + JC-Aufstockung wird das wohl NICHTS ...

MfG Doppeloma
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

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Machst du es dir hier nicht ein wenig zu einfach, keineswegs "Jeder" hatte überhaupt die Möglichkeit dafür "in jungen Jahren" gut vorzusorgen ... :sorry:

Hier wirfst du Äpfel und Birnen in einen Topf, denn die DRV-EM-Rente hat mit einer (betrieblichen) BU-Rente nicht wirklich was zu tun

Wer anerkannt BU ist (von einer privaten Versicherung anerkannt) bekommt noch lange KEINE DRV-EM-Rente, das scheinst du auch zu übersehen dabei und ohne Gesundheitsfragen nimmt dich KEINE Versicherung für BU-Rente auf, auch nicht über einen Firmenvertrag. :icon_evil:

Auch die AG arbeiten dabei mit privaten Versicherungen zusammen.
Ich bin anerkannt BU.

Ich habe zwei Gruppenverträge.
Einen nach den Maßstäben einer EMR, wo die Vorlage des Rentenbescheid Voraussetzung ist.

Die zweite eine BU, die ich beziehe.

Beide! Verträge, der eine über Arbeitgeber, der andere privat über Arbeitgeber hatten die vereinfachten Gesundheitsfragen, die nur drauf abzielen, ob man derzeit in der Lage ist, seinen Dienstpflichten nachzukommen.
Mehr kann ich dazu nicht sagen, aber das ist kein Hörensagen, sondern Fakt.

Genau deswegen weise ich doch die ganze Zeit hier darauf hin, dass das eine Chance ist.
Aber die Diskussion dreht halt wieder ab in genau die Dinge die ich erwartet habe.

Ich habe ja darauf hingewiesen, dass ich auch erst spät damit angefangen habe, im Jahr 2000 war das mit fast 35 Jahren.
Vorher war die betriebliche auch nicht möglich und da habe ich eben zusätzlich noch eine privat über AG nachgeschoben.

Dass man dafür einen Lohnbetrag über haben muss oder entsprechende Zuschüsse als Kombination, sollte klar sein.
Trotzdem kann ich mich sehr gut an die Diskussionen damals erinnern.

Es gab extra Infoveranstaltungen. Und all die Argumente wiederholen sich halt.
Am Ende muss das aber jeder selber entscheiden und im Rahmen der Vertragsfreiheit unterschreiben.

Ich bin froh, dass damals gemacht zu haben.
Die Gesetzesänderung kam ja danach bezüglich BU/EMR und seitdem sollte das Thema noch wichtiger sein.

Sehr wohl kenne ich das Thema aktuell auch, speziell den Unterschied BU / EMR.
Sicher kein Experte wie Du, aber ich habe mich notgedrungen mit dem Thema beschäftigt.

Von meiner Seite soll es das auch zum Thema gewesen sein.
 

samuraji

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Die beste Rendite, wenn man sich selbst sicher ist, dass man komplett durcharbeiten kann/darf/muss empfinde ich rein rechnerisch her im Aufbau eines Eigenheimes, dass dem Wohn-Stand im Alter entspricht.

Nicht zu groß und Platz für Wendigkeit in Bad und in allen Zimmer-Flur-Verbindungen, falls doch mal der Rollstuhl kommen sollte.
Je nach Bundesland/Lage gibt's da diverse Möglichkeiten, die meist eines gemeinsam haben, man bekommt für das investierte Geld auch eine sinnvolle Höhe dabei im Alter eingespart.


Berufliche Altersvorsorge:
Hatte mein Vater damals abgeschlossen, in jungen Jahren 18-25, danach den betrieb gewechselt und bis zur rente keine weitere private vorsorge getätigt. Mittlerweile ist er Rentner und die damals eingezahlten Leistungen sind spurlos verschwunden bzw. sind heute nichts mehr wert. (Waren Arbeiten auf Bohrinseln)

Wenn ich selbst sehe, dass man nach der Ausbildung schon gar nicht mal mit Sicherheit weis, ob man übernommen wird bzw bis zur rente durcharbeiten kann, sondern von heute auf morgen immer etwas dazwischen kommen könnte, ist es schon ein Ratespiel und die bisherigen Möglichkeiten der Vorsorge sind doch recht glaskugelmäßig zusammengeschustert. wir reden hier ja schließlich teilweise von 45 Arbeitsjahren, die man einzahlt und am ende nur eine lächerlich kleine Vergütung zurückbekommt, wenn diese dann überhaupt je nach Verlauf angerechnet wird auf andere Leistungen.

Generell: Viele sollten sich erst einmal bewusst werden, ob die eigene Rente über dem Grundsicherungsniveau liegt oder nicht. DAs ist heutzutage bei diesem extremen niedrigen Rentenniveau gar nicht mal so einfach zu erreichen. Wenn dann die Grundsicherung dazukommt, freut man sich gleich, wenn vieles auf einmal angerechnet wird, dass man eigentlich als extra Zahlung eingeplant hatte.

Fazit: Derzeit ist das komplette Rentensystem ein gewaltiger Müllhaufen!
 

DerWahreKrieger

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Ok vielen Dank für die vielen Antworten,

ich sehe es so wie Schlaraffenland, Doppeloma und noch einige die derselben Meinung sind.

Wenn man sich die Beiträge von Dr Sell anschaut und ich mir noch dazu Videos angeschaut habe die das ganze sehr gut verdeutlichen.

Sehe ich es so, das die Betriebsrente für die Katz ist und wie schon gesagt, eine weitere verkaufte Lebensversicherung ist ala Riesterrente.

Meine Freundinn ist Zahnarzthelferin, mit diesem niedrigen Lohn, ist eine sehr geringe Rente zu erwarten.

Da sie ja schon anderweitig vorgesorgt hat, habe ich ihr vor paar Tagen geraten. Die Betriebrente nicht abzuschließen.

Damit ist das Thema denke ich mal auch beendet.

Danke nochmal an Schlaraffenland für die Links und an die anderen für die Antworten.
 

Fairina

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Das war früher nicht so bei den Betriebsrenten. Fangt mal an ab Blüm zu gucken welche S... da abgelaufen sind und guckt bei allen Rentenarten nach.
 


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