Lohnt sich Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Jobcenter? (1 Betrachter)

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Flora83

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Hallo bei mir hat sich folgendes zugetragen ich habe vor kurzem ne Einladung vom JC bekomme zu der ich trotz AU mit Begleitung gegangen bin. Als wir dort ankammen die große Überrraschung. Der Eingang des JC hatte sich in eine einzige Baustelle verwandelt, nur ein kleiner Treppenabschnitt war noch frei. Da ich wie schon in andren Beiträgen geschrieben auf nen Rolli angewiesen bin, haben wir uns nach nem alternativen Eingang umgesehen. Bzw. nach Hinweiseschildern ausschau gehalten Fehlanzeige! Also sind wir wieder heim und haben uns gefragt was des soll!? Da der SB die lage ja bekannt sein musste. Jetzt hab ich ne Folgeeinladung mit Sanktionsandrohung bekommen da ich ja ''unentschuldigt'' gefehlt habe. Mit nem RA habe ich schon gesprochen der meinte, dass ich dem JC die Situation schildern sollte zur ner Dienstaufsichtsbeschwerde konnte oder wollte er nix sagen. Mein Bauchgefühl sagt, aber des bringt nix was meint ihr?

Meine SB schickt übrigens die Einladungen raus weil sie mit mir über die EGV sprechen will die ich noch nicht unterschrieben hab. einen Beitrag dazu gibt es schon hier im Forum. Für mich sieht des halt schon nach gewollter Schikane aus, ich weiß das es vielen so geht nur da muss man doch was machen können.
 

Doppeloma

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Hallo Flora83,

Hallo bei mir hat sich folgendes zugetragen ich habe vor kurzem ne Einladung vom JC bekomme zu der ich trotz AU mit Begleitung gegangen bin.
Warum bist du trotz AU zum Termin ?

Als wir dort ankammen die große Überrraschung. Der Eingang des JC hatte sich in eine einzige Baustelle verwandelt, nur ein kleiner Treppenabschnitt war noch frei. Da ich wie schon in andren Beiträgen geschrieben auf nen Rolli angewiesen bin, haben wir uns nach nem alternativen Eingang umgesehen.
Du schreibst von Begleitung die dabei gewesen ist, warum ist die Begleitung nicht alleine ins Gebäude und hat dort zumindest deine Anwesenheit und die Unmöglichkeit ins Gebäude zu kommen kund getan ???

Bzw. nach Hinweiseschildern ausschau gehalten Fehlanzeige! Also sind wir wieder heim und haben uns gefragt was des soll!?
Dieser direkte Weg hätte eventuell diese Frage beantworten können und den Sanktionsversuch vermieden ... das soll KEIN Vorwurf sein, ich finde es schon frech genug dich überhaupt einzuladen wenn deine AU (rechtzeitig) bekannt gewesen ist.

Vielleicht aber ein Tipp in ähnlichen Situationen, wo die Barrierefreiheit für Rolli-Fahrer nicht gegeben ist, dann hätten die SB das eben organisieren müssen, dass du deinen Pflicht-Termin wahrnehmen kannst, trotz Baustelle. :idea:

Da der SB die lage ja bekannt sein musste. Jetzt hab ich ne Folgeeinladung mit Sanktionsandrohung bekommen da ich ja ''unentschuldigt'' gefehlt habe.
Hast du denn "unentschuldigt" gefehlt, mit AU wäre doch schon entschuldigt wenn deiner SB das bekannt war und die Baustelle dürfte ihr ja auch nicht unbekannt gewesen sein.
Hast du dich dazu trotzdem noch irgendwie geäußert, dass der Versuch den Termin wahrzunehmen bereits am Eingang gescheitert ist ... ?

Lass dir von deiner Begleitung bitte schriftlich bestätigen, was am Tag X vorgefallen ist und dir unmöglich gemacht hat, das Büro der SB zu erreichen, das würde ich dann relativ kommentarlos der Anhörung beifügen.

Mit nem RA habe ich schon gesprochen der meinte, dass ich dem JC die Situation schildern sollte zur ner Dienstaufsichtsbeschwerde konnte oder wollte er nix sagen. Mein Bauchgefühl sagt, aber des bringt nix was meint ihr?
Ich denke NICHT so wie dieser Anwalt, ich sehe schon 2 Gründe warum diese Einladung völlig überflüssig war zumal du ja bestätigst, dass deine SB Bescheid weiß über deine Behinderung, da ist das eine bodenlose Frechheit so mit dir umzugehen.

Ist das ein JC der BA (das Geld kommt lt. Auszug von der BA) oder eine Options-Kommune (das Geld kommt vom Land / Kreis oder so), bei BA würde ich eine saftige (aber sachliche) Beschwerde an das KRM in Nürnberg senden ...

Nuernberg.Kundenreaktionsmanagement@arbeitsagentur.de

Völlig EGAL wie du das genau bezeichnen wirst, sollten die wissen wie man im JC vor Ort mit Behinderten umgeht, wenn es keinen Zugang für Rollstühle gibt wegen Bauarbeiten.
Zusätzlich würde ich auch die Frage stellen welchen Sinn eine solche Einladung überhaupt ergibt, während akuter Erkrankung mit nachgewiesener AU.

In vielen Städten / Orten gibt es auch schon Behinderten-Beauftragte, die gerne mal Infos zu solcher Diskriminierung haben möchten, dort würde ich den Vorfall zusätzlich (schriftlich / nachweislich) schildern.

Ich stimme dir durchaus zu, dass man sich so was nicht gefallen lassen sollte ... falls deine SB die Sanktion wirklich durchziehen will, sehe ich bei einer aW (für den Widerspruch) am Sozialgericht durchaus auch gute Chancen, ich denke mal so "roh" sind auch die Sozialrichter noch nicht geworden. :icon_evil:

Den Schriftkram dazu müsste allerdings Jemand anderes formulieren, damit kenne ich mich nicht gut genug aus.

MfG Doppeloma
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Ich denke das lässt sich durch eine Erklärung von Dir abwenden.

Trotzdem verstehe ich es nicht, wie man auf die Idee kommt einfach „abzuhauen“.

— Aufgrund AU hättest Du gar nicht erscheinen müssen
— Deine Begleitung hätte dort zur Info gehen können.
— Man hätte dort anrufen können.
— Statt zum RA zu rennen, hätte man das leicht klären können

Die Annahme, dass SB doch wissen muss ist falsch und hier immer wieder anzutreffen.

Aus Deinem Nichtstun jetzt eine Beschwerde zu konstruieren, finde ich gewagt, aber die Klagefraktion hier im Forum wird das bestimmt wieder anders sehen ;-) ..
 

Doppeloma

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Hallo RobbiRob,

Aus Deinem Nichtstun jetzt eine Beschwerde zu konstruieren, finde ich gewagt, aber die Klagefraktion hier im Forum wird das bestimmt wieder anders sehen ;-) ..
Nun bleib mal auf dem Teppich, der SB ist (offenbar) bekannt, dass AU besteht, die Eingeladene mit Rolli kommt (kommen muss) UND am Amt eine Baustelle besteht, die für Behinderte mit Rollstuhl nicht überwindbar ist.

Die Anmerkung von dir ist soweit OK, die hatte ich ja auch schon gemacht und die Beschwerde sehe ich trotzdem nicht so als falsch an, ist doch nicht in Ordnung so mit den "Kunden" umzugehen ???

Macht sowieso nur Sinn bei BA-JC, die OP-Kommunen sind so "leicht" (leider) nicht angreifbar.
Was die "Klage-Wut" betrifft habe, zumindest ich, das für den Fall einer tatsächlichen Sanktion angesprochen, dann sehe ich das durchaus als berechtigt an.

Die SB sollen doch ihre "Schäfchen" (eigentlich) gut kennen und gut unterstützen, das zeugt nicht davon wenn man so vorgeht als SB ...

Ich bin auch für sachliche Lösungen aber nicht dafür immer die SB "in Schutz" zu nehmen, weil sie angeblich was nicht "wissen konnten" ... das haben die zu wissen wenn sie ihren Job korrekt durchführen wollen, wozu haben die denn ALLES in ihren Akten ???

MfG Doppeloma
 

Flora83

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Hallo Robbirob und Doppeloma,
Zu dem Punkt das meine Begleitung ins JC hätte gehen können, ja das habe ich auch gedacht nur stand meine Begleitung auch unter Zeitdruck. Ich war froh dass überhaupt jemand mitgekommen ist, da ich nicht mehr alleine dahin will! Der hat es gwusst und mich übrigens schon länger im Visier da sind noch andere Dinge vorgefallen. Klagewütig bin ich nicht ganz im Gegenteil! Ich versuche es immer so zu regeln und erwecke dadruch vielleicht den Eindruck dass man es ja machen kann.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Hallo Robbirob und Doppeloma,
Zu dem Punkt das meine Begleitung ins JC hätte gehen können, ja das habe ich auch gedacht nur stand meine Begleitung auch unter Zeitdruck.
Ich will ja keine SB in Schutz nehmen und sicher müssten die das eigentlich wissen, wenn die sich die Mühe machen würden das vorher gegenzuchecken.

Aber genau das ist ja der Irrglaube.
Ohne aktives Handeln wird das nichts.

Das ist leider Realität.
Bevor ich mir das den ganzen Aufwand mit Anwalt und Klage oder Beschwerde antue, regel ich das lieber proaktiv.

Ist übrigens bei Krankenkassen das gleiche Spiel.

Ich glaube auch nicht, dass die jeweiligen SB das absichtlich machen.
Das ist einfach heutzutage Realität.
 

Flora83

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Hallo Robbirob, mag sein nur bin ich in dem Fall leider nicht ganz davon überzeugt dass es keine Absicht war. Wenn schon einen Termin, dann hätte er auch vor dem Umbau sein können oder danach.
 
E

ExitUser

Gast
Ich habe bisher zweimal eine Dienstaufsichtsbeschwerde geschrieben. Einmal gegen die Agentur für Arbeit und einmal gegen das Jobcenter.
In beiden Fällen ist mein Anliegen danach sofort bearbeitet und korrigiert worden.
Es hilft also damit die wach werden und ihre Fehler berichtigen.
Als Rache macht es allerdings wenig Sinn.

Beim JC hat man mir danach eine andere SB zugeordnet.

Grüße
Murphy
 

Flora83

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Was ich noch anmerken wollte, es ist richtig dass einen der SB nicht einladen darf, wenn man AU ist, aber legt der SB die Einladung immer auf einen Tag wo man (noch) nicht AU ist, kann der so viel Einladungen schicken wie er will. Ein einmal erteilter Meldetermin ist ja durch eine AU nicht aufgehoben sondern nur verschoben... Ob es dann so Sinn macht sich darauf zu berufen dass man ja AU ist und nicht kommen kann? Mal ganz davon abgesehen dass eine AU die als Grund nicht zu kommen eh nicht juckt.
 

Kerstin_K

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Hallo Flora,

dasmit der AU ist eine andere Baustelle, die haben wir hier im Forum schon hundertfach diskutiert, kannst ja mal danac suchen.

Aber zu deinem Zugangsproblem amal en paar Anmerkungen: Ic weiss nicht, wie lange du schon uf einen Rollstuhl angewiesen bist, ich habe meine Behinderung von Geburt an und kenn e somit nicht anders.

Siche macht einen so etwas wütend und es ist verdammt ägerlich, wenn amn mit dem Rolli nicht reinkommt. Aber mit einer Dienstaufsictsbeschwerde wirst Du da wenig erreichen.

Ich bin 52 Jahre alt und nach meiner Erfahrung entsehen die meisten dieser Probleme nicht aus Bösartigkeit, sondern aus Gedankenlosigkeit oder Unwissen. Fußgänger haben schlicht kein Gefühl für unsere Probleme, so lange sie sie nicht mal selber erlebt haben. Die latschen oft über Stufen hinweg, ohne überhaupt wahrzunehmen, dass da eine Stufe ist. Ist mir selber schon passiert. Ich unterhelt mich mit einem anderen Rollifahrer über die Zugänglichkeit von Kinos, meinte si, dass das x doch barrierefrei sei und er "Aber da ist doch ne Stufe". Ja, da ist ne Stufe, aber die war für mich kein Hinternis mit meinem Aktivrolli, also hab ich die glatt vergessen. Mein Gesprächspartner sitzt im E-Rollstuhl.....

Du weisst Doch auch gar nicht, ob die Baustelle da schon war, als Deine SB die Einladung verschickt hat. Oder ob deine SB wusste, wie die Baustelle aussehen wird. Die kann sich auch im Laufe des Tages verändert haben.

Aus meiner Sicht hätte Dein Beistand irgendwen ansprechen sollen und fragen, ob es noch einen anderen Weg ins Gebäude gibt. Info, Sicherheitsdienst, igendwen vom Personal halt. Schliesslich muss es ja mindestens noch einen Notausgang geben. Und komm jetzt bite nicht wieder mit dem Argument keine Zeit. Für den Termin muss der Bwistand ja auch Zeit haben.

Ich weiss, dass ist har, aber solche Situationen wirst Du als Rollstuhlfahrerin immer wieder erleben. Ichhabe das Glück, dass ich mich auch ausserhalb des Rollis bewegen kann, wenn auch nur eingeschränkt. Ich biete dann schonmal einen kostenlosen Sitzplatz an, das eröffnet Perspektiven.....

Schreib in die Anhörung, dass Du mit dem Rollstuhl nicht ins Gebäude konntest weden der Bauarbeiten und ausserdem AU warst, sollte trotzdemeien Sanktion kommen, sehen wir weiter, da gibt es Rechtsmittel und dann von mir aus auch ne dienstaufsichtsbeschwerde, aber erst dann, wenn Du Deine SB nochmal mit der NAse drauf gestossen hast.
 
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