Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bei Minijob (1 Betrachter)

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sgrund

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Hallo,

ich stelle obige Frage da meine Tochter (16) seit 15.8.17 10h (2x5) wöchentlich neben der Schule bei Netto-Discount für 8,84€/h stundenweise Regale einräumt um sich etwas Geld dazu zu verdienen. Mir sagte meine Tochter eine andere Minijobberin hätte ihr heute gesagt bei Krankheit gebe es Lohnfortzahlung erst nach 3 Wochen Krankheit Lohnvorzahlung. Haben Minijobber nicht generell dieselben Rechte wie Voll- oder Teilzeitbeschäftigte, also Lohnfortzahlung ab dem 1.Tag, bezahlter Urlaub usw.? Ich frage da meiner Tochter im Oktober die Manteln heraus operiert werden müssen und sie dadurch mindestens 2 Wochen ausfällt. Gibt es jemanden der die Paragrafen dazu kennt?

Gruß Simon
 

ela1953

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Ja, Lohnfortzahlung gibt es auch bei einem Minijob. Allerdings erst nach 4 Wochen Beschäftigung. Während dieser 4 Wochen bekommt man Krankengeld von der Krankenkasse.
Das "vergessen" viele Arbeitgeber gerne.
Das Gesetz dazu heißt Lohnfortzahlungsgesetz.
 

gelbeBlume

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Ich habe einen Minijob und war auch schon vier Wochen am Stück krank. Bekam ohne Probleme von meinem Arbeitgeber Lohnfortzahlung. So soll es auch sein. Gleichstellung mit Voll-und Teilzeitkräften. Krankengeld gibt es keines. Aber Urlaub muss anteilmäßig auch genauso gewährt werden. Leider hört man dies so oft von Minijobs das sich da nicht daran gehalten wird....
 

ela1953

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Beim Minijob gibt es kein Krankengeld.
Danke!
Kein Krankengeld nach den 6 Wochen AU war mir bekannt.
Kein Krankengeld in den ersten 4 Wochen einer Beschäftigung ist eigentlich logisch, da ja nicht in die Krankenversicherung eingezahlt wird.

Ja, Lohnfortzahlung gibt es auch bei einem Minijob. Allerdings erst nach 4 Wochen Beschäftigung. Während dieser 4 Wochen bekommt man Krankengeld von der Krankenkasse.
Das "vergessen" viele Arbeitgeber gerne.
Das Gesetz dazu heißt Lohnfortzahlungsgesetz.
Danke KerstinK

In den ersten vier Wochen einer Beschäftigung im Minijob gibt es kein Krankengeld, da nicht in die Krankenversicherung eingezahlt wird.
 

saurbier

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Hallo,

für Minijobber gibt es kein Krankengeld.

Minijobber haben allerdings ein Recht auf eine 6-wöchige Lohnfortzahlung.

Schaue hier:

Minijob-Zentrale - Entgeltfortzahlung

Selbiges gilt für das Recht auf Lohnfortzahlung für Urlaub und Feiertage.

Nur sollte man hier nicht vergessen, viele Arbeitsgeber sind zu solchen Zahlungen jedoch nicht bereit. Da bliebe dann nur ein Einklagen übrig, natürlich verbunden mit einem Verlust des Jobs.

Diesen schwarzen Schafe könnte nur der Zoll das Handwerk legen, aber dazu stellt die Bundesregierung ja nicht genügend Stellen bereit.


Grüße saurbier
 

saurbier

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Beim Minijob gibt es kein Urlaubsgeld.

Beim Minijob ist der Arbeitsgeber jedoch verpflichtet dir für jeden Arbeitstag im Monat (aufs Jahr gerechnet) den Lohn im Falle von Urlaub fortzuzahlen.

Z.B. wenn du eine 5-Tage/6-Tage Woche hast, dann stehen dir auf Jahr gerechnet 20/24 Tage Urlaub zu. Diese 20/24 Tage hat der Arbeitgeber dann so zu bezahlen, als würdest du sie wie bisher arbeiten.

Genau erklärt wird dies auch im o.g. Link von mir.

Echtes Urlaubsgeld ist eine freiwillige bzw. Tarifliche Leistung, was man ja zum Lohn zusätzlich erhält.


Grüße saurbier
 

Kerstin_K

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Man kann aber auch einem Minijobber Urlaubsgeld zahlen.
 

saurbier

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Hallo Kerstin_K,

Man kann aber auch einem Minijobber Urlaubsgeld zahlen.
Selbstverständlich steht es jedem sozialem Arbeitgeber frei, seinem Mitarbeiter auch etwas Urlaubsgeld zu zahlen.

Nur leider sieht dies ja inzwischen nicht mehr so rosig aus.

Auch mir und meinen Kollegen wurden in den letzten Jahren in der Firma immer wieder die Urlaubsgelder (ehemals tarifliche 100%) mit fadenscheinigen Gründen reduziert.

Genauso ist es aber auch leider bei sehr sehr vielen Arbeitgebern die Minijobber beschäftigen, daß dort eben weder die Feiertage gezahlt werden noch das man bezahlten Urlaub bekommt.

Und diese Leute wissen genau um die Umstände aus der Situation heraus, daß da kaum einer etwas gegen unternehmen wird, denn zu viele suchen heute inzwischen nach Minijobs.

Was willst du als Betroffener machen, auf bezahlten Urlaub pochen und den Job riskieren - wenn du auf die 450,-€ wegen deiner zu kleinen EMR angewiesen bist. Oder beim Zoll anzeigen. Bei letzterem dürfte wohl kaum was heraus kommen, denn wie will man das genau beweisen. Schaue ich auf meine Abrechnung dann steht da ja nicht wofür es das Geld gab, sondern nur wieviel.

Ich hab damals auch lange überlegt, aber so einen einfachen/leichten Job gibt es nicht so leicht. 2-4 Autos in 2 Std./tägl. putzen u. in die Waschanlage fahren an 5 Tagen und gelegentlich mal einen Neuwagen aus dem Werk überführen, ist da doch fast geschenktes Geld, oder.

In NRW wollte ja damals der zuständige Minister knallhart gegen die schwarzen Schafe mit dem maximal möglichen Ordnungsgeld (bis zu 50.000,-€ bei Verstößen) vorgehen. Ich glaube daraus dürfte wieder einmal nichts geworden sein, denn es gibt ja kaum Betriebsprüfungen.


Grüße saurbier
 

Kerstin_K

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Nur wenn jeder sich konsequent wehrt, kann man da was bewegen.
 
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