Linkspartei will Mindestsicherung statt Hartz

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annar

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Meinen idealen demokratischen Sozialismus gab es noch nicht.

Ich gehe wählen in der Hoffnung, dass noch in meinem Leben an ein paar Stellschräubchen in die richtige Richtung gedreht wird.
 

Gollum1964

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Meinen idealen demokratischen Sozialismus gab es noch nicht.

Ich gehe wählen in der Hoffnung, dass noch in meinem Leben an ein paar Stellschräubchen in die richtige Richtung gedreht wird.

Hallo annar,

auch ich bin nicht für den Sozialismus. Ich halte es jedoch für unwahrscheinlich, daß die Unternehmen freiwillig die Arbeitszeitverkürzung umsetzen, um alle Arbeitswilligen zu integrieren.
Zu Beginn von Hartz4 ging man davon aus, daß wenn alle gesellschaftlichen Parteien ihr Scherflein dazu beitragen, daß es den meisten besser ginge als zuvor.
Die Arbeitgeberseite hat das dann dazu ausgenutzt, die Lohndumpingspirale in Gang zu setzen und die Leiharbeiterbranche zu pushen. Daß viele dadurch in Hartz4 verharren, war ihr nur Recht und diente zur Abschreckung ggü. den Prekärbeschäftigten.
 

annar

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Meiner Ansicht nach gibt es viele vorstellbare Modelle und Möglichkeiten zwischen den reinen Theorien 'Liberalismus', 'Kapitalismus', 'Sozialismus' und 'Kommunismus'.

Viele Leute wundern sich, wenn man sagt, wir leben im Kapitalismus und kommen mit Merkels 'sozialer Marktwirtschaft' um die Ecke.

Im Wahlprogramm der Linken finde realistische Vorschläge, die durchaus in unser aktuelles System einzubringen sind, auch wenn andere sie für blanken Sozialismus halten.
 

flandry

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Es gibt eine Idee, dass mit einer (besseren) Verteilung des Produktivvermögens auf alle die Armut bekämpft werden soll.
Z. B. in Form von Belegschaftsaktien oder anderen Arten der Mitarbeiterbeteiligung am Unternehmen.
Sinnigerweise sagt die Sozialgesetzgebung, dass man nur einen winzigen Teil dieses Vermögens behalten darf, wenn man mal nicht Geld verdient und auf Sozialleistungen angewiesen ist. Im Klartext: 700 Euro Altersrente und durchschnittlich 300 Euro aus Kapitalvermögen reichen zum Leben. Aber die dafür notwendigen 300 * 12 * 100 / 8 Euro mussten abgegeben werden, um die Solidargemeinschaft für ein paar Monate zu entlasten. Dafür darf die Solidargemeinschaft dann später jahrelang 300 Euro oder mehr an Steuergeldern aufbringen. Entsprechender Unsinn gilt für größere Einfamilienhäuser. Dort bezahlt man dann lieber zusätzlich die Lebenshaltungskosten für den Vermieter.
Ach ja, Riester ist natürlich von der Verwertung ausgenommen. Nur dass der Ertrag von Riester praktisch Null ist und dass viele kein (mehr) Geld haben, um in Riester einzuzahlen.
Wie hieß es doch früher: Baut euch ein Häuschen und ihr habt was fürs Alter und für die Kinder.
Aber was macht man als Politiker nicht alles, um Flughafen BER, hohe Diäten für Abgeordnete usw. zu finanzieren. Nur eines nicht: vernünftig haushalten. Auch die neuerdings eingeführten Schuldenbremsen sind Augenwischerei. Die begrenzen nur die Höhe der Neuverschuldung. Es gibt aber nur eine einzige sinnvolle Begrenzung der Schulden öffentlicher Haushalte: 0 Euro Gesamtsumme. Alles andere ist ... (das schreibe ich besser nicht)
 

AsbachUralt

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Meinen idealen demokratischen Sozialismus gab es noch nicht.

Den wird es auch solange nicht geben, solange Menschen gierig sind und mehr Macht wollen, um anderen Überlegen zu sein.
Also einfach gesagt, die menschliche Natur steht einem wirklichen Sozialismus entgegen.
 
E

ExitUser

Gast
Dazu bedürfte es schon eines massiven Eingriffs in das Wirtschaftssystem, wie es im Sozialismus erfolgt ist.

Du willst damit sagen, dass wir heute ein Wirtschaftssystem ohne massive Eingriffe haben? Das stimmt ja nicht. Das globale Wirtschaftssystem ist geprägt von Protektionismus, Abhängigkeiten und Fremdbestimmung. Auf nationaler Ebene läuft es nicht anders.

Von Sozialismus ist selbst bei den Linken keine Rede mehr.
Mit den Stellschrauben die das System bietet könnte man schon einiges bewegen. Wenn niemand mehr zugunsten einer gerechteren, friedlicheren Gesellschaft auf persönlichen Wohlstand verzichten will, dann ist eh Hopfen und Malz verloren, meine ich.

Ich beobachte eher, dass viele Durchschnittsbürger nicht verzichten wollen, weil sie sehen das andere weiter bevorteilt werden. Das ist ja letztendlich die Erfahrung der letzten Jahrzehnte und auch bedingt durch massive Eingriffe in das Wirtschaftssystem.
 
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Gollum1964

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Du willst damit sagen, dass wir ein Wirtschaftssystem ohne massive Eingriffe haben?

nein, das behaupte ich nicht, die gibt es massig. Leider fördern diese Eingriffe eher eine Ungleichverteilung der Einkommen in Form einer Umverteilung von unten nach oben, anstatt diese wieder etwas anzugleichen.
Zu glauben, daß die Unternehmen freiwillig diese Entwicklung umkehren (z.B. über Arbeitszeitverkürzungen), halte ich jedoch für naiv. Das ist ohne massive Eingriffe der Politik nicht zu wuppen. Da die Lobby der Arbeitgeber jedoch starken Einfluß auf die Politik hat, wird das nicht passieren.
Darauf hat man bei Einführung von Hartz4 auch gehofft und es ist alles anders gekommen wie von den Optimisten gewünscht.
 
E

ExitUser

Gast
Da die Lobby der Arbeitgeber jedoch starken Einfluß auf die Politik hat, wird das nicht passieren.

Noch stärkeren Einfluss hat das Wahlvolk. Ich glaube auch nicht, dass das so schnell passieren wird, allerdings weil die Wähler einfach nicht aufgeklärt sind.

p.s. und natürlich den Medien glauben, dass jede Alternative des Teufels ist.
 
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Gollum1964

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Noch stärkeren Einfluss hat das Wahlvolk. Ich glaube auch nicht, dass das so schnell passieren wird, allerdings weil die Wähler einfach nicht aufgeklärt sind.

kein Widerspruch. Die kritische Masse ist noch nicht erreicht und wir werden noch lange weiter mit der aktuellen Politik leben müssen.
Allerdings fördert die zunehmende Ungleichverteilung der Einkommen immer mehr Verlierer (z.B. über Expansion der ZAF-Branche, Zunahme der Armutsrentner)und irgendwann wird der kritische Punkt erreicht werden, wo das System kippt.
 
E

ExitUser

Gast
...das System wird in Richtung einer autoritären Diktatur von dem mit der herrschenden Klasse in Korruption verbundenen 'liberalen' Bürgertum
'gekippt' - dann wenn die Zahl der Systemverlierer als 'Bedrohung' empfunden wird - siehe die Entwicklung in Frankreich...
 
E

ExitUser

Gast
.
Warum geben denn die Reichen nix ab?

Leider die traurige Antwort, weil sie es können.

Und sie können es, weil sie mächtig, korrupt und vor allem Verbrecher sind, die über Leichen gehen und die Polizei, die Justiz, die Politiker (als Handlanger) etc. unter Kontrolle haben und bestimmen, dass ihre Verbrechen durch Gesetze gestützt werden und sie straffrei bleiben.

Die Arbeitgeberseite hat das dann dazu ausgenutzt, die Lohndumpingspirale in Gang zu setzen und die Leiharbeiterbranche zu pushen. Daß viele dadurch in Hartz4 verharren, war ihr nur Recht und diente zur Abschreckung ggü. den Prekärbeschäftigten.

Die Arbeitgeberseite hat nichts ausgenutzt, sondern hat die Agenda 2010 von der Politik erschaffen lassen, um Nutznießer des Sozialabbaus zu sein und um die Leute erst mal in die Verelendung zu treiben, damit sie gefügig werden und bleiben. Denn mit einem geringen und mittlerem Verdienst, sind auch zukünftig die Rentenleistungen unter Sozialhilfeniveau.
 
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