Linkspartei will Mindestsicherung statt Hartz (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
@RobbiRob, danke für die Quelle. Das ist natürlich ein viel zu früher viel zu hoher Einschnitt. Bei 70k pro Jahr / 5833 pro Monat x 53% => 3092 Steuern bleibt ja viel zu wenig übrig.
Nein.

So meint das mit Sicherheit auch die Linke nicht und so geht das Steuerrecht auch nicht.
Ganz so schlimm ist die Rechnung also nicht.

Da gehen ja vorher noch Freibeträge und Vorsorgeaufwendungen wie bisher auch ab.
Ändert aber nichts an der kalten Progression, die dann eben auch greift, wenn man darüber kommt.

Nein absolut nicht. Das ist ja eben kein Unterschied mehr, sobald man einmal in die Erwerbslosenfalle geraten ist.
Da muss ich Dir vehement widersprechen.
Ich habe das immer sofort gemerkt, ob ein Arbeitnehmer einen beruflichen Background hatte oder nicht.

Und entsprechend habe ich auch meine Auswahl getroffen.

Dass das mittlerweile pervertiert wird, in dem man selbst für stupide Hilfsjobs ausgebildete Kräfte haben will und nicht entsprechend bezahlt, schreibe ich mir nicht zu.

Obwohl ich vom Grundsatz ein Befürworter der Bezahlung nach Tätigkeit und nicht nach Ausbildung auf dem Papier bin.
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Nein.

Du hast einfach 70k€ x 53% gerechnet und das ist falsch.
Die 53% greifen erst ab 70k€ (ich denke die meinen zu versteuerndes EK)

Der prozentual zu zahlende Steuersatz liegt natürlich unter 53% bei dem 70k€-Beispiel.


Dann muss man auch noch definieren, ob zu versteuerndes oder Bruttojahresgehalt:
Grundfreibetrag, Vorsorgeaufwendungen, Werbungskosten, Sonderausgaben ...
 

Wholesaler

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Januar 2017
Beiträge
1.184
Bewertungen
615
Du übst hier permanent Kritik an den Linken, aber konkrete und realistische Vorstellungen habe ich von dir bisher nicht gelesen.
 

Zeitkind

Super-Moderation
Mitglied seit
30 Januar 2015
Beiträge
4.223
Bewertungen
12.867
Mit dem Rechnen hapert es etwas, oder? 41% sind nicht ca. die Hälfte.
Davon muß man auch noch die Gruppe berücksichtigen, welche sich m.u. noch in der Ausbildungsschleife befindet: Altersgruppe 15 bis unter 25 Jahre = 18,7% :wink:
 

swavolt

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
10.142
Bewertungen
9.757
Bitte beachten - Es gibt bei den Linken keine kalte Progression.

Dazu wollen wir den Grundfreibetrag von derzeit 8.820 Euro auf 12.600 Euro anheben. Ab dann soll der Steuersatz von 14 Prozent allmählich auf 53 Prozent ab 70.000 Euro steigen. Für ganz hohe Einkommen soll zusätzlich eine Reichensteuer greifen.
Ab 260.000 Euro wollen wir eine Reichensteuer von 60 Prozent und ab einer Million Euro von 75 Prozent. Die genannten Sätze gelten auch immer erst ab dem jeweiligen Schwellenwert. Was darunter liegt, wird niedriger besteuert. Auf die ersten 72.000 Euro werden Steuern in Höhe von insgesamt 30 Prozent fällig, der sogenannte Durchschnittssteuersatz beträgt also weniger als ein Drittel. Erst wer mehr verdient, bezahlt dann für jeden weiteren Euro den Spitzensteuersatz beziehungsweise die Reichensteuer.
12 600 € sind also immer steuerfrei. Für alle.
Ab dann beginnt der Steuersatz von 14 % - 30 % bis 70 000.
Als Beispiel mal jemand der 60 000 € im Jahr verdient - 12 600 sind steuerfrei - 47 400 müssen mit ca. 28 % versteuert werden - würden 13 272 € an Jahressteuer, also knapp 1 100 € Steuern im Monat. Und die 53 % zählt nicht für das gesamte Einkommen sondern nur für das Einkommen das 72 000 € übersteigt, nicht für das darunterliegende.
 
E

ExitUser

Gast
Obwohl ich vom Grundsatz ein Befürworter der Bezahlung nach Tätigkeit und nicht nach Ausbildung auf dem Papier bin.
Ich bin ein Befürworter von Arbeitsleistung nach Bezahlung. :icon_mrgreen:

Spart der AG beim Lohn, spare ich beim Eifer.

Ich meinte ja nicht, was du -als Mensch mit Personalverantwortung?- dazu meinst, sondern wie es bei den Vermittlungstätigkeiten der Behörden gesehen wird.

Wobei sie bei mir erst nach Jahren versucht haben, mich in unterqualifizierte Beschäftigung zu bringen. Da hat der eigene Arzt es ihnen dann verboten. :icon_cry:
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Ich bin ein Befürworter von Arbeitsleistung nach Bezahlung. :icon_mrgreen:
:
Da sind wir uns doch einig!

Imho gibt es auch keine Alternative.
Entweder vorher den Job verhindern ala Anti-Zaf oder nachher Leistung nach Bezahlung.

Der Normalfall ist das trotzdem nicht.

Und die 53 % zählt nicht für das gesamte Einkommen sondern nur für das Einkommen das 72 000 € übersteigt, nicht für das darunterliegende.
Ich habe nichts anderes geschrieben.

Und das findest Du gut?
Das ist eine satte Steuererhöhung für mittel bis gut verdienende Angestellte.

Was ist mit Doppelverdiener? Da fehlen mir noch die Infos.
Sonst würde man ja mit zwei normalen Jobs a 40k€ schon dran kommen.
Ist da was bekannt bei Zusammenveranlagung?
 
E

ExitUser

Gast
Das ist eine satte Steuererhöhung für mittel bis gut verdienende Angestellte.
Nein im Gegenteil. Um bei swavolts Beispiel zu bleiben mit 60.000 pro Jahr sind es jetzt 1.203,29 € Steuern pro Monat, also 100 € mehr als beim "linken Modell".
 
E

ExitUser

Gast
Es ist auch müßig, sich über ein Steuermodell zu streiten, das von einer Partei kommen, die mit Mühe und Not 10% der Stimmen erreichen kann.

Ich kann nur sagen, dass ich wenn ich etwas als ungerecht empfinde und recherchiere, oft recht pragmatische Vorschläge oder entlarvende Anfragen im Bundestag von der Linkspartei finde. Als Oppositionspartei will ich sie daher durchaus wählen.

Leider wählen viele Betroffene des Sozialstaatrückbaus nicht mehr, selbst die AfD nicht.

Meine Befürchtung ist, dass irgendwann eine wirklich rechte Partei Stimmung macht und dieses Potential mit vermeintlich einfachen Lösungen mobilisiert.
 
Zuletzt bearbeitet:

iSlave

Priv. Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
13 Februar 2015
Beiträge
685
Bewertungen
336
Eine angemessene und faire Bezahlung für einen Hilfsarbeiter wären 3500€ (ja, auch der normale Arbeitnehmer mit seinen 3000€ Brutto wird um einen Teil beschi**sen). Macht bei Steuerklasse 1 Netto: 2438€

Da der Hilfsarbeiter in unserem Umverteilungssystem lebt, darf dieser an die Leistungsträger "Alimente" abführen und kommt damit auf Brutto 1530€ (173 Std * 8,84€ Mindestlohn). Netto: 1212€

Macht 65% Steuern und "Abgaben" auf Arbeitnehmerseite :cheer2:
 
E

ExitUser

Gast
Eine angemessene und faire Bezahlung für einen Hilfsarbeiter wären 3500€
Wie kommst du darauf?
Viele AG sind kleine oder mittelständische Unternehmen. Die könnten 10 € zahlen. Dann hört es auch schon auf.

Generell wäre die Umverteilung durch höhere Löhne der durch Sozialleistungen vorzuziehen, weil einfach der Bürokratismus des Wohlfahrtsstaats wegfällt und die Menschen sich weniger gedemütigt fühlen.

Die Politik sagt, das sei Aufgabe der Tarifpartner. Hier könnte die Linke dem etwas entgegensetzen und flächendeckende Tarifbindungen fordern etc.
 

swavolt

StarVIP Nutzer*in
Mitglied seit
6 Juli 2011
Beiträge
10.142
Bewertungen
9.757
Durch die Mindestsicherung entsteht ja Arbeitskräftemangel, so das die Löhne erheblich steigen müssen um die Stelle überhaupt zu besetzen.
Alleine die ganzen Armutsrentner mit ihren Minijobs würden wegfallen und endlich mal ihren Lebensabend genießen.
Und die ehrenamtlichen Tätigkeiten würden einen Aufschwung erleben.

Irgendwann wird es keine Arbeit mehr geben weil alles roboterisiert ist.
Da muss man schon jetzt eine Antwort finden sonst werden sich die Reichen einbunkern. Machen die reichen Länder ja vor.
 

Maximus Decimus

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
7 August 2014
Beiträge
507
Bewertungen
643
Irgendwann wird es keine Arbeit mehr geben weil alles roboterisiert ist.
Natürlich wird es bald noch Arbeit geben. Die Arbeit wird nur viel spezialisierter werden und jeder wird gezwungen sein sich ein Leben lang weiterzubilden und einen hohen Bildungsabschluss zu erreichen. Diejenigen die es nicht schaffen fallen gnadenlos hinten runter. Aufgrund der demographischen Wandlung wirs es aus meiner Sicht ohne Zahlen zu haben und zu kennen weniger Arbeitslose in der Zukunft geben und die Digitalisierung wird es ausgleichen. Wie gesagt ist nur eine Prognose.
 
E

ExitUser

Gast
Durch die Mindestsicherung entsteht ja Arbeitskräftemangel, so das die Löhne erheblich steigen müssen um die Stelle überhaupt zu besetzen.
Denke ich nicht, dass es so einfach ist.
Das Thema Preisanpassung wurde schon angesprochen. Die Mieten werden schneller steigen als man sich umschauen kann.

Ohne Regulierung der Arbeitsmärkte und der Daseingrundversorung wäre das eine Nullnummer. Abgesehen davon ist bei der Tarifpolitik viel leichter ein Konsens zu erreichen. Die Einsicht, dass Arbeit besser verteilt und entlohnt werden muss, ist absolut mehrheitsfähig. Bei der Grundsicherung kommt schnell wieder die Neiddebatte hoch. Die Linke kann - eine Rundumerneuerung der SPD vorausgesetzt - vielleicht in vier Jahren eine Regierungsbeteiligung als Juniorpartner erwarten. Da muss sie auch mit Kompromissen eine gerechtere Politik durchsetzen können.
 
E

ExitUser

Gast
Klar wäre eine Mindestsicherung prima+Rentensystem nach österreichischen Vorbild. Aber aktuell arbeiten EU + Macron- Frankreich an der 'Deutschmachung' + auf die 'Reformierbarkeit' des Kapitalismus in Richtung Menschlichkeit zu hoffen ist wohl typisch Linkspartei...


Es braucht eine Anti-EU + eine antigroßmerkelianisches Reich Politik von links ...


Zerschlagen der EU - zerschlagen von Drecksdeutschland !
 

Wholesaler

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Januar 2017
Beiträge
1.184
Bewertungen
615
Die Arbeit wird nur viel spezialisierter werden und jeder wird gezwungen sein sich ein Leben lang weiterzubilden und einen hohen Bildungsabschluss zu erreichen.
Was nützt ständige Weiterbildung oder ein hoher Bildungsabschluss, wenn ältere Arbeitslose wegen ihres Alter aufs Abstellgleis geschoben werden? Das ist genauso ein blabla wie der Fachkräftemangel. Bei einigen Firmen kommen auf eine simple Stelle als kaufmännischer Mitarbeiter mal eben über 200 Bewerbungen. Wie man hier von Fachkräftemangel sprechen kann, ist mir mehr als ein Rätsel. Weniger Erwerbslose wird es wieder nur auf dem Papier geben, weil sich die Damen und Herren Politiker neue Strategien einfallen lassen werden, um die Arbeitslosenzahlen zu frisieren.
 

Gollum1964

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
1.199
Bewertungen
1.894
auf die 'Reformierbarkeit' des Kapitalismus in Richtung Menschlichkeit zu hoffen ist wohl typisch Linkspartei...
Moin,

und was ist die Alternative zur Linkspartei oder evtl. Piraten bei Wahlen für Erwerbslose?

So wie es momentan aussieht, bleiben uns wohl weitere 4 Merkeljahre nicht erspart. Die einzige Frage wird sein, ob die GroKo weitergeführt wird oder Jamaika (Schwarz/ Grün/ Gelb) kommt. Ich favorisiere Jamaika, da die SPD erst in die Opposition geschickt werden muß, damit bei denen eine Chance auf Grunderneuerung besteht, damit langfristig eine Rot/ Rote- Koalition möglich ist.
Ich bin ehrlich gesagt erfreut, daß die SPD bei den Wahlprognosen langsam wieder auf das Niveau der "Vor Super Martin Ära" zurechtgestutzt wird. Es scheinen wohl nun viele kapiert zu haben, daß die Ankündigungen des Herrn Schulz nur heiße Luft sind, die nichts an den Mißständen ändern.

Den Linken muß man zugute halten, daß sie ihrer Linie treu bleiben und nicht wie die SPD links blinken und dann rechts abbiegen.

Das ist auch der Grund, weshalb ich erstmals nach 2005 im September wieder zur Wahl gehe, obwohl ich jetzt schon weiß, das die von mir gewählte Partei weiterhin (vorerst) in der Opposition bleibt.
 

Etrax

Elo-User*in
Mitglied seit
14 Juni 2017
Beiträge
58
Bewertungen
12
Die SPD könnte man auch bedenkenlos abschaffen. Ein Sammelbecken für Leute, denen die CDU zu konservativ ist, aber alle anderen zu sozial, braucht man nicht.
 

Wholesaler

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Januar 2017
Beiträge
1.184
Bewertungen
615
Da muss man sich dann aber mit Mail und Telefon bewerben, sonst wird das nix. *Polemik*
Wie habe ich das jetzt zu verstehen?

Es hat sicherlich keiner der hier aktiven Arbeitslosen ein Problem damit, seine Telefonnummer und seine E-Mail-Adresse preiszugeben, sofern der Umgang ehrlich, seriös und fair ist. Leider halten sich speziell Zeitarbeitsfirmen häufig nicht an diese Spielregeln. Und dann lässt man diese Angaben weg, wenn man gezwungen wird, sich bei den Sklavenhändlern zu bewerben.
 

Wholesaler

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
15 Januar 2017
Beiträge
1.184
Bewertungen
615
Wenn man den Aussagen von arbeitslosen Bekannten und hier schreibenden Foristen aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands Glauben schenken kann, sind kaufmännische Berufe bundesweit überlaufen. Das Schlimme ist, dass (große) Firmen selbst in Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg nur noch über Leihbuden Personal im kaufmännischen Bereich einstellen. "Tolle" Zukunftsaussichten!
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Allerdings befürworte ich auch nicht alles aus dem bestehenden Programm, wie da wären:

-zu hoher Mindestlohn aus Gründen wie sie UpToNorth ausführt
"... logische Konsequenz":
https://www.elo-forum.org/land-bundestagswahlen-2011/tage-nrw-landtagswahl-183607/index4.html#post2201769 (#94)

Schließlich hat das BMAS 11,68 Euro pro Stunde errechnet, um bei 45 Jahren Arbeit (Ohne Krankheit, ohne Arbeitslosigkeit) auf Grundsicherung zu kommen. :biggrin:
Deine Zahlen sind inzwischen veraltet, siehe Link. :wink:

Ich lese hier im Forum überwiegend "Sklave", "Ausbeuter", "Anti-ZAF".
Das ist nicht der Normalfall.
Für JC-Kunden schon.
Und die dürften hier Forum durchaus die Mehrheit stellen.
 
Oben Unten