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"Linkspartei keine deutliche Kraft der Arbeitnehmer"

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Martin Behrsing

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#1

mercator

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#2
Wieso sind eine Anhebung von ALG2 auf 500 Euro sowie ein Mindestlohn in Höhe von 10 Euro nur Worthülsen?
 

Martin Behrsing

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#3
wo ist das kosequent sozial und gerecht?
Also doch leere Worthülsen. Dies ist längst überfällig. Wir sind uns doch darüber einig, dass weder 500 Euro Eckreglsatz noch 10 Euro Mindestlohn etwas gerchtes oder soziales sind.
Mich erinnern derartige Worthülsen immer an die SPD.
Sozial und Gerecht ist, wenn die umvertelungspolitik sofort gestoppt würde und das Kapital für die Krise bezahlen muss. Ebenso gehört dazu, dass man endlich mit dem Schwachsinn von Konjunkturprogrammen aufhört. Wieviele Autos, Handys soll denn noch jeder Bürger besitzen?
Wieso sind eine Anhebung von ALG2 auf 500 Euro sowie ein Mindestlohn in Höhe von 10 Euro nur Worthülsen?
 

mercator

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#4
Schon richtig. Aber es sollte doch klar sein, dass man irgendwo beginnen muß. Man darf auch nicht vergessen, das bereits diese Forderungen selbst innerhalb der Linken von einigen als Extrempositionen gesehen werden.
Aber mal konkret: wenn 500 € nicht sozial sind und ein Stundenlohn von 10 € ebenfalls nicht (war das nicht eine Forderung, die auch vom Erwerbslosenforum immer genannt wurde bzw. noch wird?), wo liegen Deiner Meinung nach sozial gerechte Forderungen?

Außerdem fordert auch die Linke ein Stopp der Umverteilungspolitik.
 

Martin Behrsing

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#5
Wir haben unsere forderungen niemals als Sozial verkauft, sondern als absolut notwenig. Das ist ein riesen unterscheid.
So etwas als Sozial zu verkaufen ist fast so, wie Sozial ist, was Arbeit schafft. Oder gar das Wort Soziale Marktwirtschaft, was ja nun schizophrener kaum sein kann.
Die gegenwärtige Kapitalismuskrise ist eine riesen Chance wird aber von der Linkspartei überhaupt nicht aufgegriffen. Wundert es da, dass sie kaum Wahlzuwächse bekommen? Es fehlen einfach die Antworten.
Schon richtig. Aber es sollte doch klar sein, dass man irgendwo beginnen muß. Man darf auch nicht vergessen, das bereits diese Forderungen selbst innerhalb der Linken von einigen als Extrempositionen gesehen werden.
Aber mal konkret: wenn 500 € nicht sozial sind und ein Stundenlohn von 10 € ebenfalls nicht (war das nicht eine Forderung, die auch vom Erwerbslosenforum immer genannt wurde bzw. noch wird?), wo liegen Deiner Meinung nach sozial gerechte Forderungen?

Außerdem fordert auch die Linke ein Stopp der Umverteilungspolitik.
 

Martin Behrsing

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#7
z. B. die Systemfrage ganz oben auf die Tagesordnung bringen. Die gegnwärtige Krise zeigt doch, dass die Zyklen zur nächsten Krise immer kürzer werden und weltweit die Armut zunimmt. Aber es gibt nicht eien Grund am gegnwärtigen Kapitalsystem fest zuhalten.
Was also schlägst Du vor?
 

dr.byrd

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#8
Wo bitte sagt DIE LINKE, dass mit der Forderung nach 500/10 bereits soziale Gerechtigkeit verwirklicht wäre? Kann ich im Wahlprogramm nicht finden.

Sich allein an der Überschrift "konsequent sozial" aufzuhängen, na ja, wem´s gefällt.

Auch in die paar dürren Worte von Klaus Ernst, wird ein wenig viel hinein interpretiert.

Alts Vorstoß ist richtig, kommt aber viel zu spät und greift zu kurz. Die Krise schlägt bei Älteren, aber auch und bei den ganz jungen Beschäftigten voll ein. Um rund 19 Prozent ist die Zahl der arbeitslosen Über-55-Jährigen und Unter-25-Jährigen seit Juni 2008 gestiegen. Wären die Arbeitslosen Manager und die Bundesagentur für Arbeit eine Bank, dann hätte die Bundesregierung längst ein Rettungspaket geschnürt.

Wir brauchen eine zeitlich befristete Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengelds I auf 24 Monate für alle Anspruchsberechtigten. Sonst rauschen im nächsten Jahr Millionen in die Armut, wenn der Jobmarkt kollabiert. Das muss so schnell wie möglich umgesetzt werden. Wenn an einem Wochenende eine halbe Billion für die Banken locker gemacht wurde, muss es möglich sein, in einer gemeinsamen Kraftanstrengung mehr soziale Sicherheit für Arbeitslose zu schaffen.
Klaus Ernst

Es ist halt Wahlkampf, da wollen viele ihr Süppchen kochen. Auch die GAM (Gruppe Arbeitermacht) von der LINKEZEITUNG.
 
E

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#9
Wo bitte sagt DIE LINKE, dass mit der Forderung nach 500/10 bereits soziale Gerechtigkeit verwirklicht wäre? Kann ich im Wahlprogramm nicht finden.

Sich allein an der Überschrift "konsequent sozial" aufzuhängen, na ja, wem´s gefällt.

Auch in die paar dürren Worte von Klaus Ernst, wird ein wenig viel hinein interpretiert.

Klaus Ernst

Es ist halt Wahlkampf, da wollen viele ihr Süppchen kochen. Auch die GAM (Gruppe Arbeitermacht) von der LINKEZEITUNG.
Das Wahlprogramme meistens nicht mal das Papier wert sind, auf denen es geschrieben steht, ignorierst Du wohl völlig?
 

Archibald

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#10
z. B. die Systemfrage ganz oben auf die Tagesordnung bringen. Die gegnwärtige Krise zeigt doch, dass die Zyklen zur nächsten Krise immer kürzer werden und weltweit die Armut zunimmt. Aber es gibt nicht eien Grund am gegnwärtigen Kapitalsystem fest zuhalten.
Exakt! :icon_klatsch:
Wenn diese Gesellschaft daran festhalten will, dass nach gewissen Aufbauphasen die einen (in dynamisch steigender Mehrzahl) immer Ärmer werden und die anderen immer Reicher und das System dabei insgesamt immer mehr zu einem feudalistischen Anachronismus mutiert, dann muss sie sich der Konsequenzen bewusst sein.

Diese Konsequenzen jedoch werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von der überwiegenden Mehrzahl aller Bürger abgelehnt werden. Darum muss das System angepasst werden und z.B. zunächst die gravierendsten Fehler wie das Zinsproblem, der Erfindungsreichtum bei Luftbuchungen und das außen vorlassen von Umsatz- und/oder Gewinnbesteuerung bei Börsen angegangen werden.

Nur meine bescheidene Meinung...

LG, Archibald
 

Arania

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#11
z. B. die Systemfrage ganz oben auf die Tagesordnung bringen. Die gegnwärtige Krise zeigt doch, dass die Zyklen zur nächsten Krise immer kürzer werden und weltweit die Armut zunimmt. Aber es gibt nicht eien Grund am gegnwärtigen Kapitalsystem fest zuhalten.
Wenn sie die stellen sollten, sind sie endgültig weg vom Fenster, siehe Thread "Die Linke gibt die falschen Antworten"

Und das kommt von einem Linken, ganz vernünftig wie ich finde
 

mercator

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#12
Ja Archibald, stimmt schon. Das ist auch im Forderungskatalog der Linken enthalten. Das langfristige Ziel ist lt. Entwurf der Linken der Einstieg in eine andere Gesellschaft. Wie die aussehen wird und wann bzw. ob es dazu kommt, ist natürlich noch offen. Aber es geht der Linken ganz klar darum, den Umverteilungsprozess zu stoppen und umzukehren. Es geht auch darum, den Finanzmarktkapitalismus zu stoppen. Steht alles im Wahlprogramm, man muß es nur mal lesen.

Alle, die sich nun gegen die Linke positionieren, sollten bedenken, dass die Linke die letzte im Parlament verbliebene Interessenvertretung der Erwerbslosen ist und das sie die einzige Partei ist, die zumindest im Ansatz einen Systemwechsel will.

Einen Radikalumbau von jetzt auf gleich kann und wird es aber auch mit den Linken nicht geben, denn das hätte einen totalen Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft aufgrund einer wirtschafltichen Isolation zur Folge, der die derzeitige Krise vermutlich noch in den Schatten stellen würde. Die weltweite Vernetzung Deutschlands ist einfach zu groß. Deutschland als Inselstaat der Glückseligen ist in praktischer Hinsicht einfach schwer vorstellbar. Also muß man Schritt für Schritt nach Lösungen suchen. Das ist jedenfalls meine persönliche Meinung.
 

Archibald

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#13
Wo bitte sagt DIE LINKE, dass mit der Forderung nach 500/10 bereits soziale Gerechtigkeit verwirklicht wäre? Kann ich im Wahlprogramm nicht finden.

Sich allein an der Überschrift "konsequent sozial" aufzuhängen, na ja, wem´s gefällt.

Auch in die paar dürren Worte von Klaus Ernst, wird ein wenig viel hinein interpretiert.

Klaus Ernst
Wir brauchen eine zeitlich befristete Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengelds I auf 24 Monate für alle Anspruchsberechtigten. Sonst rauschen im nächsten Jahr Millionen in die Armut, wenn der Jobmarkt kollabiert. Das muss so schnell wie möglich umgesetzt werden. Wenn an einem Wochenende eine halbe Billion für die Banken locker gemacht wurde, muss es möglich sein, in einer gemeinsamen Kraftanstrengung mehr soziale Sicherheit für Arbeitslose zu schaffen.
Das Zitierte soll sozial sein? Die Spaltung der Gesellschaft ist immer unsozial.
Herr Ernst drückt hier imho nicht weniger aus, als dass er mit der Sklavenhaltung bei ALGII einverstanden ist und dies auch nicht ändern will. Denn ob ALGI oder ALGII; alle in diesen Systemen zur Ausspielung der Erwerbslosen gegeneinander sind Opfer von den eigentlich Asozialen denen es Paroli zu bieten gilt.
Daher halte ich es auch für mehr als beschämend dass Herr Ernst in den Kanon der üblichen Kommerzhyänen von Arbeitslosen erster und zweiter Klasse einstimmt - das rechtfertigt auch der aktuelle Wahlkampf nicht!

LG, Archibald
 

Archibald

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#14
Ja Archibald, stimmt schon. Das ist auch im Forderungskatalog der Linken enthalten. Das langfristige Ziel ist lt. Entwurf der Linken der Einstieg in eine andere Gesellschaft. Wie die aussehen wird und wann bzw. ob es dazu kommt, ist natürlich noch offen
Und genau dass das noch offen ist, ist der Fehler. CxU und FDP profitieren von diesem offen lassen elementarer Fragen. Für 90% der Bürger Deutschlands bedeutet dieses offen lassen dieser Fragen, von einer Partei Links des Politischen Spektrums nichts anderes, als das später, wenn diese Partei einmal wirklich Macht erhält, wieder pure Plattmacherei, flächendeckende Enteignung und der bisher übliche Selbstbevorteilungstripp Kommunistoider oder Sozialistischer Systeme. Das gleiche Problem des Kapitalismus in anderem Mäntelchen also. Deshalb müssen gerade von der Die Linke endlich Antworten kommen sonst versinkt sie schnellstens wieder in Bedeutungslosigkeit.

Aber es geht der Linken ganz klar darum, den Umverteilungsprozess zu stoppen und umzukehren. Es geht auch darum, den Finanzmarktkapitalismus zu stoppen. Steht alles im Wahlprogramm, man muß es nur mal lesen.
Ich habe das schon gelesen, bin der Die Linke auch ganz sicher nicht abgeneigt, ein Herr Ernst allerdings ändert den besten Willen bei vielen ins Gegenteil weil er (sicher ungewollt) für die Zukunft eine Richtung aufzeigt die wir bereits erleben, wie gesagt - da kann ich auch gleich das Original wählen dann geht es mit einem eventuell nötigen Sozialkrieg schneller.

Alle, die sich nun gegen die Linke positionieren, sollten bedenken, ....
Da siehst du etwas zu Schwarz! ich und andere hier im Thread positionieren uns nicht gegen Die Linke, vielmehr gilt es zu verhindern, dass Die Linke zum billigen Abklatsch der aktuellen Kommerzgeier verkommt.Viel Stimmen geben Input dahingehend wo es bei der Die Linke gerade klemmen "könnte". Die Linke darf sich nicht allein als Entharzer sehen, sie ist auch gefordert Arbeiter, Angestellte und Erwerbslose zu einen um mit dieser Bürgermehrheit Bullen und Bären Paroli bieten zu können. dazu gehören aber auch weitergehende Antworten.

Du solltest die Diskussion eher als eine Art Supervision sehen, als Chance, keinesfalls als Grabenzieherei... :icon_daumen:

LG, Archibald
 

dr.byrd

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#15
Ich bin garantiert kein Anhänger von Klaus Ernst und wäre froh, er hätte nix dazu gesagt.

Ich habe lediglich hier geschrieben, dass in seine "dürren Worte" zuviel hinein interpretiert wird.

Klaus Ernst ist ja bekanntermaßen nicht DIE LINKE. Da gibt es viele Meinungen, auch zur "sozialen Gerechtigkeit".
 

mercator

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#16
Und genau dass das noch offen ist, ist der Fehler. CxU und FDP profitieren von diesem offen lassen elementarer Fragen. Für 90% der Bürger Deutschlands bedeutet dieses offen lassen dieser Fragen, von einer Partei Links des Politischen Spektrums nichts anderes, als das später, wenn diese Partei einmal wirklich Macht erhält, wieder pure Plattmacherei, flächendeckende Enteignung und der bisher übliche Selbstbevorteilungstripp Kommunistoider oder Sozialistischer Systeme.
Ich meinte das mit der erneuerten Gesellschaft eher in Form einer Zukunftsvision. Die kann derzeit noch gar nicht konkretisiert werden denn dazu bedarf es einer Glaskugel. Erst recht geht das nicht in einem Wahlprogramm, das ja zunächst nur die nächsten 4 Jahre absteckt. Und auch von einer einzigen Partei kann das nicht geleistet werden. Nichtmal von einem Land. Ich finde aber, die Linke ist zumindest auf den Weg dahin und hat ein paar gute Ideen, die auch im Wahlprogramm zu finden sind.

Die Union ist einfach für ein weiter so, die FDP will den Sozialstaat und alles, was daran hängt, einschließlich der Arbeitnehmerrechte, der Gewerkschaften etc., am liebsten im Klo versenken und statt dessen einen noch ungezügelteren Markt durchsetzen. Ich sehe nicht, wie diese Parteien vom Fehlen einer durchkonstruierten Zukunftsvision der Linken profitieren.

Das viele Wähler Angst vor einem neuen Kommunismus haben liegt eher an einem medial gleichgeschalteten Vernichtungsfeldzug gegen die Linken. Und das ist tatsächlich ein Problem, denn offensichtlich kann die Linke nicht adäquat darauf reagieren. Die etablierten Parteien nutzen ihren medialen Einfluß perfekt.
 

Archibald

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#17
Ich bin garantiert kein Anhänger von Klaus Ernst und wäre froh, er hätte nix dazu gesagt.

Ich habe lediglich hier geschrieben, dass in seine "dürren Worte" zuviel hinein interpretiert wird.

Klaus Ernst ist ja bekanntermaßen nicht DIE LINKE. Da gibt es viele Meinungen, auch zur "sozialen Gerechtigkeit".
Wenn Klaus Ernst die Linke in führender Postion vertritt und in dieser Position "Öffentlichkeitsarbeit" macht, muss man seinen Worten schon Gewicht beimessen - insbesondere wenn man die Partei, dessen führendes Mitglied er nun mal ist, in die engere Wahl genommen hat.

Ich hoffe sehr dass Herr Ernst hierzu nochmal mit sich und der Parteiführung in Klausur geht.

LG, Archibald
 

Archibald

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#18
...

Das viele Wähler Angst vor einem neuen Kommunismus haben liegt eher an einem medial gleichgeschalteten Vernichtungsfeldzug gegen die Linken. Und das ist tatsächlich ein Problem, denn offensichtlich kann die Linke nicht adäquat darauf reagieren. Die etablierten Parteien nutzen ihren medialen Einfluß perfekt.
Deshalb wären richtungsweisende Planspiele "wo will ich zukünftig hin" der Die Linke in der Öffentlichkeit ganz gut, um diese Patina des Kommunismus alter Garde (aka Funktionärsbonzen und Gulags anstelle von Kapitalhyänismus und HartzIV für eure Zukunft) von der Partei zu bekommen.

LG, Archibald
 
E

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#19
Selbstverständlich bekommt die Linke keine gute Presse. Eine öffentliche Gegenwehr ist unter diesem Umständen fast unmöglich. Das der Linken dann auch noch vorzuwerfen, hat schon einen Hang zum Zynismus. Erinnert mich an Frost: "War nur ein Scherz!"

Wenn Lafontaine die ungerechten Bedingungen dann im Gespröch öffentlich macht, dann ist es auch wieder nicht recht. Auch das ist Zynismus.

Hier wird doch manchmal ein echter Unfug gelabert.
 

mercator

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#20
Selbstverständlich bekommt die Linke keine gute Presse. Eine öffentliche Gegenwehr ist unter diesem Umständen fast unmöglich. Das der Linken dann auch noch vorzuwerfen, hat schon einen Hang zum Zynismus. Erinnert mich an Frost: "War nur ein Scherz!"

Falls das an mich ging: ich werfe es ihr nicht vor, ich stelle das lediglich fest als Ursache für die größtenteils negative Meinung der Wähler. Ich wollte damit deutlich machen, das es weiniger das Wahlprogram an sich ist, das abgelehnt wird. Wobei sich vermutlich nur wenige die Mühe machen, das überhaupt zu lesen.

Wenn Lafontaine die ungerechten Bedingungen dann im Gespröch öffentlich macht, dann ist es auch wieder nicht recht. Auch das ist Zynismus.
Das Problem ist, das er sich mit dieser Form der brüsken, und ja, auch leicht arrogant wirkenden Zurückweisung in eine passive Opfer-Rolle begibt, auch wenn er Recht hat. Gysi stellt sich da ein wenig geschickter an.
 

dr.byrd

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#21
Das Problem ist, das er sich mit dieser Form der brüsken, und ja, auch leicht arrogant wirkenden Zurückweisung in eine passive Opfer-Rolle begibt, auch wenn er Recht hat. Gysi stellt sich da ein wenig geschickter an.
Nun, wenn man die Leserkommentare in der Presse (selbst BLÖD-Zeitung) liest, ist diese Form des Pöbel-Journalismus von Peter Frey bei den meisten nicht gut angekommen. Die Leser haben diese durchsichtigen Kampagnen gegen Oskar und DIE LINKE längst durchschaut.

Mehr davon, DIE LINKE zieht davon nur Vorteile.
 

Erolena

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#22
Gebe vielem recht. Aber wo sind die 90% Bürger, die ganz enttäuscht sind, wenn DIE LINKE nicht das System angreift? Wohl spiegelverkehrt der Prozentsatz - das sind doch weniger als 10, die in so eine Richtung überhaupt denken.
Nach den Glaubenskriegen zur Zukunft der Arbeitswelt, die in solchen Foren ablaufen, da horcht man ja schon immer, welche Nachtigall trappst. Wer also ja sagt, zur Kritik an bestehenden Konzepten, wird der am Ende zwangsverpflichtet, für das Grundeinkommen für jedermann einzutreten? Oder ist das Ergebnis der Debatte offen?

P.S. Wenn schon GULAG, dann dürfen KZs nicht fehlen.
 

Volker

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#23
Das versteh ich jetzt nicth wirklich.

Unseren Bürgerantrag wäre demnach auch, eher nicht ausreichend. Rote Punkt,
Sozialticket auch usw. Allerdings fehlt egal wie und was immer noch das konkret Ziel. Ohne dieses konkrete Ziel, ist alles mehr oder weniger nicht ausreichend...

Kommunismus war mal ein solches Ziel, es fehlt also ein Ziel, wäre mir auch lieber. Aber wieviele gehen da mit...?

Mein ja nur.

Volker:icon_pause:
 

Martin Behrsing

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#24
Von wegen Klaus Ernst sei kaum relevant.

Heute hat er seine forderung wiederholt.

Der stellvertretende Vorsitzende der LINKEN, Klaus Ernst, bezeichnet die Daten des aktuellen Sozialberichts als Warnsignal. Die Krise komme immer stärker bei den Menschen an. Nötig sei jetzt ein Ausbau des Sozialstaats. Er erklärt:

Sozialstaat ist in der Krise Schutzschirm für die Menschen

Der Anstieg bei den Sozialausgaben ist ein Warnsignal. Die Krise ist bei den Menschen angekommen. Der Sozialstaat steht vor einer riesigen Belastungsprobe. Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, werden trotz sinkender Einnahmen in den Sozialkassen Millionen auf die Leistungen angewiesen sein. Wichtig wäre jetzt eine Sozialstaatsgarantie. Alle im Bundestag vertretenen Parteien sollten sich darauf verpflichten, nach der Wahl auf Kürzungen im Sozialbereich zu verzichten.

Der Sozialstaat ist der Schutzschirm für die Menschen. Er müsste gerade jetzt ausgebaut werden. In der Krise sollte die Bezugsdauer des Arbeitslosengelds I sofort für alle Anspruchsberechtigten auf 24 Monate verlängert werden. Eine deutliche Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze muss ebenfalls schnell umgesetzt werden. Sonst rauschen im nächsten Jahr, wenn der Jobmarkt kollabiert, Millionen in die Armut.


Berlin, 15. Juli 2009
 
E

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#26
Es gibt auch noch andere neben Lafontaine, Gysi, Ernst usw..
Der Fraktionsvize m Bundestag ist ein ehemaliger BGH-Richter, der sich einverstanden erklärt hat, in der nächsten Sitzungsperiode die ARGEn in einer Bundestagsrede zu thematisieren.

Prof. Dr. Herbert Schui (Uni HH, Volkswirtschaft) tritt für Vollbeschäftigung, Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich ein.

Ich glaube nicht, daß die Linkspartei keine deutliche Kraft der Arbeitnehmer ist, sondern, daß sie nur mit ihrem Profil nicht deutlich wahrgenommen wird.

(Und jetzt höre ich schon die Trolle die Messer wetzen)
 
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#27
DIE LINKE wird erst in naher Zukunft, nach der Bundestagswahl, ein Parteiprogramm diskutieren und dann irgendwann beschliessen. Das wird ein spannender Prozess, und dazu sind alle BürgerInnen eingeladen.

Wie ein "demokratischer Sozialismus im 21. Jahrhundert" in der gegenwärtigen Weltlage aussehen kann, bedarf vieler Diskussionen. Hier nach einer Gallionsfigur, gleichsam einem An-Führer zu schreien, ist leider typisch, aber nicht demokratisch legitimiert.

Uns in diesen Diskussionsprozess einzumischen, sehe ich als unser Aufgabe für eine bessere Welt an. Wenn DIE LINKE dies mit den Menschen nicht hinbekommt, bleibt nur noch die Möglichkeit von Art. 20/4 GG. Und das könnte Bürgerkrieg bedeuten; Oder die Installation eines faschistisch/feudalen Systems.
 

HartzDieter

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#28
Ich verstehe das Theater nicht. Die Linke war bis heute nicht im Bundestag vertreten und die Medien tun so, als hätte die Linke dort schon sehr viel Sch.... gebaut.

Ich verstehe die millionen Menschen nicht, die an der neoliberalen Seuche leiden, und jetzt noch ihre althergebrachten Volksversager wählen.
Das ist Schizophren. Millionen Menschen leiden und geben einer Alternative so gut wie keine Chance.
Und selbst wenn die Linke im Parlament ist, ist sie immer noch in der Opposition. Ein Mist.
 
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