LG NRWL 19 B 29/05 AS Versicherungspauschale Kinder

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
E

ExitUser

Gast
Landessozialgericht NRW
Aktenzeichen: L 19 B 29/05 AS
Datum der Entscheidung: 12.08.05

Paragraph: § 3 Nr. 1 Alg II-VO
Entscheidungsart: Beschluss
Überschrift: Unklar ist, ob die Versicherungspauschale von 30 EUR auch von Einkommen minderjähriger Kinder abgezogen werden kann
Instanz 1: S 4 AS 5/05
Instanz 2: L 19 B 29/05 AS

Redaktioneller Leitsatz:
Entscheidung: LSG NRW Beschluss - 12.08.2005 - L 19 B 29/05 AS
Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen
Beschluss (rechtskräftig)

Sozialgericht Detmold S 4 AS 5/05

Auf die Beschwerde des Klägers wird der Beschluss des Sozialgerichts Detmold vom 06.05.2005 geändert. Dem Kläger wird Prozesskostenhilfe ab 22.02.2005 unter Beiordnung von Rechtsanwalt N, C, bewilligt.

Gründe:
Die zulässige Beschwerde gegen den Beschluss des Sozialgerichts, das der Beschwerde nicht abgeholfen hat (Beschluss vom 01.06.2005), ist begründet, weil die Erfolgsaussichten der Klage offen sind (§ 73a
Sozialgerichtsgesetz (SGG), § 114 Zivilprozessordnung (ZP0)). Zwar spricht einiges dafür, das es sich bei den hier in Rede stehenden Hausrat- und Haftpflichtversicherungen um solche handelt, deren Beiträge grundsätzlich vom Einkommen abgesetzt werden können, § 11 Abs. 2 Nr. 3 Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II) - Grundsiche-rung für Arbeitssuchende (SGB II) - (s. auch Bundesverwaltungs-gericht, Urteil vom 28.05.2003, Az.: 5 C 8/02, info also 2004, 137).

Folglich stellt sich die Frage, von wessen Einkommen der in § 3 Nr. 1 der Verordnung zur Berechnung von Einkommen sowie zur Nichtberück-sichtigung von Einkommen und Vermögen beim Arbeitslosengeld II/
Sozialgeld vom 20.10.2004 - Alg II - V - (RGBl I, S. 2622) vorgeseh-ene Pauschbetrag von 30,00 EUR abzuziehen ist. Wird diese Vorschrift dahingehend verstanden, dass in einer Bedarfsgemeinschaft nur vom
Einkommen der volljährigen Hilfebedürftigen der vorgesehene Pauschbe-trag abzuziehen ist, schließt sich die aber bisher ungeklärte Frage an, ob der einkommenslose Kläger schlechter gestellt ist als andere volljährigen Hilfebedürftigen, die über Einkommen verfügen. Sie profitieren von der Abzugspauschale des § 3 Nr. 1 Alg II-V, der
Kläger hingegen müsste aus den Regelleistungen die Beiträge für die Hausrat- und Haftpflichtversicherung aufbringen.

Dieser Beschluss ist nicht mit der Beschwerde anfechtbar, § 177 SGG, § 127 Abs. 2 ZP0.


Reg. Benutzer dieses Forums können hier zu dem Urteil ihre Meinung abgeben: Diskussionsbereich
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Oben Unten