Letztes Elternteil verstorben, gemeinsame Wohnung, wie geht es nun weiter? Noch keine Sterbeurkunde (nach 10 Tagen) - ALG2 Empfänger die Wohnung ist etwa 60qm groß und kostet die 500 EUR Warmmiete

DoppelPleite

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Erstmal Eckdaten:

Bin ALG2 Empfänger die Wohnung ist etwa 60qm groß und kostet um die 500 EUR Warmmiete.
Elternteil war Rentner und wir leb(t)en in einer 2,5 Zimmer Wohnung, mit Balkon und Wanne.
Hier leben auch 2 Katzen die ich nicht abgeben möchte.

Ist nun über 1 Woche her als ich mit dem Ableben konfrontiert wurde, natürlich hat man erstmal andere Sachen im Kopf als das JC.
Lebe in einer kleinen Stadt (10k EW) und bin hier tief verwurzelt.

Leider haben wir noch keine Sterbeurkunde und ich habe mich auch noch nicht beim JC gemeldet, weil ich denke das die ohne Papiere eh nur nach Denselben eifern. Ist es OK erst auf die Sterbeurkunde zu warten bevor ich auf das Amt zugehe?

Zu erben gibt es Nichts.
Umziehen habe ich nicht vor, zumal auf diese Wohnung hier keine Kaution hinterlegt wurde und die Beisetzung schon seinen Preis hat den ich anteilig zu tragen habe. Kurz gesagt einen Umzug könnte ich mir nicht leisten.
Auch denke ich das es nicht so ganz einfach werden könnte, hier in der Umgebung eine 1 Raum Wohnung zu bekommen.

Die Miete geht vom Konto des Verstorbenen ab, es ist vereinbart (mit dem ins Konto eingetragene Bruder) die Miete für November noch ein letztes Mal von dort abzubuchen (Stichwort: Rente rückwirkend), eben gerade damit es keine Probleme gibt weil das JC vllt nicht aus dem Tee kommt, die Sterbeurkunde noch fehlt ect.

Da diese Situation für mich neu ist und vom Jobcenter kein großes Entgegen kommen zu erwarten ist, werde ich Hilfe benötigen.
 


Pauer

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Zu erben gibt es Nichts.
Juristisch gesehen, gibt es immer etwas zu erben. Ich gehe davon aus, dass du dich hier nur darauf beziehst, dass es keinen werthaltigen Nachlass gibt, richtig?

Hatte der Erblasser Schulden?

Leider haben wir noch keine Sterbeurkunde und ich habe mich auch noch nicht beim JC gemeldet, weil ich denke das die ohne Papiere eh nur nach Denselben eifern. Ist es OK erst auf die Sterbeurkunde zu warten bevor ich auf das Amt zugehe?
Ja, ich denke, dass sollte kein Problem sein. Hat der Bestatter den Tod beim Standesamt angezeigt? In der Regel solltest du in den nächsten Tagen eine Sterbeurkunde erhalten; ansonsten bitte dringend dort nachfragen!

Der Verstorbene hat keine Sozialleistungen vom JC bezogen? Falls doch, ist er dort umgehend abzumelden - damit später nicht eine Rückzahlung gefordert wird.
 

Seepferdchen 2010

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Guten Tag DoppelPleite


Ist es OK erst auf die Sterbeurkunde zu warten bevor ich auf das Amt zugehe?
Ja und du schreibst dein Vater war Rentner hat also keine Sozialleistung vom Sozialamt SGB XII erhalten, richtig?


die Beisetzung schon seinen Preis hat den ich anteilig zu tragen habe.
Hierzu mal eine Info für dich:

§ 74 SGB XII

Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen.
und zu diesem Problem

Umziehen habe ich nicht vor, zumal auf diese Wohnung hier keine Kaution hinterlegt wurde
Wenn du dafür Zeit hast, schau bitte mal in die örtliche Richtlinie deiner Stadt

Ich wünsche dir die Unterstützung die du jetzt brauchst............................................
 

DoppelPleite

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Hatte der Erblasser Schulden
Schuldenfrei.
Hat der Bestatter den Tod beim Standesamt angezeigt
Ja, es herrscht hier eine relativ enge Dichte zu "den Leuten".

Oft hat man wenig Einfluss und muss lange warten:
dein Vater war Rentner hat also keine Sozialleistung vom Sozialamt SGB XII erhalten
Meine Mutter war Rentner und hat keine Leistungen erhalten.
"Die erforderlichen Kosten einer Bestattung werden übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten zu tragen."
Es sind 4 Kinder die Bestattung übernimmt erstmal ein Kind und es wird dann durch 4 geteilt. Bin durchaus bereit anschließend meinen Anteil abzuzahlen
Ich wünsche dir die Unterstützung die du jetzt brauchst...
Danke sehr.
 

Zeitkind

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... die Wohnung ist etwa 60qm groß und kostet um die 500 EUR Warmmiete.
Daß diese für eine Person nicht mehr als angemessen gilt, wirst Du wissen.
Umziehen habe ich nicht vor, zumal auf diese Wohnung hier keine Kaution hinterlegt wurde.
Dein Plan steht dann aber der Finanzierbarkeit entgegen, denn das JC wird die Kosten ggf. nur bis zur Angemessenheitsgrenze übernehmen.
Spätestens mit der Veränderungsmitteilung sind ja auch die veränderten Kosten der Unterkunft mitzuteilen.
Alleine damit ergibt sich schon die Notwendigkeit eines Umzuges und auch ein wichtiger Grund für die Übernahme dessen Kosten.
Kurz gesagt einen Umzug könnte ich mir nicht leisten.
Müßtest Du auch nicht. Einzig das Darlehen für die Kaution wäre niederschwellig abzuzahlen.
Und ein wenig Zeit würde Dir auch bleiben:
Absatz 1 Satz 2 § 22 SGB II - Bedarfe für Unterkunft und Heizung
Soweit die Aufwendungen für die Unterkunft und Heizung den der Besonderheit des Einzelfalles angemessenen Umfang übersteigen,
sind sie als Bedarf so lange anzuerkennen, wie es der oder dem alleinstehenden Leistungsberechtigten oder der Bedarfsgemeinschaft nicht möglich oder nicht zuzumuten ist,
durch einen Wohnungswechsel, durch Vermieten oder auf andere Weise die Aufwendungen zu senken, in der Regel jedoch längstens für sechs Monate.
Es bleiben zwei Optionen; Entweder neue Wohnung suchen und die dafür notwendigen Mittel beantragen
oder die angemessenheitsüberschreitenden Kosten zukünftig durch Mitbewohner/Untervermietung decken.
Letzteres hängt allerdings von den baulichen Gegebenheiten ab und zieht weitere Abhängigkeiten nach sich.
Auch wenn es nicht leicht fällt, würde ich mich auf dem Markt der Wohnungsgesellschaften -genossenschaften umsehen. :icon_wink:
 

Woodruff

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Ja, ich denke, dass sollte kein Problem sein. Hat der Bestatter den Tod beim Standesamt angezeigt? In der Regel solltest du in den nächsten Tagen eine Sterbeurkunde erhalten; ansonsten bitte dringend dort nachfragen!
Viele Mitteilungen oder Abmeldungen z. B. Versicherungen etc. können durchaus schon angeschrieben werden. Dann mitteilen das eine Kopie der Sterbeurkunde nachgereicht wird.

Wir haben tatsächlich wegen eines Sterbefalls die Mitteilung bekommen, dass die Angelegenheit noch in Bearbeitung ist. Das konnten wir eigentlich nicht fassen.

Nach 5 Wochen kam dann endlich die Sterbeurkunde.
 

DoppelPleite

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Es ging bis jetzt doch recht flüssig über die Bühne, auch das JC hat erstmal ohne Murren die volle Miete übernommen. Vermieter hat einen Änderungsmietvertrag ausgestellt auf meinen Namen, die Konditionen sind die selben und es bleibt bei der Unangemessenheit somit ich wohl ein neues Dach suchen muss.

Um ehrlich zu sein ist mir die Wohnung jetzt alleine auch zu groß geworden. Aber ich frage mich schon ob das einfach wird etwas zu finden, vermutlich nein und wie schnell ist ein halbes Jahr rum.

Meine aktuelle Frage:
Bis jetzt hat sich das JC nicht gemeldet, um mir zu eröffnen das etwas neues herhalten muss. Melden die sich überhaupt oder muss ich sowas selbst wissen?
 

DoppelPleite

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Hast Du eine Kostensenkungsaufforderung bekommen?
Bis jetzt nicht, deshalb frage ich wie die beim Amt das angehen werden. Übrigens wir haben beim Sozialamt einen Bestattungskostenübernahme Antrag gestellt, sollte jeder tun der nicht viele Mittel hat, eine "Kosten-milde" Bestattung in der Urne und am Waldfried kostet um die 4.000 EUR.

Die SB vom Sozialamt sagte mit ALG2 bekommen sie die anteilige Übernahme, meine Schwester die nicht viel verdient in VZ wird auch einen gewissen Teil beim Sozialamt gelten machen können. SB hat nur etwas rumgemekelt zu teure Urne, sie wird den Bestatter anrufen fragen was die billigste kostet und danach rechnen wir reden über 173€ für die Urne.

Bearbeitungszeit Sozialamt nach Antragstellung und Vollständigkeit ca. 3 Monate,.. aber immer noch besser als Alles selbst zu zahlen.
 

Zeitkind

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Meine aktuelle Frage: Bis jetzt hat sich das JC nicht gemeldet, um mir zu eröffnen das etwas neues herhalten muss.
Melden die sich überhaupt oder muss ich sowas selbst wissen?
Der Verfahrensweg ist detailliert in der Geschäftsanweisung zu Bedarfen für Unterkunft und Heizung Deines zuständigen JC nachzulesen.

» Richtlinien zu Unterkunft, Heizung, Warmwasser und Wohnraumsicherung

Darin wird der genaue Ablauf des Kostensenkungsverfahrens an verschiedenen Beispielen erläutert.
Die Eröffnung wird auf dem Schriftweg mitgeteilt und der laufende Monat bei der Fristsetzung nicht berücksichtigt.
Danach gilt erst ab Aufforderung die Sechs-Monats-Frist und verschafft Dir weiteren Spielraum.

Nach Abs. 3 Satz. 2 § 41SGB II wird ab Feststellung der Unangemessenheit der KDU der Bewilligungszeitraum
abweichend vom 12 monatigen Bewilligungszeitraum des Abs. 3 Satz. 1 § 41 SGB II i.d.R. auf 6 Monate verkürzt.
Das gilt aber nur während der Kostensenkungsfrist.

§ 41 SGB II - Berechnung der Leistungen und Bewilligungszeitraum
(3) Über den Anspruch auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts ist in der Regel für ein Jahr zu entscheiden (Bewilligungszeitraum).
Der Bewilligungszeitraum soll insbesondere in den Fällen regelmäßig auf sechs Monate verkürzt werden, in denen
1. über den Leistungsanspruch vorläufig entschieden wird (§ 41a) oder
2. die Aufwendungen für die Unterkunft und Heizung unangemessen sind.
Es gilt also, die Kostensenkungsaufforderung abzuwarten und darauf entsprechend zu reagieren.
Bis dahin die Zeit möglichst fur die Wohnungssuche nutzen. :icon_wink:
 
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