Letztes Arbeitszeugnis und Arbeitssuche - Was nun?

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melissa1919

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Ich mal wieder... nun bin ich schon fast 5 1/2 Monate arbeitssuchend gemeldet, und es ist immer noch kein neuer Job in Aussicht. Die Tätigkeit als Telefonistin habe ich nach 3 Monaten gekündigt, weil mein Chef sich nicht an die Vereinbarungen gehalten und mir weitaus weniger ausgezahlt hat. Heute habe ich mein Abschlusszeugnis erhalten und bin entsetzt, dass es gar nicht so gut ausgefallen ist... von den Leistungen her war ich nämlich top, und das Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen war ebenfalls sehr gut. Ich hatte weder Probleme mit der Arbeit noch Ärger mit den Leuten. Da werde ich nächste Woche gleich mal anrufen und nachfragen.

Seit Anfang des Monats mache ich ein Praktikum als Ausgrabungshelferin (für mein Studium), komme aber bei der Suche nach einer Vollzeitstelle nicht wirklich voran. Ich schreibe fleißig Bewerbungen, führe Telefonate, aber es kommt nicht wirklich was dabei raus. Bisher wurde ich kein einziges Mal zu einem Gespräch bzgl. einer Festanstellung eingeladen. Nur die Zeitarbeitsfirmen melden sich hier und da mal, und ich hatte 3 oder 4 Gespräche... wurde aber nicht genommen. Die Gründe sagen die Kunden nicht mal den Zeitarbeitsfirmen. Ich versteh´ das nicht, früher war ich bei Kundengesprächen über Zeitarbeit sehr erfolgreich und bin fast überall reingekommen.

Dann passieren mir manchmal noch so Sachen, dass Kunden mich zum Vorstellungsgespräch oder Probearbeiten einladen und mir absagen, noch bevor sie mich überhaupt persönlich kennengelernt haben. Es hieß, sie hätten in der Zwischenzeit eine andere Bewerberin eingestellt.

So langsam bin ich echt ratlos. Ich weiß was ich kann und möchte das auch sehr gerne in einem Unternehmen zeigen. Aber wie soll das gehen, wenn mir niemand eine Chance gibt? Was würdet ihr an meiner Stelle tun? So kann das echt nicht weitergehen! 7 Jahre Zeitarbeitserfahrung sowie ein weniger gutes Arbeitszeugnis lesen sich im Lebenslauf sicher nicht so positiv, aber gibt es denn wirklich keinen Arbeitgeber, der sich trotzdem die Mühe machen möchte mich einfach mal kennenzulernen? Ich biete den Leuten auch an, mal für einige Tage dort umsonst zu arbeiten, damit sie sich ein Bild von mir machen können. Bringt auch nix.

Hat vielleicht jemand eine Idee?
 

gelibeh

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AW: Was nun?

Du hast zumindesten einen Anspruch auf ein wohlwollendes Arbeitszeugnis. Wenn er sich sträubt, musst Du das beim Arbeitsgericht einklagen. Weiß jetzt die Fristen nicht, bis wann man eine Klage einreichen muss.
 
E

ExitUser

Gast
AW: Was nun?

Du hast zumindesten einen Anspruch auf ein wohlwollendes Arbeitszeugnis. Wenn er sich sträubt, musst Du das beim Arbeitsgericht einklagen. Weiß jetzt die Fristen nicht, bis wann man eine Klage einreichen muss.

:icon_daumen:

Ich hatte mal ein "Rachezeugnis" (nenne ich so) von einer Firma bekommen. :icon_dampf:

Damals setzte ich mich mit der Gewerkschaft in Verbindung u. erhielt daraufhin tatsächlich ein sehr Gutes...

.
 

PandorasBox

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AW: Was nun?

Also Du hast einen rechtlichen Anspruch auf ein detailiertes, korrektes und wohlwollendes Arbeitszeugnis. Dieses solltest Du sofort dem ehemaligen AG schriftlich mitteilen und ihm eine Frist von 14 Tagen setzen. Gleichzeitig geh sofort zum Arbeitsgericht und lass dich dort beraten. Nimm deine Unterlagen und auch das Anschreiben an den AG mit. Die Frist zum Anspruch beträgt 6 Monate nach Kündigung. Also mehr wie höchste Eisenbahn für den Fristablauf.

Ich hänge mal eine PDF an, wo du ersehen kannst, welche Punkte welche Note ergeben.

Anhang anzeigen Arbeitszeugnis, wie es sein sollte oder wie nicht.pdf
 

melissa1919

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AW: Was nun?

Ich kann euch mal zeigen, wie das Zeugnis meines letzten Vollzeitjobs aussieht:

Frau X, geboren am X, trat am X als Teamassistentin für den Bereich Kommunikation in unser Unternehmen ein.

Die Firma X is ein mittelständisches Unternehmen mit ca. 500 Mitarbeitern, verteilt auf die Standorte..... Unsere Dienstleistungen erstrecken sich auf die Bereiche Automation, Gebäudetechnik, IT & Kommunikation.

Frau X war in unserer Abteilung Gefahrenmeldetechnik eingesetzt. Dort war sie mit folgenden Aufgaben betraut:

- Angebotsbearbeitung
- Durchführung von Anfragen bei Lieferanten
- Preiseingaben
- Erstellung von Montageaufträgen und Lieferscheinen
- Vorbereiten und Anlegen von Wartungsverträgen
- Telefondienst sowie telefonische Störungsannahme
- Bearbeitung von Bereitschaftsplänen
- Allgemeine Büro- und Sekretariatsarbeiten

Die Leistungsbereitschaft von Frau X war konstant gut. Sie war eine ausdauernde Mitarbeiterin, die auch unter schwierigen Arbeitsbedingungen alle Aufgaben gut bewältigte. Frau X war sehr lernmotiviert. Mit den modernen Textverarbeitungs- und Kommunikationstechniken ist sie vertraut. Ihre Aufgaben erledigte sie stets selbständig mit Sorgfalt und Genauigkeit. Die Qualität ihrer Arbeitsergebnisse erfüllte in vollem Umfang die Anforderungen. Arbeitsmenge und Arbeitstempo lagen weit über unseren Erwartungen. Mit den Leistungen von Frau X waren wir stets voll zufrieden.

Die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Mitarbeitern war allzeit gut. Wegen ihrer teamorientierten Haltung war sie anerkannt und geschätzt. Unseren Geschäftspartnern und Kunden gegenüber trat sie immer zuvorkommend auf. Das Unternehmen wurde von ihr stets gut repräsentiert.

Das Arbeitsverhältnis endet durch Zeitablauf zum.... Zu unserem Bedauern können wir Frau X keine Dauerbeschäftigung anbieten.

Wir danken Frau X für ihre guten Leistungen und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.


Klingt nicht so toll, finde ich. Mein Bruder meinte, er würde das Zeugnis an seine Chefin weiterleiten und um ihre Meinung fragen. Aber ich habe schon lange nichts mehr von ihm gehört, bzw. heißt es immer, die Chefin hätte gerade keine Zeit.

Und so sieht das Zeugnis vom Minijob aus:

Frau X

wohnhaft X

war vom x bis x als Telefonistin in unserem Betrieb tätig.

In unserer Abteilung Call-Center war sie mit der Akquisition von gewerblichen Lieferanten beauftragt.

Ihr Aufgabengebiet umfasste das breite Spektrum der telefonischen Akquise von neuen gewerblichen Lieferanten sowie das Anlegen und die Pflege in unserem EDV-Lieferantenverwaltungssystem.

Frau X erledigte die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer Zufriedenheit. Sie erwies sich als zuverlässig und termintreu.

Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern war vorbildlich.

Das Arbeitsverhältnis wurde von Frau X zum X beendet.

Wir wünschen ihr für ihre persönliche und berufliche Zukunft alles Gute.


Damit bin ich auch nicht zufrieden. 1.) hätten sie ruhig schreiben können "zu unserer vollsten Zufriedenheit, 2.) "jederzeit zuverlässig und termintreu" sowie 3.) "Verhalten war stets einwandfrei" oder irgendwas in der Art. Es entspricht nämlich zu 100% der Wahrheit. Ich habe dort wirklich verdammt gute Leistungen gebracht, war immer zuverlässig und hatte keinerlei Auseinandersetzungen mit den Leuten.

Frage: Wenn ich deswegen zum Arbeitsgericht gehe, wer trägt da die Kosten? Der Arbeitgeber oder ich? Falls ich was zahlen muss, wie hoch ist der Betrag?
 
E

ExitUser

Gast
AW: Was nun?

Gib dem AG doch 'ne kurze "Besinnungsfrist". Sollte er innerhalb derer kein entsprechendes AZ ausstellen, kannst Du immer noch zum Gericht. Dann sollte, wenn Du Recht bekommst, der AG die Kosten tragen.

(...und ja, das mit der Zufriedenheit im AZ kann man wohl als eine Art Benotung sehen. Stets zur vollsten Zufriedenheit wäre da besser.)
 

melissa1919

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AW: Was nun?

Mit der "Besinnungsfrist" bin ich schon äußerst knapp dran. PandorasBox schreibt was von einer Frist von 6 Monaten nach Ende des Arbeitsverhältnisses. Und das ist bei mir schon am 16. September.
 
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Gast
AW: Was nun?

Ob da das Gericht so schnell ist?

Mit der "Besinnungsfrist" bin ich schon äußerst knapp dran. PandorasBox schreibt was von einer Frist von 6 Monaten nach Ende des Arbeitsverhältnisses. Und das ist bei mir schon am 16. September.

Wie gesagt, ich hab damals die Gewerkschaft eingeschaltet u. hatte innerhalb weniger Tage ein entsprechendes AZ.

:icon_smile:
 

Berlin50

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AW: Was nun?

Nun liebe melissa, #1

Du beklagst Dich über umsonst getätigte Bewerbungen. Tja dieses Problem haben wir wohl alle. Es ist nun mal zur Zeit so, daß Vollzeitstellen Mangelware sind. Was willst Du von uns lesen? Finde Dich ab oder schreibe fleißig weiter. Mehr geht nicht. Lg.
 

Muzel

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Melissa, warum schreibst du deinem AG nicht einen Zeugnisentwurf und lässt den AG unterschreiben? Bei meinem Bruder und mir hat es in einem Fall prima geklappt. Mit deinen Zeugnissen wäre ich auch nicht zufrieden.
 

Philas

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Die Tätigkeit als Telefonistin habe ich nach 3 Monaten gekündigt ...

Seit Anfang des Monats mache ich ein Praktikum als Ausgrabungshelferin (für mein Studium), komme aber bei der Suche nach einer Vollzeitstelle nicht wirklich voran.

Ich habe den Eindruck, Du solltest Deine Bewerbungsunterlagen überprüfen. Ich war lange Zeit für Personalangelegenheiten zuständig und hätte glaube ich ein Problem mit Deiner Bewerbung, wenn ich so lese, was Du schreibst.

Auf der einen Seite suchst Du eine Vollzeitstelle (als was?), dann machst Du ein Praktikum als Ausgrabungshelferin (weil Du studieren willst oder schon tust?) und dann gibst Du ein Zeugnis über einen Minijob in Deine Bewerbungsunterlagen, bei dem Du nach 3 Monaten selbst gekündigt hast?

Ich glaube, ein potenieller AG weiß gar nicht, wo er mit Dir dran ist.
Das Zeugnis der Vollzeitstelle ist m.E. gut und da kannst Du nicht meckern. Ein Zeugnis von einem Minijob würde ich an Deiner Stelle gar nicht den Bewerbungsunterlagen beifügen. Und schreibst Du etwas über das Praktikum in Deinen Bewerbungen?

Überleg doch mal, wie das bei einem AG ankommt. Der sucht jemanden für eine Vollzeitstelle, den er - im Idealfall - für längere Zeit behalten will und dann bewirbst Du Dich, schreibst was von Praktikum und Studium und kündigst einen Minijob nach 3 Monaten (Gründe kennt er ja nicht).

Auf mich - als AG - würde das den Eindruck machen, Du weißt gar nicht was Du willst und wirst demnächst wegen Studium wieder bei mir aufhören.

Versuch doch mal, Deine Bewerbungsunterlagen dahingehend zu untersuchen. Vielleicht hilft das ja.

P.S. Ich meine meine Aussagen nicht böse, sondern nur als Tipp.
Viel Erfolg
 

BlackForest

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Würde auch die Gewerkschaft zur Beratung empfehlen. Beim Arbeitsgericht gibt es meines Wissens keine Beratung. Das wird nur tätig wenn der Arbeitgeber nicht auf deine Änderungswünsche reagiert.
 

PandorasBox

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Würde auch die Gewerkschaft zur Beratung empfehlen. Beim Arbeitsgericht gibt es meines Wissens keine Beratung. Das wird nur tätig wenn der Arbeitgeber nicht auf deine Änderungswünsche reagiert.

Naja, also bei mir war es so, dass ich mir beim Arbeitsgericht (Rechtsberatungsabteilung) Infos geholt habe, wie ich dem AG auf die Füße treten kann, damit er mit Zeugnis und ausstehendem Lohn aus dem Knick kommt. Die haben mir einige sehr gute Tipps gegeben.

Dies war alles kostenlos. und es wird weiterhin kostenlos bleiben, wenn man nach einem Mahnschreiben an den AG mit 14 Tägiger Frist nicht auf einen Nenner kommt. D.H. wenn der AG nicht antwortet oder auf die Bedingungen nicht eingeht. Auch wenn man klagen muss, braucht man nichts bezahlen, denn dem AG werden diese Kosten auferlegt.
 

Strolchi

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Wenn schon denn schon.
Beratungsschein, Rechtsanwalt - und ausser dem Zeuignis auch glkeich das Geld einklagen, das er Dir lt Arbeitsvertrag zu wenig ausbezahlt hat.
 

melissa1919

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Inzwischen sieht es folgendermaßen aus: Ich habe Anfang letzter Woche mit dem Personalleiter meiner alten Arbeitsstelle telefoniert und ihn gebeten, mir eine Verbesserung des Zeugnisses auszustellen. Außerdem habe ich ihm ein Einschreiben mit Rückantwortschein geschickt, in dem ich ihm eine Frist bis zum heutigen Tag gesetzt habe. Bisher ist nichts angekommen. Mein Bruder, der den Mann kennt und ein gutes Verhältnis zu ihm hat, wird sich jetzt in Verbindung mit ihm setzen.

Das Zeugnis vom Minijob habe ich noch nicht beigefügt, weil ich es erst vor kurzem erhalten habe. Das Praktikum habe ich erwähnt, damit die Leute sehen dass ich Arbeitsbereitschaft aufzeige und während meiner Arbeitslosigkeit nicht den ganzen Tag zu Hause rumgesessen bin.

Heute habe ich einen Arbeitsvertrag für eine Vollzeitstelle unterschrieben. Es handelt sich um eine Stelle im kaufmännischen Bereich über die größte und bekannteste Zeitarbeitsfirma (kennt ihr sicher alle) überhaupt. Es gibt allerdings eine Sache, die mich stutzig macht. In der Vergangenheit wurde das bei der Zeitarbeit im Falle einer 35-Stunden-Woche (bzw. eines 7-Stunden-Tages) so gehandhabt, dass ich bei 7,3 Überstunden auf dem Konto einen Tag Gleitzeit nehmen durfte. Ich hatte schon oft 150-180 Überstunden auf meinem Konto und hab´ mir gerne mal so ca. 100 auf einmal ausbezahlen lassen. Dann hatte ich 400 € mehr auf dem Konto als sonst.

Bei der Firma wo ich heute unterschrieben habe ist das anders geregelt. Im Vertrag steht nichts davon, deshalb habe ich die Vorgesetzte danach gefragt. Sie meinte, ich dürfe mir höchstens so ca. 50 Stunden ausbezahlen lassen, damit für Notfälle ohne Einsatz noch genügend auf dem Konto übrig bleibt. Das kann ich ja noch nachvollziehen. Aber auf meine Frage nach den Gleittagen sagte sie, dass ich 35 Stunden auf dem Überstundenkonto haben müsse, um einen einzigen Tag Gleitzeit nehmen zu können. Ist das rechtens? Als ich ihr erzählte, dass ich bei meinen früheren Firmen (sowohl bei der Zeitarbeit als auch bei den Festanstellungen) nur ca. 7,3 Stunden auf dem Konto haben musste, um einen Tag frei zu nehmen, meinte sie nur dass ich erstmal abwarten sollte und hat schnell das Thema gewechselt. Ich wollte sie noch fragen, ob die restlichen 28 Stunden dann verfallen oder was sonst mit ihnen passiert, aber sie wechselte wie gesagt das Thema.

Dass die Firma finanzielle Probleme hat, glaube ich nicht. Schließlich ist das die größte Zeitarbeitsfirma überhaupt. Wir haben eh nur 24 Urlaubstage im Jahr. Und außerdem weiß ich noch gar nicht, wie das mit Heilig Abend und Silvester gehandhabt wird. Viele Firmen verlangen inzwischen, dass man für beide Tage je einen kompletten Tag Urlaub nimmt und keine zwei halbe Tage mehr wie früher. Ist das Ausbeuterei oder ganz normal?
 

Saturn

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Heute habe ich einen Arbeitsvertrag für eine Vollzeitstelle unterschrieben. Es handelt sich um eine Stelle im kaufmännischen Bereich über die größte und bekannteste Zeitarbeitsfirma (kennt ihr sicher alle) überhaupt.

´Muß trotzdem korrekterweise nachfragen: BZA/iGZ-Tarifvertrag?
 

ela1953

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Ich habe den Eindruck, Du solltest Deine Bewerbungsunterlagen überprüfen. Ich war lange Zeit für Personalangelegenheiten zuständig und hätte glaube ich ein Problem mit Deiner Bewerbung, wenn ich so lese, was Du schreibst.

Auf der einen Seite suchst Du eine Vollzeitstelle (als was?), dann machst Du ein Praktikum als Ausgrabungshelferin (weil Du studieren willst oder schon tust?) und dann gibst Du ein Zeugnis über einen Minijob in Deine Bewerbungsunterlagen, bei dem Du nach 3 Monaten selbst gekündigt hast?

Ich glaube, ein potenieller AG weiß gar nicht, wo er mit Dir dran ist.
Das Zeugnis der Vollzeitstelle ist m.E. gut und da kannst Du nicht meckern. Ein Zeugnis von einem Minijob würde ich an Deiner Stelle gar nicht den Bewerbungsunterlagen beifügen. Und schreibst Du etwas über das Praktikum in Deinen Bewerbungen?

Überleg doch mal, wie das bei einem AG ankommt. Der sucht jemanden für eine Vollzeitstelle, den er - im Idealfall - für längere Zeit behalten will und dann bewirbst Du Dich, schreibst was von Praktikum und Studium und kündigst einen Minijob nach 3 Monaten (Gründe kennt er ja nicht).

Auf mich - als AG - würde das den Eindruck machen, Du weißt gar nicht was Du willst und wirst demnächst wegen Studium wieder bei mir aufhören.

Versuch doch mal, Deine Bewerbungsunterlagen dahingehend zu untersuchen. Vielleicht hilft das ja.

P.S. Ich meine meine Aussagen nicht böse, sondern nur als Tipp.
Viel Erfolg


Ich finde das Arbeitszeugnis auch gut bis sehr gut. Da würde ich nie ein noch besseres verlangen.

Denn wenn ein potentieller AG dann überall "stets" und "immer" und "vollsten" liest kommt ihm das sicherlich sehr verdächtig vor. Denn immer und überall kann niemand sehr gut sein.
 

Erolena

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Zum Studienwunsch in der Bewerbung mal unsere Erfahrung:

Wenn man später noch studieren will, kann man eine ganz normale Bewerbung schreiben und dann nur im Lebenslauf ganz unten eintragen Berufsziel: z.B. Archäologe.
Damit erkennt jeder Personaler, dass derjenige irgendwann zum Studium verschwindet. Aber das ist ja nicht schlimm. Wenn er in den ein, zwei Jahren seine Arbeit gut macht.
Die obige Variante war auf Anhieb erfolgreich.

Dagegen auf ein Anschreiben, in dem gleich drin stand, dass man nur für ein Jahr eine Stelle sucht - dafür gab es nur Absagen. Es war übrigens die Arbeitsagentur, die Druck gemacht hat, den Satz aus dem Anschreiben herauszunehmen. Offensichtlich hatte sie damit recht.
 
R

Rounddancer

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Also, ich war ja lange Jahre auch Personalentscheider,- und ich sage Dir: Das jetzige Zeugnis Deines regulären, letzten Arbreitgebers ist gut bis sehr gut. Und es ist nachvollziehbar glaubhaft gut. Wenn Du nun ein noch besser aussehendes(!) forderst, dann kommt nur so ein künstliches Derivat heraus, das Du auch aus jedem Zeugnisgenerator druckreif herausbekommst, den Du in allen Punkten auf die Note Eins stellst.
Doch kein Mensch hat in allen Bereichen die Note Eins,- und wenn doch, dann nicht lange, weil er dann bald wegen Überlastung zusammenbrechen und ausfallen wird. Oder er glaubt, ein so toller Typ zu sein, ist aber für das Betriebsklima dann menschlich nicht selten der Super-GAU.
Jeder Arbeitgeber, der an Dir interessiert ist, und dann so ein künstlich supergutes Zeugnis sieht, wird zum Hörer greifen,- den alten Arbeitgeber anrufen nd fragen, was da wirklich war. Und dann erfahren, daß man Dir eing gutes Zeugnis gestellt habe, Du damit aber unzufrieden gewesen seist,- Druck gemacht hättest. Dann wüde der potentielle neue Arbeitgeber sicher von Dir Abstand nehmen,- denn wer holt sich schon gerne ein Problem ins Haus?

Zeugnis des Minijobs würde ich weglassen, sonst denkt der potentielle Arbeitgeber, Du würdest immer fremdgehen, er auch Deine Arbeitskraft mit jemand anderem teilen müssen.

Zu Deinen Fragen zur Zeitarbeit und -abrechnung machst Du m.E. besser einen eigenen Thread auf, denn dafür gibt es hier eigene Spezialisten, die aber u.U. ein reguläres Zeugnisthema wie dieses nicht intensiv lesen und so u.U. übersehen, daß da was aus ihrem Erfahrungsbereich mit drinsteht.
 

Saturn

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AW: Zeitarbeitsfirma - Zeitkonto - Zeitausgleich - Auszahlung

die Vorgesetzte [...] meinte, ich dürfe mir höchstens so ca. 50 Stunden ausbezahlen lassen, damit für Notfälle ohne Einsatz noch genügend auf dem Konto übrig bleibt.
Deine Vorgesetzte bezieht sich auf
§4.5 d) DGB/BZA-TV Durch Vereinbarung zwischen Mitarbeiter und Arbeitgeber können im Ausgleichszeitraum bis zu 70 Stunden aus dem Zeitkonto in Geld ausgeglichen werden.
Du mußt in einsatzfreien Zeiten dein Zeitkonto nicht antasten und Deine Vorgesetzte darf das auch nicht. Schließlich hälst Du Dich in einsatzfreien Zeiten bereit für andere Einsätze und dieser Zeitraum wird Dir bezahlt wie eine Arbeitszeit.

Aber auf meine Frage nach den Gleittagen sagte sie, dass ich 35 Stunden auf dem Überstundenkonto haben müsse, um einen einzigen Tag Gleitzeit nehmen zu können. Ist das rechtens?
Ja,mit Einschränkung,
gem. §4.5 b) DGB/BZA-TV Der Mitarbeiter kann verlangen, während der Einsatzzeit beim Kunden je 35 Plusstunden 1 Arbeitstag aus dem Zeitkonto in Freizeit zu erhalten. Dieser Anspruch kann nur einmal je Kalendermonat für max. 2 Arbeitstage geltend gemacht werden.

Soweit Dein Anspruch.
Andere Vereinbarungen, die für Dich günstiger sind, bleiben davon unberührt. Beispielsweise gem. §4.5 a) DGB/BZA-TV Nach Vereinbarung mit dem Mitarbeiter ist ein Ausgleich der Plusstunden jederzeit möglich.

Als ich ihr erzählte, dass ich bei meinen früheren Firmen (sowohl bei der Zeitarbeit als auch bei den Festanstellungen) nur ca. 7,3 Stunden auf dem Konto haben musste, um einen Tag frei zu nehmen, meinte sie nur dass ich erstmal abwarten sollte und hat schnell das Thema gewechselt. Ich wollte sie noch fragen, ob die restlichen 28 Stunden dann verfallen oder was sonst mit ihnen passiert, aber sie wechselte wie gesagt das Thema.
Siehe anderer Beitrag in diesem Thread.

Dass die Firma finanzielle Probleme hat, glaube ich nicht.
Ich auch nicht.

Und außerdem weiß ich noch gar nicht, wie das mit Heilig Abend und Silvester gehandhabt wird. Viele Firmen verlangen inzwischen, dass man für beide Tage je einen kompletten Tag Urlaub nimmt und keine zwei halbe Tage mehr wie früher.
Heiligabend und Sylvester sind keine gesetzlichen Feiertage und es besteht die uneingeschränkte Arbeitspflicht. Die eingeschränkte Arbeitspflicht ("Halbtagsregelung") hängt ab vom Arbeitsvertrag, dem Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung und Dienstvereinbarung[FONT=Verdana,Arial,sans-serif].[/FONT]
Ist das Ausbeuterei oder ganz normal?
Das ist Ausbeuterei.
 
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