Leserbrief Warum heute keine Revolution möglich ist

Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...

wolliohne

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 August 2005
Beiträge
14.321
Bewertungen
831
Leserbrief zu Neoliberales Herrschaftssystem:


(Der NDS-Beitrag hier)
Liebe Macher der Nachdenkseiten
Mit Interesse bemerke ich, dass der Artikel der Süddeutschen in den Nachdenkseiten unterschiedliche Wertungen erfährt. Gestatten Sie mir deshalb, mich mit meiner Wortmeldung diesem Beitrag zu nähern.
Im Zeitalter der Globalisierung ist Neoliberalismus weltumspannend. Um diesen zu bewerten, ist also Betrachtung der ganzen Welt nötig. Wenn der Autor nun behauptet, dass die Macht nicht mehr repressiv sei, hat es den Anschein, dass er die Welt nur aus dem Fenster seiner Gelehrtenwohnung und auch nur so weit überblicken will. Denn zum Neoliberalismus gehören z. B. auch die repressive Troika in Griechenland, die kriegerische Zerstörung verschiedener Staaten im Nahen Osten durch den Westen oder auch die Sanktionsandrohungen gegen Hartz-IV-Empfänger. Fragen Sie die Betroffenen. Sie werden derartige Aktionen regelmäßig als repressiv wahrnehmen. Und wenn eine Kassiererin wegen Verzehrs eines angetrockneten Hackepeterbrötchens gekündigt werden kann, so geschah das in genau der Welt, von welcher der Autor behauptet, die Macht des Neoliberalismus gründe sich im Verführen.
weiterlesen
 

wolliohne

VIP Nutzer*in
Startbeitrag
Mitglied seit
19 August 2005
Beiträge
14.321
Bewertungen
831
[FONT=&quot]dazu passend:

isw-report 98: Ist Wohlstand ohne Wachstum möglich?[/FONT]
[FONT=&quot]
28 Seiten / 3,00 Euro zzgl. Versand

Im Kapitalismus gelten nur Werte, die auf dem Markt in Geld verwandelt werden können. Deshalb stehen die Profitinteressen über denen der vernünftigen Reproduktion von Mensch und Natur. In der kapitalistisch-fossilistischen Produktions- und Lebensweise dominiert in krisenhaften Sprüngen ein Wachstum, das vor allem von den Transnationalen Konzernen des Energie- und Verkehrssektors und der Finanzindustrie dominiert wird. Gute Arbeit, gutes Klima, Gesundheit sind immer weniger zu bekommen. Auch der Frieden wird angesichts der globalen Jagd nach Ressourcen und der Kontrolle der Verkehrswege zu einem immer zerbrechlicheren Gut. Wir müssen unsere Lebensweise ändern, wenn wir menschlich überleben wollen.

isw-report 98 dokumentiert die Redebeiträge des 22. isw-forums

Prof. Ulrich Brand (Uni Wien): Mensch und Natur verlangen die Wachstumsbremse
Franz Garnreiter (isw): Wirtschaft, die wir dringend loswerden müssen
Uwe Fritsch (Betriebsratsvorsitzender VW Braunschweig): Wohlstand ohne Automobilproduktion?
Sabine Leidig (MdB DIE LINKE.): Positionen und Akteure für eine sozial-ökologische Transformation

[/FONT]


www.isw-muenchen.de
 

roterhusar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juli 2006
Beiträge
3.336
Bewertungen
35
EW Pirna; 6. Absatz:

"Schließen sich Ausbeutung und Freiheit nicht eher aus? Also wäre an dieser Stelle von eingebildeter Freiheit zu reden."

Heute befindet sich die Freiheit im "Lager". Dort bist Du vogelfrei. Außerhalb davon bekommst Du guten Lohn für gute Arbeit. Siehste, es geht doch.
 

hemmi

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
16 Juni 2010
Beiträge
2.161
Bewertungen
52
Palödsinn, die Antwort heisst SKY und Bundesliga.
Solange der Erfolg des Lieblingsvereins über dem Eigenen steht, ist den Deutschen so ziemlich alles Banane.:icon_hug:
 

*kampfpaar*radikal.A

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
22 Februar 2008
Beiträge
1.916
Bewertungen
996
. .
"Keine Revolution möglich", sagt PhilosophieProfessor Byung-Chul Han. Ob das nun soo interessant ist, was dieser Mann sagt? Mag es ja sein für die Leutz, die sich im GeldBeutelÜberfluss teure Matthes & Seitz-Schinken koofen, um gruselnd neueste Hieroglyphen postmoderner EndZeitSchauderei in ihren masochistischen Köppkes routieren zu lassen.

Doch was hat das werte Onkelchen denn da anzubieten, wenn er z. B. in facettenreichen NebenKriegsSchauPlätzen neuester KommunikationsTechnik wühlt und ihre >Auswirkungen im NeoLiberalismus als PunktusKnaxus der Gestaltungs(Un)Möglichkeiten auf dafür viel zu hoch gehängte WerbePlakate hängen lässt?

Hier ließe sich der Satz des ollen deutschen KönigMannes anbringen: "Tiefer hängen!" Ich erweitere das und sage in Anlehnung an die bleichen Knochen des ollen Kalle Marx: Stellt den Kroams dieses KunstProfessörchens Byung-Chul Han mal vom Kopp auf die FußSohlen.

Was macht Prof BCH denn eigentlich? In typischer Manier zäumt er das Pferd von hinten auf. Nimmt sich die "Transparenzgesellschaft" - bedingt durch PC-Nutzung - und findet datt nich gut, daß nun vermehrt alles persönliche offen zu finden ist.

Als pessimistischer KulturKritiker nimmt er das nun zum Anlaß, eine idealistische VerschwiegenheitsBewegung einzuklagen. Das kommt mir so daher, als forderte man die ersten FließBandArbeiter auf, sich bei der FließBandArbeit ganzheitlich zu bewegen und die ArbeitsZeit selbst zu gestalten.

Sowas mag als SabotageTaktik für Einzelne möglich sein, ändert aber nix an der Existenz eines neuen ProduktionsMittels - damals FließBand, heuer Combjuta - mit jeweils verändernden Lebens- und ArbeitsBedingungen. Da nutzt es nix, alten Zuständen hinterher zu trauern und idealistische KulturKritik auf teurem Papier von Matthes & Seitz drucken zu lassen oder im Panoptikum theaterwissenschaftlicher Events traurig zu beklagen, datt ett keene Revolution mehr geben kann - weil der entsprechende FrachtZug mit dem dazugehörenden Equipment leider abgefahren ist.
.

:cool: ... jenau, warten wa ab, bisse de EU kracht und
......denne machen wa all z'amme: Rewoluschtion,
......gelle? Und datt janze ooch noch ohne FreiBier ...

.

 

roterhusar

VIP Nutzer*in
Mitglied seit
4 Juli 2006
Beiträge
3.336
Bewertungen
35
Hab den geschätzten jungen Mann noch einmal gelesen.

"Heute gibt es in Südkorea kaum Widerstände. Es herrscht dagegen ein großer Konformismus und Konsens mit Depression und Burn-out. Südkorea hat heute weltweit die höchste Suizidrate. Man wendet Gewalt gegen sich selbst an, statt die Gesellschaft verändern zu wollen. Die Aggression nach außen, die eine Revolution zur Folge hätte, weicht einer Selbstaggression."

Das triff in gewissem Sinn auch in Ansätzen auf uns zu. Suizid zu begreifen als Schockreaktion auf Krise. Wobei die Frontverlagerung in das Innere des Menschen noch nicht abgeschlossen ist. Sicher, das ganze Drama dieser Solitude zeigt sich am besten an Alleinerziehenden. Sie arbeitet für zwei und gibt sich die Schuld, wenn sie selbstverständlich scheitert.

Der Autor wünscht sich ebenso wie wir "die" Revolution, und wundert sich genauso, dass sie ausbleibt. (vorrausgesetzt, was 1989 geschah, keine R. war.)
"Aus erschöpften, depressiven, vereinzelten Individuen lässt sich keine Revolutionsmasse formen."
Darum ist er enttäuscht von den verschiedenen globalen Bewegungen, weil sie nicht kommunistisch genug sind. Das können wir auch sein. Solange noch so viele unter dem Trauma des ersten Kommunismusversuchs leben, muss jeder weitere Traum in der Sackgasse landen.

Aber hat das je irgendjemanden geschreckt?
Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus, hoch die internationale Solidarität.
 
Status

Dieses Thema ist geschlossen.
Geschlossene Themen können, müssen aber nicht, veraltete oder unrichtige Informationen enthalten.
Bitte erkundige dich im Forum bevor du eigenes Handeln auf Information aus geschlossenen Themen aufbaust.

Themenstarter können ihre Themen erneut öffnen lassen indem sie sich hier melden...
Oben Unten