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Leistungsüberschlag Frau mit zwei Kindern

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zebulon

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#1
Hallo zusammen,

ich bräuchte mal Hilfe für die Leistungsberechnung einer Familie, bestehend aus einer alleinstehenden Frau mit zwei Töchtern, 13 u. 16 Jahre. Beide Töchter gehen zur Schule und leben im Haushalt. Es gibt einen unterhaltspflichtigen Vater, bei dem aber anscheinend nichts zu holen ist. Anwaltliche Aktivitäten laufen in dieser Richtung.

Die Frau erhält etwa 1100.- Euro monatlich ALGII.

Sie hat eine Miete von 670.- warm
300.- Euro Kindergeld werden verrechnet.
Strompauschale zahlt sie monatlich 74.- Euro an die Stadtwerke.
Keine zusätzlichen Einkünfte.

Es geht darum zu überschlagen, ob die Zahlungen in etwa korrekt sind. Hat da jemand Erfahrungswerte.

Wie ist es mit dem Zuverdienst ? Dürfen die Kinder auch 100 Euro monatlich dazuverdienen ? Kann man den Zuverdienst auf die Bedarfsgemeinschaft aufteilen, wenn eine Person 300.- verdient, die anderen nichts.
Gibt es Hilfe für Schulbücher oder sonstigen Sonderbedarf, den man geltend machen kann.

Dank im vorraus.

Gruß
Zebulon
 
E

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Gast
#2
Man müsste erst noch wissen :
- Ost oder WEST?
- ist die 16 jährige in Ausbildung ( Ausbildungsvergütung)
- Ist von den Wohnkostenbereits Warmwasserpauschale abgezogen?
- Kindergeld mal 2 ist 308 Euro?
-Einmalige Beihilfen für Schulbedarf muss man derzeit nach der Beantragung noch einklagen meist, da im Gesetz lediglich Schwangeren, Babybeihilfen und für Erstmaligen Bezug einer Wohnung und mehrtägige Klassenfahrten ausdrücklich genant werden. Aber auch solche Schulhilfen sind nicht in der Regelleistung drin.
Hier steht schon viel dazu in diesem Teil des Forums.
-
 
E

ExitUser

Gast
#3
Wenn sie im Westen wohnst und auch die Kinder sonst keinerlei Einkommen haben, dann errechnet sich ihr Bedarf etwa wie folgt :
670 Wohnkosten
345 Regelsatz Mutter
207 Regelsatz 13- Jährige
276 Regelsatz 16- Jährige
82 Alleinerziehendenzuschlag 2 mal 12% vom Regelsatz Mutter

.. sind insg : 1582 minus Einkommen Kindergeld :
308
-----
1272 Euro

Solten die Kinder verdienen, darf nur das bei der Mutter angerecehnet werden, was ihrem eigenen Bedarf übersteigt.
Der errechnet sich pro Kind 1/3 der Warmmiete + dessen Regelsatz.

Stromkosten sind aus dem Regelsatz zu bezahlen und werden nicht extra auf den Bedarf angerechnet.
 

zebulon

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#4
Hallo Lillybelle,

danke für die Antwort. Die Familie lebt im Westen.


Die Frau ist eine gebürtige Engländerin mit Sprachproblemen, die Schwierigkeiten hat mit dem Antrag zurecht zu kommen.

Das mit dem Kindergeld wird mit 308 richtig sein. Wir haben die Sache nur näherungsweise am Telefon besprochen. Den Bescheid habe ich noch nicht gesehen. Die 16jährige ist nicht in Ausbildung, soweit ich weiss.

Solten die Kinder verdienen, darf nur das bei der Mutter angerecehnet werden, was ihrem eigenen Bedarf übersteigt.
Der errechnet sich pro Kind 1/3 der Warmmiete + dessen Regelsatz.
Das verstehe ich nicht. Da der Bedarf der Kinder ja durch ALGII abgedeckt ist, dürfen die dann NICHTS dazuverdienen ? Könntest du mir da nähere Infos geben. Vielleicht gibt es ja auch einen Beispielfall.

Vielen Dank einstweilen, Lillybelle. So wie es aussieht, kriegt die Frau anscheinend zu wenig.
 
E

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Gast
#5
Die Zahlen würden stimmen, wenn die Kinder tatsächlich 100 Euro dazuverdienen würden und die den Alleinerz.- zuschlag vergessen hätten. lol

Nein, wenn die Kinder duch Unterhalt und Kindergeld sich allein versorgen könnten rechnerisch, dann dürfte nur das übertsiegende angerechnet werden auf die Mutter, soviel ich weiss. Ist ja aber Jacke wie Hose, da ja alle in einem Boot sitzen insgesamt finanziell gesehen.
 

zebulon

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#6
Hallo Lillybelle,

formulieren wir es mal anders, weil ich es immer noch nicht verstehe:

Dürfen die Kinder zu den Leistungen zusätzlich auch 100.- Euro abzugsfrei dazuverdienen wie die Mutter, wie die gesetzliche Regelung es seit Oktober hergibt, oder anders ausgedrückt, gilt dieser abzugsfreie Zuverdienstbetrag von 100.- Euro für jede Person der Bedarfsgemeinschaft ?
 
E

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Gast
#7
"Bei erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die Erwerbstätig sind, ist von dem monatlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit ein weiterer Betrag abzusetzen. Dieser beläuft sich
1. für den Teil des monatlichen Einkommens, das 100 Euro übersteigt und nicht mehr als 800 Euro beträgt, auf 20 vom Hundert und
2. für den Teil des monatlichen Einkommens, das 800 Euro übersteigt und nicht mehr als 1 200 Euro beträgt, auf 10 vom Hundert.
An Stelle des Betrags von 1 200 Euro tritt für erwerbsfähige Hilfebedürftige, die entweder mit mindestens einem minderjährigen Kind in Bedarfsgemeinschaft leben oder die mindestens ein minderjähriges Kind haben, ein Betrag von 1 500 Euro." (§ 30 SGB II, gültig ab 1.10.2005)

Kinderarbeit wäre verboten ... noch
 
E

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Gast
#8
:kratz: :?: :shock: :(
Janchen bitte mit einfacher deutsch ich hab gar nichts verstanden
:kinn: :oops:
FRESHER_TERAZI
 
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Gast
#9
Nein, den Kindern würde es voll angerechnet werden ohne Abzüge. Erwerbsfähig gilt man erst ab dem 15. Lebensjahr unter dem SGB II.
 

zebulon

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#10
"Bei erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die Erwerbstätig sind, ist von dem monatlichen Einkommen aus Erwerbstätigkeit ein weiterer Betrag abzusetzen.
Nein, den Kindern würde es voll angerechnet werden ohne Abzüge. Erwerbsfähig gilt man erst ab dem 15. Lebensjahr unter dem SGB II.
Die Tochter um die es hier geht, ist ja 16. Also müsste für sie diesen Freibetrag ja gelten?


PS.: Danken Janchen, für dein "Antragsformular" für Schulmittelbeihilfe. Das kommt hier wahrscheinlich auch zum Einsatz.
 

zebulon

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#12
Ich hab' mal alles an die betreffende Person weitergeleitet.

Da die Frau mittlerweile in diesem Monat aus unerfindlichen Gründen nur 1040 Euro bekommen hat und die Heizkosten scheinbar doch nicht in der Miete enthalten sind, bekommt sie wohl monatlich 260.- Euronen zu wenig. Scheinbar zieht man in Trier verschiedenen Personen zu Weihnachten 60.- Euro vom ALGII ab, anstatt die draufzulegen.

Ich würde den Politikern empfehlen, das im neoliberalen Sozialkürzungsjargon als negatives Weihnachtsgeld zu bezeichnen.

Dann klingt es nicht so negativ. :twisted:
 
E

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Gast
#13
Denkbar wäre auch, dass sie die 16 Jährige gar nicht mit in der BG haben und meinen, die solle einen eigenen Antrag stellen. Soll mal gucken, ob die überhaupt mit aufgeführt ist, lol.
 

zebulon

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#14
Denkbar wäre auch, dass sie die 16 Jährige gar nicht mit in der BG haben
Gute Idee. Das käme auch von der Differenz in etwa hin. Ich habe der Frau deine Überschlagsrechnung mal ausgedruckt und ihr geraten, sie solle das zum nächsten Termin mitnehmen. Es steht bei ihr jetzt ein neuer Folgeantrag aus.
 
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#15
Dann muss die Tochter schnellstmöglich einen eigenen ALG 2 - Antrag einreichen. Und das Amt würde ich dann auf fehlende Beratung hin verklagen und eine Dienstaufsichtsbeschwerde, bzw. Fachaufsichtsbeschwerde bei der Regionaldirketion machen. :lol:
 

zebulon

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#16
Ich hab' jetzt nochmal zu ihr rübergeschickt. Bin mal gespannt.

Von Zeiten, VOR HartzIV (mein Gott, klingt wie VOR DEM KRIEG) weiss ich, dass es einen Passus (ich glaube im Verwaltungsrecht) gab, wonacht behördliche Entscheidungen dann zurückzunehmen sind, "wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass das Recht unrichtig angewandt wurde" Vielleicht lässt sich das auch auf Hartz IV anwenden um falsche Bescheide im Nachhinein, auch ohne das ein Widerspruch eingegangen wäre, anzufechten. Wer blickt den bei diesen komplizierten Bescheiden, die zum Teil auch auf fehlerhafter Rechtsgundlage beruhen, noch durch, bzw. kann beurteilen ob der Betrag, der am Ende dabei herauskommt, korrekt ist.

Es stellt sich ja jeden Tag immer mehr heraus, welche rechtlichen Widersprüche das panikartig zusammengestoppelte Machwerk HartzIV beinhaltet. Jüngstes Beispiel ist die gerichtliche Entscheidung des Chemnitzer Sozialrichters Gerhard Gleich bezüglich eheähnlicher Gemeinschaften.
 
E

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#17
Nö, der Beschied war in dem Fall vielleicht sogar richtig, nur haben sie "vergesen" dann mitzuteilen, dass die Tochter selbst anmelden muss.
Dass gehört aber zu der Beratungspflicht.
 
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