Leiharbeit: Legalisiertes Lohndumping

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indiquent

Gast
Statt Unternehmen zu ermöglichen, von den Beschäftigten Freibriefe für schmutziges Lohndumping zu erhalten, sollte die Regierung lieber den Belegschaften ermöglichen, gegen den Einsatz von Leiharbeit und Werkverträgen ein Veto einzulegen.

Falls das Lexikon mal eine Umschreibung für Sklavenarbeit überlegt, wie wärs mir... Arbeitnehmerüberlassungsgesetz .

Wagenknecht zieht Bilanz
Leiharbeit: Legalisiertes Lohndumping | Gastwirtschaft*- Frankfurter Rundschau
 

Maximilian32

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AW: politisch gewolltes Lohndumping

Lohndumping - LA (ZAF)

Ich verstehe das manchmal im Zusammenhang nicht.
Hier ein Beispiel: Das Unternehmen beschäftigt festangestellte AN zu 1700€ bis 1900€ Brutto. (Facharbeiter, Einstieg)
Die Lohnkosten liegen also ganz rund irgendwo zwischen 2000€ und 2300€ pro Mitarbeiter.

Die beschäftigen natürlich auch viele LAN, selbst bei 8,50 pro Stunde sind diese doch teurer.
Das UN an sich (ohne es in Schutz nehmen zu wollen!) betreibt doch dann kein Lohndumping.

Das Problem ist die ZAF. Mir wird da immer zu sehr auf dem Entleiher rumgehackt, bez. Lohndumping.

EDIT:

Die Kritik am "Gesetz zur Regulierung von Leiharbeit" ist berechtigt.

Es gibt da nur eine Lösung: ZAF abschaffen!
Man kann als AN auch befristet einstellen, bei vorerst guter Auftragslage zum Beispiel.

Der Entleiher zahlt an die ZAF i.d.R. rund das Doppelte (Faktor 1,9 ist nicht unüblich), was der AN von dieser bekommt.
Bei 8,50€ / h * 152h / Monat = 1292€ - ergeben sich also grob 2584€ Belastung für den Entleiher.

Nicht über ZAF: Entspricht das fast (über 14€ Stundenlohn) 2200€ Brutto für den AN (2630€ AG Belastung).
Der Entleiher zahlt also eigentlich und für die Hilfskraft (EG1 der ZAF / OST) fast 14€ Stundenlohn - an die ZAF.

Das LA und hohe Fluchtration für das UN (den Entleiher) zwangsweise "billig" ist, ist ein Irrglaube.

Am schlimmsten sind die "Unternehmen" (!) da wo 8,50€ über ZAF noch zu viel ist - um zum Beispiel den Auftrag zu ergaunern.
(Oder Scheinwerkverträge)
 

flandry

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AW: politisch gewolltes Lohndumping

Gegen Abschaffen spricht, dass sich auch mit befristeten Arbeitsverträgen vieles nicht regeln lässt. Sei es, dass von jetzt auf gleich jemand gebraucht wird oder für 1 Tag Spezialkenntnisse vorhanden sein müssen.
Und für Beschäftigungen, die nur ein paar Tage dauern, ist die Verwaltungsarbeit unverhältnismäßig hoch.

Zugegeben: Bei Einsätzen von Leiharbeitern, die z. B. über 4 Wochen hinausgehen sind befristete Arbeitsverträge durchaus eine Möglichkeit. Was im Tourismus geht sollte auch in einem Industrieunternehmen gehen.
 

Maximilian32

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AW: politisch gewolltes Lohndumping

Mit Abschaffen meine ich: Gleiche Bezahlung von Beginn an - für den LAN. Somit würde sich ZA selbst (stark!) regulieren. Wenn das UN dann eben was spezielles für einen kurzen Zeitraum sucht, dann darf es auch mit speziellen Kosten dafür rechnen.

Um die 70% der LAN sind Fachkräfte, beziehungsweise haben einen Facharbeiter.

Wenigstens muss dafür gesorgt werden, dass eine richtige Einstufung in die angepasste EG erfolgt. Darüber wird bei dieser Thematik viel zu wenig gesprochen.

Zum Beispiel LA im Call-Center. Da werden ELO massenhaft hin-vermittelt. Ich kenne die Branche, da wurde an der ein oder anderen Stellen über den Mindestlohn von 8,50€ gejammert... sich aber jetzt vielfach LAN ins Großraumbüro pflastern. Da gibt es über ZAF oft E2 (OST - 8,66€/h) - und die sind teurer als die Festangestellten zu 8,50€ (9€ bei weniger Stunden) - was man ja nur schwer bezahlen könne.

Anderswo wird ein Call-Center (outgesourced) über die Marketingabteilung finanziert, Lohnnebenkosten sind dann dafür eigentlich gar nicht entstanden. Hier könnte man richtig dazwischen hauen. Servicefachkraft für Dialogmarketing ist ein Ausbildungsberuf, Call-Center-Betreiber MÜSSTEN also der ZAF soviel zahlen das E3 für den LAN wirkt. Das interessiert (auch) keine Sau und es regt mich auf! Warum das so ist, ist ganz klar - die 10,12€ / Stunde (OST) sind den Betreibern ein Dorn im Augen, ZAF sieht da auch (nach einem Jahr) eine Zwangseinstufung in E4 vor.

Eine ganze Branche könnte man so besser stellen, dass wird bewusst von Politik und Wirtschaft verhindert.

Bei einer Bank angestellt - bekommt der Schalterangestellte mit beratender Tätigkeit DEUTLICH mehr Gehalt als der Call-Center-Agent, der identische Aufgaben (nur am Telefon) übernimmt... warum? Selbst der einfachste Telefonisten oder Assistent (Kopiersklave) verdient bei der Bank mehr Geld. Da sourced die Bank ihren Online-Banking-Support natürlich aus und dann gleich nach Ostdeutschland. Im Call-Center gibt es halt keinen Tarif (den der Bank gleich gar nicht) und LAN ist im Osten noch billiger. Und öffentlich rechtfertigt man dieses outsourcing noch mit? Hohen Lohnnebenkosten.
 

Rotten

Elo-User*in
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AW: politisch gewolltes Lohndumping

ich bin gerade sehr weit weg von Deutschland,so 7000km.ich bekam von meiner families hier ,in einem der laender mot der hoechsten lebensqualitaet welt weit, mit, wie locker man hier arbeitet und lebt. Mindestlohn gibt es umgerechnet bei jetzt zehn euro und sie haben weniger stress bei der arbeit. Es geht also auch anders. nein,nicht USA.ich bin erstaunt,wie fair man hier miteinander umgeht im job.BRD erscheint als Hoelle dagegen,was Arbeitswelt bet rift. Social benefits so wie in der Brd,obwohl es heisst, es wuerde hier Kaum was geben.Mein schwager hier,mit einer recht hohen stellung,meint,Elo wuerden hier weitgehend in ruhe gelassen,obwohl dad gesetz auch streng Klingt.man wuerde absichtlich wegsehen,wenn sie sich etwas schwarz dazuverdienen,Weil das Leben hier in der Dreimillionenstadt teuer ist.
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
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AW: politisch gewolltes Lohndumping

Mir wird da immer zu sehr auf dem Entleiher rumgehackt, bez. Lohndumping.
Ein bischen weiter denken mußt Du schon.
Warum nutzt ein Unternehmen Leiharbeiter? Um:

- Auftragspitzen (Unternehmensrisiko) abzuwälzen
- Soziale Verantwortung (z.B. Kündigungsschutz, Lohnfortzahlung) zu umgehen
- Kosten einzusparen, zB. Gratifikationen

Dein Lohnvergleich ist weitsichtig eine Milchmädchenrechnung.
Die ZAF ist zwar der Menschenhändler mit Bereitstellungsfunktion,
die Entleiher aber sind letztlich mit voller Verantwortung Sklavenhalter.

Das Unternehmen könnte durchaus ohne Leiharbeiter auskommen,
wenn es denn vernünftig wirtschaftet und nicht der unstillbaren Profitsucht unterläge.
Warum setzt sich ein Millionär mit seiner Million nicht zur Ruhe und genießt das Leben?
 

Maximilian32

Elo-User*in
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AW: politisch gewolltes Lohndumping

Hallo.

Es ging mir ja speziell um Lohndumping. Kein Entleiher zahlt an die ZAF einen wirklich niedrigen Lohn für seinen LAN. Und DAS ist der springende Punkt. Gegen LA an sich spricht grundsätzlich erst mal nicht viel. Das Hauptproblem ist die ZAF und die gesetzlichen Regelungen dazu. Würde der LA so vergütet werden, wie die Festangestellten - gäbe es LA in der heutigen Form sicherlich nicht.

UN die LAN beschäftigen als Sklavenhalter zu umschreiben oder ihnen Lohndumping zu unterstellen, finde ich nicht richtig. Ich hatte als TL Einblicke wie da Call-Center-Agents abgerechnet werden, der Stundensatz lag da damals bei über 14€. Und das zahlte das UN auch erst mal an die ZAF für ihre LAN.

(Da bekamen FA damals zwischen 1200€ und 1400€ Brutto.)

Was die LAN über die ZAF angestellt - bekommen habe (E1 OST), dass ist der strittig Punkt.
Müssten die ZAF CCAs zu E3 einstellen, würde sich LA in dieser Branche deutlich verringern, dass garantiere ich dir.

EDIT:
Mir sind auch andere Zahlen, aus einer anderen Branche bekannt, 45€ Stundensatz an die ZAF.
Und das ist kein Lohndumping, in dem Sinne - was der Entleiher für seinen LAN effektiv bezahlt.
Die Sauerei ist, dass der E5er über ZAF (aktuell und OST) nur 12,10€ bekommt, von der ZAF.
Der TV der ZAF MÜSSTE sagen (Beispiel) E5 (OST) = 22€ Stundenlohn, Entleiher zahle das auch, mal Faktor 2.*

*Und dass das funktionieren kann, dafür habe ich auch ein Beispiel.
Ein Freund war über einen Werkvertrag bei einem großen Unternehmen angestellt (er wurde übernommen).
Der hat da richtig gutes Geld verdient (im WV!), nach Abzug aller, für die Arbeit relevanten Kosten rund 2500€ raus.

Der der da eben WV abgeschlossen hat, war halt der Auffassung: Für qualifiziertet Personal müsst ihr anständig bezahlen. Welche ZAF sieht das so? Keine.

Ein Problem ist, einigen UN ist es dem Anschein nach vollkommen egal wen sie da über ZAF bekommen. Und das kann ich auch für sehr kurze Einsätze absolut nicht nachvollziehen. Denn letztendlich repräsentiert der ZAF-Kollege das UN und sollte die festen Mitarbeiter auch passend unterstützen. Ich habe von vielen LAN gehört, dass ihre Kollegen (auch LAN) oft nicht wirklich auf der Höhe sind. Das kann ich aus Erfahrungen als TL teilweise bestätigen, was da von ZAF gekommen ist, war schlicht unbrauchbar (DAFÜR KANN ICH NICHTS!) und die soll das UN dann möglichst sofort fest einstellen?

Anderswo springe zu 80% in der Abteilung nur LAN herum, die einen guten Job machen aber bewusst mit E1 angestellt werden. Es sind doch nur Hilfsarbeiten, was aber gar nicht stimmt. Ein Kumpel wurde für einfache Tätigkeiten verkauft, diese Tätigkeit hat er genau den ersten Tag bis zum Mittag gemacht, danach war wochenlang die Arbeit einer Fachkraft für Lagerlogistik (und nicht weniger) gefordert. Die ZAF müsste also dort ALLE Mitarbeiter mit E3 anstellen, dass passiert aber bis heute nicht. Ich vermute, die werden als E3er abgerechnet, angeboten wird ihnen bis heute E1 + Zulage (0,25 Cent).

Zum einen wird also das UN, der Entleiher beschießen und auch noch der LAN, durch die ZAF... :icon_evil:

Zum Lohndumping:

Nehmen wir an, ein ZAF beschäftigt gezielt LAN für 8,50€, für ein UN. Das UN bezahlt dafür rund 15€, 16€, 17€ an die ZAF... wo genau betreibt das UN, der Entleiher da Lohndumping? Er zahlt im Grunde 15€ - 17€ Stundenlohn, für eine eigentliche Hilfskraft, "seinen" LAN.


In einer Branche beträgt der Verrechnungssatz pro Stunde für einfachste Helfer gerne um die 25€, Montage-Assistent 35€.
Das zahlen einige UN auch (!), da macht die ZAF leider (!) einen guten Schnitt bei, nicht?

Ein Freund wurde (glaube) 2013 als Profi-Rigger mit einem Tagessatz von knapp 485€ (max 10h) an die ZAF verrechnet, bekommen hat er damals E5.
"Seine" Assistenten - vom Entleiher mit um die 300€ (Tagessatz) eingekauft, bekommen habe sie E1 von der ZAF, damals 7,50€ (?).
 
G

Gelöschtes Mitglied 4560

Gast
Es wurde ein Mitspieler vergessen. Die Gewerkschaften. Über die Tarife kann Einfluß genommen werden. Ich bin für eien Rückkehr zu den Anfängen: max. Ausleihdauer drei Monate, danach eine Karenzzeit. Der Abschluß von befristeten Arbeitsverträgen bleibt verboten. Die Idee mit dem gleichen Lohn nach neun oder zwölf Monaten ist Unfug. Hierzu müsste der Arbeitnehmer der Fremdfirma Einblick in die Lohnvereinbarungen zwischen Stammbelegschaft und Eintleihbetrieb nehmen können. Sind Sonderzahlungen Teil des Lohnes? Erhält man seinen Anteil wenn man zum Stichtag ausgeliehen ist? Wie sind andere Lohunzusatzleitungen einzupreisen? Z.B. betr. RV.
 
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