Legt man den Widerspruch gegen einen GDB formlos ein?

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Widerspruch GdB .

Ich hatte im Dezember 2016 eine Herz OP. Mir wurden 3 Bypässe eingesetzt und zwei Löcher in der Vorhofscheidewand geschlossen. Die Löcher waren schon seit meiner Geburt vorhanden, sind aber bisher nicht entdeckt worden und haben scheinbar nicht wirklich gestört. Weil nun durch die verengten Herzkranzarterien der Widerstand in den Adern stärker wurde ist mehr und mehr Blut durch die Löcher gedrückt worden anstatt durch die Arterien und so wurde meine Herzmuskulatur nicht mehr richtig durchblutet. Jetzt ist ein Teil davon Abgestorben und ich habe nur noch eine Herzleistung von 25%.

Meine Leistungsfähigkeit hat sich seit der Operation (vor 5 Monaten) nicht gebessert, lediglich die Operationsbedingten Schmerzen wurden immer weniger.
Die Ärzte in der REHA sagten mir und meiner Frau dass ich ein ganz normales Leben führen könnte und das mein Herz sich verbessern würde und wieder eine ganz normales Leistungsfähigkeit bekommen würde.
Eingetreten ist davon aber noch nichts.

Die REHA Klinik hat mich AU entlassen.

Aktuell bin ich immer noch krank geschrieben und habe massive Probleme im Alltag.
Nach einer Etage Treppen steigen bin ich massiv außer Atem.
Genau so beim gehen. Schon nach ein paar Schritten habe ich Atemnot und direkt nach dem Aufstehen aus dem sitzen wird mir schwarz vor Augen.

In der REHA hat man für mich eine maximale Trainingsherzfrequenz von 109 /min ermittelt. Im stehen ohne weitere Belastung habe ich häufig schon 100 bis 102.
Im liegen wenn es mir gut geht habe ich einen Puls von 80 bis 84 manchmal aber auch über 90 und ich schwitze dann sehr stark.

Wenn ich mich im stehen unterhalte dann bekomme ich Atemnot wenn ich mich nicht extrem auf meine Atmung konzentriere.
Beim Radfahren oder gehen ist gar nicht ans sprechen zu denken.

Sobald ich mich bücke wird mir schwarz vor Augen.
Ich schwitze sehr stark, schon wenn ich den Müll runter bringe.
Die Bushaltestelle ist 400 Meter von meiner Wohnung entfernt, die Strecke schaffe ich nicht ohne Pause und auch dann nur sehr langsam.

Bei den hohen Temperaturen die wir zur Zeit haben darf ich gar nicht nach draußen gehen, dann bleibt mir die Luft weg, bzw. es wird mir schwarz vor Augen.

Wärend der REHA habe ich einen Antrag auf Ermittlung meines Gdbs gestellt
Gestern war der Bescheid in der Post. Mir wurde ein GDB von 30 beschieden.
Einen Schwerbehindertenausweis bekomme ich daher nicht.

Neben der Herzkrankheit habe ich noch Diabetes wogegen ich Langzeit Insulin und Tabletten nehme und ich leide an Schlafapnoe

Ich hätte gerne diesen Ausweis da ich mir davon berufliche Vorteile erhoffe.
Zur Zeit bin ich in Hartz 4 .

Nun habe ich hier gelesen dass es häufig im ersten Versuch abgelehnt wird und man soll Widerspruch einlegen.
Leider finde ich nichts über die genaue Vorgehensweise.

Reicht es formlos Widerspruch einzulegen?
Was ist mit der Begründung?
Soll ich in das formlose Schreiben meine Beschwerden und Probleme hinein schreiben, oder muss man ein ärztliches Gutachten dazu legen?

Es wäre schön wenn jemand den genauen Ablauf schildern könnte.

Einen VDK gibt es hier leider nicht und beim SoVD habe ich einen Termin erst für Mitte Juli bekommen.

Grüße
Murphy
 

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fredy2206

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Hallo,

du hast nach Zustellung des Bescheides über die Höhe des GdB 4 Wochen Zeit, um Widerspruch einzulegen. Dieses habe ich bisher immer formlos in einem Schreiben gemacht. Du kannst zuerst nur Widerspruch einlegen und Deine Beweggründe dafür später nachreichen.
Auf jeden Fall gehört da rein, was Du noch kannst und nicht kannst, welche Beschwerden Du hast und was an täglichen Aufgaben Du nicht mehr verrichten kannst.
Meine Verschlechterungsanträge und Widersprüche wurden auch immer vom Intergrationsamt abgelehnt mit der Aussage, dass alle diese Beschwerden schon in dem bisherigen GdB berücksichtigt wurden. Nun klage ich seit 1,5 Jahren mit dem Sozialverband und der vom Gericht bestellte Gutachter hat mir die 50% bestätigt. Was nun dabei herauskommt und ob sich das Integrationsamt dieser Gutachtermeinung anschließt, bleibt abzuwarten.
Aber warum versprichst Du Dir mit einem höheren GdB bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt? Ich kenne viele Menschen, die ihren GdB eher bei den Vorstellungsgesprächen verschweigen aus Angst, dass der zukünftige AG viele Krankentage erwarten könnte (was damit natürlich nichts zu tun hat).
Gruß fredy
 
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Danke erst einmal für die Antwort.
Das mit der Widerspruchsfrist von einem Monat hatte ich schon gelesen. Mir war nur nicht klar wie genau ich den Widerspruch verfassen sollte und was alles dazu gehört.

Ich werde jetzt erst einmal Fristwahrend Formlos Widerspruch einlegen und die zugrundeliegenden Arztgutachten usw. anfordern.

Ich kann in meinem Zustand niemandem verheimlichen das ich krank bin.
Jeder potentieller Arbeitgeber merkt dass sofort.
Ich war früher bei einer relativ großen Firma angestellt und dort gab es schon einige Schwerbehinderte, da die Firma da eine Quote einhalten musste.

In meinem alten Job kann ich nicht mehr arbeiten weil ich dafür gesund sein müsste.
Selbst wenn es mit dem Job nicht klappen sollte, dann bin ich aber froh über jede Mark die ich sparen kann oder jegliche Steuererleichterung.
Außerdem habe ich noch einen Job bei einer Behörde im Auge.
Dort steht in den Ausschreibungen immer das Schwerbehinderte bevorzugt werden.

Wobei wenn ich ehrlich bin, in meinem jetzigen Zustand kann ich nicht einmal leichte Bürotätigkeiten ausführen. Jedenfalls nicht lange.

Grüße
Murphy
 
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Mein Bruder hatte 35 % herzleistung und Diabetes Typ II.

Er hat sofort GdB 60 und G bekommen.

Arbeiten kannst Du in dem Zustand vergessen.

Wie alt bist Du?
 
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Ich bin fast 53, im Juli habe ich Geburtstag

Warscheinlich liegt das an den REHA Ärzten.
Die haben mir den Entlassungsbericht nicht zugeschickt.
Den habe ich erst vor einer Woche von meinem Hausarzt bekommen.
Dort schreiben sie viel Unsinn, so z.b. das ich 4 bis 5 Km laufen könnte. Das kann ich nicht und das habe ich auch in der REHA nie getan.
Im Jan/Feb als ich in der REHA war lag hoher Schnee und ich war nur ein einziges Mal draußen an der kalten Luft.
Das nannte sich gehen in der Gruppe.
Da bin ich dann mit anderen schlecht gehenden zusammen um das Gebäude gelaufen.
Mir wurde nach der Hälfte der Strecke schwindelig und wir sind weil einige Menschen mit Rollator dabei waren sehr langsam gegangen.
In Google Earth ausgemessen sind das 500 Meter.
Im Entlassungsbericht steht 1,5 km.

Dann schreiben die Ärzte das ich ohne Probleme bis in den zweiten Stock Treppe steigen könne.
Ich bin ab und zu zum Ausprobieren die Treppe bis in den ersten Stock gegangen. Dabei habe ich regelmäßig Luftprobleme bekommen.
Ich weis nicht warum die so etwas schreiben.



Grüße
Murphy
 
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Natürlich,
ich bin da relativ unbedarft ran gegangen. Ich habe denen ja auch geglaubt dass ich wieder gesund werde.
Ich habe während der REHA zusammen mit einer Sozialarbeiterin den Antrag ausgefüllt und auch Teilhabe am Arbeitsleben beantragt.

Es gab da eine relativ junge Assistenzärztin, die mich dort betreut hat.
Sie hat mir mehrfach bestimmte Dinge erklärt und Dinge mit mir abgesprochen.
Das wurde aber regelmäßig von einer älteren Ärztin revidiert, weil es nicht in deren Konzept passte.


So auch mit meiner Diabetes.
Ich war vor der OP gut eingestellt mit Tabletten.
Nach der OP war der Zucker erst einmal außer Kontrolle.
In der REHA hat man dann mit Insulin angefangen damit der Zucker schnell wieder nach unten geht.
Mein Hausarzt meinte dass wäre nach einer solchen schweren Operation völlig normal und hat mich wieder auf die alten Tabletten von vor der OP gesetzt.
Der Körper braucht eben etwas Zeit um sich zu erholen.
Die schießen dort mit Kanonen auf Spatzen damit am Ende der REHA auf dem Papier alles gut aussieht.

Grüße
Murphy
 
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Kliniksozialdienste, von nichts ne Ahnung und davon reichlich. Seit den Erfahrungen mit meiner Mutter gehen da bei mir alle Alarmglocken auf Dauerbetrieb.
 

Muzel

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Der VdK nimmt für die Begründung des Widerspruchs extra Gebühren. Die Höhe richtet sich in einigen Verbänden auch nach der Mitgliedsdauer.
Wenn du formlosen Widerspruch einlegen willst, würde ich in die Stellungnahmen der Ärzte, die das Versorgungsamt angefordert hat,einsehen wollen.
Du hast doch hier eine gute Stellungnahme geschrieben. Das wäre doch schon eine gute Begründung.
 

Zerberus X

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Natürlich,
ich bin da relativ unbedarft ran gegangen. Ich habe denen ja auch geglaubt dass ich wieder gesund werde.
Ich habe während der REHA zusammen mit einer Sozialarbeiterin den Antrag ausgefüllt und auch Teilhabe am Arbeitsleben beantragt.
Sowas macht man schon vor der Reha.:peace:

Mal ne Frage zu deiner Fitness,hast Du Übergewicht?

Einfach etwas Training dann wird es besser,das sagt dir einer der nur noch eine halbe Lunge hat,die aber 70 % bringt und 98 % Sauerstoffsättigung.

Und ganz wichtig beim Atmen nicht verkrampfen.:icon_evil:

Edit. Hast Du die Klinik/Hausarzt von von der Schweigepflicht entbunden,also nicht nur die Rehaklinik?
 
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Sowas macht man schon vor der Reha.:peace:

Mal ne Frage zu deiner Fitness,hast Du Übergewicht?

Einfach etwas Training dann wird es besser,das sagt dir einer der nur noch eine halbe Lunge hat,die aber 70 % bringt und 98 % Sauerstoffsättigung.

Ich hatte vor der OP etwas Übergewicht, habe aber seit dem schon 20 kg abgenommen und bin nun bei 93 kg und 193 cm Körpergröße.

Das mit dem Training ist nicht so einfach.
Ich hatte nach der OP einen tragbaren Defibrillator.
Unter Berücksichtigung der Medikamente und einem Belastungs-EKG wurde in der REHA ein maximaler Trainingspuls von 109 festgelegt.

Nun haben sie mir den DEFI weggenommen weil die Krankenkasse den nicht mehr bezahlen will. D.H. die wollen den überhaupt nicht bezahlen, auch die drei Monate nicht die ich den getragen habe.
Ich soll aber einen DEFI eingepflanzt bekommen aber das will ich wiederum nicht.
Ist ein psychisches Problem an dem ich demnächst mit einem Psychologen arbeiten will, aber den Termin zu bekommen hat auch sehr lange gedauert.

An manchen Tagen erreiche ich schon einen Puls von über 100 nur durch rumstehen.
Da bleibt dann nicht mehr viel Luft nach oben für "etwas Training" wenn 109 schon die obere Grenze darstellt.

Ohne DEFI hat mein Kardiologe mir Sport komplett verboten.
Er hat Angst dass mein Herz durch einen zu hohen Puls aus dem Rhythmus gerät und mit einem Vorhofflimmern darauf reagiert.
Das muss nicht sein, kann aber passieren.
Ohne DEFI bin ich dann nach ein paar Minuten hinüber.


Ich habe im Internet auch einige Vorlagen gefunden und habe jetzt einen Widerspruch erstellt. Siehe Anhang.

Grüße
Murphy
 

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Sowas macht man schon vor der Reha.
Das möchte ich gar nicht diskutieren.
Ich bin noch unter Morphium Schmerztabletten in die REHA gekommen und hatte in der kurzen Zeit zu Hause gar nicht den Kopf frei um über Anträge nachzudenken.
In der REHA hat sich dann die Wunde auf der Brust entzündet und sie wurde wieder aufgeschnitten. Dadurch wurde dann zwar die REHA verlängert, aber es war alles andere als optimal.
Ich könnte ein Foto davon anhängen, aber das sieht nicht schön aus. Meine Frau wollte sich übergeben als sie das zum ersten Mal gesehen hat.
Die Wunde war immer noch offen als die REHA beendet war und meine Frau musste jeden Tag zuhause den Verband wechseln.

Grüße
Mürphy
 

Doppeloma

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Hallo Murphy Slaw,

erlaube mir mal das von oben "aufzuräufeln", denn Einiges aus deiner Geschichte kommt mir sehr bekannt vor, auch wenn es bei mir eine Klappen - OP gewesen ist ... ich gehe mal davon aus, dass du auch eine große OP unter Anwendung der Herz-Lungen-Maschine durchgemacht hast. ?

Ich hatte im Dezember 2016 eine Herz OP. Mir wurden 3 Bypässe eingesetzt und zwei Löcher in der Vorhofscheidewand geschlossen. Die Löcher waren schon seit meiner Geburt vorhanden, sind aber bisher nicht entdeckt worden und haben scheinbar nicht wirklich gestört.

Bei mir ist es schon länger her (2007) aber ich weiß noch sehr gut, wie schnell man nach einer solchen Geschichte wieder topp-fitt sein soll, egal ob man es wirklich ist oder nicht.

Weil nun durch die verengten Herzkranzarterien der Widerstand in den Adern stärker wurde ist mehr und mehr Blut durch die Löcher gedrückt worden anstatt durch die Arterien und so wurde meine Herzmuskulatur nicht mehr richtig durchblutet. Jetzt ist ein Teil davon Abgestorben und ich habe nur noch eine Herzleistung von 25%.

Ich glaube du musst dir einfach mehr Zeit geben und gönnen, ich weiß das ist nicht so einfach, denn alle Welt erwartet, dass man schnell wieder "wie früher" alles packen kann, aber das dauert deutlich länger als man es uns zugestehen will.

Und manchmal wird es wieder für den alltäglichen Hausgebrauch "ganz passabel" aber nicht mehr für regelmäßige Berufstätigkeit.
Erfreulicherweise waren aber meine Herzkranzgefäße noch gut und nicht so verkalkt wie es (eigentlich) altersgemäß zu erwarten war ...

Meine Leistungsfähigkeit hat sich seit der Operation (vor 5 Monaten) nicht gebessert, lediglich die Operationsbedingten Schmerzen wurden immer weniger.

Was nichts daran ändert, dass auch ich nach gut 5 Monaten noch nicht davon überzeugt war, dass ich nun wieder arbeiten könne wie es meine KK dann eingeschätzt hatte ... im Reha-Bericht hatte man auch entsprechende Prognosen gestellt aber mein eigene Gefühl dazu war ein ganz Anderes.

Es ging dann auch nicht mehr lange gut und inzwischen bekomme ich EM-Rente aber das führt jetzt zu weit ... es sei denn du willst mehr dazu erfahren, ob das auch für dich ein Weg werden könnte.

Wie lange nach der OP bist du in die Reha gekommen, bei mir waren es genau 10 Tage Post-OP und es ging dann direkt von der Klinik in die Reha ... ?

Die Ärzte in der REHA sagten mir und meiner Frau dass ich ein ganz normales Leben führen könnte und das mein Herz sich verbessern würde und wieder eine ganz normales Leistungsfähigkeit bekommen würde.
Eingetreten ist davon aber noch nichts.

Wie lange ging die Reha, ich war auch noch nicht wirklich viel fitter danach und aus heutiger Sicht muss ich feststellen, dass der Körper / das Herz deutlich länger braucht, sich mit den neuen Gegebenheiten "anzufreunden" ...

Mal abgesehen, dass es auch psychisch nicht ohne Spuren bleibt wenn man eine solche OP durch hat, die gesundheitlichen Sorgen werden ja nicht "automatisch" kleiner, weil man nun "teuer repariert wurde" ...

Die REHA Klinik hat mich AU entlassen.

Das sollte man noch als normal ansehen, denn die Reha soll ja nur erste Schritte begleiten, schon der Schnitt und die Rippen müssen ja erst wieder fester zusammenwachsen ... ich nehme an du bist auch weiter regelmäßig beim Kardiologen ...

Aktuell bin ich immer noch krank geschrieben und habe massive Probleme im Alltag.

Was also meinen denn die behandelnden Ärzte dazu, dass du noch kein besonderes Besserungsgefühl hast, mein Schwager hat auch Bypässe bekommen, der war danach relativ schnell wieder im Gange, ist aber auch Einer der es gerne übertreibt ...

Nach einer Etage Treppen steigen bin ich massiv außer Atem.
Genau so beim gehen. Schon nach ein paar Schritten habe ich Atemnot und direkt nach dem Aufstehen aus dem sitzen wird mir schwarz vor Augen.

Diese Problem hatte ich eher VOR der OP immer massiver, es gab zwar keine Löcher in der Herzwand aber die Klappe hat fast nicht mehr geschlossen und das Kreislauf-Ergebnis war etwa wie bei dir ... weil es mit der Zeit auch zu Wasser in der Lunge kam.

Nun frage ich mich gerade welche Betreuung / Untersuchungen werden denn bei dir ambulant gemacht, um dahinter zu kommen woran das wohl liegt, dass es dir immer noch so schlecht geht ???

Nach der OP und der Reha kam ich doch (langsam und mit Pausen) wieder bis in die 3. Etage in der wir damals noch gewohnt haben, was vorher auch schon fast unmöglich war, so habe ich kaum noch die Wohnung verlassen (können).

In der REHA hat man für mich eine maximale Trainingsherzfrequenz von 109 /min ermittelt. Im stehen ohne weitere Belastung habe ich häufig schon 100 bis 102.
Im liegen wenn es mir gut geht habe ich einen Puls von 80 bis 84 manchmal aber auch über 90 und ich schwitze dann sehr stark.

Dann stimmt doch aber generell noch was nicht mit deinem Kreislauf, wie sieht es denn mit deinem Blutdruck aus ?
So extrem sollte das nach 5 Monaten eigentlich nicht mehr sein ...

Sobald ich mich bücke wird mir schwarz vor Augen.
Ich schwitze sehr stark, schon wenn ich den Müll runter bringe.
Die Bushaltestelle ist 400 Meter von meiner Wohnung entfernt, die Strecke schaffe ich nicht ohne Pause und auch dann nur sehr langsam.

Was sagen denn deine behandelnden Ärzte dazu, ist man denn sicher, dass die Bypässe noch frei sind ?

Bei den hohen Temperaturen die wir zur Zeit haben darf ich gar nicht nach draußen gehen, dann bleibt mir die Luft weg, bzw. es wird mir schwarz vor Augen.

Ich bin echt kein Arzt, kann das nur aus meinem Blickwinkel betrachten aber das gibt mir schon beim Lesen sehr zu denken und kann sicher nicht durch mehr GdB verbessert werden ... :icon_evil:

Wärend der REHA habe ich einen Antrag auf Ermittlung meines Gdbs gestellt
Gestern war der Bescheid in der Post. Mir wurde ein GDB von 30 beschieden.
Einen Schwerbehindertenausweis bekomme ich daher nicht.

Nach meiner OP wurde auch der GdB mit 30 festgelegt, dass ist so der "übliche" Einstieg bei einer HK-Ersatz-OP, von der AfA wurde ich dann einem Schwerbehinderten gleichgestellt, ich hatte damals noch einen Arbeitsplatz ... das klingt ja bei dir nicht danach ...

Ansonsten solltest du auch die Gleichstellung beantragen, damit hast du zumindest dann den erhöhten Kündigungsschutz, als Arbeitsloser bekommt man das allerdings meist nicht bewilligt.

Neben der Herzkrankheit habe ich noch Diabetes wogegen ich Langzeit Insulin und Tabletten nehme und ich leide an Schlafapnoe

Diabetes kann (in der Regel) gut eingestellt und behandelt werden, dafür wurde dir ja bereits ein GdB von 20 zusätzlich anerkannt.
Eine Schlafapnoe hat mein Männe auch und damit haben wir damals seinen GdB auf die Schwerbehinderung bekommen.

Denn daraus können unbehandelt auch viele Herz- Kreislaufprobleme entstehen und das ist möglicherweise bei dir noch nicht entsprechend berücksichtigt worden.

Benutzt du Nachts ein CPAP-Gerät, dann beginnt der GdB bereits generell bei 20 und es ist (in der Regel) separat zu erhöhen, wenn zusätzliche Schädigungen schon bestehen.

Von welchen Ärzten wurden denn die Befunde dafür angefordert, es ist immer besser bei solchen Anträgen selbst was Aussagefähiges beizufügen, als sich darauf zu verlassen, dass die angegebenen Ärzte auch wirklich alle angeschrieben werden.

Hast du den Klinikbericht beigefügt, ich meine den von der OP, den Reha-Bericht hättest du nicht mitschicken brauchen, was da drin steht interessiert für eine Feststellung vom Versorgungsamt nicht unbedingt.

Ich hätte gerne diesen Ausweis da ich mir davon berufliche Vorteile erhoffe.
Zur Zeit bin ich in Hartz 4 .

Zu diesen (falschen) Hoffnungen wurde dir schon geschrieben, bist du über Krankengeld / Aussteuerung / ALGI (Nahtlosigkeit nach § 145 SGB III) in Hartz 4 gelandet oder weil du schon länger arbeitslos bist ???

Nun habe ich hier gelesen dass es häufig im ersten Versuch abgelehnt wird und man soll Widerspruch einlegen.
Leider finde ich nichts über die genaue Vorgehensweise.

Es wurde ja nicht abgelehnt, du hast einen GdB zugesprochen bekommen mit dem du (aktuell) nicht zufrieden bist, nur selten bekommt man direkt den Schwerbehinderten-Ausweis und "Vorteile" hast du daraus auch nur wenn du Arbeit hast aber nicht im Bezug von Hartz 4 .

Da steckt man dich (vielleicht schon mit GdB 30) in die Reha-Abteilung aber Arbeit hat man dort auch nicht für dich ... steuerliche Vorteile hast du in der Regel auch nur wenn du arbeitest und Steuern zahlst, in Hartz 4 zahlt man keine Steuern. :icon_evil:

Reicht es formlos Widerspruch einzulegen?

Wie dir schon geraten wurde genügt es zunächst fristwahrend Widerspruch einzulegen gegen den Bescheid vom XXX, weil dir der bewilligte GdB nicht angemessen erscheint.

Was ist mit der Begründung?

Die Begründung schreibt man erst wenn man die Unterlagen vom Versorgungsamt bekommen hat, die Grundlage für diese Entscheidung gewesen sind, besonders wichtig ist die "Versorgungsärztliche Stellungnahme" anzufordern.

Damit ist die Widerspruchsfrist bereits eingehalten und für die Begründung kannst du dir dann mehr Zeit nehmen, dafür gibt es dann keine gesetzliche Frist mehr (die Behörden setzen manchmal trotzdem eine, aber die kann man verschieben wenn sie zu knapp ist).

Soll ich in das formlose Schreiben meine Beschwerden und Probleme hinein schreiben, oder muss man ein ärztliches Gutachten dazu legen?

Deine konkreten Beschwerden / Einschränkungen im Alltag solltest du allerdings recht verständlich und ausführlich schildern, denn die Diagnosen alleine geben dazu keine Auskunft wie dich was im Alltag belastet.

Du kannst Arzt- und / oder Klinik-Berichte dazu legen, die das bestätigen (medizinisch) was du als Ursachen dafür angeben wirst ... "Gutachten" werden beauftragt, die hat man in der Regel nicht, es könnte aber sein, dass vom Versorgungsamt ein Gutachter beauftragt wird.
Passiert aber nicht so oft, meist genügen die Arztberichte und der Hinweis z.B., dass bei der Schlafapnoe bestehende Probleme noch nicht erfasst wurden und der GdB dafür höher sein sollte.

Es wäre schön wenn jemand den genauen Ablauf schildern könnte.

Habe selbst schon viele Anträge auf GdB ausgefüllt (für mich selbst und für meinen Männe) und ebenso viele Widersprüche geschrieben, die auch teilweise erfolgreich waren, das Geld für einen Sozial-Verein (welchen auch immer) kannst du dir wirklich sparen, die können ohne deine Informationen auch NICHT beschreiben was mit dir im Alltag los ist. :icon_evil:

Einen VDK gibt es hier leider nicht und beim SoVD habe ich einen Termin erst für Mitte Juli bekommen.

Dann musst du auch erst mal beitreten und wenigstens einen Jahresbeitrag bezahlen, vorher machen die KEINEN "sozialen" Finger krumm ... ich war mal im VDK , da läuft das genau so ... schon beim Widerspruch gegen die EM-Renten-Ablehnung haben die mich im Stich gelassen.

Für einen Schwerbehinderten-Ausweis lohnt sich das wirklich nicht, du kannst immer wieder einen "Verschlimmerungs-Antrag" stellen wenn man einen Widerspruch ablehnt, da lohnt sich auch nur selten eine Klage am Gericht, man stellt besser bald einen neuen Antrag mit neuen medizinischen Unterlagen.

Das mit dem Training ist nicht so einfach.
Ich hatte nach der OP einen tragbaren Defibrillator.
Unter Berücksichtigung der Medikamente und einem Belastungs-EKG wurde in der REHA ein maximaler Trainingspuls von 109 festgelegt.

Ging es dir damit besser, musste der Defi mal aktiv "eingreifen" oder war das schon ausreichend, dass der deinen Herzschlag (arbeitet ja zunächst als Schrittmacher) reguliert hat wenn das nötig wurde ???

Nun haben sie mir den DEFI weggenommen weil die Krankenkasse den nicht mehr bezahlen will. D.H. die wollen den überhaupt nicht bezahlen, auch die drei Monate nicht die ich den getragen habe.
Ich soll aber einen DEFI eingepflanzt bekommen aber das will ich wiederum nicht.

Das verstehe ich nicht, bei welcher KK bist du denn, welche (schriftlichen) Begründungen gibt es dafür von der KK , die "spielen mit deinem Leben", ist dir das eigentlich klar ???

Was haben deine Ärzte unternommen, damit du den Defi behalten kannst, wenn es notwendig ist ... das wurde doch sicher kontrolliert medizinisch, ob das was bringt und wie hast du das selbst empfunden ???

Ich darf dir versichern, dass ich das voller Ernst so schreibe, denn mein Männe wäre vor knapp 2 Jahren fast gestorben (plötzlich ähnliche Beschwerden wie du sie als dauerhaft beschreibst) und hat seither einen Defi implantiert ...

Das hält KEIN Herz auf die Dauer aus (schon gar kein "geflicktes") und wenn es anders nicht zu regulieren geht, wirst du dich entscheiden müssen und den Defi "einbauen" lassen, der wirkt zunächst als Schrittmacher und bei Männe musste der (als Defi) zum Glück noch nicht eingreifen.

Nach der Implantation haben wir übrigens einen Verschlimmerungs-Antrag an das Versorgungsamt gestellt, bereits auf den Defi gibt es (garantiert !) den Schwerbehinderten-Ausweis (den hatte er schon wegen anderer Sachen von Infarkt bis Bandscheiben-OPs), zusätzlich bekam er auch endlich das Merkzeichen "G" ...

Das hatte man ihm bis dahin auch immer wieder verweigert, nach einer längeren Bearbeitungszeit (weil wir auch umgezogen waren zwischendurch) bekam er den Bescheid mit GdB 90 UND Merkzeichen "G", sogar dieses mal ohne Widerspruch .

Ist ein psychisches Problem an dem ich demnächst mit einem Psychologen arbeiten will, aber den Termin zu bekommen hat auch sehr lange gedauert.
Vielleicht kann diese Aussicht deine psychischen Probleme damit ja etwas "abmildern", denn eine Psychotherapie (irgendwann mal) wird dein Leben nicht retten können, der implantierte Defi aber schon ...

Das schlagen dir die Ärzte bestimmt nicht "aus Spaß" vor ... Männe hatte zunächst auch gehofft, dass er den mal wieder los werden könnte aber das sehen seine Kardiologen anders und ich bin sehr froh, dass ich meinen Männe nun (hoffendlich) noch sehr lange behalten darf.

Morgen fährt er wieder zur Kontrolle in den nächsten Ort, mit der Regional-Bahn, weil er das nun nicht mehr bezahlen braucht, in Hartz 4 bekommt man sogar die Wertmarke kostenlos, wir müssen 80 € im Jahr dafür bezahlen ... aber es geht ihm wieder gut und das ist die Hauptsache ...

Er geht sogar 2 Mal die Woche ins Sportstudio (nur leichte Sachen) und schafft auf dem Ergometer beim Arzt wieder 150 Watt, ich schaffe das nicht, mache schon bei 50 fast schlapp aber für den Alltag komme ich damit auch gut zurecht.

Ohne DEFI hat mein Kardiologe mir Sport komplett verboten.
Er hat Angst dass mein Herz durch einen zu hohen Puls aus dem Rhythmus gerät und mit einem Vorhofflimmern darauf reagiert.

Das kann dir auch so jederzeit passieren, bei Männe fing es auch am frühen Abend plötzlich an, dass ihm das "Wasser" nur so runterlief, obwohl er nur vor dem TV gesessen hat ... dann bekam er immer schlechter Luft und ich habe den Notarzt gerufen ...

Ohne DEFI bin ich dann nach ein paar Minuten hinüber.

Deshalb bin ich sehr froh, dass mein Männe den Defi jetzt hat ... den Arzt sollte man trotzdem rufen aber es war nicht mehr nötig und das Gerät musste auch noch nicht eingreifen ... das passiert ja nur wenn der gekoppelte Schrittmacher das nicht mehr alleine schafft ...

Denk mal drüber nach und warte nicht bis es zu spät dafür ist ... ich glaube dann brauchst du keinen Schwerbehinderten-Ausweis mehr ... :icon_evil:

Du solltest lieber den Defi "einbauen" lassen, dann kannst du dir aktuell den Widerspruch sparen und mit dem Arztbericht dann einen "Verschlimmerungs-Antrag" stellen ... :idea:

Bitte nicht übel nehmen aber ich kann mir gut vorstellen, welche Gedanken sich auch deine Frau dabei macht ...

MfG Doppeloma
 
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Doppeloma

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Hallo Zerberus X,

Mal ne Frage zu deiner Fitness,hast Du Übergewicht?

Mal ne Frage was das mit dem Thema zu tun haben soll ???

Gehörst auch zu denen, die immer glauben man müsse nur etwas schlanker werden dann geht alles von alleine weg ... ich war noch nie Übergewichtig, meine Herzklappe hat es trotzdem irgendwann "zerbröselt" ...

Einfach etwas Training dann wird es besser,das sagt dir einer der nur noch eine halbe Lunge hat,die aber 70 % bringt und 98 % Sauerstoffsättigung.

Schön für dich, aber auch Sport ist kein "Allheilmittel", ich bin offenbar NICHT mehr trainierbar ... da haben auch 6 Wochen Reha mit täglichem Ergometer-Fahren NIX gebracht ... im Schnitt jedes 2. Training (mit Herz-Monitor und Blutdruck-Kontrolle) musste aus medizinischen Gründen abgebrochen werden ... :icon_neutral:

Im Reha-Bericht stand dann ich hätte mich nicht "genug angestrengt" und konnte daher meine Herzleistung nicht steigern ... die Trainings-Berichte wurden leider einbehalten ... :doh:

Und ganz wichtig beim Atmen nicht verkrampfen.:icon_evil:

Bemühe mich gerade darum nicht "in Schnappatmung" zu verfallen und beim nächsten Beitrag am Thema vorbei wird rigoros gelöscht ... versprochen ... :sorry:

MfG Doppeloma
 

Zerberus X

VIP Nutzer*in
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Hallo Zerberus X,
Mal ne Frage was das mit dem Thema zu tun haben soll ???
Nun der GdB hängt davon ab wie die Ärzte dem TE sehen,und nicht wie Er sich fühlt.
Gehörst auch zu denen, die immer glauben man müsse nur etwas schlanker werden dann geht alles von alleine weg ... ich war noch nie Übergewichtig, meine Herzklappe hat es trotzdem irgendwann "zerbröselt" ...
Ich habe selbst über 120 kg aber das ist mein Wohlfühlgewicht.:peace:

Schön für dich, aber auch Sport ist kein "Allheilmittel", ich bin offenbar NICHT mehr trainierbar ... da haben auch 6 Wochen Reha mit täglichem Ergometer-Fahren NIX gebracht ... im Schnitt jedes 2. Training (mit Herz-Monitor und Blutdruck-Kontrolle) musste aus medizinischen Gründen abgebrochen werden ... :icon_neutral:
Ich fahre täglich Rad,gut ich habe jetzt ein E-Bike.
Aber tägliche Bewegung ist schon wichtig,versuch es mal mit Schwimmen da ist die Belastung nicht so hoch.
Aber langsam angehen lassen.

Aber zurück zum Thema,der TE hat immer noch nicht geschrieben ob Er alle Ärzte von der Schweigepflicht entbunden hat.
Ganz wichtig ist bei einer solchen Erkrankung die Klinik.
 
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Ich kann in meinem Zustand niemandem verheimlichen das ich krank bin.
Jeder potentieller Arbeitgeber merkt dass sofort.

Hallo Murphy! Du musst unterscheiden zwischen Behinderungsgrad und beruflicher Leistungsfähigkeit.

Wenn du akut zu krank zum arbeiten bist, lass dich durchgehend arbeitsunfähig schreiben.

Der GdB beschreibt gesundheitliche Einschränkungen über einen längeren Zeitraum und muss nicht mit einer Erwerbsminderung einhergehen. Dennoch ist dein Weg natürlich richtig, hier gegen Falschaussagen von Ärzten vorzugehen. Im Verfahren vor dem Sozialgericht sollte dann ein Gutachten stattfinden, wenn die Behörde nicht bereits vorher auf Grund Aussagen deiner behandelnden Ärzte einknickt.

Was ist denn aus deinem Antrag auf Teilhabe geworden? Man kann auch ohne GdB als nicht erwerbsfähig eingestuft werden. Zu prüfen wäre, wie die Perspektive ist und ob du genug Rentenansprüche hast.

Erstmal gute Besserung!

Aber zurück zum Thema,der TE hat immer noch nicht geschrieben ob Er alle Ärzte von der Schweigepflicht entbunden hat.
Ganz wichtig ist bei einer solchen Erkrankung die Klinik.

Die Schwerbehindertenstellen machen in der Regel keinen Finger krumm ohne vollständige Schweigepflichtsentbindungen.
 
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ExUser 2606

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Zerberus, mein Bruder ist über 1000 km mit dem Rad im Jahr gefahren, alle Wege wie Einkaufen usw. Bei jedem Wetter ausser Glatteis. Ausserdem wohnte er im 4. Stock ohne Aufzug. Als sein Herz nicht mehr wollte, haben sich die Aerzte erst noch gewundert, dass Radfahren ueberhaupt noch ging. Irgendwann ging dann nichts mehr, trotz Defi, am Ende nichtmal mehr ein Belastungs EKG.
 
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Guten morgen Doppeloma,

Du hast Dir ja richtig Mühe gemacht mir zu antworten.
Danke dafür.
Mit den meisten Aussagen hast Du Recht. Ich will da aber nicht näher drauf eingehen weil mich das dann wieder runter zieht.
Ich bin heute mit einem Lied auf den Lippen aufgewacht.
Das ist bei mir sehr selten und ich will den Tag lieber genießen.

Was den DEFI angeht, der soll meinen Krankheit nicht heilen oder verbessern.
Er dient nur für den Fall das mein Herz aus dem Rhythmus kommt. Dann soll er mittels Elektroschock den normalen Rhythmus wieder herstellen.

Ich hatte in der REHA jemanden am Frühstückstisch sitzen dessen DEFI ohne Grund einfach losgeschockt hat.
Er stöhnte laut und fiel dann vom Stuhl.
Es stellte sich später heraus dass eine Elektrode einen Defekt hatte und falsche Werte lieferte.
Stell Dir mal vor was passiert wäre wenn er gerade mit dem Auto an einer Gruppe Kinder vorbei fährt und der DEFI legt los.

Herr Bosbach, ein Abgeordneter der CDU im Deutschen Bundestag hat auch einen DEFI und dieser hat auch falsch ausgelöst. Das ging damals durch die Presse. Er brach bei einer Veranstaltung plötzlich zusammen.
Jedenfalls finden sich viele solcher Vorfälle.
Je mehr man sich darüber informiert desto schlechter scheint die Zuverlässigkeit zu sein.
Mit einem DEFI bekommt man sofort mindestens 50% GDB .

Aber die bekommt man ja nicht ohne Grund.
Weil er das Leben schon sehr stark einschränkt. Das fängt mit dem Führerschein an und lässt bestimmte arbeiten nicht mehr zu, selbst wenn er normal funktioniert.

Da Du mehrfach gefragt hast was meine Ärzte dazu sagen und das mit meinem Herzen etwas nicht richtig sein kann, folgendes zur Klarstellung:

Mein Herz ist unwiderruflich kaputt.
Das Herz wird durch 3 Arterien mit Blut versorgt.
Eine war bei mir komplett verschlossen,
eine zu 75% verstopft und die dritte zu 50 bis 60%.

Das war ein Herzinfarkt, den ich aber nicht bemerkt habe.
Ich hatte keinerlei Schmerzen und weis daher auch nicht wann das passiert ist bzw. wie lange ich damit rumgelaufen bin. Das man solche Schmerzen nicht bemerkt kommt bei Diabetikern häufig vor, weil Nerven durch die Diabetes geschädigt sind.

Ich war natürlich völlig müde, ausgebrannt und nicht mehr belastbar, aber ich habe das aufs Alter und mein Übergewicht geschoben.

Erst als mein Ruhepuls bei 150 war bin ich ins Krankenhaus gefahren.

Durch die schlechte Blutversorgung ist jede Menge Muskulatur in meinem Herzen abgestorben und vernarbt. Dadurch pumpt das Herz bei jeder Pumpbewegung nur noch 25% des möglichen Volumens.
Wenn mein gesundes Herz z.b. 1 Liter Blut pro Pumpbewegung pumpen würde, dann pumpt mein kaputtes Herz eben nur noch 250 ml.
D.H. für die gleiche Pumpleistung muss mein Herz 4 Mal so schnell arbeiten, was es ohne Tabletten ja auch versucht hat.(Ruhepuls 150)
Jetzt läuft mein Herz mit Hilfe der Tabletten wieder langsam, aber es transportiert auch weniger Sauerstoff zu den Muskeln und zum Gehirn, daher ist mein Leistung auch nur noch 1/4 von dem eines gesunden Menschen.

Das bleibt auch so.

Ein untrainiertes Herz kann man verbessern durch Training.
Ein trainiertes Herz ist schon auf der maximal möglichen Leistung und verbessert sich durch Training nicht mehr.

Durch die Löcher in meinem Herzen musste mein Herz immer schon mehr arbeiten als bei normalen/gesunden Menschen.
daher ist/war mein Herz durchtrainiert bis zum letzten.
Auch versucht der Körper die schlechte Sauerstoffversorgung zu kompensieren indem er mehr rote Blutkörperchen produziert. Ähnlich wie bei Leistungssportlern, die Höhentraining im Gebirge machen.

Das einzige an Sport was bei mir noch funktioniert ist Radfahren in der Ebene.
Ich kann ohne Gegenwind ca. 30 Minuten bei 12 bis 15 km/h mit dem Fahrrad fahren.
Dabei muss ich mich auch extrem auf meine Atmung konzentrieren, aber es geht.
Schon bei Gegenwind wird es mir zu schwer und der Puls geht nach oben in verbotene Bereiche.

Das Radfahren darf ich erst wieder seit 2 Monaten, vorher war das verboten weil mein Brustkorb noch nicht stabil genug war.

Das mache ich natürlich fast jeden Tag und ich schlafen danach auch besser.
Es hilf meinem Herzen auch auf dem Stand zu bleiben wo es jetzt ist und nicht noch schlechter zu werden.

Direkt nach der OP war die Herzleistung bei 30%,
zum Ende der REHA bei 27%
und vor 1 Monat bei meinem Kardiologen gemessen bei 25%.

Von einer Besserung kann also nicht wirklich die Rede sein.

Grüße
Murphy
 
E

ExitUser

Gast
Wenn du akut zu krank zum arbeiten bist, lass dich durchgehend arbeitsunfähig schreiben.

Ja, das mache ich. Mein Hausarzt sagt das er mich solange krank schreibt wie nötig.

en Jordi; meinte:
ist denn aus deinem Antrag auf Teilhabe geworden? Man kann auch ohne GdB als nicht erwerbsfähig eingestuft werden. Zu prüfen wäre, wie die Perspektive ist und ob du genug Rentenansprüche hast.

Das Amt hat am 20.04.2017 geschrieben das Ihnen noch der Entlassungsbericht der REAH fehlt und das sie deshalb meinen Antrag noch nicht bearbeiten können. Darauf hin habe ich bei der REHA Klinik telefonisch und schriftlich ein wenig Druck aufgebaut und kurze Zeit später lag der Bericht dann auch meinem Hausarzt vor. Jetzt warte ich eigentlich jeden Tag auf die Antwort vom Amt.

Die Schwerbehindertenstellen machen in der Regel keinen Finger krumm ohne vollständige Schweigepflichtsentbindungen.

Ja, in meiner Begründung werde ich mich auf viele der Ärztlichen Berichte beziehen und natürlich werde ich in diesem Zusammenhang auch alle von der Schweigepflicht entbinden.
Gibt es dafür fertige Formulare?

Grüße
Murphy
 
E

ExitUser

Gast
Zerberus, mein Bruder ist über 1000 km mit dem Rad im Jahr gefahren, alle Wege wie Einkaufen usw. Bei jedem Wetter ausser Glatteis. Ausserdem wohnte er im 4. Stock ohne Aufzug. Als sein Herz nicht mehr wollte, haben sich die Aerzte erst noch gewundert, dass Radfahren ueberhaupt noch ging. Irgendwann ging dann nichts mehr, trotz Defi, am Ende nichtmal mehr ein Belastungs EKG.

Die Statistik sagt das von den Menschen mit einer Herzinsuffizienz wie ich sie habe mit einer Auswurfleistung von <30% ca. die Hälfte nach 5 Jahren verstorben sind.
Das mag dadurch verfälscht werden das viele Herzkranke sowieso sehr alt sind, aber es ist nicht gerade Hoffnungsvoll so etwas zu lesen.

Grüße
Murphy
 
E

ExUser 2606

Gast
Bei meinem Bruder kamen noch andere Faktoren hinzu. So hat er zum Beispiel seine Tabletten nur sporadisch genommen, geraucht, Zuviel Alkohol getrunken. Vieles davon habe ich erst kurz vor seinem Tod erfahren. Todesursache war dann wohl weniger das Herz, sondern Versagen von Leber und Nieren. Genau kann man es nicht sagen, weil ja irgendwie alles zusammenspielt. Mit konsequenter Medikamenteneinnahme waere aber sicher mehr Lebensqualitaet und wohl auch Zeit drin gewesen.
 

Zerberus X

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Ja, in meiner Begründung werde ich mich auf viele der Ärztlichen Berichte beziehen und natürlich werde ich in diesem Zusammenhang auch alle von der Schweigepflicht entbinden.
Gibt es dafür fertige Formulare?

Schau mal hier: https://www.zbfs.bayern.de/imperia/md/content/blvf/sgbix/antragsformular_behinderung.pdf

Was hat die Tante bei der Reha denn ausgefüllt?

Warum nicht die Seite 3 nochmal selbst ausfüllen und mit dem Wiederspruch einreichen.

Upps,gerade gesehen ist für Bayern,also Antrag für dein Bundesland suchen.
 
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