Lebensversicherung nicht angegeben Auszahlung fällig

Tanit

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Hallo Forumsmitglieder,

das hier ist mein erster Post, also hallo an alle.
Es geht bei meiner Frage um eine Lebensversicherung, die mir meine Mutter vor 19 Jahren für mich abgeschlossen hat und dann als ich 18 wurde, an mich übertragen hat. Sie soll nächstes Jahr ausgezahlt werden und hat im Wert ca. 6200€, mein Freibetrag mit 36 Jahren liegt dann bei etwa 5400€, also deutlich unter dem, was die Versicherung mir auszahlt. In die Versicherung wurde lange genug eingezahlt, so dass diese steuerfrei sein sollte. Bei meinem Erstantrag von ALG II meine ich mich zu erinnern, diese angegeben zu haben. Es ist allerdings schon ziemlich lange her.

Als ich dann später bei einem Folgeantrag mal wieder persönlich Antrag, Kontoauszüge und sonstige Unterlagen abgab (inklusive der Anlage Vermögen, die von meinem JC immer gefordert wird), fragte ich den Bearbeiter, ob ich eine Lebensversicherung angeben müsse, die beitragsfrei gestellt sei. Ich bekam daraufhin die Antwort, dass ich das nicht angeben müsse. PS: Der Freibetrag für Vermögen war zu diesem Zeitpunkt noch höher als er es jetzt ist. Damals waren es jedenfalls mehr als 150 Euro pro Lebensjahr.

Von da an habe ich die Lebensversicherung nicht mehr bei Folgeanträgen angegeben. Die Auszahlung findet allerdings nächstes Jahr statt und nun befürchte ich, dass ich dadurch ganz schön viele Probleme bekommen könnte. Ich hatte auch schon mit meiner Familie darüber geredet und da wurde das Ganze immer als lapidar abgewinkt: "Das werden wir dann schon machen, wenn es soweit ist, Stichwort: Versicherung übertragen, beleihen etc."

Was soll ich jetzt tun? Was kann ich tun? Ich beziehe bereits seit vielen Jahren ALG II, bin also Langzeitarbeitsloser und falls man mir sagen würde, ich sollte alle Leistungen seit Bezugsbeginn zurückzahlen, würde ich mich so hoch verschulden, dass ich da im Leben nicht mehr rauskomme.

Würde es was bringen, mich vom ALG2 Bezug abzumelden, sobald ich das Geld ausgezahlt bekomme und dann davon zu leben bis es aufgebraucht + mich wieder neu anzumelden wenn es aufgebraucht ist oder kriegen die das vom Jobcenter trotzdem mit? Die fragen sich bestimmt, wovon ich meine Miete bezahlt habe etc. Aber da könnte man ja vielleicht sagen, Familie hat ausgeholfen. Ich weiß nicht...

Kann man eine Lebensversicherung einfach aufgeben, also nicht ausgezahlt bekommen. Mir stellt sich nämlich die Frage, ob das Jobcenter im Falle einer Abmeldung von ALGII dennoch durch den automatisierten Datenabgleich mit dem Finanzamt von der Auszahlung erfährt. Allerdings weiß ich nicht, wie es sich verhält, wenn sie steuerfrei ist, ob da auch eine Meldung von der Bank ans Finanzamt erfolgt.

Oder würde ich aus der ganzen Sache rauskommen, indem ich die Versicherung an ein Familienmitglied übertrage und dieses dann das Geld erhält. Meinetwegen kann dieses das dann auch behalten. Ich möchte bloß mit heiler Haut davonkommen, ohne alle bisher bezogenen Leistungen zurückzahlen zu müssen. Diese Lebensversicherung hängt wie ein Damoklesschwert über mir und ich habe sie an sich nie gewollt. Hatte nur die ersten Jahre brav eingezahlt, sie dann freigestellt, da mir das zu teuer wurde und dann vergessen bzw. sie in den Hintergrund geschoben.

Vielen Dank im Voraus für Antworten.
 
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cibernauta

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Bei meinem Erstantrag von ALG II meine ich mich zu erinnern, diese angegeben zu haben.
Hallo Tanit,

das müsstest du nachweisen können. Wann war das?
Allerdings hättest du die Versicherung in jeder neuen Anlage Vermögen wieder angeben müssen. Auf mündliche Aussagen von Behördenmitarbeitern verlässt man sich grundsätzlich nicht.

Ich komme allerdings auf einen Freibetrag von 6150 € (36 * 150 + 750). Allerdings zählt der Freibetrag bei erstmaliger Antragsstellung und der Wert der Versicherung zu diesem Zeitpunkt.

Ich erinnere mich nicht daran, dass der Freibetrag mal höher war.
 

Tanit

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Hallo Tanit,

das müsstest du nachweisen können. Wann war das?
Allerdings hättest du die Versicherung in jeder neuen Anlage Vermögen wieder angeben müssen. Auf mündliche Aussagen von Behördenmitarbeitern verlässt man sich grundsätzlich nicht.

Ich komme allerdings auf einen Freibetrag von 6150 € (36 * 150 + 750). Allerdings zählt der Freibetrag bei erstmaliger Antragsstellung und der Wert der Versicherung zu diesem Zeitpunkt.

Ich erinnere mich nicht daran, dass der Freibetrag mal höher war.
Also laut meinem Lebenslauf war das im Februar 2006. Aber nachweisen kann ich da nix. Ich habe bisher noch nie eine Kopie vom Antrag oder Folgeantrag bekommen. Zu der Zeit habe ich die immer persönlich abgegeben.


Ich weiß nicht, ob das hier immernoch gilt
Altersvorsorge, Lebensversicherung
Vermögen bis zu einem Betrag von € 250 pro vollendetem Lebensjahr der erwerbsfähigen Bezieher einer Bedarfsgemeinschaft ist anrechnungsfrei, wenn es der Altersvorsorge dient und erst mit dem Renteneintritt auszahlbar ist. Lebensversicherungen müssen erst ab einem Betrag von € 16.250 aufgelöst und zurückgekauft werden. Anrechnungsfrei sind staatlich geförderte Modelle zur Altersvorsorge, etwa

die Riester-Rente oder
die Rürup-Rente.
https://www.sozialhilfe24.de/hartz-4-alg-2/vermoegen.html
 

Zeitkind

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Willkommen im Forum. :welcome:Rezeption
Bei meinem Erstantrag von ALGII meine ich mich zu erinnern, diese angegeben zu haben.
Keine Kopie gefertigt oder falls ausgedruckt, die Orginalversion vorhanden?
Allerdings hättest du die Versicherung in jeder neuen Anlage Vermögen wieder angeben müssen.
Nicht, wenn sich an den Vermögensverhältnissen seit Erstantrag nichts geändert hat.
Dafür gibt es die VÄM, an welche die jeweilige Anlage gekoppelt ist. Dort heißt es:
Veränderungsmitteilung (VÄM) schrieb:
6. Weitere Änderungen
► Bitte geben Sie hier alle Änderungen an,
die Sie noch nicht mitgeteilt haben, z. B. wenn
- sich die Vermögensverhältnisse geändert haben oder ändern werden,
Entscheidend ist natürlich, was der TE beim Erstantrag in der Anlage VM angegeben hat.
Hierfür ist eine saubere Buchführung (zumindest das chronologische Abheften)
gestellter Anträge sowie erhaltener Bescheide notwendig.
Mit jedem WBA wird man deutlich an die Mitteilungspflicht leistungsrelevanter Veränderungen erinnert:
Weiterbewilligungsantrag (WBA) schrieb:
5. Es sind weitere Änderungen eingetreten Ja / Nein
► Bitte geben Sie hier alle Änderungen zu Ihren Angaben im (Erst-) Antrag an,
die Sie noch nicht mitgeteilt haben, z. B., wenn ...
- sich Änderungen zum Vermögen ergeben oder ergeben haben.
Im Übrigen kann jeder LE das Auskunftsrecht bei der Leistungsabteilung wahrnehmen
und sich auch während der Bewilligung erkundigen, ob er alle Daten richtig und vollständig angegeben hat.
...(inklusive der Anlage Vermögen, die von meinem JC immer gefordert wird)
Auch diese Forderung ist regelmäßig unberechtigt, wenn sich an den Vermögensverhältnissen nichts geändert hat.
Ohne VÄM zum Vermögen keine Anlage VM, ohne VÄM zu den KDU keine Anlage KDU.
Wann endlich lernen es diese Verwaltungsamateure? :icon_motz:
Solltest Du die Lebensversicherung nicht angegeben haben, könnte Dich die Behörde wegen fehlender Mitwirkung drankriegen.
Liegt die Höhe des Auszahlungsbetrages unter der Schonvermögensgrenze,
hättest Du dennoch gute Chancen, eine Anrechnung zu verhindern. :icon_wink:
Bundessozialgericht - B 14 AS 51/15 R - Urteil vom 10.08.2016 schrieb:
d) Die insgesamt als Vermögen einzuordnende Lebensversicherung ist schließlich auch nicht durch ihre Auszahlung
nach Vertragsablauf und Gutschrift auf dem Konto am 4.4.2008 zu Einkommen des Klägers geworden.
Denn dieser tatsächliche Zufluss brachte mit der einheitlichen Lebensversicherung nur zur Auszahlung,
was rechtlich einheitlich zum Vermögen des Klägers bereits vor Antragstellung gehört hatte
und als Vermögen mit seinem jeweiligen Verkehrswert nach Antragstellung zu berücksichtigen war
(vgl. BSG Urteil vom 30.9.2008 - B 4 AS 57/07 R - SozR 4-4200 § 11 Nr. 16 RdNr. 17;
BSG Urteil vom 21.6.2011 - B 4 AS 22/10 R - juris RdNr. 23; Mecke in Eicher, SGB II, 3. Aufl. 2013, § 12 RdNr. 22).

7. Die als verwertbares Vermögen i.S. des § 12 Absatz 1 SGB II im Aufhebungszeitraum April und Mai 2008 in Höhe des Auszahlungsbetrags
grundsätzlich zu berücksichtigende Lebensversicherung des Klägers ist vorliegend nicht als leistungsschädlich zu berücksichtigen,
weil sie die Vermögensfreibetragsgrenze unterschritt. (Quelle & Link zum Urteil)
 

Tanit

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Willkommen im Forum. (...............)
Es ist eine Kapitalbildende Lebensversicherung, zählt somit zur Altersvorsorge, was das Schonvermögen angeht (250 Euro x Lebensalter). So wurde es mir auch damals im Jobcenter erklärt. Daher müsste ich an sich immer unter dem Schonbetrag gelegen haben.

Wäre es eine Lösung, die Versicherung einfach meinem Bruder oder einem anderen Familienmitglied (Oma, Opa) zu übertragen, ohne dass irgendwer davon Wind bekommt? Steuerfrei sollte sie an sich sein. Oder alternativ lasse ich Auszahlung einfach verfallen? Soweit ich weiß, gibt es eine Auszahlung ja nur gegen Vorlage der Police.

Was würdet ihr mir raten?
 
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AsbachUralt

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Diese 250 € pro Lebensjahr gelten aber nur, wenn die LV Verwertungssicher ist, also keine Beleihung oder Auszahlung vor dem Rentenbeginn möglich ist.
 

Tanit

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Diese 250 € pro Lebensjahr gelten aber nur, wenn die LV Verwertungssicher ist, also keine Beleihung oder Auszahlung vor dem Rentenbeginn möglich ist.
Verstehe... dann hat man mir das wohl falsch erklärt. Ach es steht ja sogar in dem Link oben.
 
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cibernauta

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Ich weiß nicht, ob das hier immernoch gilt
Nicht mehr in der Form aber das betrifft dich ja nicht, da dein Vermögen nicht darunter fällt.

Die Sache ist, dass du in der Anlagen VM falsche Angaben gemacht hast, ob du sie nun hättest ausfüllen müssen oder nicht.

2006 hattest du einen sehr viel niedrigeren Freibetrag und mit dem damals ausgezahlten Leistungen müsste das (zu dem Zeitpunkt vorhande) Vermögen verrechnet werden. Zusätzlich kann ein saftiges Bußgeld drohen.

Ich kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass du es beim Erstantrag angegeben hast.

p.s. Man könnte dir auch sozialwidriges Verhalten anhängen.
https://harald-thome.de/fa/harald-thome/files/sgb-ii-hinweise/FH-34---20.07.20126.pdf
 

Tanit

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Nicht mehr in der Form aber das betrifft dich ja nicht, da dein Vermögen nicht darunter fällt.
Ich habe gerade die Schreiben von der Beitragsfreistellung der Versicherung in meinen Unterlagen angesehen. Sie wurde 2013 beitragsfrei gestellt. Davor hatte ich sie meines Wissens nach immer beim Antrag/Folgeantrag auf ALG2 angegeben. Erst nach 2013, mit Kommentar des Bearbeiters, den ich oben erwähnte, habe ich sie nicht mehr angegeben. Da wurde mir beim Jobcenter ja zumindest einmalig gesagt, ich müsse eine beitragsfreie LV nicht angeben.

Vor 2013 gab es jedenfalls keine Probleme bei der Bewilligung. Da wurde auch nichts vom ALG2 abgezogen. Die Beiträge zur LV waren auf den Kontoauszügen der letzten 3 Monate auch immer ersichtlich. Ich bin mir sehr sicher, dass ich sie immer mit angegeben habe. Erst ab 2013 aber nicht mehr. Ja das war ein Fehler, aufgrund von Leichtgläubigkeit gegenüber der damaligen mündlichen Aussage des Bearbeiters. Jetzt stellt sich mir dennoch die Frage, wie ich vorgehen soll, damit ich dadurch keine Probleme bekomme.

4 Optionen:
1. Versicherung unwiderruflich an ein Familienmitglied übertragen (Das Geld verbleibt dann auch beim neuen Versicherungsnehmer). Oder kriegt das Jobcenter bei der Übertragung auch eine Meldung vom Finanzamt?
2. Police bei Fälligkeit der Auszahlung nicht einreichen, wodurch dann keine Auszahlung und auch keine Meldung ans Finanzamt fällig wäre?
3. Einen Job finden, ALG2 nicht weiter beziehen, Versicherungssumme wird ausgezahlt. Ruft das JC weiterhin Daten beim Finanzamt ab? Oder bei eventueller späterer arbeitslosigkeit rückwirkend auf den Zeitraum, in dem ich nicht arbeitslos gemeldet war?
4. LV Verwertungsausschluß bis zum 60. Lebensjahr.


Ich bin für Vorschläge offen.
 
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cibernauta

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Ich bin für Vorschläge offen.
Deine Vorschläge sind rechtlich nicht koscher.
Ich rate ungern zu Anwälten, aber in so einem Fall wäre das vielleicht angebracht. Vielleicht hast du auch eine Beratungsstelle in deiner Nähe, wo ein Anwalt anwesend ist.

Man müsste die Leistungsakte einsehen, um zu wissen, warum damals von einer Verwertung abgesehen wurde. Es gibt die Bedingung, dass die Verwertung wirtschaftlich sein muss, d.h. der Verlust durch eine Kündigung, Beleihung etc. darf nicht zu hoch sein. Wie hoch er nun konkret sein darf, da streiten die Gelehrten.

Mit der Auszahlung wäre das aber nun hinfällig, da das Geld dir dann ohne Verluste zur Verfügung steht.

p.s. Hast du denn sonst noch Vermögen? Du bist ja mit der Auszahlungssumme kaum über dem aktuellen Freibetrag.
 
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@Tanit: Du bist dir nicht zu 100 % sicher, ob du die Lebensversicherung bei deinem Erstantrag angegeben hast. Dann würde ich an deiner Stelle erst einmal nachforschen, ob und welche Angaben du (seit) 2006 gemacht hast.

Falls du sie damals angegeben hast, bist du meiner Meinung nach aus dem Schneider. Wenn dem nicht so ist, könnte (nicht muss) es problematisch werden.

Warum hast du dir keine Kopien für deine Unterlagen angefertigt?
 

Tanit

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Deine Vorschläge sind rechtlich nicht koscher.

Ich habe mir keine Kopien gemacht, da ich die Anträge bis zu einem gewissen Zeitpunkt (bis etwa 2015) immer direkt beim JC in Beisein eines Bearbeiters abgegeben habe, der diese dann auch kurz durchgesehen hat. Mir war ehrlich gesagt nicht bewusst, dass man sich überhaupt Kopien vom Antrag geben lassen kann oder vor Abgabe welche anfertigen sollte. Ich habe den einfach vor Ort im Wartebereich ausgefüllt und abgegeben. *seufzt*

Das Ganze wird langsam echt prekär. Vermaledeite LV, ich wünschte ich hätte die nicht. Aber es ist nunmal wie es ist. *seufzt*
 
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hansklein

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Die Geschichte mit der Schenkung bzw. Übertragung seh ich als rechtlich sehr problematisch und gefährlich an. Das JC kann irgendwann dahinter kommen, gerade weil da mal was in den Kontoauszügen stand und vielleicht sogar angegeben wurde und da gibts dann die Sache, das man nix verschenken/Übertragen darf um damit Hilfebedürftigkeit herbeizuführen oder ähnliches. Den genauen § kann ich mangels Zeit jetzt nicht raussuchen, deshalb nur auf die schnelle ein Link und Quote:
Geld Übertragen beim Bezug ALG2
Warum fragt das Jobcenter sowas ab?
Weil Schenkungen rückgängig gemacht werden können, wenn der Schenker in eine wirtschaftliche Notlage gerät, und weil das Jobcenter/die ArGe verlangt, daß jemand, der Hartz IV haben will, zunächst mal im Rahmen des gesetzlich möglichen gemachte Schenkungen zurückfordert. Damit soll nicht zuletzt verhindert werden, daß jemand sein Vermögen verschenkt und anschließend Sozialleistungen beantragt, anstatt sein Vermögen für den eigenen Unterhalt zu verwenden.
Hat Person A irgendwelche Konsequenzen zu erwarten, wenn sie Angaben zu der Sache macht? Hat das Auswirkungen auf den Anspruch auf Hartz IV?
Ja. Siehe oben.
Wäre es empfehlenswert für Person P, diese Übertragung zu verschweigen?
Das wäre strafbar.
Zumal ich persönlich lieber etwas vom Geld hätte, wenn ich schon in der unangenehmen Situation bin, ALG2 bekommen zu dürfen. Bis zu deinem Freibetrag dürfte die Sache kein Problem darstellen, wenn du darüber kommst, müsstest du vielleicht etwas davon zum Leben verwenden, der Rest wäre aber für dich. Erstmal würd ich schaun, was bei der Behörde angegeben wurde, wie dir schon geraten wurde. Wenn die Vers. damals angegeben wurde, wird es Lösungen geben, da bin ich Optimistisch.
 

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@Tanit: Falls du die LV angegeben hast und dir ALG2 bewilligt wurde, obwohl du über dem Schonvermögen lagst, ist das Verschulden des Jobcenters.

Schwierigkeiten gibt es häufig erst dann, wenn Kapitalerträge wie Zinsen anfallen und ein Datenabgleich erfolgt. Das könnte bei der Auszahlung der Fall sein.
 

cibernauta

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Da die LV aktenkundig ist, zumindest durch die Kontoauszüge, würde ich mit offenen Karten spielen.

Es kann immer mal wieder vorkommen, dass Altfälle neubewertet werden, wenn mal wieder Geld in die Kasse muss.

Es gab in den 2000ern ein Riesenbohei beim Bafög, weil man durch Datenabgleiche bei sehr vielen Studenten nachträglich Vermögen feststellte.

Die Freizügigkeit, dass man das Geld nicht zurückzahlen musste, wenn man es ausgegeben hatte, gibt es freilich beim SGB II nicht.
 

Wholesaler

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Der Freibetrag lag bis 31.07.2006 bei 200 Euro pro Lebensjahr. Danach waren es nur noch 150 Euro. Die Senkung hatte seinerzeit die CDU vorgeschlagen. Die sPD hat es dann mal wieder abgenickt. Egal um welche soziale Kürzung(en) es sich auch handelt(e), die einstige Partei des "kleinen Mannes" hat(te) jedes Mal ihre Hände im Spiel. Wer hat uns verraten?Sozialdemokraten!
 

Tanit

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Ja, an das mit den 200 Euro Freibetrag erinnere ich mich auch. Als es beim Erstantrag um die Prüfung ging, lag ich jedenfalls mit der LV unter dem Schonvermögen. In den Folgeanträgen bis 2013 müsste das ja dann auch noch so gewesen sein. Ich hatte ja erst nach dem "Einfrieren" der LV den JC Berater bei Abgabe des Folgeantrags erstmalig gefragt, wie es sich mit einer eingefrorenen LV verhält. Aber auf eine mündliche Aussage kann man leider auch nicht setzen.

Wenn ich jetzt mit offenen Karten spiele und dem JC in einer Veränderungsmitteilung erkläre, dass ich doch eine LV habe, wird mir das dann nicht erst recht zu Verhängnis, da die LV bisher ja nicht auf deren Radar war? Könnten die dann nicht behaupten, ich hätte in den vergangenen 5 Jahren widerrechtlich Leistungen erhalten, da die LV+Bankguthaben zusammen über dem Freibetrag liegen?

Macht eine Versicherung Meldung beim Finanzamt, wenn man sich das (wenn auch steuerfreie) Geld einfach nicht abholt und es verjähren/verfallen lässt? Aber dem entgegen steht natürlich was Hansklein gesagt hat, dass im Grunde ja Nachweise über die Existenz vorhanden sind. Also auch nicht ideal.


Was wäre mit der Lösung, die Versicherung per Verwertungsausschluß erst im Alter auszahlbar zu machen? Dann würde sie doch erstmal weiterhin unrelevant sein, oder? Und in der Zwischenzeit sollte ich doch eine Arbeit finden, so dass irgendwann wieder ein neuer Erstantrag gestellt werden müsste, bei dem ich dann alles wahrheitsgemäß angeben kann.

Allein schon als ich mal 1 Monat arbeiten war zwischen dem ALG2 Bezug, wollte man von mir einen neuen Erstantrag. Die Begründung war irgendwas mit gelöschte Unterlagen oder so.. es ist ewig her. Das war 2006. Aber ich weiß ja nicht, wie lange beim JC Daten wie z.B. Kontoauszüge aufgehoben werden, wenn man nicht mehr bei denen gemeldet ist.
 
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Wholesaler

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@Tanit: Wann wurde zuletzt etwas in den Versicherungsvertrag eingezahlt? Wie gesagt, auffallen wird es erst, wenn du Kapitalerträge erhältst. Das scheint bis jetzt ja nicht der Fall gewesen zu sein. Aber wenn es nächstes Jahr zur Auszahlung kommt, kann das durchaus vorkommen. Das solltest du unbedingt in Erfahrung bringen (genauso wie die Angaben in den Anträgen). Eine Versicherungsgesellschaft macht definitiv keine Meldung an das Finanzamt, wenn ein Versicherungsvertrag an den Versicherungsnehmer ausgezahlt wird.

Ein Verwertungsausschluss muss nach meinem Kenntnisstand vor Beantragung von ALG2 vereinbart worden sein. Für solches Vermögen gilt ein Freibetrag von 750 Euro pro Lebensjahr. Macht mit 36 Jahren 27.000 Euro. Da liegst du mit 6.200 Euro weit darunter.
 

Tanit

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@Wholesaler
Es wurde zuletzt 2013 etwas in die Versicherung eingezahlt. Monatliche Beiträge waren das. Danach wurde sie kaltgestellt und dann kam ja auch diese Aussage, von dem JC Mitarbeiter, auf die ich leider leichtgläubig reingefallen bin, dass ich sowas nicht angeben brauch, wenn sie beitragsfrei gestellt ist. Danach habe ich das auch nicht mehr hinterfragt. Es wurden mindestens 14 Jahre in die Versicherung eingezahlt, jeden Monat.

Also.. wenn ich den Verwertungsausschluß durchführen will, müsste ich erstmal aus ALG2 raus, quasi Arbeit finden und dann bei erneutem Erstantrag alles wahrheitsgemäß angeben... wenn ich das richtig verstehe. Oder halt ich spiele jetzt direkt mit offenen Karten und mache einen Änderungsbescheid, mit der Hoffnung, nicht alles bis 2013 zurückzahen zu müssen...

Ich werde nächste Woche mal zu einer kostenlosen Rechtsberatung gehen, gibt in meiner Stadt eine gemeinnützige Insitution, die sich mit Schulden- und Sozialfragen befasst. Und dann irgendwie schauen, ob ich nicht auchmal Akteneinsicht nehmen kann. Findet die Akteneinsicht vor Ort mit einem Über-die-Schulter-Blick der JC Mitarbeiter statt? Muss ich mir da alles merken, notieren oder kann ich auch kopieren?
 
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erwerbsuchend

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Findet die Akteneinsicht vor Ort mit einem Über-die-Schulter-Blick der JC Mitarbeiter statt? Muss ich mir da alles merken, notieren oder kann ich auch kopieren?
Die Akteneinsicht musst du vorher beantragen. Diese findet im JC statt. Du kannst dir Aktenteile kopieren oder abschreiben. Manchmal ist es auch möglich, die eigene Akte zu fotografieren. Die Kopien können ggfs. kostenpflichtig sein. Wie du Kopien von deiner Akte erhalten kannst, solltest du auch vorher klären.
 
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