Lebenspartnerschaft Getrenntlebend Unterhalt

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HartzerIst

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Hallo und guten Tag!
Leider habe ich trotz gewissenhafter Suche keine Antwort im Netz gefunden -nur das Forum hier wurde immer wieder angezeigt.

Sollte ich hier nicht richtig sein, bin ich für jeden Tipp sehr dankbar.


Nun zu meinem Fall:

Ich lebe in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft (m/m).
Ich bin aus dem Krankengeld ausgesteuert und beziehe noch ca. 12 Monate ALG I in Höhe von gut 1020€.
Mein Mann arbeitet beim JC als Fallmanager und verdient ca. 2300€ netto.
Er befindet sich in der Privatinsolvenz. Aufgrund seiner Schwerbehinderung hat er einen Eigenbehalt (also pfändungsfrei) in Höhe von 1900€.
Wir sind erst kurze Zeit verpartnert.
Ich bin psychisch krank und seit 14 Tagen in Therapie.
In meinen schwärzesten Tagen (Depression) habe ich alles entgleiten lassen. Nur die Fassade hat funktioniert.
Nun leben wir ja im gesetzlichen Güterstand (Zugewinngemeinschaft) - alle nach der Verpartnerung erzielten Einkommen (und Schulden) haben wir ja gemeinsam.
Tag für Tag hockte ich daheim, während er arbeitete.
Leider machte ich einen Fehler und kaufte bei QVC, HSE, Baur, Tchibo etc. ein.
Ich brauchte das Zeug nicht wirklich, es stapelt sich im Keller.
Da mein Mann die Buchführung macht, habe ich das ganze Zeug nicht bezahlt.
Letzte Woche (ich war schon in Therapie) trudelten mehrere Mahnbescheide ein. Mein Mann war total schockiert und hat seinen Schuldnerberater und die Insolvenzverwalter gefragt, was er tun soll.

Okay, ich kanns verstehen.

Insgesamt habe ich für gut 6.500€ eingekauft.
Sie haben alle Konten gepfändet, auch sein Guthabenkonto, da ich dort bevollmächtigt war.
Datenabgleich????

Nun hat er Angst um die Restschuldbefreiung und hat sich aufgrund eines juristischen Rates von mir -nicht nur - offiziell getrennt.
Er hat seit Donnerstag wieder die Lohnsteuerklasse 1.
Wir bewohnen eine Wohnung am Rand von Düsseldorf (650€ warm).
Er hat noch seine (ehemalige) Wohnung in Köln (untervermietet, Kosten: 700€, Ertrag: 720€, der Inso-Verwalter weiß es).

Der Untermieter hat zum 31.12. gekündigt.
Also zieht mein mittlerweile "Ex-Mann" zum 01.01.2014 wieder nach Köln.
Ich hocke also auf einer viel zu teuren Wohnung. Mit allen Kosten (Kredit für Auto, Waschmaschine, Möbel, Ratenkredit - alle vor der Ehe und vor meiner Erkrankung aufgenommen) verbleiben mir zum Leben nur 112€.

Sein Rechtsanwalt und die Insolvenzverwalterin haben mir zu verstehen gegeben, dass ich Anspruch auf 84€ Trennungsunterhalt habe.
Wie soll ich davon existieren?
Muss er mir nicht mehr zahlen?
Gestern war ich, auf Anraten meiner SB (von der Arbeitsagentur) beim JC.
Schulden seien mein Problem und ich sollte ggf. meinen Unterhaltsanspruch einklagen.

Nur: Da gibt es nichts einzuklagen.

Habe ich vor dem Familiengericht Chancen, mehr Unterhalt zu erstreiten?

Mehr als 84€ meine ich.

Falls nein, kann ich ja gleich in die Inso gehen -und damit ist dann auch eine Rückkehr in meinen alten Job (Kaufmann im Einzelhandel) futschikato.

Wie sieht es aus, wenn ich die Frührente durchbekomme.
Dann wäre es ja amtlich, dass ich mein Einkommen nicht mehr erzielen kann.

Nachdem mich mein Ex so hat hängen lassen, will ich keine Rücksicht mehr auf seine Inso nehmen.

Wie soll ich vorgehen?
Er hat sich ja verp*****.

Liebe Grüße

Ralle
 

Flodder

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Klingt für mich irgendwie nicht glaubwürdig
Mein Mann arbeitet beim JC als Fallmanager und verdient ca. 2300€ netto.
Er befindet sich in der Privatinsolvenz
. :icon_kinn:

Aufgrund seiner Schwerbehinderung hat er einen Eigenbehalt (also pfändungsfrei) in Höhe von 1900€.
:icon_eek:

Das glaube ich nun nicht. Mir ist nicht bekannt, dass sich allein wegen Vorliegen einer Schwerbehinderung der Pfändungsfreibetrag erhöht.

Daher - bitte Butter bei die Fische.
 

Pinhead Larry

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Hallo und guten Tag!
Nachdem mich mein Ex so hat hängen lassen, will ich keine Rücksicht mehr auf seine Inso nehmen.

Wie soll ich vorgehen?
Er hat sich ja verp*****.

Liebe Grüße

Ralle

Also ich wäre bei so einem massiven Vertrauensbruch auch stiften gegangen.

Wenn dir dein Mann keinen höheren Unterhalt zahlen will, mußt du den einklagen. Wie die Chancen stehen, kann man so schlecht beurteilen (Vor Gericht und auf hoher See...), aber ich würde sagen, bei der beschriebenen Situation verdammt schlecht. Da du deinen Mann durch deine planlosen Einkäufe in eine sehr prekäre Situation gebracht hast, könnte ein Verwirkung des Unterhalts gem. §1579 Abs. 5 BGB in Betracht kommen.

Du kannst aber davon ausgehen, das du dir wegen der Bestellvorgänge, die du nicht in Absprache mit deinem Mann getätigt
hast, eine Strafanzeige wegen Eingehungsbetrug einfangen kannst.

Der Mann haftet nur für die Geschäfte aus der Schlüsselgewalt, für die Kosten der täglichen Lebensführung. Wenn du also beim Friseur anschreiben lässt, dann müsste er das noch tragen.

Überflüssige Versandhausbestellungen hingegen nicht.

Das mit der Inso könnte ggf. auch erst gar nichts werden,
wenn die Gläubiger die Einrede aus unerlaubter Handlung bezgl.
eines möglichen Eingehungsbetreugs erheben. Diese Schulden
überdauern dann ein Insolvenzverfahren und können dann weiter
vollstreckt werden.

Du solltest eine Schuldnerberatung aufsuchen und da alle
Fakten auf den Tisch bringen.
 

HartzerIst

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Klingt für mich irgendwie nicht glaubwürdig
. :icon_kinn:

:icon_eek:

Das glaube ich nun nicht. Mir ist nicht bekannt, dass sich allein wegen Vorliegen einer Schwerbehinderung der Pfändungsfreibetrag erhöht.

Daher - bitte Butter bei die Fische.
Das ist tatsächlich so. habe mir gerade mal den Beschluss heraugesucht:

Grundfreibetrag w/ Einkommen: 1466,00€+Pauschalbeträge bei Behinderung+Entfernungspauschale zur Erreichung des Arbeitsortes + 3000km *0,20€ plus nachgewiesene monatl. Krankheitskosten.
 

HartzerIst

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Also ich wäre bei so einem massiven Vertrauensbruch auch stiften gegangen.

Wenn dir dein Mann keinen höheren Unterhalt zahlen will, mußt du den einklagen. Wie die Chancen stehen, kann man so schlecht beurteilen (Vor Gericht und auf hoher See...), aber ich würde sagen, bei der beschriebenen Situation verdammt schlecht. Da du deinen Mann durch deine planlosen Einkäufe in eine sehr prekäre Situation gebracht hast, könnte ein Verwirkung des Unterhalts gem. §1579 Abs. 5 BGB in Betracht kommen.

Du kannst aber davon ausgehen, das du dir wegen der Bestellvorgänge, die du nicht in Absprache mit deinem Mann getätigt
hast, eine Strafanzeige wegen Eingehungsbetrug einfangen kannst.

Der Mann haftet nur für die Geschäfte aus der Schlüsselgewalt, für die Kosten der täglichen Lebensführung. Wenn du also beim Friseur anschreiben lässt, dann müsste er das noch tragen.

Überflüssige Versandhausbestellungen hingegen nicht.

Das mit der Inso könnte ggf. auch erst gar nichts werden,
wenn die Gläubiger die Einrede aus unerlaubter Handlung bezgl.
eines möglichen Eingehungsbetreugs erheben. Diese Schulden
überdauern dann ein Insolvenzverfahren und können dann weiter
vollstreckt werden.

Du solltest eine Schuldnerberatung aufsuchen und da alle
Fakten auf den Tisch bringen.
Danke für Deine deutlichen Worte. Ich weiß ja selbst, dass ich Mist gebaut habe.

Schuldnerberatung habe ich auch schon dran gedacht, die haben aber Wartezeiten bis zu 1,5 Jahren.

Mal sehen, ob sonst noch Info´s kommen.


Aber ganz lieben Dank für Eure bisherigen Antworten!!!
 
A

alarmi

Gast
Das ist tatsächlich so. habe mir gerade mal den Beschluss heraugesucht:

Grundfreibetrag w/ Einkommen: 1466,00€+Pauschalbeträge bei Behinderung+Entfernungspauschale zur Erreichung des Arbeitsortes + 3000km *0,20€ plus nachgewiesene monatl. Krankheitskosten.


Wo soll denn das stehen ?

Veröffentliche doch bitte mal einen Link dazu ......:icon_pfeiff:
 

Cha

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Personen, die den Lebensunterhalt nicht mehr aus eigenen Mitteln bestreiten können, haben einen Anspruch auf Leistungen zur Grundsicherung.
Ansprechpartner ist das örtliche JC oder Sozialamt.
Der Staat sichert dabei aber nur den reinen Lebensunterhalt, er bezahlt keine Schulden, weder direkt noch indirekt.

Zur Hilfebedürftigkeit im konkreten Fall:
382 Regelbedarf +650 Miete = 1032 Euro Bedarf.
Gegenüber steht ein Einkommen von 1020 Euro (Arbeitslosengeld) + 84 Euro (Unterhalt).
Nach meiner Einschätzung besteht alleine schon wegen dem Einkommen kein Anspruch auf Grundsicherung.
Schulden, Kredite, Raten werden dabei nicht berücksichtigt, denn dafür gibt es die Regelungen zur Insolvenz.

Im Ergebnis wirst du tatsächlich versuchen müssen, mit dem wenigen Geld vom Arbeitsamt auszukommen.
Du brauchst dabei das Geld zum leben und kannst damit keine Schulden mehr tilgen.
Deshalb solltest du dich umgehend wegen der eigenen Insolvenz beraten lassen.

Viele Grüße

Cha
 

HartzerIst

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Wo soll denn das stehen ?

Veröffentliche doch bitte mal einen Link dazu ......:icon_pfeiff:
Das steht in dem Beschluss des Insolvenzgerichts. Wenn ich das richtig lese, handelt es sich bei den Hinzuziehungsbeträgen um Steuerfreibeträge, die er aufgrund der Pendelkosten (Wohnung-Büro-Wohnung) und Behinderung hat. Außerdem wurden Instandhaltungskosten für den behinderungsbedingt notwendigen PKW in Höhe von 100€ freigestellt.
 

HartzerIst

Elo-User*in
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Personen, die den Lebensunterhalt nicht mehr aus eigenen Mitteln bestreiten können, haben einen Anspruch auf Leistungen zur Grundsicherung.
Ansprechpartner ist das örtliche JC oder Sozialamt.
Der Staat sichert dabei aber nur den reinen Lebensunterhalt, er bezahlt keine Schulden, weder direkt noch indirekt.

Zur Hilfebedürftigkeit im konkreten Fall:
382 Regelbedarf +650 Miete = 1032 Euro Bedarf.
Gegenüber steht ein Einkommen von 1020 Euro (Arbeitslosengeld) + 84 Euro (Unterhalt).
Nach meiner Einschätzung besteht alleine schon wegen dem Einkommen kein Anspruch auf Grundsicherung.
Schulden, Kredite, Raten werden dabei nicht berücksichtigt, denn dafür gibt es die Regelungen zur Insolvenz.

Im Ergebnis wirst du tatsächlich versuchen müssen, mit dem wenigen Geld vom Arbeitsamt auszukommen.
Du brauchst dabei das Geld zum leben und kannst damit keine Schulden mehr tilgen.
Deshalb solltest du dich umgehend wegen der eigenen Insolvenz beraten lassen.

Viele Grüße

Cha
Keine guten Nachrichten, aber ich hab´s befürchtet. Okay, hab halt Bockmist geschossen.... :icon_neutral:
 
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