Lebensgefährte zieht in meine Wohnung. Er ist Vollpflegefall. Zahlt das Sozialamt den Umzug und die Renovierungskosten seiner Wohnung?

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G

Gelöschtes Mitglied 67453

Gast
Ich brauche dringend einen Rat. Mein Lebensgefährte und ich sind seit 40 Jahren ein Paar, lebten aber die letzten 15 Jahre in getrennten Wohnungen.
Wir haben eine gemeinsame Tochter (34 Jahre). Vor 10 Jahren ist mein Lebensgefährte an Nierenkrebs erkrankt und hat sich bis Dato mit dieser Krankheit arrangiert.

Im April hat er eine schwere Lungenentzündung und eine Blutvergiftung bekommen, von der er sich nicht mehr erholt hat. Die Ärzte hatten ihn soweit stabilisiert, so dass er nach Hause entlassen werden konnte.
Er ist aber seit April ein Pflegefall mit Pflegegrad 3 eine Höherstufung wurde letzte Woche beantragt. Mein Lebensgefährte ist zu 100% bettlägerig, kann nichts mehr alleine machen.

Unsere Tochter fährt morgens vor der Arbeit und Abends nach der Arbeit und pflegt ihn. Über die Mittagszeit bin ich für ihn da.
Ein Palliativdienst kommt 1 x die Woche und schaut nach ihm. Letzte Woche Montag war er zur Kontrolle im Krankenhaus und ihm wurde mitgeteilt, dass die Ärzte nichts mehr für ihn tun können.
Er soll sich noch eine schöne Zeit machen.

Er hat im gesamten Skelettsystem Knochenmetastasen, vor allem in der Hüfte und in der Wirbelsäule. Er hat einen unbefristeten Behinderungsgrad von 100 %.
Jetzt will ich ihn zu mir in meine Wohnung aufnehmen und wir wollen auch heiraten.

Unsere finanzielle Situation sieht so aus: Er bekommt Erwerbsminderungsrente und stockt beim Sozialamt zu 50 % auf.

Ich habe auch Erwerbsminderungsrente und stocke ebenfalls auf, allerdings im Gegensatz zu meinem Lebensgefährten stocke ich nur mit einem ganz geringen Betrag auf.
Jetzt weiß ich nicht, welchen Schritt ich zuerst machen muss und dafür brauche ich dringend eure Hilfe.
Sollen wir erst heiraten und dann die Wohnung kündigen?
Wann müssen wir das Sozialamt vom geplanten Umzug und Heirat in Kenntnis setzen.

Würde das Sozialamt ihm eine Umzugspauschale gewähren? Es sind noch viele Dinge, die er mitnehmen möchte.
Ich kann den Umzug nicht machen, ich bin 63 Jahre alt, kann nichts tragen und habe auch keinen Führerschein.
Unsere Tochter hat auch keinen Führerschein.

Und die alte Wohnung von ihm muss renoviert werden.
Ist nicht viel, aber das muss man ja machen, ansonsten kommt man ja in Schulden.
Würde das Sozialamt dann auch die Renovierungskosten zahlen?
Vielen Dank für eure Hilfe im Voraus.
 
E

ExitUser

Gast
Da ich selber so eine Situation hatte kann ich dir nur sagen ich war von 6 Monaten Begleitung schon ziemlich mitgenommen
Nur das da sein war schon sehr zeitintensiv und die letzten 3 Wochen waren dann praktisch rund um die Uhr
Und ich habe nicht gepflegt, ich war nur da, erst Krankenhaus und dann noch Hospiz, was am angenehmsten war, also unter dem Aspekt, Würde, Ruhe und so
Ich würde mir ernsthaft überlegen ob Hospiz nicht die bessere Lösung wäre, vor allem auch unter dem Aspekt angenehmer Aufenthalt
dort könntet ihr heiraten und du kannst auch öfter über Nacht dort bleiben wenn du möchtest die haben Gästezimmer
Ich hatte das Angebot bei mir zu pflegen auch gemacht bin aber im Nachhinein froh das es nicht dazu kam, weil meine Frau das abgelehnt hat
Du hast Dich ja für Ihn entschieden dafür reicht da sein, die Pflege stemmen halte ich für keine gute Idee.
Vor allem hättet ihr was Heirat angeht im Hospiz viel mehr Möglichkeiten, das richtig schön zu gestalten
 
G

Gelöschtes Mitglied 28373

Gast
Ihr könntet den Umzug über die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen der Pflegekasse finanzieren.

Das Sozialamt könnte und müsste theoretisch auch, aber damit geht es höchstwahrscheinlich schneller.
 
G

Gelöschtes Mitglied 67453

Gast
Er möchte nicht in ein Hospiz.
Die Pflege schaffe ich. Bekomme auch sehr viele Hilfsmittel. Pflegebett, Toilettenstuhl, Badewannenlift, Rollstuhl etc.
Palliativ wird er gut versorgt, die Hausärztin macht auch Hausbesuch.
Eigentlich habe ich auch nichts von einer Heirat nach 40 Jahren.
Um die Witwenrente zu bekommen, müssten wir mindestens 1 Jahr verheiratet sein und das werden wir nicht mehr schaffen.
Es ist sein letzter Wunsch und den werde ich ihm gern erfüllen.
Mir machen nur die Behördengänge Angst. Ich kann auf keinen Fall finanziell eine Wohnungsräumung und Renovierung stemmen.
Und ich möchte auch nicht den 2 vor dem ersten Schritt machen.

Möchte mich eigentlich finanziell nicht in ein ungesichertes Fahrwasser begeben.
Klar, wir werden weiterhin unsere Erwerbsminderungsrente bekommen.
Aber welches Sozialamt muss zuerst informiert werden? Das für ihn zuständige Amt? oder mein Amt?
Unsere Wohnungen liegen nicht im selben Stadtteil.
Wir wohnen in Hamburg.
Mein Vermieter hat schon sein Einverständnis für die Aufnahme gegeben und wenn wir verheiratet sind braucht man eigentlich auch nicht mehr die Genehmigung des Vermieters.
 

Schmerzgrenze

Super-Moderation
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Sollen wir erst heiraten und dann die Wohnung kündigen?
Würde ich unabhängig betrachten und nach Zweckmäßigkeit entscheiden.
Wann müssen wir das Sozialamt vom geplanten Umzug und Heirat in Kenntnis setzen.
Nach Heirat unverzüglich und vor Umzug mit der Beantragung der Kostenerstattung.
Würde das Sozialamt ihm eine Umzugspauschale gewähren? Würde das Sozialamt dann auch die Renovierungskosten zahlen?
Schwer zu beantworten. Nachweisbar schriftlich und mit guter Begründung beantragen.
§ 35 SGB XII Abs.2 Satz 5
Wohnungsbeschaffungskosten, Mietkautionen und Umzugskosten können bei vorheriger Zustimmung übernommen werden; Mietkautionen sollen als Darlehen erbracht werden.
Eine Zustimmung soll erteilt werden, wenn der Umzug durch den Träger der Sozialhilfe veranlasst wird oder aus anderen Gründen notwendig ist
und wenn ohne die Zustimmung eine Unterkunft in einem angemessenen Zeitraum nicht gefunden werden kann.
 
E

ExitUser

Gast
Ich erlebe das zu Hause pflegen oft und sehe das es geht
Es geht vor allem dann wenn zusätzlich jemand da ist der nur betreut und nicht auch noch pflegt
Was aber bedeutet das finanzielle Mittel da sein müssen und natürlich Platz
Zuhause pflegen bringt schon Junge gesunde an Grenzen und Sie brauchen oft Jahre um sich davon zu erholen, selbst dann wenn alles optimal ist.
Natürlich ist es wichtig was der Betroffene möchte, ich durfte aber schon oft feststellen das oft Dinge die erst mal abgelehnt wurden
dann als besonders angenehm empfunden wurden, realistisch denken ist in so Situationen keine leichte Übung für alle Betroffenen.
Gerade das Pflegen in kleinen Wohnungen ist extrem belastend, weil wohnen dann nicht mehr stattfindet und das oft über lange Zeit
Bei 3 Zimmern geht es gerade so, bei 2 wird das fast unmöglich.
Es geht also auf keinen Fall um abschieben, es geht darum dem Betroffenen Kranken das Beste an Lebensqualität im sicheren Umfeld zu bieten
und das ist ganz klar mit der Lebensqualität der Pflegenden verbunden und eben auch der räumlichen Möglichkeiten.
Ich wünsche dir auf jeden Fall das deine Gesundheit nicht darunter leidet und du das heil überstehst
Die Behördengänge sind aus meiner Sicht die geringste Belastung
 

grün_fink

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Was die "alte" Wohnung angeht, würde ich empfehlen, erstmal prüfen zu lassen, ob vom Mietrecht her überhaupt renoviert werden muss beim Auszug. Das ist nämlich nicht immer so.
Dann gibt es doch sicher eine Kaution, die damals gezahlt wurde und noch beim Vermieter ist. Diese kann man sich wieder holen, oder wenn doch renoviert werden müsste, diese dafür verwenden.
Mit dem Vermieter der alten Wohnung könnte man auch reden, ob er in diesem Fall auf eine Renovierung verzichten kann.

Ich habe mal gehört, in Hamburg gibt es die ÖRA, die soll für solche Sachen recht gut Auskunft gében können.

Wünsche euch noch eine schöne Zeit.
 

Doppeloma

Super-Moderation
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Hallo Downunder10, :welcome:


eine Bitte vorweg, mach bitte häufig Absätze und einige Leerzeichen in deine Beiträge, das ist sonst sehr schwierig zu lesen und dann wirst du auch nicht viele Antworten bekommen ...
Gerade wer dir vielleicht helfen könnte, hat auch schon oft Schwierigkeiten mit den Augen oder mit der Konzentration bei solch "kompakten Text-Blöcken" ...
Danke für deine Aufmerksamkeit ... :icon_daumen:

Ich brauche dringend einen Rat. Mein Lebensgefährte und ich sind seit 40 Jahren ein Paar, lebten aber die letzten 15 Jahre in getrennten Wohnungen.

Im April hat er eine schwere Lungenentzündung und eine Blutvergiftung bekommen, von der er sich nicht mehr erholt hat. Die Ärzte hatten ihn soweit stabilisiert, so dass er nach Hause entlassen werden konnte.
Er ist aber seit April ein Pflegefall mit Pflegegrad 3 eine Höherstufung wurde letzte Woche beantragt. Mein Lebensgefährte ist zu 100% bettlägerig, kann nichts mehr alleine machen.

Unsere Tochter fährt morgens vor der Arbeit und Abends nach der Arbeit und pflegt ihn.
Er soll sich noch eine schöne Zeit machen.

Die "schöne Zeit" wird aber noch warten müssen wenn jetzt zunächst der Umzug erfolgen soll in deine Wohnung (wie groß ist die ???), da wird wohl ne Menge Arbeit und Bürokratie auf dich zukommen.
Wer soll das denn alles erledigen und die Wohnung von ihm dann ausräumen, da bleibt dir doch gar keine Zeit (und wohl auch keine Kraft mehr) ihn daneben so zu pflegen, wie du es vor hast in deiner Wohnung.

Er hat im gesamten Skelettsystem Knochenmetastasen, vor allem in der Hüfte und in der Wirbelsäule. Er hat einen unbefristeten Behinderungsgrad von 100 %.
Jetzt will ich ihn zu mir in meine Wohnung aufnehmen und wir wollen auch heiraten.

Schade, dass ihr euch nicht früher dazu entschließen konntet, bei seinem Gesundheitszustand solltet ihr wohl sehr bald erst mal heiraten wenn du ihm diesen Wunsch nun noch erfüllen willst ...
Dafür könnte es ja schnell zu spät sein, wenn schon jeden Tag alles "vorbei" sein kann für euch beide ... :icon_cry:

Unsere finanzielle Situation sieht so aus: Er bekommt Erwerbsminderungsrente und stockt beim Sozialamt zu 50 % auf.
Ich habe auch Erwerbsminderungsrente und stocke ebenfalls auf, allerdings im Gegensatz zu meinem Lebensgefährten stocke ich nur mit einem ganz geringen Betrag auf.

Das dürfte wohl auch sinnvoller sein den Ämtern gegenüber, dass ein Ehepaar auch zusammen in der gleichen Wohnung leben möchte.
Ihr werdet dann aber auch nur noch Zuschüsse wie ein Ehepaar bekommen, also NICHT mehr JEDER den vollen Regelsatz (als Berechnungs-Grundlage) und die "eigene" Miete", es wird also direkt weniger Geld für euch beide zusammen herauskommen wenn ihr dann verheiratet seid.

Darüber wurde offenbar noch gar nicht nachgedacht ???

Sollen wir erst heiraten und dann die Wohnung kündigen?
Wann müssen wir das Sozialamt vom geplanten Umzug und Heirat in Kenntnis setzen.

Regulär läuft die Kündigungsfrist für eine Wohnung 3 Monate, es sei denn es gibt in seinem Mietvertrag eine kürzere Frist ... aktuell wäre noch möglich die Wohnung zu Ende November zu kündigen, wenn die Kündigung bis spätestens 05.09. schriftlich beim Vermieter vorliegt.
Wie schnell man in Hamburg (unter euren besonderen Umständen) heiraten kann ist mir so genau nicht bekannt, es müsste ja auch so organisiert werden, dass es eher zu Hause stattfindet ... dein Partner kann ja nicht zum Standesamt. :icon_kinn:

BEIDE Sozial-Ämter müssen dann umgehend über die Eheschließung informiert werden und werden auch direkt die Leistungen dann "anpassen", das bedeutet weniger Geld vom Amt für euch BEIDE ... der Regelsatz für Partner beträgt nur noch 382,- € (pro Person) und nicht mehr wie bisher 424,- €, die Grundlage für die Berechnung eurer Zuschüsse als Einzelpersonen waren.

Würde das Sozialamt ihm eine Umzugspauschale gewähren? Es sind noch viele Dinge, die er mitnehmen möchte.

Die Frage ist ja zunächst mal, ob bei dir auch Platz genug sein wird für Alles, was er gerne mitnehmen möchte ... und für ALLES was für seine Pflege erforderlich ist ???
Sobald er dann offiziell bei dir wohnt wird sein AMT auch die Miete NICHT mehr weiter zahlen für seine Wohnung, die muss aber mindestens bis Ende November noch gezahlt werden, es sei denn du findest (früher) einen Nachmieter und sein Vermieter ist damit einverstanden, dass der dann dort einziehen wird.

Dann kann es aber zeitlich noch enger werden die Wohnung räumen zu müssen (wegen Renovierung könnte man sich vielleicht mit einem Nachmieter einig werden), die Kaution wird meist erst nach 6 Monaten ausgezahlt, die hilft euch also aktuell noch gar nicht weiter.
Davon wird sich sein Vermieter zumindest noch offene Nebenkosten sichern wollen ...

Ich kann den Umzug nicht machen, ich bin 63 Jahre alt, kann nichts tragen und habe auch keinen Führerschein.
Unsere Tochter hat auch keinen Führerschein.

Wenn Niemand von euch einen Führerschein und ein Auto hat muss ja sogar Kleinkram irgendwie anders transportiert werden, was man sonst mit einem PKW schon mal zwischendurch zur anderen Wohnung bringen könnte ...
Wir sind vor gut 5 Jahren (komplett) umgezogen (beide um die 60 und gesundheitlich eingeschränkt), ich weiß noch gut was da alles an Kosten und Arbeit anfällt ... je weniger man noch selber machen kann, umso teurer wird das werden und vom Sozial-AMT wird das ganz sicher nicht alles übernommen ...

Auch wenn es bei euch kein Komplett-Umzug wird, muss seine Wohnung ja leergeräumt werden und ich kann mir nicht vorstellen, dass nun ALLES was er dort besitzt, mit in deine Wohnung passen wird.

Es muss also schon überlegt / entschieden und sortiert werden was mit kann und was irgendwie anders weg muss ... stell dir das nicht so einfach vor, da "nebenbei" auch noch seine Pflege weiter durchführen zu können wie bisher. :icon_evil:

Für Möbeltransporte muss man wohl 2 - 3 Kostenvoranschläge einreichen beim Amt und dafür sollten sich die Unternehmen zunächst mal vor Ort ansehen, was konkret transportiert werden MUSS (wegen Fahrzeug-Größe und Anzahl der Helfer), auch an die Entsorgung der Stücke, die nicht mehr mit können muss gedacht werden, man kann versuchen gute Sachen oder Gegenstände noch zu verkaufen.

Darum muss man sich aber auch selber kümmern ... sonst kostet es extra ...

Und die alte Wohnung von ihm muss renoviert werden.
Ist nicht viel, aber das muss man ja machen, ansonsten kommt man ja in Schulden.
Würde das Sozialamt dann auch die Renovierungskosten zahlen?

Dazu wurde dir ja schon was geschrieben, wenn der Mietvertrag das (berechtigt) fordert werden (vermutlich) auch Kostenvoranschläge verlangt von Malerfirmen ...
In unserem Falle hatte der Vermieter eine eigene Malerfirma und wir konnten uns darauf einigen, dass die (nach Kostenvoranschlag für uns) beauftragt wird und die Kosten dann aus der Kaution bezahlt werden ... die restliche Kaution bekamen wir auch erst nach über 6 Monaten überwiesen.
Wir sind 400 km weit weg gezogen und konnten auch schon aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst renovieren.

Wir hatten allerdings das Glück, dass wir den Umzug selbst bezahlen konnten, aus unseren Ersparnissen.

Eigentlich habe ich auch nichts von einer Heirat nach 40 Jahren.
Um die Witwenrente zu bekommen, müssten wir mindestens 1 Jahr verheiratet sein und das werden wir nicht mehr schaffen.
Es ist sein letzter Wunsch und den werde ich ihm gern erfüllen.

Das kannst du nur selber wissen, wenn er so eine kleine Rente bezieht käme da ohnehin nicht viel bei raus (als Witwenrente) aber eine Heirat kostet auch Geld und muss organisiert werden, auch wenn man "sich nur noch zusammenschreiben" lässt, damit er dann seinen Frieden finden kann ... ich weiß nicht wie du das Alles zusammen überhaupt stemmen willst und hoffendlich noch rechtzeitig ... :icon_kinn:

Mir machen nur die Behördengänge Angst. Ich kann auf keinen Fall finanziell eine Wohnungsräumung und Renovierung stemmen.

Das kann ich mir gut vorstellen und es wird weniger Geld werden als aktuell noch jeden Monat kommt vom Sozial-Amt, denn man geht natürlich davon aus, dass Eheleute auch finanziell füreinander einstehen werden.... darum gilt dann auch der geringere Regelsatz.
Solche Extra-Kosten sind da nicht vorgesehen und die Pauschalen von den Ämtern meist sehr knapp bemessen wenn was bewilligt wird.
Du musst ALLES unbedingt immer schriftlich beantragen, damit du auch einen schriftlichen Bescheid bekommen musst ... und oft muss man den Ämtern "hinterher laufen" weil die sich zu viel Zeit lassen für die Entscheidungen.
Zuständig wäre dafür dann wohl DEIN Sozial-AMT aber das weiß ich nicht genau, weil der Partner ja bei dir einziehen wird ... :icon_kinn:

Möchte mich eigentlich finanziell nicht in ein ungesichertes Fahrwasser begeben.

Das wird sich kaum vermeiden lassen, es ist auch möglich, dass man dir nur ein Darlehen geben will für diese Umzugs- und Renovierungs-Kosten, das ist dann natürlich in Raten zurück zu zahlen.

Klar, wir werden weiterhin unsere Erwerbsminderungsrente bekommen.

Na-Ja, die reichen ja jetzt schon nicht zum Leben OHNE Zuschüsse vom Sozial-Amt, das wird ja nicht mehr weil er dann bei dir wohnt und gepflegt wird.
Im Gegenteil werdet ihr dann weniger Zuschüsse bekommen von deinem Amt, was dann ja zukünftig für euch beide zuständig wird, wenn er offiziell bei dir wohnt ... oder auch schon wenn die Heirat bekannt gegeben wird.

Mein Vermieter hat schon sein Einverständnis für die Aufnahme gegeben und wenn wir verheiratet sind braucht man eigentlich auch nicht mehr die Genehmigung des Vermieters.

Die braucht man auch NICHT wenn man seinen Lebenspartner in die Wohnung aufnehmen möchte, noch darf man selbst entscheiden mit wem man als Paar zusammen leben möchte, das geht auch OHNE Trauschein genauso.

Mein Partner hat auch schon lange mit bei mir gewohnt, als wir noch nicht verheiratet waren ... er ist bei mir mit in die Wohnung eingezogen, als meine jüngere Tochter ausgezogen war, um mit ihrem Partner (und heutigen Ehemann) in Hamburg zu leben... o_O

MfG Doppeloma
 

ela1953

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Den Vorteil einer Heirat sehe ich darin, dass Vieles von der Ehefrau besser organisiert werden kann.
Z.B. Wohnungskündigung, Krankenhaus, Ärzte, Pflegedienst, Krankenversicherung, später dann die Beerdigung.
 

HermineL

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Den Vorteil einer Heirat sehe ich darin, dass Vieles von der Ehefrau besser organisiert werden kann.
Z.B. Wohnungskündigung, Krankenhaus, Ärzte, Pflegedienst, Krankenversicherung, später dann die Beerdigung.
Das alles kann man mit einer allgemeinen, über den Tod hinausgehenden, Vollmacht und einer Vorsorgevollmacht auch ganz ohne Trauschein regeln.
Ein Argument für die Heirat könnte die finanzielle Absicherung der Ehefrau durch die Witwenrente sein aber nicht das dadurch alles besser organisiert werden kann.
 

ela1953

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Das alles kann man mit einer allgemeinen, über den Tod hinausgehenden, Vollmacht und einer Vorsorgevollmacht auch ganz ohne Trauschein regeln.
Ein Argument für die Heirat könnte die finanzielle Absicherung der Ehefrau durch die Witwenrente sein aber nicht das dadurch alles besser organisiert werden kann.

Ja, es könnte auch alles per Vorsorgevollmacht über den Tod usw. geregelt werden.
Damit ist es aber trotz allem schwieriger.

Hier besteht aber der letzte (?) Wunsch, zumindest des Mannes, nach einer Heirat.

Die finanzielle Absicherung bezüglich Witwenrente kann hier wegen voraussichtlicher Ehedauer und bestehender Grundsicherung vernachlässigt werden.
 

Larsson

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Ein Grund für deine Heirat könnte auch schlicht der letzte Wunsch des Sterbenden sein, zumindest lese ich das aus dem, was die TE schreibt.
@TE
Warum verbringst du die restl. Zeit mit ihm nicht in seiner Wohnung?
Was ihr da vorhabt ist Stress pur. Wir haben im April meinen Vater zum Sterben nach Hause geholt. Das war Stress pur und da waren keine Ämter involviert.
 

Doppeloma

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Hallo HermineL,

Das alles kann man mit einer allgemeinen, über den Tod hinausgehenden, Vollmacht und einer Vorsorgevollmacht auch ganz ohne Trauschein regeln.

Genau so ist es und es ist ein fataler "Irrglaube", dass man das als Ehepartner alles einfach OHNE Vollmachten regeln darf ...
Es wird oft "einfach" so gemacht, aber gesetzlich gesehen hat man durch eine Heirat KEINE "Generalvollmachten" für den Ehepartner nun ALLES nach eigenem Gustus regeln zu dürfen. :icon_kinn:

Jeder Ehepartner bleibt immer noch eine eigene Person mit eigenen Regelungsbefugnissen ... die eigene Person betreffend.
Es wird ja seinen Grund haben, dass Ehepartner auch nicht "automatisch" als gesetzliche Betreuer bevollmächtigt werden wenn man selbst keine Entscheidungen mehr treffen kann, das läuft auch für Ehepaare NUR über entsprechende (schriftliche) Vorsorge- und Vertretungs-Vollmachten.

Ansonsten wird ein Familienrichter dazu entscheiden müssen WER dafür die Vertretungs-Vollmachten bekommt, da kann sogar eine Ehefrau, auch ein leibliches Kind ganz schnell "außen vor" sein ... und wird dann nur noch für den rein finanziellen Teil verantwortlich gemacht (der ergibt sich ja aus der gesetzlichen Unterhaltspflicht dem Ehepartner / Elternteil gegenüber).
Ich persönlich sehe keine wirkliche (gesetzlich sinnvolle) Notwendigkeit in diesem Stadium noch unbedingt zu heiraten und in der gleichen Wohnung wohnen zu wollen, wenn daran (auch bei ihm) ja offenbar in den letzten 15 Jahren KEIN besonderes Interesse bestanden hat. :icon_kinn:

Ein Argument für die Heirat könnte die finanzielle Absicherung der Ehefrau durch die Witwenrente sein aber nicht das dadurch alles besser organisiert werden kann.

Völlig richtig aber hier ist ja schon klar, dass der eine Partner nicht mehr lange leben wird, das sieht die TE ja selber genau so und ein "schönes Rest-Leben vor dem baldigen Ende" stelle ich mir irgendwie anders vor ... vom Trauschein hat er im Grab dann auch nicht mehr viel ... und an die damit verbundenen Belastungen für seine Partnerin scheint er auch gar nicht zu denken ... :icon_kinn:

Warum hatte er nicht früher (zu gesunden / besseren Zeiten) den dringenden Wunsch seine langjährige Partnerin (und Mutter seines Kindes) zu heiraten ... ich weiß, dass man mir diese Frage wieder sehr "verübeln" wird wenn es "um den letzten Wunsch" eines bald Sterbenden geht ... aber ich würde mir diese Frage als die aktuell betroffene Partnerin durchaus stellen wollen. :icon_kinn:

Es klingt NICHT danach, dass es auch unbedingt ihr eigener Wunsch (aus purer Liebe) ist, nun "noch schnell zu heiraten" weil er das jetzt gerne so möchte ... es wird ja auch Gründe für das bisher räumlich getrennte Leben gegeben haben ... o_O
Sie handelt sich damit nur jede Menge Ärger / Kosten / Arbeit und Bürokratie ein, im Vorfeld und auch noch wenn er dann nicht mehr da ist ... dann wird man sie als Ehefrau nämlich direkt und zuerst für ALLES verantwortlich machen, was noch weiter zu regeln ist ...
Bis dahin kann keine Behörde ernsthaft was von ihr verlangen für diesen Fall zu regeln (oder danach), sie hat aber auch (als unverheiratete Partnerin) keinerlei Ansprüche ... auf NICHTS, egal wie lange die beiden mal "wild liiert" gewesen sind ...

Einzige "Erbin" wäre die leibliche Tochter und dann auch (vorrangig / finanziell) verantwortlich für die Bestattung usw., zu erben gibt es offenbar sowieso NICHTS und eine zusätzliche Rente hat die TE auch nicht zu erwarten, egal ob sie noch heiraten werden oder nicht ...
Sie hat aktuell nur einen Haufen Stress und Mühe zu erwarten und wird danach auch weiter mit den (oft auch finanziellen) "Scherben dieser kurzen Ehe" alleine klar kommen müssen ...

Sorry, aber dieses Opfer wäre mir zu groß ... ich weiß gerade sehr genau, was es bedeutet Witwe zu werden ...
Wir waren immerhin schon über 10 Jahre (aus LIEBE) verheiratet, das macht dann aber für die Behörden keinen Unterschied mehr, ob der Trauschein 10 Jahre oder 10 Tage alt ist ... die Verantwortung für die Erledigungen durch das Ableben des Ehepartners darf man gerne SOFORT übernehmen, mit ALLEN (besonders auch finanziellen) Konsequenzen.

MfG Doppeloma
 

Lexia

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Erst mal mein Beileid wegen der schweren Krankheit deines „Mannes“ und das sein Zustand nicht mehr heilbar ist.

Weit oben schrieb jemand was wegen Pflegekasse. Deinem Freund stehen im Grunde 4000€ zur Verfügung, ob der Umzug übernommen werden würde muss man mit der Pflegekasse individuell regeln, einer Freundin von mir wird der Umzug bezahlt weil sie als Grund angab, dass sie Treppen vor der Tür hat und diese nicht gehen kann, darauf wurde der Umzug genehmigt, sie lebt in NRW. Bei mir wurde gesagt Umzug würde nicht übernommen werden und lebe in BW.
 
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