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Leben mit 3,50 Euro

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Nicht offen für weitere Antworten.
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ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#1
Schulprojekt soll vor einer Existenz als Hartz-IV-Empfänger warnen


Fragt man Schüler der 8. Klasse der Bürgermeister-Grimm-Schule im Gallus, woher das Geld für den Lebensunterhalt kommt, dann finden sich Lohn und Gehalt erst an achter und letzter Stelle. Selbstverständlicher ist es derzeit noch, Gelder von den verschiedenen Ämtern zu beziehen.
Frankfurt. Deshalb findet ab Montag, 15. Juni, an der Schule eine Projektwoche statt, die unter dem Motto steht: Ein Leben mit Nichts! – Will ich das? Dabei sollen die Kinder probeweise das Leben eines Hartz-IV-Empfängers führen. Betreut wird das Projekt von der Klassenlehrerin Martina Franke und dem Sozialpädagogen Mario Pisacane.

Zum Wochenprogramm gehört es, den Tagessatz eines Hartz-IV-Empfängers zu berechnen, einen Tag bei der Ausgabe von Kleidern in einer karitativen Einrichtung zu verbringen und in einer öffentlichen Umfrage den Stellenwert von Hartz-IV-Empfängern in der Gesellschaft zu erkunden. Auch ein Besuch in der Rhein-Main-Jobcenter GmbH (RMJ) ist vorgesehen. Die Jugendlichen sollen dort unter realen Bedingungen Leistungen beantragen.
Klassenlehrerin Martina Franke lässt dazu im Unterricht die notwendigen Dokumente für den Antrag überprüfen. Wem Unterlagen fehlen, der muss diese zu Hause holen und sich neu in die Schlange stellen.
Frankfurter Neue Presse - Frankfurt - Lokales: Leben mit 3,50 Euro

Könnte glatt ein "Programm" der INSM sein. Was da wohl herauskommen wird?
 

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Elo-User/in

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#3
"Ein Leben mit Nichts! – Will ich das?"

Hallo? :icon_eek:

Das ist doch schon lange keine Frage mehr, des Wollens.

Soll Kindern Angst gemacht werden: wenn Du nix lernst, wirste Hartz4?
Ja, super. Hier sind so viele, die klasse Noten hatten, ne klasse Ausbildung.
 
E

ExitUser

Gast
  Th.Starter/in  
#6
(...)hoffentlich überzeugen, wie wichtig es sei, den Start in das Berufsleben mit einem Schulabschluss und einer Ausbildung, anstatt mit Sozialleistungen zu beginnen. Franke wünscht sich, dass sich die Schüler verstärkt für eine Leben mit Arbeit entscheiden.
Ich hoffe die Lehrer und Sozialpädagogen verraten auch WO genau die Ausbildungsplätze sind, und sorgen dafür dass jeder ihrer Schüler eine sehr gute Schulausbildung erhält und später dann von diesen "engagierten" Lehrern in die Ausbildung geführt wird. Und dass dann diese Ausbildung auch in einen soialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz mündet, von dem die heutigen Schüler ohne Aufstockung durch die Arge leben können.
Ansonsten ist der Artikel zum :icon_kotz:.
Ich würde mein Kind nicht an einer derartigen Veranstaltung teilnehmen lassen. Mit oder ohne Hartz nicht. Mein Kind ist kein Gegenstand fragwürdiger Experimente fehlengagierter Lehrer.

LG :icon_smile:
 

Erntehelfer

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#7
Die gesellschaftliche Spaltung manifestiert sich zunehmend auch in den Schulen. Das konnte man auch im SPON --> "Mein Kind first": Wie Eltern gute Schulen verhindern - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL lesen.
Die Angst der Eltern vor dem Statusverlust ist immens. Gegen die geplante gemeinsame sechsjährige Grundschule in Hamburg veranstaltete das dortige Bürgertum unlängst einen "Gucci-Protest", wie selbst "Die Zeit" lästerte. Die Bürgerinitiative dazu besteht aus Medien- und Werbeprofis, wie ihr Anführer, der Anwalt Walter Scheuerl, anmerkt. Die Initiative trägt den harmlosen Namen "Wir wollen lernen". Tatsächlich bedeutet er: Wir wollen nicht mit Schmuddelkindern lernen. Denn zu den Zielen der Initiative gehört es, die sechsjährige Grundschule unbedingt zu verhindern, vulgo: das frühe Aussortieren von Migranten und Hartz-IV-Kindern nach der vierten Klasse beizubehalten.
Gruß Erntehelfer
 

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#8
Och, in der "mittelschicht" ist das ein gutes druckmittel für lernunwillige kids. nach dem motto: wer hartz4 ist, ist selber schuld. kein hartz4 zu sein, heisst eigentlich nur noch: glück gehabt zu haben. darauf muss man sich nix einbilden.
 

Berenike1810

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#11
Hallo Sancho,

vielen Dank für diesen Beitrag!

Ich bin seit einigen Wochen mit einer "Umfrage" beschäftigt, Thema "Was weißt du über Hartz IV".

Befragt werden von mir ausschl. Studentinnen und Studenten der Sozialarbeit.

Bisher habe ich 27 Aufzeichnungen. 200 sollen es schon werden. Braucht also noch Zeit, da sich nicht alle zu einem Interview bereit erklären.


Ich stelle zunächst nur 8 Fragen - und bekomme zum Teil ernüchternde Antworten!!!

Die Auswertung der bisher 27 Befragten ergibt Folgendes:

22 sind der Meinung dass es den Schmarotzern viel besser geht als den Studis und die Zahlungen ganz abgeschafft werden müssten.

- sie sind der Meinung, dass wenn einer arbeiten will, auch Arbeit findet.

- dass "Denen" sogar noch die Mieten gezahlt werden empfinden sie als Hohn!

- "Die machen doch nur Kinder wegen dem Erziehungsgeld und leben dann davon" - habe ich 3 x gehört.

- "Den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen" sagten vier (zukünftige) SozialarbeiterInnen.

Dass Alg II abgeschafft gehört, weil unsozial, sagten dann doch (noch) wenigsten vier zukünftige SozialarbeiterInnen.

Auf die Frage, wie sie sich ihre eigenen Berufschancen, nach dem Studium vorstellen,
waren alle recht Guter Dinge!

Von den 27 Befragten hat keiner (bisher) vor, als Streetworker zu arbeiten.

11 Leute träumen davon, in's Ausland abzuwandern, da verdient man besser

9 Leute wollen am liebsten in einer (Sucht-) klinik als Sozialtherapeut arbeiten, da wäre man am sichersten.

Bei zwei Befragten hatte ich den Eindruck: - dass die gar nicht wissen wollen was übermorgen ist.

Naja, Sancho, Deinen Beitrag finde ich sehr interessant - wenn Du noch mehr in der Richtung anbieten kannst, dann freue ich mich!

Schöne Grüße
Berenike
 
E

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#12
Die Umfrage zeigt doch schon, wie die Gedanken "geschult" werden.
Ahnung von nix, und davon ne Menge.

Erschreckend, wie zukünftige Sozialarbeiter heute schon denken.
 

Jesaja

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#13
Ich fand es einmal sehr bezeichnend, als ich kurz vor der Einführung von Hartz IV eine Gesprächsrunde in den öffentlich-rechtlichen Sendern gesehen habe, mit einem Sozialarbeiter, der Punks betreute und einem rothaarigen Strafrichter, der sich vorwiegend mit jugendstrafrechtlichen Fällen beschäftigt.
Als die Frage aufkam, wie die beiden die Folgen von Hartz IV einschätzen würden, meinte der Sozialarbeiter fast verbissen, dass er das Programm gut finde, denn dann würden viele, die schon lange nicht mehr arbeiten würden, endlich mal wieder lernen, einen geregelten Tagesablauf zu haben, und wie es ist, zu arbeiten.
Die lapidare Antwort des Richters hingegen war : "Ich sehe schon, dass ich in Zukunft noch mehr Straffälle zu beackern haben werde".
Dem fügte er hinzu : "Hartz IV wird nur dazu führen, dass sich die soziale Situation für viele Menschen noch verschlimmern wird, dass die Armut sich verstärkt, und das wiederum wird Verzweiflung, Verwahrlosung und eine erhöhte Kriminalitätsrate nach sich ziehen".

Aus meiner Erfahrung heraus fand ich es nicht besonders erstaunlich, dass gerade der Sozialarbeiter glaubte mit autoritären Maßnahmen würde sich die Lebenssituation von Arbeitslosen verbessern, während der Richter hingegen ein wesentlich realistischeres Bild zeichnete, dass von einem tieferem Sozialeverständnis zeugte, als es der Sozialarbeiter hatte.
Leider weiss ich nicht mehr, wie der Richter hiess. Dieser ist öfters im Fernsehen zu sehen, und erzählt oft vernünftige Sachen.
 

Berenike1810

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#14
Hallo Jesaja,

danke für Deinen Beitrag - bitte versuche Dich zu erinnern, das ist echt wertvoll für mich,
-kann ruhig ein paar Tage dauern!

Bis die Umfrage sendereif ist wird es wohl Wintersemester.

Ich bin SEHR dankbar, über jede Person, die mitwirkt !!!

Berenike
 

Jesaja

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#15
Hallo Jesaja,

danke für Deinen Beitrag - bitte versuche Dich zu erinnern, das ist echt wertvoll für mich,
-kann ruhig ein paar Tage dauern!

Bis die Umfrage sendereif ist wird es wohl Wintersemester.

Ich bin SEHR dankbar, über jede Person, die mitwirkt !!!

Berenike
Danke für dein Interesse. Leider habe ich schon ein wenig gegoogelt, um zu schauen, ob ich herausfinden kann, wie dieser Richter oder der Sozialarbeiter hieß, und ob ich eventuell sogar noch die Sendung finde, was aber schwierig ist, solange ich keine Namen weiss.
Momentan sehe ich nur die Chance, dass entweder hier sich jemand zufällig auch an diesen Richter erinnert, bzw. dass er mal wieder in einer Sendung auftritt.
 

Woodruff

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#18
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft – Wikipedia


Ein ganz übler Haufen, der laut Monitor sogar die Journalistenschulen unterwandert um eine Meinungsbildung in ihre Richtung zu erzielen.
Hier noch ein aufschlussreicher Artikel über die INSM:

Streit für Konzerne: Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft | Wirtschaft | Nachrichten auf ZEIT ONLINE

Millionen von der Wirtschaft: | Wirtschaft | Nachrichten auf ZEIT ONLINE

Die Initiative arbeitet im Innersten der deutschen Medienrepublik, dort, wo die Nachrichten des nächsten Tages entstehen, dort, wo die veröffentlichte Meinung gemacht wird. Sie setzt alles daran, Stimmungen zu verstärken oder zu drehen und medialen Druck zu erzeugen. Wer die Arbeit der Initiative kennt, versteht den fortschreitenden Wandel in der öffentlichen, politischen Kultur, denn ihre Macher glauben fest daran: Wer am Ende die Herrschaft in einer Debatte erringt, dem winkt der höchste Preis – eine Politik nach seinem Gusto.
 
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