laut SB: Zumutbarkeitsregelung betreffs der Anfahrtszeit zur Arbeitsstelle abgeschafft (??)

Maddrax

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Hallo zusammen,

Gestern hatte ich Termin bei einem neuen SB, die sich direkt als sehr unangenehme Person herausstellte (sieht nach Ärger in der Zukunft aus !)


Hier ist noch so ein Ding, wo sich SB (nach meiner Meinung) ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt hat.

Es ging um einen Vermittlungsvorschlag (20 Stunden in der Woche Arbeitszeit), wo der Anfahrtsweg mit öffentl. Verkehrsmitteln (ich hab kein PKW) so zwischen 1 Stunde 50 und über 2 Stunden 15 (Hinfahrt, Rückfahrt dann natürlich auch wieder so lange) liegt (je, nachdem wann man fährt: Arbeitszeit wäre auch Schichtdienst)

Ich sprach die lange Anfahrtszeit an (wusste da natürlich noch nicht auf die Minuten genau, wie lang man fährt), daraufhin meinte SB, Länge der Anfahrtszeit wäre egal. Die Zumutbarkeitsregelung betreffs der Anfahrtszeit zur Arbeitsstelle wäre seit einiger Zeit abgeschafft; jede Anfahrtszeit sei zumutbar.
Ich wollte eine Rechtsnorm wissen, worauf SB nicht antwortete.

Stimmt das, dass eine Zumutbarkeitsregelung betreffs der Anfahrtszeit zum Arbeitsplatz nicht greift, oder abgeschafft wurde ?
Das würde ja im Umkehrschluss heissen, dass man zum Bsp. 5 Stunden Fahrtzeit akzeptierieren muss um dann 6 Stunden dazwischen zu Arbeiten (???)
 

Couchhartzer

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Stimmt das, dass eine Zumutbarkeitsregelung betreffs der Anfahrtszeit zum Arbeitsplatz nicht greift, oder abgeschafft wurde ?
Er hat dich vorsätzlich belogen (siehe dort unter (4)~> § 140 SGB III Zumutbare Beschaftigungen

Da du aber seit 2012 hier registriert bist, solltest du ja damit vertraut sein, dass oftmals Jobcenter-SB einfach schlichtweg die Hilfeempfänger wissentlich belügen.
 
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Maddrax

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Er hat dich vorsätzlich belogen (siehe dort unter (4)~> § 140 SGB III Zumutbare Beschaftigungen

Da du aber seit 2012 hier registriert bist, solltest du ja damit vertraut sein, dass oftmals Jobcenter-SB einfach schlichtweg die Hilfeempfänger wissentlich belügen.
danke für die Antwort.
Dass viele SBs bei den Terminen lügen, ist mir natürlich nicht neu und nicht fremd !
Darum gings jetzt auch nicht.
Es ist halt nur so, dass man (oder ich) bei den Termin sitzt, SB ewas verzählt und man weiss genau, kann nicht sein, aber kennt die entsprechenden Vorschriften (Rechtsnormen, was immer ) nicht und wie dann reagieren?? Wenn man sagt, kann nicht sein, weiss SB garantiert darauf eine mindestens 10 minütigen "Wortschwall", dem man nix entgegen zu setzten hat.

jetzt weiss ich schon mal
§ 140 SGB III Zumutbare Beschaftigungen
und kann dementsprechend mit dem Vermittlungsvorschlag umgehen
 

Sowhat

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Ich weiss nicht ob sich da mit den Fahrzeiten was geändert hat, aber irgendwas glaube ich mal gelesen zu haben. Die Einfälle der "oberen" werden ja immer bescheuerter.
Andererseits, wenn ein evtl. AG liest wo man wohnt und feststellt, der /die Bewerber/in wohnt ja fast 2 Stunden weit von der Firma weg, dann bekommt man in der Regel die Stelle, vor allem wenn es TZ ist, doch gar nicht.
Jeder normal denkende AG, der wirklich jemand braucht, würde doch jemanden nehen der näher an der Firma wohnt.
Andererseits heute, wo vom JC so gesponsort wird, da nehmen die AG natürlich auch mal das Geld mit und brauchen eigentlich gar niemanden ....
 
E

ExitUser

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Ich wollte eine Rechtsnorm wissen, worauf SB nicht antwortete.
Hallo M.! Das sagt eigentlich schon alles.

Im SGB II ist das allerdings in den fachlichen Hinweisen zu § 10 geregelt. Die zumutbaren Pendelzeiten sind inzwischen identisch mit denen der in #2 genannten Quelle für Alg-I-Berechtigte.

Guckst du hier: Weisungen nach Rechtsnormen - Bundesagentur fur Arbeit

Pendelzeit meint dabei den gesamten Zeitaufwand für den Weg von A nach B mit Fußwegen, Wartezeiten etc. und nicht nur die Fahrtzeiten.

Gruß
 

Solanus

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....
Es ist halt nur so, dass man (oder ich) bei den Termin sitzt, SB ewas verzählt und man weiss genau, kann nicht sein, aber kennt die entsprechenden Vorschriften (Rechtsnormen, was immer ) nicht und wie dann reagieren??...
Freundlich lächelnd nichts tun, still dasitzen und sich denken "Schwätz Deinen Müll, wenn es Dir gut tut!" und anschließend nach Hause gehen. Anschließend wenn irgendeine Vorlage kommt, entsprechend nach den gesetzlichen Regelungen handeln und bei Bedarf einen falschen/unwahren Bescheid mit Widerspruch belegen und vor Gericht aufheben lassen.
 

0zymandias

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Der § 10 SGB II liegt nicht im SGB III, und die verlinkten Weisungen sind interessant.
Fachliche Weisungen § 10 SGB II, Stand: 30.03.2017, PDF-Seite 17:
(3) Bei der Beurteilung der zumutbaren Pendelzeiten ist in der Regel die Entfernung zumutbar, die in der Region bei vergleichbaren Arbeitnehmern üblicherweise zwischen Wohnort und Arbeitsstelle anfallen. Üblich sind Pendelzeiten, wenn sie nicht nur vereinzelt, sondern in größerem Umfang anfallen.
Als Vergleichswerte anzusetzen sind:

• bei einer täglichen Arbeitszeit von 6 und weniger Stunden: 2 Stunden Pendelzeit täglich,
• bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 6 Stunden: 2,5 Stunden Pendelzeit täglich.

Soweit z. B. in ländlichen oder strukturschwachen Gebieten oder in Ballungsgebieten längere Pendelzeiten üblich sind, sollen diese zu-grunde gelegt werden.
Die SB würde sich bestimmt über einen Hinweis freuen.
Dann kann sie sich die Zeit für schlechte Zwecklügen sparen und mal ins Wirken kommen. :biggrin:
 

wolf77

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Man könnte sich natürlich auch mit einem Fax (inkl Sendebericht) für die Fachkundige Beratung bedanken und (mit Hinweis auf die Auskunfts und Beratungspflichten) fragen, ob man das alles so richtig verstanden hat und, wenn nicht, um schriftliche Erklärung bitten (Teamleiter mit in die Anrede setzen).

Das wiederholt man jedesmal, wenn Klärungsbedarf besteht.
 

Maddrax

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@RobbiRob
ich beziehe ALGII
Somit dürfte für mich § 10 SGB II greifen.

Ich habe diesen Brief an meine SB aufgesetzt, den ich ihr zukommen lassen möchte.
Was haltet ihr davon ??

Unser Gespräch vom 07.02.2018
Zumutbarkeitsregelung betreffs der Anfahrtszeit zur Arbeitsstelle




Sehr geehrte xxx

vielen Dank für das Gespräch vom 07. Februar 2018.
Im Nachgang zu diesem Gespräch hat sich bei mir folgende Frage aufgeworfen.


Unter anderem hatten Sie bei dieser Unterhaltung ausgeführt, das die Zumutbarkeitsregelung betreffs der Anfahrtszeit zur Arbeitsstelle abgeschafft worden sei.
Bitte bestätigen Sie mir schriftlich diesen Aspekt.
Des weiteren bitte ich um die Nennung der Rechtsnorm auf die sich Ihre Ausführung stützt.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf die §§ 13 – 15 SBG I

Gerne sehe ich Ihrer aussagekräftigen Antwort bis zum 01.03.2018 entgegen.




Mit freundlichen Grüßen
 

ZynHH

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Ich würde noch einen Ausdruck des Gesprächvermerks fordern .....:popcorn:
 

Doppeloma

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Hallo Maddrax,

ich würde das sogar noch ergänzen, um einen Ausdruck der möglichen Fahrverbindungen im Bezug auf das aktuelle Stellen -Angebot (natürlich die Wege zu Fuß aufaddieren).

Dazu gleich noch der Antrag auf Übernahme der Fahrtkosten (lt. Online-Info) für die ersten Wochen / Monate ist ja bestimmt auch nicht ganz "billig", als Eingliederungsleistung aus dem Vermittlungs-Budget !!!
Denn "Vorschießen" (aus ALGII) ist ja nicht möglich VOR dem ersten Gehalt und wer weiß schon ob sich das dann (für die SB) auch noch lohnen würde. :idea:

Es ging um einen Vermittlungsvorschlag (20 Stunden in der Woche Arbeitszeit), wo der Anfahrtsweg mit öffentl. Verkehrsmitteln (ich hab kein PKW) so zwischen 1 Stunde 50 und über 2 Stunden 15 (Hinfahrt, Rückfahrt dann natürlich auch wieder so lange) liegt (je, nachdem wann man fährt: Arbeitszeit wäre auch Schichtdienst)
Dass du keinen PKW zur Verfügung hast, sollte ihr ja bereits bekannt sein, das hat sie ja bei Stellen-Angeboten bereits mit zu beachten.

Es dürfte allgemein als unrealistisch anzusehen sein (auch im SGB II), wenn die "Pendelzeit" deutlich ÜBER der Arbeitszeit liegt und bei Schichtarbeit gibt es zu gewissen Tages- (oder Nachtzeiten) meist gar keine Verbindungen mehr oder es dauert noch länger.

Ist das ein VV mit RFB, ansonsten würde ich darüber allerdings gar nicht weiter diskutieren (wollen) ... :icon_hihi:

MfG Doppeloma
 

Maddrax

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Hallo Doppeloma
ja, ist ein ein VV mit RFB
Einen Ausdruck der möglichen Fahrverbindungen im Bezug auf das aktuelle Stellen - Angebot mitzusenden, ist eine gute Idee.
 
E

ExitUser

Gast
ich würde das sogar noch ergänzen, um einen Ausdruck der möglichen Fahrverbindungen im Bezug auf das aktuelle Stellen -Angebot (natürlich die Wege zu Fuß aufaddieren).
Hallo Zusammen!
Das muss man wirklich tun, da die meisten SB Autofahrer sind und davon keine Vorstellung haben, wie abenteuerlich der ÖPNV sein kann.

Bei vielen Fahrplanauskünften (z.Bsp. VRR) kann man Adressen eingeben und bekommt die Fußwege dann gleich mit aufgeführt.
Als pdf ausdrucken und per Mail ans Amt? Meinen Drucker würde ich dafür nicht bemühen.

Gruß
 

Doppeloma

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Hallo Ulenspiegel,

Als pdf ausdrucken und per Mail ans Amt? Meinen Drucker würde ich dafür nicht bemühen.
Nicht besonders logisch oder, ein PDF muss man ja nicht mehr ausdrucken wenn man das (als Anhang) per Mail verschicken möchte, ein Link zur Fahrplan-Auskunft wäre natürlich auch "lustig".

Mail-Verkehr mit SB sollte man aber unterlassen, denn da hat man keine Beweise für den Zugang beim SB (außerdem braucht der meinen Mailzugang nicht zu kennen), ich bevorzuge noch immer die "gute alte Post" und bei wichtigen Behörden-Sachen (bei Möglichkeit) FAX und / oder Versand per "Übergabe-Einschreiben".

Rückschein kann man sich sparen, denn mit der Sendungsnummer kann man den Zugang beim Empfänger auch selbst kontrollieren ...

Deutsche Post | Brief | Sendungsstatus

MfG Doppeloma
 
E

ExitUser

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Nicht besonders logisch oder, ein PDF muss man ja nicht mehr ausdrucken wenn man das (als Anhang) per Mail verschicken
Hallo Doppeloma!

Man druckt ein Dokument (virtuell) als pdf aus, das sagt man so. :wink:
Ich versende inzwischen fast alles als E-Mail-Anhang, fristwahrende Anträge, Widersprüche als Fax. Das JC darf auch mich per Mail kontaktieren. Solange das weiter so gut funktioniert, mache ich mir das Leben nicht unnötig schwer.

Gruß
 

0zymandias

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Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er auf Faxe umsteigt.
 

DVD2k

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Ich würde dieses nette Schreiben nicht nur einfach so an den TL schicken, sondern als echte Fachaufsichtsbeschwerde an eine deutlich übergeordnete Stelle,m beispielsweise das KRM in Nürnberg schicken.

Der gute SB hat sich hier schließlich eindeutig und vorsätzlich dazu entschieden entgegen den §§13-15 SGB I anstatt dich anständig zu beraten dich dreist anzulügen.
 

romeo1222

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Hatte auch mal mit meiner SB das Problem, habe ihr dann das mit dem Gesetz mitgeteilt, und sie meinte dann, ich müsse dann umziehen, wenn die mich nehmen würden. Ich wohne in SH und habe damals auch für Bayern usw. Vermittlungsvorschläge mit RFB bekommen.
 
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