Langzeitarbeitslosigkeit: Meine Hartz-IV-Familie

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Kaleika

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Langzeitarbeitslosigkeit

Meine Hartz-IV-Familie


Ihre Eltern haben sich Mühe gegeben, aber nie einen Platz in der Gesellschaft gefunden. Unsere Autorin erzählt, wie schwer es für sie war, sich eine Zukunft aufzubauen – und Mutter und Vater zu respektieren Von Undine Zimmer
7. Oktober 201118:16 Uhr156 Kommentare
Meine Mutter, mein Vater und ich gehörten, solange ich mich erinnern kann, zur Unterschicht. Meine Eltern sind Langzeitarbeitslose. Geändert haben sich im Lauf der Jahre nur die Bezeichnungen, unter denen in der Öffentlichkeit über Leute wie uns diskutiert wurde: Sozialhilfeempfänger, Prekariat, Langzeithartzer. Und die Subventionen, die man uns zuteilte: Mal lebten wir aus dem Zuschusstopf für Niedriglöhner, mal aus dem Weiterbildungstopf, mal aus dem Ein-Euro-Job-Topf und, weil mein Vater sogar einmal versucht hat, sich selbstständig zu machen, auch aus dem Gründungszuschuss-Topf. Mittlerweile sind meine Eltern beide im Rentenalter und erhalten einen kleinen Grundbetrag mit ergänzender Sozialhilfe. Leider ist bei keinem der beiden die sogenannte Integration in den Arbeitsmarkt gelungen. An der Zahl der Bewerbungen, dem mangelnden Wunsch nach Unabhängigkeit und nach Arbeit, lag das nicht.
In der Öffentlichkeit finden Hartz-IV-Empfänger vor allem Beachtung als Jammerlappen, Fertiggerichtekocher, Flachbildschirmkäufer. Manchmal wird in Talkshows und Reportagen auch das Gegenbild vorgeführt, meist in Form einer tapferen Alleinerziehenden, die ohne Schuld in Not geraten ist. Meine Eltern gehören weder zur einen noch zur anderen Gruppe: Sie haben ein mittleres Bildungsniveau, sie legen Wert auf gesunde Ernährung, und sie hören Kulturradio, statt Bild zu lesen. Aber natürlich waren sie nicht nur Opfer der Verhältnisse, sie haben Entscheidungen getroffen, manchmal (wie viele Menschen) eben unkluge. Und obwohl es viele gibt wie sie, liest man nichts von ihnen: Hartz-IVler sind nicht in der Position, ihre Geschichten erzählen zu können, sie haben keine Lobby, und so bleibt der Begriff »Hartz IV« in Deutschland mit ein, zwei Klischeebildern assoziiert, die der Politik dabei helfen, diese Menschen weiter zu entrechten, und der Mittelklasse dabei, sich emotional von Leuten zu distanzieren, die ihnen vielleicht näher sind, als sie glauben.
(...)
Langzeitarbeitslosigkeit: Meine Hartz-IV-Familie | ZEIT ONLINE


Zwar schon fast zwei Jahre alt, aber noch aktuell
 

utafu

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Jetzt arbeitet Frau Zimmer selber in einem Jobcenter :icon_pfeiff:
 
E

ExitUser

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Sollte man sich mal druchlesen.

Der Letzte Satz allerdings "Aber kann ich dem Urteil von Eltern vertrauen, die so häufig falschgelegen haben?" disqualifiziert diesen Text in meinen Augen völlig.
 
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Das passiert immer seltenerr, da immer mehr Menschen davon betroffen sind; und häufiger.

Das ist grober Unfug. Die Zahl der Arbeitssuchenden sinkt seit Jahren. Dazu muß man keine - womöglich geschönte - Statistik bemühen. Ein Blick in das persönliche Umfeld reicht vollkommen aus. Bei mir - keine Arbeitslosen in Sicht.
 

0zymandias

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Das ist grober Unfug. Die Zahl der Arbeitssuchenden sinkt seit Jahren. Dazu muß man keine - womöglich geschönte - Statistik bemühen. Ein Blick in das persönliche Umfeld reicht vollkommen aus. Bei mir - keine Arbeitslosen in Sicht.

70% aller Berufstätigen haben oder wollen einen Nebenjob. Es gibt Millionen von Frauen, ausgebildet und sehr wohl arbeitssuchend, aber nicht arbeitslos gemeldet, da ihr Gespons "zuviel" verdient. Seit Jahren ist eine Lohnabwärtsspirale im Gang, weitere Millionen Arbeitnehmer stecken in der Zeitarbeit und auch diese Leute sind letztlich arbeitssuchend.

Das Einzige, was ich Dir deswegen zugestehen kann, ist, dass das Zahlentuning immer dreister wird.

Ansonsten freue ich mich natürlich für Dein Umfeld.
 
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