Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersachsen (1 Betrachter)

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Dagegen72

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Hier in Oberholstein angeblich auch

der Kreis finanziert die Schuldenberatung. Das ist keine Jobcenter-Sache sondern Aufgabe des Kreises. yeah 25.000 Euro gibt es dafür

Wie praktisch - Schuldenberatungsstellen gäbe es scheinbar schon im Haus der Jobcenter :icon_hihi: Für kürzere Wege und bessere Kommunikation.

Kreis stützt Projekt des Jobcenters | shz.de


Im Zusammenhang mit dem Vermittlungshemmnis Schulden wird erstmals von Lust fürs arbeiten gehen gesprochen. :rolleyes:

Sie sind ein häufiges Paar: lange Arbeitslosigkeit und hohe Verschuldung. Da
ist es naheliegend, dass bei der Betreuung von Arbeitslosen die finanziellen
Umstände der Betroffenen berücksichtigt werden, denn die Aussicht auf hohe
Pfändungsraten auf ein Gehalt befördert bestimmt nicht die Lust zum
Arbeiten.

Bei diesem Personenkreis stünden meisten vielfältige Hemmnisse einer Rückkehr auf den Arbeitsmarkt entgegen. Voraussetzung
für die Bundesförderung seien daher besondere Aktivitäten des Jobcenters, darunter ein ausführliches Profiling und eine intensive Betreuung und Vermittlung.
jupp, hört sich nach einem Plan an. :icon_hihi: einem Verwaltungsplan.
 

Albertt

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Wie praktisch - Schuldenberatungsstellen gäbe es scheinbar schon im Haus der Jobcenter Für kürzere Wege und bessere Kommunikation.
Jobcenter hat es nicht zu interessieren, ob man Schulden hat oder nicht. Ich würde solche Dinge niemals, mit einer Anfang 20 jährigen besprechen wollen. Absolut ausgeschlossen!
 

Dagegen72

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

@albertt: sehe ich auch so.



und was meint ihr dazu?

Job: Noch mehr Junge sollen Arbeit bekommen - Nachrichten Donauwörth - Augsburger Allgemeine

:eek:
Auch wenn es danach klingt: ein eigenes Gebäude werde es nicht geben. Dennoch
wollen Jugendamt, Agentur für Arbeit und Jobcenter künftig quasi unter einem
Dach zusammenarbeiten.
Mit einer Jugendberufsagentur soll einer ganz bestimmten
Zielgruppe auf dem unter die Arme gegriffen werden: Junge Menschen, die
Schwierigkeiten auf dem Weg in die Berufswelt haben (siehe Infokasten).

Wolfgang
Schelzig von der Agentur für Arbeit stellte das Projekt nun im
Jugendhilfeausschuss des Landkreises vor. ach so, is erst noch in der Spreche und Denke ....
Andererseits: sollte es gegen Verwaltungs-Irrsinn helfen wie hier, wo dringend Abhilfe benötigt wird und auch schon wieder ein Analt eingeschaltet werden musste:

https://mopo24.de/nachrichten/behoerden-aerger-vaterschaft-scheidung-chemnitz-27778

MOPO24 hakte im Jobcenter nach. Sprecher Heiko Wendrock: "Ein Nachweis, wann die Kinder sich in seinem Haushalt aufhalten, wurde von ihm noch nicht vorgelegt. Für eventuelle Unklarheiten stehen die Ansprechpartner des Jobcenters Herrn Feigl aber gern zur Verfügung."
danke MOPO24 :)
 
E

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Jobcenter hat es nicht zu interessieren, ob man Schulden hat oder nicht. Ich würde solche Dinge niemals, mit einer Anfang 20 jährigen besprechen wollen. Absolut ausgeschlossen!
Dass du das nicht mit eine JC-Mitarbeiterin besprechen willst, ist dein gutes Recht. Das ist zu akzeptieren. Dass es das JC aber nie was was anginge, ob man Schulden hat, stimmt einfach nicht, zumal Schulden hochgradig vermittlungsrelevant sein können. Es gibt viele Arbeitgeber, die niemanden einstellen würde, bei dem eine Insolvenz läuft. Und auch hat man mit Schulden und neg. Schufa oft Probleme, eine Wohnung zu finden.

Kann das JC da helfen? Oftmals nicht! Aber mitunter sehr wohl. Es gibt auch im JC speziell geschulte Mitarbeiter (meist im Fallmanagement), die in diesem Bereich ggfs. helfen können, weil sie in ein Netzwerk mit genau jenen Beratungsstellen eingebunden sind, die jetzt etwas mehr Fördergelder erhalten sollen.

Und übrigens: Die Fallmanager, die sich solcher Dinge wie Schulden (vielleicht) mit annehmen (können), sind nie die 20-jährigen BA-Azubinen, sondern fast immer ziemlich berufs- und lebenserfahrene Leute.
 

XxMikexX

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Aber mitunter sehr wohl.
Aha und wie? Werden die Schulden dann wegberaten?:icon_hihi:


Das läuft dann wieder darauf hinaus, das ELOs zu blöd sind mit Geld umzugehen.


Mitarbeiter des JC sind generell nicht vertrauenswürdig, ich sag denen nicht mal wieviel Uhr es ist!
 

Dagegen72

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

so nem SB - Fuzzi würde ich gerade noch was erzählen! tz

Gibt genug Schuldenberatungsstellen, wo man sich eigenständig hinwenden kann.

Das Vertrauen bei SB und Jobcenter ist einfach weg und das haben sich die Ar..lö.. selbst eingebrockt mit ihrer widernatürlichen Umgangsweise mit Erwachsenen.

Die Vermittlungsangebote, die Afa / JC verschicken sind in der Regel sinnlos - da kannste keinen Blumentopf mit gewinnen - ach doch, man hat n Haufen sinnlos Aufwanad damit, und andere Zwangsinvolvierte ebenfalls.

Nichtsdestotrotz wird es nicht schaden, sich eigenständig um Ent-Schuldung zu kümmern aber da haben sich ferngesteuerten Paragraphenreiter nicht einzumischen.

Ja, sie müssen - weil sie vermitteln wollen - Wer aber braucht die sinnlos-Vermittlung über das JC die es in den allermeisten Fällen ist, wenn es nicht um eine Ausbildung geht - aber um die zu erhalten, wird man ja auch erst hingehalten und dann verar*t u.ä. -also noch einmal die Frage: wo ist der Sinn, dass SBs vorne rum eine Schuldenberatung einführen - damit es nach außen hin zu Schau so aussieht, als würde was getan?

Das ist alles nur Schönsprech und Schöngetue. Jeder soll sich eine eigene Meinung darüber bilden - dies ist jedenfalls meine.

Bundesagentur für Arbeit und Jobcenter - Verwaltung sind zum abwinken.
 
E

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Aha und wie? Werden die Schulden dann wegberaten?:icon_hihi:
Ja, logisch. Es wird dazu beraten, wie sie ggfs. wieder weggehen oder zumindest reduziert werden können. Was denn auch sonst? Dass dem bitter nötig ist, zeigt die steigende Zahl an überschuldeten Haushalten ja deutlich.

Ganz viele der Menschen, die hoch überschuldet sind, haben von den rechtlichen Dingen, die sie unternehmen könnten, um da wieder rauszukommen, keinen Plan. Die müssen dazu beraten werden, wie es mit einer Privatinsolvenz aussieht, was die Voraussetzungen und Firsten sind usw. Bei sowas können die FMs eine Erstberatung durchführen und Kontakt zu Beratungsstellen initiieren, die auf Schulnerberatung, spezialisiert sind. Das passiert tagtäglich im Jobcenter.

Das läuft dann wieder darauf hinaus, das ELOs zu blöd sind mit Geld umzugehen.
Ich denke, wenn jemand hoch überschuldet ist, ist das in der Tat ein naheliegender Indikator dafür, dass der Umgang mit Geld von dieser Person besser eingeübt werden muss.

Mitarbeiter des JC sind generell nicht vertrauenswürdig
Diese Pauschalisierungen sind einfach herrlich (Ironie *aus*).
 
E

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Mitarbeiter des JC sind generell nicht vertrauenswürdig, ich sag denen nicht mal wieviel Uhr es ist!
Ich teile - nach langen Jahren der Naivität und des guten Willens - diese pauschale Auffassung.

Ich misstraue pauschal auch JC-Mitarbeitern, die tendenziell das Zeug zur Vertrauenswürdigkeit hätten. Weil weder ihnen noch mir innerhalb der enggesteckten Grenzen die Möglichkeit zu dem gegeben ist, was die Bezeichnung "vertrauenswürdige Zusammenarbeit" verdient.

Augenhöhe, Wohlwollen, Verschwiegenheit, Wertschätzung der Individualität außerhalb eines Bedrohungs- und Abwertungsszenarios - Fehlanzeige.

Zusätzliche Beratung und Unterstützung gerne, wenn nötig. Aber bitte weit weg von JC-Zusammenhängen. Seitdem ich dort nur noch die allernötigsten Auskünfte gebe, geht es mir deutlich besser. Erwerbslos hin und her.

Ich verstehe vor allem die sozialpädagogisch geschulten Mitarbeiter dort nicht, die doch wissen müssen, dass Druck und Angstmache zu keinen konstruktiven Ergebnissen führen KÖNNEN. Vielleicht haben sie den Zynismus der Situation durchschaut, und können damit leben. Zynismus ist aber nicht jedermanns Sache. Zum Glück.
 

0zymandias

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Selbstverständlich rein institutionell gesprochen, nicht personell.

Institutionell können sie einem weder die Tagesstruktur definieren noch erklären, wo sie denn valide Daten darüber herbekommen hätten, sondern nur, dass sie dem Erwerbslosen auf schuldhafte Weise abhanden gekommen sei.

Persönlich ist selbstverständlich schon klar, wie man durch solche ritualisierte Bullshit-Attacken in den Genuss pauschalen Misstrauens kommt.
 
E

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Sie könnten mir inzwischen jemanden vom Typ Hannemann vor die Nase setzen.

Ich würde denken: Guter, sehr guter Mensch. Aber warum hier?

Sie hat persönliche Gründe, hier zu sitzen. Und auch aus idealistischen Gründen möchte sie mir helfen. Die nehme ich ihr ab.

Und trotzdem würde ich die Hilfe nicht annehmen. Nicht persönlich, sondern rein institutionell.
 

0zymandias

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Es macht auch kaum einen Unterschied, ob da nun ein Fünf-Sterne-Heiliger mit Empfehlungsschreiben von Mutter Theresa sitzt oder nicht.

Schließlich soll zu den Diplom-Drecksäcken in Maßnahmen oder zu den Personaldespoten von Slave2Go weitergeleitet werden.

Rein institutionell, nicht wahr.
 

hellucifer

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Ich sehe es auch so, dass die Schuldnerberatung keine Angelegenheit des Jobcenters sein sollte. Die kann man auch in einem eigenständigen Amt unterbringen.

Zusammen mit anderen Problemen (wie z.B. Alkoholismus, fehlende Schulausbildung und mangelnde Qualifikation, fehlende Ausbildung) entspricht das nur dem allgemeinen Vorurteil, das Langzeitarbeitslose an ihrer Misere selbst schuld sind. Ich würde mir den Schuh nicht anziehen!
 

Dagegen72

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

ich schließe mich sowohl der pauschalisierten institutionellen als auch SBllen - nicht-Vertrauenswürdig - Meinung an.

Als SB ist man weisungsgebunden, der Ermessenspielraum - der kann mich mal, dann geht es eben vors Gericht - der wird ja wohl kaum angewendet - soll ich dann auch noch dafür dankbar sein? Erst fürs vom Grundgesetz und schließlich vom Bundesverfassungsgericht gewährte Existenzminimum (dass mir SB-technisch zappzerappt wird) und dann noch für einen Ermessenspielraum :icon_stop:

Die Frage ist doch auch: warum muss um das Schulden-Gedöns jetzt so ein Fass aufgemacht werden? Konnte man das als SB nicht von Anfang an integrieren? Irgend n Schulungchen hätte bei den ewigen Schulungen doch auch noch reingepasst?

als elo kann man sowieso nicht sagen: ich geh nicht arbeiten, weil mir alles gepfändet wird :biggrin:


"Wehe wenn du arbeitest" - triffst es hier in Scham- und Volksverdummungs-Deutschland doch wohl besser

https://www.stern.de/wirtschaft/job/hartz-iv-wehe--wenn-du-arbeitest-3810802.html
 

hellucifer

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Offtopic:

Eigentlich sollte es gar nicht passieren, dass jemand so weit in den Schuldensumpf gerät, dass er der Schulden nicht mehr Herr wird. Meine Meinung ist, Vertragspartner (Verkäufer, Dienstleister usw.), die sich von der Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden nicht überzeugen, sind selbst schuld, wenn sie auf den Schulden sitzen bleiben. Ich finde es unverantwortlich, mit Leuten Geschäfte zu machen, die kein Geld haben.
 
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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Mit einer als „Schuldenberatung“ benannten Einrichtung kann der Gängelung und Bevormundung der ALG II-Abhängigen durch die Ämtern auch Tür und Tor geöffnet werden, damit diese gleich ganz leicht die Voraussetzungen für die Verhängung einer Sanktion wegen unwirtschaftlichen Verhaltens beim einzelnen Erwerbslosen auch prüfen können - sicher – mal will ja nur helfen – wer es glaubt, der ist selber schuld.

In den Durchführungshinweisen zu den Voraussetzungen für diese Art der Sanktion gab es bisher nur wenig zu lesen: "... jede wirtschaftlich vernünftige Betrachtungsweise vermissen lässt und dadurch weitere Hilfebedürftigkeit auslöst." Es fand bisher hier keine Präzision statt, was eigentlich "unwirtschaftliches Verhalten" bei diesen Regelsätzen sein soll. Lässt sich ja jetzt prima innerhalb einer Schuldenberatung ermitteln!.

"Unwirtschaftliches Verhalten" genügte bisher allein nicht. Der Elo muss dieses "... trotz Belehrung über die Rechtsfolgen ..." fortsetzen. Die Durchführungshinweise der BA sehen vor: "In diesem Zusammenhang ist ihm deutlich aufzuzeigen, dass und wie er sein unwirtschaftliches Verhalten unterlassen soll." Es genügt auch hier nicht die von den Job Centern übliche Aneinanderreihung von Satzbausteinen. Es müsste etwa so begründet sein: "Sie haben nach eigenen Angaben vom 1. bis 10.4.07 ohne ersichtlichen Grund XXX Euro für yyy ausgegeben und für den restlichen Monat die nachmalige Auszahlung der Regelleistung als Darlehen beantragt. Diese hohen Ausgaben für yyy sind unwirtschaftliches Verhalten. In der Regelleistung sind ... für yyy vorgesehen. Sollten Sie wegen der Überschreitung dieses Betrages noch einmal ein Darlehen nach § 23 Abs.1 beantragen, wird nach § 31 Abs. 4 Nr. 2 die Regelleistung um 30 vom Hundert gemindert."Zum Beispiel.

Nie war es so einfach wie jetzt, anhand eine Schuldnerberatung, solche evtl. notwendigen Sachlagen überhaupt erst vollständig in Erfahrung zu bringen. Unabhängig? Es gibt hier einige Akteure, die im engen Kontakt zu den Jobcentern stehen, weil Sie mithin Maßnahmen durchführen und durch die JC auch weiterhin Teilnehmer bekommen wollen und die Fördergelder natürlich auch -soviel dazu .

Den JCs ging und geht es vorrangig immer noch um Kürzungen um jeden Preis, und da ist jedes Mittel recht. Und die Praxis gab und gibt diesem Vorgehen recht. Da kaum ein Betroffener aus den verschiedensten Gründen gegen solche Kürzungen vorgeht, greifen auch ansonsten die Kürzungen bei geschätzten über 90 Prozent. Insofern könnten sich auch die Fördergelder dieser Schuldenberatung für einige Akteure am Ende doppelt bezahlt machen.

Solange diese Absichten nicht von der Hand zu weisen sind, weil solche Sanktionstatbestände weiterhin relevant sein können, kann ich jedem Elo nur empfehlen, solchen Angeboten der Schuldenberatung sehr reserviert und misstrauisch zu begegnen. Andere hier haben diese Gefahr wohl auch schon erahnt.

Dieser Beitrag ist nur meine Meinung zum Thema und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit
 

Dagegen72

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

@amrita: sehe ich auch so


juppiiiiiieieeeeeie - noch mehr Beratung, Hilfe und Unterstützung - und gleichzeitig erfährt der werte Zeitungsleser und RTL-Gebildete, wie ein ein,e Langzeitarbeitslose,r zu verstehen ist:

REUTLINGEN. Morgens den Arbeitnehmern hinterher telefonieren, weil sie mal
wieder den Weg aus dem Bett nicht gefunden haben? Mit dem Beschäftigten zusammen
Wege zur Schuldentilgung suchen? Alkoholprobleme gemeinsam angehen? »Wer will
als Arbeitgeber solche Aufgaben auf sich nehmen«, fragte die Reutlinger
Bundestagsabgeordnete der Grünen, Beate Müller-Gemmeke, beim Gespräch mit
Vertretern von Jobcenter und Sozialen Beschäftigungsträgern.

schlafen, Schulden, Alk :icon_eek:

Schlechte Perspektive für Langzeitarbeitslose - Reutlinger General-Anzeiger - Region Reutlingen - Reutlingen

oh man - Artikel lesen - Arbeitsfinanzminister lehnt soziale Arbeit ab - und Leiter der BA Schreyek gibt zu: es geht gar nicht anders, als Maßnahmegelder in die Verwaltung zu stecken :icon_eek:

an allen Ecken höre ich nur Geld, Geld, Geld - ohne Geld bringt scheinbar niemand mehr irgendwas zustande oder zu Wege

aber der Erwerbslose, der soll dastehen wie eine Eins und funktionieren wie ein befehlsgebundener Soldat und Null-Geld - Jobs leisten, während die nach Geld schreienden wohlgemerkt ihr Gehalt beziehen - zum :icon_kotz:






Nach Abmeldung beim Jobcenter - Freiwilliges (ehrenamtliches) Engagement in der Flüchtlingshilfe zählt nicht als Urlaub äh OAW

https://www.tv-zwickau.de/2015/11/20/keine-nachteile-bei-persoenlichem-engagement/
 

Dagegen72

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AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Nicht zuletzt entstehen Schulden auch erst durch BA / JC - wenn das Geld mal so einfach gestrichen wird, durch Sanktionen, halllllllooooo??? man denke an die hundert - Prozent - Sanktionen (= NIX Geld) , wenn sich Mietschulden auflaufen usw. usw.


Letztendlich lässt die Erwerbslosen-Verwaltung Probleme erst entstehen - denen durch Geld kostenden (25.000 Euro vom Kreis in Ostholstein oder wo war es? für Schuldenberatungsstellen) Einsatz von Erwerbslosen-Verwaltungen wieder "beratend" abgeholfen werden soll?

oh man - ich finde mich im typischen - Erwerbslosen-Verwaltungs und Erwerbslosen-für - dumm - verkaufen-wollen um damit Proft machen zu können - sich im Kreis drehen-Erwerbslosen-Industrie wieder !!!!!!!



Der Bürger wird hierzulande für dumm verkauft - bloß um das Wirtschafts-Rad und Verwaltungsarbeitsplätze und Erwerbslosenindustrie-Arbeitsplätze - Rad am laufen zu halten !!! Gehts noch? Lasst euch nicht länger verar***** !!!

Das ist alles Verar*


Sanktions-Befürworter - Politiker : also alle bis auf Die Linke, die Violetten,

schafft die Sanktionen ab"

das spart Schulden für den Erwerbslosen
das spart Einrichtung von Schuldenberatungsstellen
das spart Erwerbslosen-Mitarbeiter
das spart Sanktions-Verwaltung
das spart Gerichtskosten, -zeit und - aufwand
das spart dem Erwerbslosen Zeit und Kraft um sich um Arbeit zu kümmern und nicht um euren Verwaltungsdreck
das spart das Aufsuchen von Beratungsstellen
das spart Kosten im Gesundheitswesen, angefangen von Herzkreislauf bis Psyche bis Kliniken


...

ach ne, Diakonie, Caritas der gesamte Gesundheitsapparat Deutschlands - die wollen ja auch noch verdienen. Auch die ganzen Sozial- und Wohlfahrtsverbände. Sie sind alle Teil mit von der Erwerbslosenindustrie. Auch die Gewerkschaften.


Auch diese könnte meiner Meinung nach ein Beweis dafür sein, dass der Staat sich schon längst selbst finanziert. Allein über die Erwerbslosen- und staatl. Versorgungsverwaltung. Alles andere ist wahrscheinlich nur noch Atrappe. Unternehmen werden längst schon subventioniert, für was braucht es da eigentlich noch menschliche Arbeitskraft? Um den Menschen bei der Stange zu halten, dass der Staat eine Rechtfertigung dafür hat, subventionieren zu können????


aber alle klagen über Personalmangel und kein Geld haben

gehts noch? Was für eine Verar* findet hier eigentlich statt?

Oder ist es schlicht und ergreifend die Erkenntnis, das gar nicht gespart werden will ?? Je mehr Probleme die Leute haben, je mehr Dienste müssen sie in Anspruch nehmen, die natürlich kosten - ihnen oder anderen für sie. damit ist auch der Erwerbstätige darin involviert. Auch ihm täte es gut - für die Abschaffung von Sanktionen zu sein.

Das auch gar nicht gespart werden braucht ist meiner Meinung nach aber auch klar - denn sonst würde doch endlich mal der Verstand einsetzen. Stattdessen bläst sich die Erwerblosenverwaltung und - industrie immer weiter auf.

Verdienende Leute sitzen gemütlich am Kaffeetisch und besprechen die Situation von fast- mittellosen Langzeiterwerbslosen deren Hauptmerkale als Menschen schlafen, Schulden und Alk sind - gehts noch???

Aus welchem Märchentopf wird diese Erkenntnis eigentlich gezogen?
 
E

ExitUser

Gast
AW: Land verbessert die Beratung und Unterstützung erwerbsloser Menschen in Niedersac

Zusätzliche Beratung und Unterstützung gerne, wenn nötig. Aber bitte weit weg von JC-Zusammenhängen.
Genau dafür sind die nun bewilligten Extra-Mittel ja auch da.

Ich verstehe vor allem die sozialpädagogisch geschulten Mitarbeiter dort nicht, die doch wissen müssen, dass Druck und Angstmache zu keinen konstruktiven Ergebnissen führen KÖNNEN.
Ich verstehe die sehr gut (denn ich war ja einer von denen :wink:). Hier mal meine Begründung für meine und meiner Ex-Kollegen Schlechtigkeit:

Es gibt abgesehen von der Selbstständigkeit als Berufsbetreuer und der Tätigkeit als Betriebssozialarbeiter (in der exportorientierten IGM- oder IGBCE-Industrie) wohl keinen Bereich im Sozialwesen, wo Sozialpädagogen und sonstiges Gewi-Gewäch, das dem praktischen Arbeiten entfremdet ist, so viel Geld verdienen kann wie bei der BA.

Der BA-Tarifvertrag ist dank der vielen Sonder-Vergütungsmöglichkeiten und Funktionszulagen einer der lukrativsten im öffentlichen Dienst. Eben deswegen kommen da so gigantisch viele Bewerbungen von Sozialpädagogen rein und eben deshalb versuchen so viele Leute, die bei Kommunen angestellt sind, zur BA zu wechseln (hier einige Hintergrundinfos dazu).

Mal zur Verdeutlichung: Ein in Vollzeit angestellter Sozialpädagoge ohne Berufserfahrung bei einem Bildungsträger kann nach dem Tarifvertrag Weiterbildung mit 2200 € brutto im Monat rechnen. Oft hat er aber noch weniger, da oft nur für 6 Monate angestellt und mit 20-30 Stunden. Der gleiche Soz.-Päd bekommt als pAp bei der BA einen 12-24 Monats-Vertrag und erhält sofort 3000 € brutto.

Wenn er - kommt kaum je vor - als Fallmanager einsteigt, bekommt er sogar sofort 3217 € (oder mehr, wenn er Berufserfahrung mitbringt). Bei Bildungsträgern gibt es kaum Verdienststeigerungen. Bei der BA dagegen hat ein Fallmanager nach 5 Jahren bereits mindestens 3688 € brutto monatlich. Das ist im Sozialwesen schon sehr lukrativ. Eben deshalb haben die befristeten Sozialpädagogen bei der BA natürlich ein großes Interesse, nicht negativ aufzufallen, sondern die Vorgaben ihrer Vorgesetzten bestens zu befolgen. Weil sie auf Entfristung und Sicherheit hoffen!

Zum eigentlichen Thema Zwang: Davon abgesehen werden Zwangskontexte an den Hochschulen und in theoretischen Publikationen zur Sozialen Arbeit zwar oft (aber keineswegs immer!) verurteilt, sie sind - hier haben wir die bekannte Theorie/Praxis-Differenz - im Sozialwesen aber doch gang und gäbe!

Seminare, in denen Themen wie "Beratung in Zwangskontexten" angeboten werden, sind übrigens durchaus belegbar und nachnachgefragt in Sozialpädagogik-Studiengängen. Das ist kein Wunder, denn in ganz vielen Bereichen im Sozialwesen gibt es Zwangskontexte. Dass viele Klienten nicht freiwillig in die Beratung kommen, ist oft eher Regel als Ausnahme!

Wenn eine junge Mutter mit dem Jugenamt "kooperiert", tut sie das auch oft in Angst davor, dass das JA ihr die Kinder wegnehmen könnte, wenn sie sich nicht konform den JA-Vorgaben verhält. Bei den Sozialpädagogen in der Bewährungshilfe haben wir einen noch viel deutlicheren Zwangskontext. Da werden die Jugendlichen beraten, aber eben auch zur Zusammenarbeit verpflichtet, sonst gehen sie wieder in den Knast.

Überhaupt gibt es in ganz vielen Tätigkeitsfeldern der Sozialen Arbeit unausgesprochene Zwänge dergestalt, es sich mit den dortigen Sozialarbeitern nicht zu verscherzen (in Altenheimen etwa, wo die alten Leute die Sozialpädagogen nicht verprellen dürfen, weil sie sonst ggfs. in Freizeitaktivitäten einfach nicht involviert werden). In totalen Institutionen (Heimunterbringung, Knast, Militär etc.) ist das nochmal wesentlich verschärft. Dass Beratungsangebote nur dann wirken können, wenn Freiwilligkeit herrscht, ist ein Mythos (interessante Infos dazu u.a. hier).

Meine Meinung/Überzeugung sieht so aus: Wenn der Berater im JC denn Zwangskontext (1) nicht verschweigt, sondern offen thematisiert, er (2) seine Sanktionsmöglichkeiten offenlegt, er (3) Klientenbedenken ernst nimmt (aber dem Klient deshalb nicht unbedingt zustimmt), er (4) klar macht, dass es keine gleiche Augenhöhe geben kann und er dem Klienten (5) daher nicht vorspielt, dass alles ganz freiwillig wäre, kann auch unter Zwang - notgedrungen - ggfs. für den Klienten Positives bei rummkommen. Wäre dem nicht so, erübrigte sich jede Soziale Arbeit im Knast, in der Jugendgerichtshilfe, im Jugendamt (und im JC sowieso).

Ich selbst
halte Beratungen ohne Zwang auch für besser, aber zu sagen, dass Zwang bzw. Angst per se nie zu konstruktiven Ergebnissen führen können, halte ich für falsch. Die Realität zeigt, dass auch unter Zwang etwas erreicht werden kann. Es gibt - fern des Jobcenters - ja auch Zwangskonstellationen, wo Beratung erst einmal überhaupt nur unter Zwang etwas erreichen kann, nämlich bei psychisch kranken Personen, die zwangseingewiesen werden. Die hätten freiwillig nie Hilfe gesucht. Da erfolgen Therapie und Beratung dann unter Zwang.

Vielleicht haben sie den Zynismus der Situation durchschaut, und können damit leben. Zynismus ist aber nicht jedermanns Sache. Zum Glück.
Ich nenne es nicht Zynismus (den es zweifellos aber auch oft gibt), sondern würde es als skeptisch-reflektierten Realismus bezeichnen. Der verbreitet sich, so meine eigene Erfahrung durch Arbeit(slosigkeit) und Supervisionsrunden mit dutzenden von Sozialpädagogen, unter (Sozial)Pädagogen oft sehr schnell, wenn sie die theoretischen Hallen der Hochschule verlassen und in die raue Arbeits(losen)wirklichkeit eintauchen.

Zwangskontexte, sei es direkt verlautbarte und offensichtliche, oder eben implizit durch finanzielle Zwänge, Traditionen, Normen und organisationskulturelle Erwartungen, gibt es überall, wo Menschen in Organisationen zusammentreffen. Reine Freiwilligkeit dergestalt, dass der Klient sich völlig sanktionslos gegen eine Zusammenarbeit mit einer Institution entscheiden kann, wirst du nicht finden, wenn der Klient gleichzeitig auch eine Forderung an die Institution (im Falle des Jobcenters: Geld bekommen) stellt. Das mag aus der Sicht der reinen Lehre nicht vorteilhaft sein. Aber wie so oft gilt: Die reine Lehre verkommt in der Praxis schnell zur Leere...
 
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