Ladung zum Antritt der Ersatzfreiheitsstrafe

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Alesi

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Hallo,

Ich hatte letztes Jahr einen schweren Verkehrsunfall, bei dem meine Schwester ums Leben gekommen ist.

Von der Staatsanwaltschaft habe ich letzten Oktober einen Strafbefehl über 180 Tagessätze bekommen und Verlust des Führerscheins mit 1 Jahr Sperre.
Da ich meine 15 jährige Selbstständigkeit nun nicht mehr ausführen konnte, habe ich im November als Übergang und um nicht auf der Straße zu landen Hartz4 beantragt.
Der Antrag wurde bewilligt und ich habe eine EGV unterschrieben zur optimierung der Arbeitsplatzsuche. Dabei ist aber noch nichts zustandegekommen.

Ein Ratenzahlungsantrag des Strafbefehls meinerseits wurde heute mit einer Ladung zum Haftantritt beantwortet, allerdings mit dem Zusatz dass ich Die Tagessätze auch durch gemeinnützige Arbeit ableisten könne.
Ich würde diese Möglichkeit gerne nutzen.
als Hinweis steht darin : " Der Anspruch auf Leistungen vom Arbeitsamt wird durch die Bewilligung und Verrichtung von freier Arbeit nicht berührt"

Aber dadurch würden ich ja eigentlich nicht dem Arbeitsmarkt zur verfügung stehn... bzw. nicht für Vollzeit.
Ich habe gelesen dass man min 15 Stunden Pro Woche zur verfügung stehen muss. ??

Wie Verhalte ich mich nun am Besten, ohne gleich mit Sanktionen überhäuft zu werden?
der Staatsanwaltschaft zusagen? und dann zum Jobcenter,.. oder umgekehrt? ...neue EGV beantragen??

Bin für jeden Rat sehr Dankbar.

mfg Alesi
 
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Das ist ja mal eine saublöde Lage.

Ich würde mir da am ehesten einen Beratungshilfeschein holen und schleunigst zum nächsten Sozialrechtsanwalt düsen.
 
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Du meinst jetzt Sozialstunden,Ich weiẞ jetzt nicht wie hoch die Geldstrafe ist. Sozialstunden werden unterschiedlich bezahlt pro Sunde zwischen 5+10 € wobei 10 € schon ein Hauptgewinn sind meist Tierheim 5-6 €:icon_twisted:
Mit dem JC solltest Du das schon abklären.
 
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ExitUser

Gast
Ich würde das Ganze dem JC gar nicht mitteilen.

Zum Einen gehen Strafen (so lange es keine Freiheitsstrafen sind) schon aus datenschutzrechtlichen Gründen Keinem was an.

Zum Anderen ist gemeinnützige Arbeit aus meiner Sicht keine Berufstätigkeit im Sinne des SGB II.


Letzteres hat dir ja sogar freundlicherweise die Staatsanwaltschaft mitgeteilt - sogar schriftlich:
" Der Anspruch auf Leistungen vom Arbeitsamt wird durch die Bewilligung und Verrichtung von freier Arbeit nicht berührt"
 

Alesi

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Da ich beim Strafbefehl noch kein Hilfe-Empfänger war, wurden 180 Tagessätze à 40 Euro gesetzt. Ich hab auch kein Widerspruch eingelegt.

Bei den allgemeinen Informationen ( Merkblatt der Staatsanwaltschaft ) steht noch : "Pro Tag Ersatzfreiheitsstrafe ( 180 ) sind grundsätzlich 4 Stunden zu arbeiten. "

Dafür würde ich aufjedenfall nach besten Gewissen arbeiten. Am besten 8 Stunden am Tag.

aber muss ja auch Miete zahlen, was Essen etc..

deswegen die Frage

PS: Ich bezweifle Stark dass die Jobbörse mir einen Job zu dem Stundenlohn bieten kann, nachdem ich schon Begriffe wie " Lager- / Produktionshelfer" gehört habe.

Aber wenn die mich Fragen was ich den lieben langen Tag mache,, soll ich da sagen : "Nix besonderes, ich schreibe immer noch Bewerbungen.. " ??

:icon_neutral:


Danke für die bisherigen Antworten
 

Speedport

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In solchen Fällen sollte man immer den direkten Gegenüber fragen - also die Staatsanwaltschaft. Dann erhält man kompetente, verbindliche Auskünfte.

Wenn die sehen, daß Du Dich nicht drücken willst, werden die vermutlich freundlicher sein, als Du erwartest.
 

Alesi

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bissl länger her aber zu info:

Nach brieflichem Hin - undher Geschreibsel / Papierkram ist alles bestens.
Ich hab mich selbst um eine Stelle hier am Friedhof gekümmert, und bin seit Anfang März fast täglich dort. "Schwitzen statt Sitzen".
Habe schon fast 300 Stunden abgeleistet, fehlen noch 450.

Die wollen mich garnicht mehr missen, wegen meiner Arbeit :smile:
Letzt war ein anderer Friedhofschef da und meinte ich könne auch bei denen meine Stunden abarbeiten, worauf mein netter chef sagte: " Nix da! "
Auch legte er mir nahe doch mal Schwarz-zufahren.. oder letzt als ich fragte ,bei einer Neugestalltung eines Urnengrabes, ob ich den verwelken Kranz des neben-Grabes entsorgen dürfe. Das wär "grabschändung", ... aberdann fiel ihm ein --> ich bekäme dafür bestimmt noch mehr Stunden aufgebrummt.. :biggrin:

Insgesamt eine Gute Arbeit..
mag sein dass ich grad dem Staat auf der Tasche liege, aber ich hock' nicht daheim.. und mach sogar was für uns :rolleyes:

Mein Jobcenter und der freundliche Mann von der JobBörse wissen Bescheid..
trotzdem Versuchen sie nun immer Aufdringlicher mich zu vermitteln..:icon_laber: ich warte schon auf das Angebot: " Ruderjob auf ner' Galeere. nur 20 Schläge / Minute. Keine nautischen Sachkenntnisse erforderlich."

Ich verstehs ja, die tun auch nur ihre Arbeit,,:redface:

Aber ich Versuche das jetzt durchzuziehen bis September,, Dann Führerschein, Selbstständig,, und ich kann wieder in die Sozialkasse meine Steuern einzahlen. Für all jene die in einer ähnlichen Lage gelandet sind.


Gruss Alesi
 

Alesi

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10 Euro Netto die Stunde ( abarbeiten ) ca. 1400 Euro /monat + 800 Euro vom Staat Unterstützung. sind ca. 2200 Euro.. Bei Steuerklasse 1 , wärn das ca. 4000 Euro Brutto

Moment ich hol' mein Taschenrechner ....durch 160 Stunden Vollzeit = 25 Euro / Stunde Brutto... soviel zum Mindestlohn / Sklavenlohn

Um aber nicht zu verhungern derweil, meld ich mich übermorgen sogar bei der Tafel an :cool:
Ich hab schon andere bittere Sachen mitgemacht.. die Zeit bekomm ich auch rum..
 

Muzel

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Ich weiß nicht, wie das bei dir war, aber normalerweise wird dir ein Bewährungshelfer zugeordnet. Also solltest du den konsultieren und wenn es den nicht gibt bei Gericht nachfragen. So verhalte ich mich trotz rechtlicher Vertretung durch meine Anwältin. Die Entscheidung trifft das Gericht und sonst niemand. Halte dich an das Gericht und wenn die merken, dass du eigentlich deine Auflagen erfüllen willst, dann sind die gnädig gestimmt.
 

Alesi

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ich habe keine Freiheitsstrafe bekommen.. obwohl bei " fahrlässiger Tötung" min 2 Jahre gesetzt werden. Hatte meine ganzen Ersparnisse für ein guten Anwalt ausgegeben. Danke ihm.. aber hab Geldstrafe / tagessätze bekommen.. ducrh das Harz4 kann ich die halt nich abzahlen, aber mir wurde angeboten das abzuarbeiten.
Klappt wunderbar im Moment. Leider macht as meine geliebte Schwester auch nicht mehr lebendig.



...Es Berührt nich die Harz4 Leistungen, aber mann versucht mich halt trotzdem zu vermitteln...

ist ein Spiessrutenlauf.. der kommt gleich nach "kielholen" zumGlück bin ich nicht in der Marine :)

danke für deine Antwort :smile:
 

Claus.

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Ganz blöde Zwickmühle.

Daß dein Ratenzahlungsantrag abgelehnt worden ist, ist vermutlich kein Wunder. 180 Tagessätze a 40€ sind 7200€ + Gerichts-/Verfahrenskosten.
Im Bereich der StPO dürfen Ratenzahlungen nun aber über nur max. 23 Monate gehen; macht dummerweise monatliche Mindestraten von 313€ (+ ein bischen).

Wenn du die Sozialstunden nun nicht mehr machen wolltest, sitzt du. Und könntest du sie wegen eines neuen Jobs oder einer JC-Maßnahme nicht mehr machen, dann sitzt du entweder recht schnell oder aber dir fehlen dann jeden Monat die knapp 350€ (unabhängig von jeglichen Pfändungsfreigrenzen).

Informiere dich doch mal (rein zur Sicherheit), ob doch noch die Tagessatzhöhe neu festgelegt werden könnte. Bei AlgII-Empfängern sind m.E.n. 12,50€/Tag gerechtfertigt; das werden dann entweder 15€ oder 10€ je nach Richter (gibt nur die 2 Möglichkeiten). Allerdings solltest du erst mal rein informell beim Gericht/Staatsanwaltschaft anfragen, eine offizielle Überprüfung der Tagessatzhöhe erhöht die Gesamtsumme nämlich auch um 160€.

:icon_klatsch: Endlich mal wieder jemand der selbst aktiv wird.
 
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