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Kurzfristiges Praktikum

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petra_me

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#1
Hallo an alle,

nach fast 3 1/2 Jahren Arbeitslosigkeit (mit nur 2x jeweils 3 monatiger Unterbrechung wegen befristeten Arbeitsverträgen) habe ich nun wahrscheinlich die Gelegenheit, wieder einen Arbeitsplatz zu bekommen. Allerdings soll ich zunächst ein Praktikum machen. Ich habe selber so meine Erfahrungen mit Praktika gemacht und bin eigentlich gar nicht begeistert davon. Ein Praktikum war für 2 Wochen, das zweite sogar für 4 Wochen und jeweils mit dem Versprechen einer anschließenden Festanstellung, wobei - natürlich - nichts daraus geworden ist und ich nur meine Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung gestellt habe. Diesmal scheint es aber anders zu sein. Der eventuelle Arbeitgeber wollte zunächst ein 4-wöchtiges Praktikum, hat sich aber auf 3 Tage "herunterhandeln" lassen, so dass ich denke, dass das diesmal in Ordnung ist und der Arbeitgeber ernsthafte Absichten hat. Er meinte, dass ich am Ende des 3. Tages den (unbefristeten!) Arbeitsvertrag bekommen würde und schon am 18.6. dort anfangen könnte, wenn mir die Arbeit dort gefällt.

Das Problem ist, dass alles sehr kurzfristig ist. Erst gestern Nachmittag habe ich den entsprechenden Anruf von dem Arbeitgeber bekommen und bei der ARGE konnte ich niemanden mehr erreichen.
Einerseits würde ich gerne Fahrtkosten bei der ARGE beantragen, auch wenn es nur für 3 Tage ist. Doch andererseits habe ich schon so viele Schikanen bei der ARGE erlebt, dass ich ernsthaft überlege, die 3 Tage Praktikum erst gar nicht dort mitzuteilen, damit man mir keinen Strich durch die Rechnung machen kann.

Was meint ihr, lohnt sich der ganze Aufwand bei der ARGE? Das Schlimmste, das mir passieren kann ist doch, dass ich auf die Übernahme der Fahrtkosten verzichten muss. So wie es aussieht, habe ich schon in einer guten Woche nichts mehr mit der ARGE zu tun.

Gruß, Petra
 

burki

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#2
Hi Petra,

Was meint ihr, lohnt sich der ganze Aufwand bei der ARGE? Das Schlimmste, das mir passieren kann ist doch, dass ich auf die Übernahme der Fahrtkosten verzichten muss. So wie es aussieht, habe ich schon in einer guten Woche nichts mehr mit der ARGE zu tun.
mehrere Dinge:
(i) wie Du auch schon erfahren durfstes: Bevor der Arbeitsvertrag nicht wirklich unterschrieben ist, sind noch keine Tatsachen geschaffen worden.
(ii) Du bist dazu verpflichtet der ARGE mitzuteilen, dass sich bei Dir etwas verändert hat/wird. Selbst die Nichtanmeldung des Praktikums (es es bezahlt oder nicht?) könnte zur Folge haben, dass Dir Deine Bezüge gekürzt werden, da Du ja zumindest in den 3 Tagen der Arbeitsvermittlung nicht zur Verfügung stehen tust.
(iii) ALGII für den Juni wurde Dir ja schon überwiesen --> falls Dir der erste Lohn noch in diesem Monat überwiesen werden sollte, wird er voll aufs ALGII angerechnet.
Wenn Du auch dies der ARGE nicht mitteilen tust, könntest Du sogar eine Klage erhalten.

Möchte Dir aber keine Angst machen, sondern viel Glück wünschen. Ich habe nach 2 Jahren Hartz IV auch seit 1.6. den kompletten Absprung geschafft (habe im Juni auf jegliche "Unterstützung" seitens der ARGE verzichtet, da ich meinen Arbeitsplatz nicht gefährden wollte) und es für mich jeden Tag aufs Neue eine riesige Befreiung.
Gruss
burki
 
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#3
Melden

"(i) wie Du auch schon erfahren durfstes: Bevor der Arbeitsvertrag nicht wirklich unterschrieben ist, sind noch keine Tatsachen geschaffen worden." stimmt nicht so ganz. Für die Gültigkeit eines Arbeitsvertrages gibt es keine Formvorschrift. Mündlich oder konkludent sind genauso rechtswirksam.
Melden macht bekanntlich frei. Also am ersten Arbeitstag der ARGE bescheid stossen.
Wenn das erste Geld erst im Juli kommt, ist das Alg für Juni nicht zurückzuerstatten.
Bitte keinen Vorschuß holen, der landet sofort bei der ARGE. Lieber Freunde oder die Bank anpumpen.
 
E

ExitUser

Gast
#4
Komisch finde ich nur die Sache mit einem Praktikum mit Aussicht auf Festanstellung. Zum "Kennenlernen" eines Mitarbeiters gibt es meines Erachtens die Probezeit.
Und Fahrgeld für drei Tage würde ich selbst bezahlen. Nur so ganz persönlich, da ist mir jeder Stress zu viel.

Gruss
Emily
 

petra_me

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#5
Erst einmal danke für eure Antworten und die Hinweise bezüglich Vorschuss und dass es eine Rolle spielt, wann das erste Gehalt überwiesen wird!
Das Praktikum ist unentgeltlich.
Ja, ich weiß, dass ich jede Änderung der ARGE mitzuteilen habe, ich möchte nur nicht die Chance auf eine Arbeitsstelle gefährden. In einem anderen Beitrag hier hatte ich gelesen, dass das Praktikum von der ARGE nicht genehmigt wurde mit der Aussage des SB "Praktikum gibt es nicht mehr". Allerdings handelte es sich in diesem Fall um ein 6-monatiges Praktikum.
Damit aber alles seine Richtigkeit hat, werde ich morgen Früh zur ARGE gehen und die entsprechende Mitteilung machen.

Ich habe noch eine andere Frage in diesem Zusammenhang:
Im Februar 07 habe ich die Übernahme der NK-Nachzahlung und aufgrund einer entsprechenden Mieterhöhung die Abänderung des Besscheids beantragt. Außerdem ist meine Tochter, deren Einkommen angerechnet wurde (wir waren eine BG), im Mai ausgezogen, was ich der ARGE mitgeteilt und mit der Abmeldebestätigung belegt habe. Trotz mehrfacher Nachfragen ist weder mein Antrag auf Übernahme der NK-Nachzahlung bisher beschieden worden noch ist der Bescheid wegen der Änderungen abgeändert worden. Im April wurde gar nichts überwiesen, für Mai und Juni wurde meine Tochter bzw. deren Einkommen wie die Monate zuvor berücksichtigt.
Hätte ich trotz Arbeitsaufnahme Mitte Juni Anspruch darauf, dass die zu wenig gezahlten Beträge seitens der ARGE nachgezahlt werden?
Schon mal danke im Voraus!

Gruß
Petra
 

burki

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#6
Hi,
Für die Gültigkeit eines Arbeitsvertrages gibt es keine Formvorschrift.
es geht doch um die Realitäten. Arbeitgeber versprechen (genau wie die ARGE) mündlich gerne viel und wissen dann auf Nachfrage nichts mehr von diesen Versprechungen.
ich möchte nur nicht die Chance auf eine Arbeitsstelle gefährden. In einem anderen Beitrag hier hatte ich gelesen, dass das Praktikum von der ARGE nicht genehmigt wurde mit der Aussage des SB "Praktikum gibt es nicht mehr".
wie gesagt: Ohne Anmeldung könnte die ARGE diese 3 Praktikumstage als unerlaubte Entfernung vom Wohnort werten.
Auf der anderen Seite:
Ich habe um die Weihnachtszeit auch ein 2-tägiges Probearbeiten (natürlich umsonst:icon_neutral:) absolviert. Dieses konnte ich der ARGE nicht mitteilen (die sassen eben fröhlich unter dem Weihnachtsbaum). Trotzdem habe mir die Fahrkosten (waren immerhin jeweils knapp 100 km einfach) dann im Zuge der Bewerbungskosten "zurückgeholt".
Hätte ich trotz Arbeitsaufnahme Mitte Juni Anspruch darauf, dass die zu wenig gezahlten Beträge seitens der ARGE nachgezahlt werden?
Schon mal danke im Voraus!
selbstverständlich, doch setze der ARGE schriftlich eine Frist.
Gruss
burki
 

Rounddancer

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#7
Antrag auf Fahrtkosten formlos stellen

Also ich würde ein unbezahltes Praktikum von nur drei Tagen als 3-tägige, unbezahlte Probearbeit bei der ARGE heute noch formlos anmelden (Email, Fax, oder auch Postkarte (direkt in ARGE-Briefkasten geworfen)), und
darauf auch gleich die Erstattung der anfallenden Fahrtkosten beantragen.

"BG-Nummer" nicht vergessen, anzugeben.

Und das dann dokumentieren. Als Nachweis.

Ansonsten: Viel Erfolg beim Arbeitstest. Ich wünsche Dir einen dauerhaften, sicheren und fair bis sehr gut bezahlten Arbeitsplatz!
 

petra_me

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#8
Hi burki,

die Frist habe ich der ARGE schon gesetzt - schriftlich und per Einschreiben und mit Ankündigung, dass ich nach fruchtlosem Verstreichen der Frist (14.06.) einen Anwalt beauftragen werde. Ich habe noch guten Kontakt zu einer Anwaltskanzlei, für die ich mehrere Jahre gearbeitet habe (musste damals wegen Umzug in eine andere Stadt kündigen).

Auch danke an Rounddancer für deine guten Wünsche! Ich habe schon ein entsprechendes Schreiben für die Änderungsmitteilung und Fahrtkostenerstattung aufgesetzt, das ich morgen Früh selber zur ARGE bringe und mir den Empfang dort bestätigen lasse. Sicher ist sicher, wäre nämlich nicht das erste Mal, dass Unterlagen angeblich nicht eingereicht worden sind ... man lernt halt nie aus ...

Gruß
Petra
 
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