Kurs /Maßnahme Betreuungskraft nach § 87 b Abs. 3 SGB XI

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korruptus

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Hallo zusammen,

nach jetzt etwa einem halben Jahr Arbeitslosigkeit habe ich mich entschlossen, eine Kurzausbildung zur Betreungskraft /Alltagsbegleiter zu machen. Der Kurs dauert zweieinhalb Monate und startet im August. Als Voraussetzung muß ich ein sogenanntes Orientierungspraktikum absolvieren, dass ich in einer Behinderteneinrichtung in der Tagesbetreuung älterer Heimbewohner absolvieren werde. Ich bin hier auf der Suche nach Leuten, die ebenfalls diese Maßnahmen absolviert haben und was für Erfahrungen gemacht wurden. Ich selbst komme nicht aus dem Bereich, sondern kann mir nur ganz gut vorstellen, in diesem zu arbeiten. Die Zusage vom Jobcenter zur Kostenübernahme liegt noch nicht vor, da muß ich erst das Praktikum abwarten, dass morgen startet. Der Eindruck bei der Hospitation war aber positiv. Die Maßnahme selber beinhaltet noch ein zusätzliches Praktikum. Es wäre schön, wenn mir der eine oder andere hier von seinen Erfahrunngen berichten könnte. Ich gehe die Sache erstmal positiv an, ich arbeite ganz gern mit Menschen zusammen, auch wenn ich mit Demenz/Alzheimerbetroffenen noch keine Erfahrungen gemacht habe und bisher eher mit jüngeren Menschen oder Kindern gearbeitet habe. Ein bißchen Angst habe ich davor, dass es bei mir halt die x-te Qualifikation ist und vielleicht am Ende dann doch kein Bedarf vorhanden ist. Auch, weil ich mit 52 Jahren nicht mehr der Jüngste bin und keinerlei Erfahrung z.B. in der Pflege habe, mit der die Tätigkeit ja einigermaßen verzahnt ist.
 
I

ichputzhiernur

Gast
Ich arbeite zwar selbst nicht in der Branche, habe aber Kontakt zum sozialen Dienst eines Pflegeheims für ältere Menschen.

Alltagsbegleiter werden fast immer gesucht, und der Job kann das Sprungbrett in eine Karriere im Bereich Betreuung / Soziales sein. Betonung auf "kann"; oft werden Alltagsbegleiter eingestellt um das vorhandene Personal (sozialer Dienst, Pflegepersonal u.A.) zu entlasten, ohne Option auf Karriereentwicklung oder dergleichen. Auch der Verdienst ist extrem variabel: theoretisch kann man sicherlich irgendwo 1.600 - 2.000 EUR brutto verdienen, tatsächlich wird man sich oft auf 450 EUR-Job-Niveau bewegen oder knapp darüber.

WIchtigster Punkt ist aber, dass man für diesen Bereich gemacht sein muss. Die Betreuung älterer und dementer Menschen kann eine sehr erfüllende Aufgabe sein - wenn man eine starke soziale Ader und keine Berührungsängste hat. Es kann aber auch kräftezehrend sein, und man kommt mitunter sehr schnell an seine persönlichen und psychischen Grenzen. Ein dementer Mensch braucht die Betreuung, gibt einem mitunter aber nichts zurück - weil es einfach nicht geht. Damit muss man klarkommen können.

Das Praktikum ist hier der übliche Weg für alle Seiten, um Interesse und Eignung zu prüfen.
 

korruptus

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Hi, sorry das ich erst jetzt antworte. Ich habe mittlerweile ein Praktikum - in einer Behinderteneinrichtung, die aber auch Wohnstätte für behinderte alte Leute ist (geistige und körperliche Behinderungen)absolviert.
Die Tätigkeit hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich musste mir allerdings meine Nischen suchen. Gleichzeitig wurde eine andere Mitarbeiterin eingearbeitet und die Leitung wusste wohl nur recht kurzfristig von ihrem Glück. Mir wurde recht freie Hand gelassen und ich hab das wohl ganz ordentlich gemeistert, wie ich von der Einrichtungsleitung bestätigt bekam. Die Anleitung war nicht ganz so überschwänglich. Ich werde jetzt den Kurs für die Maßnahme Betreuungskraft absolvieren. Da ich ja aus anderen Gründen ein verhinderter Erzieher bin, konnte ich viel Gelerntes anwenden. Die Bewohner , dass ist mir auch als Feedback wichtig, waren einigermaßen traurig, dass ich meine Zelte nach 14 Tagen schon wieder abbrechen musste.
Die Grenzziehung , was man machen darf und was man letztendlich macht, ist allerdings sehr schwammig. Ich habe auch Tätigkeiten wie die Begleitung zum Toilettengang und Hilfestellung beim Essen geleistet. Auch war dadurch , dass wir für wenige Bewohner recht viele Betreuer waren, ich für Einzelne mehr da als für die ganze Gruppe. Unterm Strich sind das wohl die Dinge, die wohl auch als Schwierigkeiten auf einen zukommen werden. Aber insgesamt war das eine positive und tolle Erfahrung, auf die sich aufbauen lässt.
Ich werde mir hoffentlich in dem Kurs noch die Dinge aneignen , die mir noch fehlen.
 

Anna B.

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und wenn du dann erfolgreich den Kurs absolviert hast und deine Tätigkeit aufnimmst: lass dich nicht als Pflegekraft vereinnahmen..
das geschieht schnell und ehe man es bemerkt, macht man Tätigkeiten die eigentlich...naja...bezahlt wirst dann nicht dafür..
 

Sani73

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Hallo,

mit dem Kurs hast du auch die Möglichkeit dich selstständig zu machen. Dann hätte man im Rahmen der Assistenz (persönliches Budget) seine Dienste anzubieten.

Ich bekomme im Rahmen der Assistenz auch unterstützung. 8 Std. im Monat von einer Dame die so einen Kurs gemacht hat und sich dann selbständig machte. Abrechnen tut sie mit dem Sozialamt.

Sie hat sich aus dem ALG 2 Bezug her selbstständig gemacht. Inzwischen ist sie nicht mehr auf ALG2 angewiesen und hat auch eine Angestellte.
 

korruptus

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Moin, ich hab den Kurs jetzt bewilligt bekommen und bin jetzt in der Maßnahme. Ein Vorpraktikum habe ich in einer Behinderteneinrichtung (in einer Tageswohnstätte mit älteren Damen und Herrschaften) gemacht, dass mir gezeigt hat, dass ich einerseits Freude an der Tätigkeit habe und das wohl auch ordentlich bewältigt haben muss. In der Maßnahme ist ein zweites Praktikum integriert und das mache ich in einem Pflegeheim mit sogenannten "normalen" Bewohnern. Was ich bedenklich finde, ist die Kürze der Ausbildung und wie schnell die Themen da alle durchgepeitscht werden. Ich verstehe das meiste auch eher als Empfehlungen als das man alles eins zu eins übernehmen sollte und das man sich eher seinen eigenen Stil in der Praxis zurechtbastelt (natürlich heißt das nicht, dass man machen sollte, was man will, sondern man muß sich schon nach den Bedürfnissen der Betreuten richten und was man mit Ihnen aufgrund ihrer Einschränkungen noch machen kann). Aber, auch wenn der Kurs sehr anstrengt, merke ich , dass mir das liegt. Schade, dass der Anteil an männlichen Kollegen nur sehr niedrig ist, auch im Kurs.
 

Mutter Beimer

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Ich hatte vor 2 Jahren diesen Kurs bei einem Maßnahmeträger angefangen, aber nicht beendet.
Ja, es ist richtig, diese Leute werden gesucht, aber ein richtiges Arbeitsverhältnis wird nicht angestrebt.
Eher wird ein Mädchen für alles, auf 450€ Basis gesucht, oft verbunden mit Schichtarbeit.
Ich bin bis Oktober bei der AfA, als Arbeitssuchende ohne Leistung gemeldet und hatte bis dato 2 Beratungsgespräche zur Besprechung der beruflichen Situation, wo man mir immer wieder diesen Kurs nahe legte. Bezahlen wollte mir diese die AfA aber nicht, sondern mich an die DRV abschieben.

Ab Oktober bekomme ich wieder Leistungen vom Jobcenter und wir mussten diese jetzt schon beantragen.
Letzte Woche hatten wir auch gleich ein Gespräch mit unserem zukünftigen Arbeitsvermittler (Optionskommune), der mir auch gleich wieder diesen Kurs schmackhaft machen wollte.
Ich gehe davon aus, Hauptsache raus aus der Statistik.
Die wissen genau, Ü50er sind schwer zu vermitteln, also bekommt man dies aufs Auge gedrückt.
Unser SB fasselte sogar von einem etwas weiterführendem Kurs, wo man auch gelernt wird den Patienten Spritzen zu geben.
Dies möchte ich aber nicht tun, da ich nie in der Pflege gearbeitet habe und mir ehrlich gesagt die Verantwortung zu groß ist.

Von meinen ehmaligen Kollegen, aus der Maßnahme haben übrigens keine einen nennenswerten Job in dem Bereich ergattern können.
Auch sprach ich mit anderen Frauen, die den Kurs zwar absolviert haben, aber nie darin arbeiteten.
 

froque

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und wenn du dann erfolgreich den Kurs absolviert hast und deine Tätigkeit aufnimmst: lass dich nicht als Pflegekraft vereinnahmen..
das geschieht schnell und ehe man es bemerkt, macht man Tätigkeiten die eigentlich...naja...bezahlt wirst dann nicht dafür..

Das kann ich leider so unterschreiben. Habe auch mal die Maßnahme angefangen wo man mir gleich einen Pflegeschein anhängen wollte. Und ich habe bisher keine großen Jobangebote als Betreuer gesehen. Alles für die Katz sozusagen, aber die Maßnahme war ja EU gefördert. Damals ging es bei mir auch 6 Monate. Ist ja ganz schön runtergekürzt worden.

LG froque
 

Anna B.

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Die Schwester von meiner Schwägerin hat so einen Kurs absolviert.

Sie wurde dann von einem kirchlichen Träger für Hausbesuche eingesetzt...
also "Animateur" für alte Leute.

Bei meiner Mutter kam sie 2x im MOnat und dann wurde Mensch ärgere dich nicht gespielt.

Sie war mehr oder weniger Animateur.

im Pflegeheim, in dem meine Mutter das letzte Lebensjahr verbrachte, haben diese Betreuungskräft die alten Leute bespaßt.

Bingo spielen, Kegeln, bisschen Lieder singen usw. usw.

ab und zu sollte mal jemand von denen vereinnahmt werden..."mach mal schnell, Frau M. muß aufs Klo"..aber die konnten sich gut wehren.
 

Kerstin_K

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Das Problem ist doch immer das gleiche: Wir brauchen diese Leute, aber keiner will und kann sie so bezahlen, dass sie davon Leben koennen und wie es angemessen waere.
 
G

Gast1

Gast
Sind diese Jobs als Betreuungskraft nach § 87 b Abs. 3 SGB XI nicht eigentlich alle immer in Teilzeit? Ein Bekannter von mir macht das, er arbeitet 20 h pro Woche als Betreuungskraft. Mehr als 30h pro Woche darf er nicht arbeiten, meinte er.

Aber er ist froh über den Job, er ist behindert. Hat mit dem Job 1000 Euro netto, inkl. ALG II, lebt alleine in einer günstigen Wohnung. Hatte in schätzungsweise den letzten 10 Jahren keinen Job, alle Bewerbungen als gelernter Bürokaufmann oder so scheiterten an seinen Behinderungen. Hat schon mehrere Maßnahmen und Praktika hinter sich. Kann sich "jetzt auch mal etwas mehr leisten" als ohne Job. Er ist zufrieden.
 

Glatze

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Das Problem ist doch immer das gleiche: Wir brauchen diese Leute, aber keiner will und kann sie so bezahlen, dass sie davon Leben koennen und wie es angemessen waere.

Gebe dir absolut recht, bis auf dieses KANN. Denn alles ist nur eine Frage der Umverteilung....

Im Übrigen kenne ich hier die Stellen als Alltagsbeteuer auch nur auf Minijob-Basis.

Hierzu sei nochmal darauf hingewiesen dass man auch als Alg2 Empfänger
200EUR/Monat steuerfrei und ohne Anrechnung ans ALG2 durch ehrenamtliche Tätigkeiten, wie z.B. Alltagsbetreuung, verdienen kann.

Ist in den meisten Fällen sicher die bessere Variante als sich diese "Qualifikation" zu holen und danach den ganzen anrechnungshickhack vom JC mitzumachen.
 

korruptus

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Ich werde schon selbst drauf achten, nicht als Pflegekraft verheizt zu werden. Ich käme auch mit alles in allem 1000 bis 1100 Euro bestens klar. Die Einrichtungen, wo ich bis jetzt Praktikum machen durfte, waren ideal für mich zum lernen. Und ich muß sagen, dass mich das inhaltlich auch sehr interessiert und sich vieles mit meiner angefangenen Erzieherausbildung (die ich leider wegen hanebüchener Bürokratie wieder abbrechen musste) überschneidet. Ich bin auch durchaus bereit, mich fortzubilden und ehrlich gesagt macht mir Schichtarbeit auch nichts aus (ich werde nur keine Doppelschichten machen, gerade in dem Bereich wäre das wohl eher kontraproduktiv). Ich hab so das Gefühl, vieles in dem Bereich Betreuung ist auch gerade erst am entstehen und das ist auch das spannende an der Sache. Die Betreuer arbeiten maximal 30 Stunden und nur in Ausnahmefällen mehr - eher sogar weniger. Wie gesagt, die Ausbildung ist auf jeden Fall zu bewältigen und alles was danach kommt , lasse ich erstmal auf mich zukommen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 54224

Gast
Habe auch so eine gemacht, in sämtlichen Heimen im Umkreis mich beworben, aber es kamen nur Absagen. Es waren eben schon zu viele in dem Bereich integriert worden. Jeder der länger arbeitslos ist wird da rein gesteckt.

Die Arbeit selber ist psychisch sehr anstrengend. In den meisten Fällen wirst du auch als Pflegekraft mit eingesetzt, was auch körperlich belastend sein kann.
 

renasia

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Ich arbeite bei uns als Service Kraft in einem normalen Altenheim,kann dir allerdings demnach auch nur von unserem heim berichten.
Auf ca 5-8bewohner kommt bei uns eine betreuungskraft,aber wenn eine geht hat man am nächsten Tag schon eine neue.
Toilette ,waschen etc durften sie bei uns nicht.
Aufgaben die sie übernehme:
Angebote erstellen wie nachtcafe, zeitungsrunde,Spiel Angebote,bastelangebote,mal mit einzelnen in den Garten gehen ,essen Anzeichen,mal Tische abräumen oder essen bringen usw.
Der Umgang mit dementen Menschen, auch mit diesen hab ich zu tun(ich hab auch Erzieherin gelernt)und ich muss sagen alte Menschen u kleine Kinder sind doch sehr ähnlich.
Allerdings stört es mich nicht wenn jmd der Demenz hat plötzlich die Tische abraumt wenn ich sie eindecken oder mich 5mal was fragt,denn ich weiß der Mensch kann da nix für, schlimmer finde ich Leute die zB klar bei Verstand sind und das Wort bitte nicht kennen oder Leute die dann mal 30susstoff in ne Kanne Kaffee tun mit kein anderer mehr von trinken kann usw.
Bei Demenz muss man natürlich unterscheiden zwischen nur dement und dement aggressiv,davon haben wir zum Glück sehr wenige.
 
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