Kurs Erfahrungen

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Tralilala

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Hallo Leute,

ich habe jetzt meinen zweiten Kurs gemacht und wollte euch die Erfahrung hier lassen. Wenn man meine Erfahrung weiter unten liest, liest sich das fast wie eine Satire.

In meinen ersten Kurs hatte ich Unterricht, Bewerbungstraining usw. War nichts aufregendes, das einzigste was mich störte war diese Dokumente zu unterschreiben (die der Kurs nicht benötigte). Praktisch übergangslos hatte ich mich auf einen zweiten Kurs eingelassen, der drei Wochen dauern sollte. Mein Sachbearbeiter schwärmte fast für diesen Kurs und sagte mir, dort werden etwa 50-70 % der Teilnehmer erfolgreich vermittelt. Der Flyer für diesen Kurs war ähnlich dem ersten Kurs. Entsprechend hoch war dann auch meine Erwartung.



Heute am letzten Tag, fehlen mir zu diesen Kurs einfach die Worte:

Der Kurs bestand in der Regel zwischen 5 bis 10 Teilnehmern.

Die Zustände waren erschreckend. Im Prinzip saßen wir vor dem Computer und haben Bewerbungen geschrieben. Die meisten Computer konnte man nicht nutzen, weil dort irgendwelche Defekte sind wie kein Bild, kein Internet, Maus funktioniert nicht, Maus gibts nicht, Tastatur geht nicht, Tastatur gibts nicht, PC fährt nicht hoch, PC fährt in dauerschleife hoch usw.
Von den restlichen Computer funktionierte keiner richtig, wenn man dort ernsthaft Bewerbungen schreiben wollte. Aktuelle gängige Officeprogramme waren nicht installiert. Sinnlose Sperren wurden eingefügt wie den "rechten Mausklick", Explorer/Arbeitsplatz, Emailversand usw. dass das Bewerbungsschreiben enorm erschwert oder unmöglich macht. Von fehlenden Druckertreiber ganz zu schweigen. Der dortige Drucker, der tatsächlich an manchen Rechnern installiert war, war die Qualität enorm schlecht mit großen Flecken und auffälligen Schlieren auf dem Ausdruck.
Die meisten Drehstühle waren kaputt. Abgebrochene, lockere und kaputte Lehnen waren fast überall.
Der Raum selbst wirkte mehr wie eine Abstellkammer. Die Wände waren beschmutzt, in den Ecken des Raumes stauten sich kaputte Tische, Stühle, Rechner. Der Raum wurde auch kaum beheizt. Einen Mülleimer suchte man vergeblich. Und die Pflanzen an den Fenstern sollte vermutlich ein Versuch der optischen Aufbesserung zu sein. Sie sind grün und leben noch.


Zu beginn des Kurses erzählte mir der Kursleiter wie sehr ihm die Teilnehmer am Herz liegen und das er jeden Tag Überstunden mache. Er mache mit jedem Teilnehmer ein persönliches Gespräch, erzählte von dem Unterricht den er halten wird und seiner persönlichen Motivation.

Doch erlebte ich es dann etwas anders. Den Kursleiter sah man fast den ganzen Tag nicht. Gelegentlich gegen Mittag erschien der Kursleiter das erste mal, gab einzelnen ein paar Anweisungen, verlor ein paar Worte und ging wieder.
Die persönlichen Gespräche bestanden in der Regel aus "mach ein schönes Deckblatt" und mehr oder weniger sinnvolle Änderungen im Lebenslauf, den der Kursteilnehmer dann in den Tagen danach noch vervollständigen sollte. So kam es dann auch meist, das der Kursleiter in den darauffolgenden Tagen voller Tatendrang in den Raum kam, die Anweisungen nochmal den einzelnen Leuten wiederholt sagte und ging. Meist vor Kursende am Tag, verlor der Kursleiter entweder gar kein Wort mehr oder meinte "heute hatte ich keine Zeit das anzuschauen, das machen wir morgen". Tatsächliche ernsthafte Gespräche über den Werdegang, Zeugnisse, Anschreiben, Stellensuche, Chancen auf den Arbeitsmarkt usw. blieben aber aus.

Der Unterricht gestaltete sich so, dass wir in einen anderen Raum ohne Computer wechselten. Die Gegebenheiten und Zustände waren aber vergleichbar.
Der Kursleiter setzte sich für den Frontunterricht auf einen Stuhl und las einen Text zum Thema "Motivation" vor, dass er zuvor durch eine Internetseite ausdruckte. Während einer Atempause erwähnte er, er kenne den Text noch nicht und sei schon gespannt was als nächstes käme. Das war der Unterricht.
Es gab keine Tafel, keine PowerPoint Präsentation, kein Anschauungsmaterial, keine Blätter/Flyer/Irgendwas für den Kursteilnehmer zum mitnehmen, keine Mitschrift, keine Diskussion darüber, keinen Erfahrungsaustausch, kaum Fragen an die Teilnehmer,... nichts.

Die Tage gestalteten sich so, dass etwa ein bis zwei Stunden vor offizielen Kursende der Kursleiter in den Raum kam und sagte wir könnten nun gehen. Ich erinnere mich an keinen Tag, an dem wir pünktlich oder gar später den Kurs verlassen haben.

Und mit diesen nützlichen, hilfreichen, sinnvollen Tipps und Ratschlägen die ich durch diesen Kurs (=Definition?) erhalten habe, sehe ich nun endlich optimistisch in die Zukunft.
Und nun ganz ehrlich: Freiwillig - sofern es bisher freiwillig war - werde ich keinen Kurs, Maßnahmen oder dergleichen mehr besuchen...


Lg
Traililala
 

Schornstein

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Deine Erfahrungen sind nichts neues,selbst habe ich noch nie eine Maßnahme mitgemacht,jedoch solche Verbrecherbuden schon von innen gesehen.
Was man dort an Gerätschaften und Einrichtung findet,bekommt man überall kostenlos nachgeworfen.
Man sollte diese Vögel allesamt einlochen und das JC wegen Veruntreuung von Steuergeldern anprangern.
 

Tralilala

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Ich kann das kaum glauben, dass das so gängig ist...

Dann war der erste Kurs ja richtig gut gewesen. Da haben die Rechner funktioniert, ein Dozent war anwesend usw.

Aber so wie der Kurs jetzt abgelaufen ist... Was kann man den Arbeitslosen denn noch antun? Wir suchen ernsthaft arbeit, haben tausend Sorgen und dann muss man auch noch zu so einer Spaßveranstaltung gehen. Da wird man doch vielmehr ausgebremst als gefördert.

Heute morgen habe ich eine Absage auf eine Stelle bekommen, die ich fast sicher hatte und mein absoluter Favorit war. Ich hatte gestern ein so positives Feedback bekommen und eine halbe Zusage für den Job. Ich war so glücklich bis heute morgen, bis die sich im letzten Moment doch noch für einen anderen entschieden haben.
Aber im Kurs würde darüber nicht viel gesprochen. Ich denke, die haben keine Ahnung und kein Interesse wie sich deren Teilnehmer bei soetwas fühlen.

Die bekommen ihre Teilnehmer ja sowieso laufend vom Arbeitsamt geliefert. Da fragt niemand nach Qualität oder Erfolg.

Und wenn es tatsächlich eine so hohe Vermittlungsquote geben sollte (was ich kaum glauben kann), dann sind es bestimmt nur Vermittlungen an Zeitarbeit. Anders kann ich es mir nicht vorstellen.

Im Prinzip ist der Kurs dann nur ein Umweg. Sonst gehts vom Arbeitsamt vermittelt zur Zeitarbeit, nur geht der Weg einfach über Arbeitsamt vermittelt Kurs, Kurs vermittelt Zeitarbeit.

Alles nur Unsinn...
 

Schornstein

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Ich kann das kaum glauben, dass das so gängig ist...

Dann war der erste Kurs ja richtig gut gewesen. Da haben die Rechner funktioniert

Ein funktionierender Rechner ist eigentlich kein großes Ding,aber was da herumsteht,ist meist total veraltet und bekommt man oftmals geschenkt oder für paar Euronen,bevor Firmen diese entsorgen.
 
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