Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstellung

glaubenslos

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Moin erstmal. Mein Erlebnis heute (und der letzten Tage oder Wochen) möchte ich etwas ausführlicher beschreiben, dies bereits als Vorwarnung. Ich tue dies, um mir a) etwas von der Seele zu schreiben (weil es mich gerade extrem belastet) und b), um vielleicht dem einen oder anderen Leser eine böse Überraschung zu ersparen. Oder darauf vorzubereiten, was kommen könnte. Wenn nur einer davon profitiert, hätte es sich ja gelohnt.

Ich rechne auch mit Ablehnung, deutlich negativer Kritik, daher zur Einleitung: Ich habe viele Jahre lang hart gearbeitet, bis zu 16 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, einige Jahre am Stück ohne Unterbrechung. Mit Spenden (auch bis heute) habe ich immer versucht, ein klein wenig etwas weiterzugeben. Irgendwann war aber mein Akku wohl leer. Und nein, kein Burnout. Damals gab es diese Modeerscheinung noch nicht. Ich konnte nicht mehr arbeiten, irgendwann bemerkte auch der Hausarzt etwas und diagnostizierte Depressionen. Aus unterschiedlichen Gründen habe ich bis heute aber leider noch keine erfolgreiche Therapie abschließen können. Dies zu erläutern, würde den Rahmen absolut sprengen. Dabei will ich arbeiten. Dieses Zeitvergeuden ist unerträglich. Und ich habe keine Spielkonsole, keinen Riesen-Flatscreen, nichtmal einen DVD-Player.
In meiner alten Heimat habe ich beim JC erfolgreich durchgeboxt, dass mir ein Studium finanziert wurde, was ich erfolgreich (sogar sehr erfolgreich) abgeschlossen und mich damit weiter qualifiziert habe. Auf eigene Kosten habe ich mich zudem in VHS-Kursen weitergebildet. Dabei hatte ich eine damals noch tolle Jobvermittlerin, die mit mir eine Selbständigkeit angepeilt hat. Leider standen noch meine Erkrankung und die Abberufung der Sachbearbeiterin im Weg. Vom neuen SB wurde ich nur „verwaltet“ und aufgrund der Krankheit auf’s Abstellgleis geschoben. Nichtmal mit Rasermäher-Kursen wollte man mich „belästigen“. Ich könnte also noch zehn Jahre dort geblieben sein, ohne, dass man mir auch nur ein Jobangebot unterbreitet hätte. Einfach Weiterbewilligungsanträge ausfüllen - fertig.
Mit der Zeit arrangiert man sich ja mit Hartz4 und kommt irgendwie zurecht. Aber noch habe ich ein bisschen Widerstandskraft. Zudem steht ein altersmäßiger „Schnitt“ an. Gerade noch jung genug, um noch einmal durchstarten zu können. Diese Erkenntnis, das Zureden meiner Ärzte und der Umstand, dass mich die alte Umgebung regelrecht erdrückt hat (mit kompletter Loslösung von meiner Familie), führte mich dazu, einen Neustart zu wagen. Weg aus der alten Heimat, ein Bundesland weiter, auch aus gesundheitlichen Gründen (Lunge). Zuvor hatte ich bereits recherchiert, ob meine geplante Selbständigkeit in dieser Region sinnvoll wäre. Plötzlich ging alles ganz schnell: Ein Wohnungsangebot, Umzugsgenehmigung des alten JC, Einzug in der neuen Heimat kurz vor Jahreswechsel. VORHER natürlich mit dem zuständigen, neuen JC telefoniert. „Alles super, gibt keine Probleme.“ ABER: Ich konnte natürlich nicht (aufgrund der Entfernung) vor Ort im hiesigen JC vorsprechen.

Auf dem Land: Zweimal !!! wurde ich vom angeblichen „Service-Team“ völlig falsch beraten. Ich solle zum Erstantrag nur den Perso mitbringen. Andere Unterlagen wären nicht notwendig. Obwohl ich nachfragte, blieb die Dame bei ihrer Aussage! Ok, also heute ab zum neuen JC. Und was verlangen die da? Lebenslauf, Qualifikationen. Das nur in der Leistungsabteilung. Dass ein direktes Gespräch mit einem Jobvermittler folgen sollte, hat mir natürlich auch niemand gesagt. Ich war also vollkommen unvorbereitet, hatte keine Unterlagen dabei, etc. Ich habe den Eindruck, dass dies gewolltes Fallenstellen des JC ist. Schon in den ersten Minuten des Gesprächs beim Jobvermittler bekam ich ein Blatt in die Hand, dass ich schon am Montag zu einem Bewerbungstraining mit Praktikum angemeldet würde. Ich dachte erst, ich wäre im falschen Film. Die kennen mich NULL und schicken mich in ein Bewerbungstraining? Mit Praktikum? Praktikum wo? Dann guckte der Mann auf den Bildschirm und meinte: „Oh, Sie haben Abitur?“ Ich: „Ja, wieso?“ Antwort: „So Leute haben wir normalerweise hier nicht.“
Ich habe absolut nichts gegen Leute ohne Abi. Viele sind mir in vielen Gebieten sogar weit voraus. Aber muss ich mich nun dafür schämen, dass ich Abi habe? Ging aber noch weiter. „Eigentlich vermitteln wir Leute als Helfer in die Produktion. Hier bei uns meistens in die Fleischzerlegung oder Fleischverpackung.“ Ich bin Vegetarier! Dazu würden die mich also nichtmal mit Polizeigewalt bringen. Bis zu diesem Zeitpunkt nicht eine Frage zu meinen Qualifikationen. Was ich früher gemacht habe. NICHTS!
Dann kam das Thema EGV. Ich habe vorher k*****macht, dass ich dieses Bewerbungstraining nicht machen möchte, und auch nicht machen KANN. Wenn ich aber dies in der EGV nicht bestätigen würde, würde er seinen Otto auch nicht auf den Hauptantrag machen. Das ging nun einige Zeit. Irgendwann dachte ich mir: Ich sollte dem mal erklären, dass ich ein kleines Problem habe. Ok, war mein Fehler. Aber ich geh nicht unbedingt mit einer Depression offen um. Ist ja leider heutzutage immer noch ein Makel. Jedenfalls änderte sich das Gespräch. Ich war nackter, mein Gegenüber jedoch aufgeschlossener. Hier gibt es ganz bestimmt Leute, die ebenfalls an Depressionen leiden und mich daher besser verstehen können. Ich kann immer noch viel leisten, aber nicht im festgesetzten Rahmen. Aber wie bereits erwähnt, dieses Thema wäre sehr umfangreich.

Nachdem ich euch nun lange genug genervt habe, versuche ich zum Schluss zu kommen: Ich finde es erschreckend, dass in Deutschland Menschen in eine Schablone gepresst werden (und die gibt es ja wirklich auf dem Schreibtisch des SB), ohne, dass man diese einmal versucht hat kennenzulernen. Wenn man an einem schlechten Tag nicht selbstbewusst genug ist, um zu widersprechen, bist du trotz hoher Qualifikation plötzlich nur noch Helfer bei der Fleischverpackung. Das finde ich beschämend. Angesichts der Tatsache, dass man „qualifizierte“ Leute aus dem Ausland holen will, aber „Einheimische“ zu Hilfsarbeitern degradiert. Das ist doch krank.

Hätte ich heute nicht einen „guten“ Tag gehabt (bei dem ich auf Krawall gebürstet bin und dank dieses Forums informiert), wäre ich eventuell morgen Fleischverpacker. Und damit möchte ich diejenigen nicht herabwürdigen!!!!! Nur, ich könnte es nicht! Wozu habe ich denn meine Ausbildungen und Berufserfahrungen? Weil „es hier in der Region eigentlich nur Helfer gibt“? Ist das die Aufgabe der Agentur für Arbeit?
 

Valmy

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AW: Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstell

Hallo, Ungläubiger!

Deine Depressionen haben Dich wohl etwas dünnhäutig gemacht?
Wenn die Auskunft war, nur den PA mitzubringen, berufst Du Dich eben darauf -
höflich aber bestimmt.
Ein Weiterleiten an den Vermittler gleich nach Antragsannahme scheint die Regel zu sein.
Ärgerlich, wenn fehlende Unterlagen ein erneutes Erscheinen nötig machen.
Insbesondere wenn die Fahrt zum JC "auf dem Lande" mehr Aufwand erfordert, als innerhalb einer Stadt.
Aber was stört Dich an einem "Bewerber-Training"?
Da gibt es die skurilsten Anbieter... Geldbeschaffungsmaßnahmen.
Frag bloß nicht nach Effizienz - dann wirst Du irre und giltst womöglich noch als Querulant.
Als Vegetarier solltest Du selbstverständlich aus religiösen Motiven die Fleischverarbeitung verweigern - das kapiert auch ein Sachbearbeiter, oder nicht?
Und wenn es gar nicht geht:
Als erfahrener Depressiver mußt Du doch keine Depri's vortäuschen - um einen Krankenschein zu bekommen...
 

glaubenslos

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AW: Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstell

Moin Valmy. Ich kann gerade nicht einordnen, was Sie mit "dünnhäutig" meinen. Auch ohne Depris finde ich diese Vorgehensweise des JC eine Frechheit. Wenn ich ganz gezielt danach frage, ob ich Unterlagen mitbringen soll, und dieses verneint, vor Ort aber doch gefordert wird, dann ist das hinterf..... Vl. haben die meisten ihren Lebenslauf komplett im Kopf. Ich nicht. Hätte ihn aber einfach ausdrucken und mitbringen können. Ebenso erworbene Qualifikationen und Arbeitsnachweise. Ob ich nun noch ein- oder dreimal über Land fahren muss, ist dabei nicht relevant. Und da ich leider keine Arbeit habe, habe ich auch Zeit für neue Termine. Aber wieso zwei Termine, wenn man das alles in einem Termin hätte regeln können? So wurde mir gesagt "Sie können ja nicht belegen, dass Sie was getan haben. Also muss ich Sie ohne Erfahrung führen. Und da bleiben eben nur Helfertätigkeiten." Ich dachte zwischenzeitlich, dass da jemand vor mir sitzt, der billige Arbeitskräfte für ne Wurstfabrik anheuern soll.
Meinen mehrmaligen Hinweis darauf, dass ich eine "falsche" Info erhalten habe, beantwortete mein Gegenüber: Aber Sie müssen die EV unterschreiben. Ohne kommen Sie hier nicht raus.
Ich jedenfalls fühlte mich massiv unter Druck gesetzt. Und solche Situationen sind momentan für mich purer Streß.

Dann: Was mich an einem Bewerbertraining stört? 1. Haben Sie selbst ja beantwortet. Geldbeschaffungsmaßnahmen bezeichne ich allerdings als Steuerverschwendung. 2. Das anschließende, 2-wöchige "Praktikum". Erneut Schaffung billiger Arbeitskräfte. Denn gemäß meiner Qualifikationen könne er mir kein passendes Praktikum vermitteln. Heisst also wieder: Wurst verpacken.

Dann noch eine Bitte: Verzichten Sie bitte demnächst auf "erfahrener Depressiver". Ich werte das nicht als Unterstellung. Aber es könnte so rüberkommen, dass man als "einstudierter Depressiver" schauspielert. Die Depression hat mich viele Jahre meines Lebens und eventuell sogar endgültig die Chance auf eine eigene Familie gekostet. Ohne Zuspruch meiner sehr wenigen Freunde und ohne meinen Hund würde ich hier wohl auch nicht mehr schreiben können. Und für ein bisschen Freizeit als besoffener und zockender Hartzler tausche ich eigentlich nicht mein kleines Leben ein. Und ich verachte jeden, der sowas vortäuscht oder meint, so ein kleines seelisches Problem wäre ein Spaß. Daher wünsche ich sowas auch niemandem.

Aber dennoch danke für die Reaktion!
 

dagobert1

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AW: Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstell

Schon in den ersten Minuten des Gesprächs beim Jobvermittler bekam ich ein Blatt in die Hand, dass ich schon am Montag zu einem Bewerbungstraining mit Praktikum angemeldet würde. Ich dachte erst, ich wäre im falschen Film. Die kennen mich NULL und schicken mich in ein Bewerbungstraining?
Wenn du in irgendeiner sinnlosen Maßnahme drin bist, dann bist du in dieser Zeit nicht in der Arbeitslosenstatistik. Das ist die Denkweise beim JC, deine Qualifikationen interessieren die dabei überhaupt nicht.

Wenn ich aber dies in der EGV nicht bestätigen würde, würde er seinen Otto auch nicht auf den Hauptantrag machen.
Das war eine glatte Nötigung. Zu diesem SB solltest du nur noch mit Beistand hingehen.
Hast du die EGV denn unterschrieben?
 
E

ExitUser

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AW: Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstell

@glaubenlos:wie ist denn das Gespräch ausgegangen? Hast Du die EGV unterschrieben? Sollst Du nach wie vor zur Maßnahme?

Ansonsten ist das Vorgehen leider normal.
Bei mir lief der Erstantrag so ab: ich meldete mich dort, hatte alle Unterlagen ausgefüllt dabei. Sogar Lebenslauf etc. Wurde dann erst zur Leistungsabteilung geschickt, dort wurden meine Daten aufgenommen und mir der Antrag ausgehändigt. Drauf ich: "den hab ich schon im Internet runtergeladen und ausgefüllt, auch so habe ich alles dabei." Sie: "das kann ich heute nicht annehmen, da machen wir einen neuen Termin in 2 Wochen, dann habe ich Zeit drüber zu gucken, ob auch alles korrekt ausgefüllt ist und alles vollständig." War ich schon verwirrt.
Dann direkt im Anschluss zur Arbeitsvermittlung. Ich bin ein Reha-Fall und die Dame war total verzweifelt. "Oje, sowas hatte ich noch nie, mit Ihnen kann ich doch keine EGV abschließen, aber ohne darf ich Sie hier nicht rauslassen!" Ich empfand das aber nicht als Drohung, sondern war eher amüsiert und habe mir überlegt, was sie wohl machen will, wenn ich einfach gehe. Mich erschießen? *g*Dann hat die ewig rumtelefoniert, aber keinen erreichen können. Und dann hat sie mich doch "gehen lassen", ich sollte aber nachmittags noch mal wiederkommen, um die EGV zu unterschreiben, bis dahin wollte sie in Erfahrung bringen, was sie da nun reinschreiben soll.
Hab ich dann sogar gemacht und drin stand nur, dass das JC mich berät auf Wunsch und ich erstmal nichts tun muss und nicht aktiviert werde.

Das ist der Bürokratiewahnsinn. Das meinen die nicht unbedingt böse. Ich fand es eigentlich eher lustig alles da am ersten Tag, wenn auch lästig.
 

Siri2012

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AW: Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstell

Ach ja... mein JC ist eine Optionskommune. :icon_twisted:

Da ist das schon ganz lustig, wenns oft nicht so traurig wäre.

Ich von ProFamilia zum JC geschickt worden, nach einem Schwangerschaftskonfliktgespräch, wie die es nennen. Da war ich schon im 5ten Monat und wusste garnicht, dass ich was bekommen könnte.
Also, Antrag aus dem I-Net heruntergeladen, ausgefüllt und Termin gemacht.

War echt lustig... ich zu meinem angeblichen SB :cool: Mit dem Blick aufs Geburtsdatum wurde mir eröffnet, "nee liebe Frau Siri, ich bin nicht ihr SB, sie gehören in die U25 Abteilung. Aber egal, Sie sind hier, dann bearbeite ich halt ihren Antrag erstmal."
Antrag durchgearbeitet. Alles ok, hat mich sogar drauf higewiesen, dass meine Heizkostenpauschale übernommen werden kann.

Tja, dann kam ich 1 Woche zur richtigen SB. :icon_kotz: EGV unterschrieben (war aber nicht schlimm, keine Fallstricke o. ä.) und 3 Tage später in ne Sofort- Maßnahme - Bewerbung.
Dort angekommen bin ich erstmal angeschaut worden, als ob ich das 8te Weltwunder wäre. Denn ich hatte nur noch 3,5 Monate bis Mutterschutz, also in ihren Augen nicht vermittelbar.

Ab da hab ich meine SB nicht mehr gesehen und das im Sept 2012. Zwischendurch hatte ich schon ein bissl Ärger mit denen, aber meine neue SB, die ich nur einmal gesehen habe, ist echt nett- bis jetzt.
Mal sehen, wie es wird, wenns in die Arbeitsvermittlung in 4 Monaten geht.
 

Haibu

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AW: Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstell

@pillepalle und all:

Dieser Bürokratiewahnsinn ärgert mich ja maßlos. Wenn dieses Geld für diese sinnlosen Bewerbungstrainigs in die echte Weiterbildung der faulen, saufenden, x-boxspielenden Arbeitsunwilligen investiert würde, dann müsste man keine Fachkräfte aus Indien oder sonstwo importieren.
Ich möchte jetzt keine "deutsche" Karte ausspielen. Aber sooo doof sind wir Deutschen ja nun auch nicht, dass wir den hiesigen Arbeitsmarkt nicht befriedigen könnten.

Die EGV habe ich letzlich unterschrieben. Aber eben eine, in der vereinbart wurde, dass ich mich schleunigst um eine Klärung meiner gesundheitlichen Situation kümmern werde. Die Teilnahme an diesem Bewerbungstraining habe ich strikt abgelehnt. Der SB ließ durchblicken, dass er ebenfalls unter Druck steht. Da habe ich ja auch "etwas" Verständnis für. Selbst mein Hinweis, dass ich nicht verpflichtet bin, einen EGV sofort vor Ort zu unterschreiben, war entweder nicht bekannt, oder die Anweisung war: "unterschreiben lassen!"

Bei der Abgabe meiner Unterlagen dann hatte ich meine Kontoauszüge teilweise geschwärzt. (Danke, liebes Forum. Tolle Info-Quelle) Meinte doch die SB: "Das ist scheisse!" :icon_razz: Ich meinte: "Was ich nicht schwärzen darf, habe ich auch nicht geschwärzt." Damit war wohl klar, dass ich mich vorher informiert hatte. :icon_hug:

Jetzt warten die noch auf meinen Mietvertrag, obwohl ich eine Mietbescheinigung vorgelegt habe. Dass die meinen Perso und meine Krankenkassekarte kopiert haben - so what? Aber die wollten auch noch meinen Fahrzeugschein kopieren. Pfffff.

Stand der Dinge: Mein Hausarzt hat mich heute krank geschrieben. Aber nur bis nächste Woche. Wurde aber auch zum Neurologen und Psychotherapeuten überwiesen. Was in der EGV vereinbart wurde, habe ich bislang eingehalten. Was ja auch recht und billig ist, denn ein wenig Kontrolle soll und muss ja sein.
Und wie ihr an der Uhrzeit seht: Ich könnt grade Bäume ausreissen. Bin voll fit. Nur um 08.45 ist mit mir nix anzufangen. Dazu sind meine Schlafstörungen einfach nicht berechenbar. :icon_cry:

Was ich aber, wie viele anderen hier, daher hab ich ja die Kraft, nur raten kann: Wehrt euch! Ich finde es eine Schweinerei, was die SB mit einem machen wollen. Wider besseren Wissens! Obwohl sie wissen, dass sie gegen das Gesetz verstoßen. Aber ich reg mich grad wieder auf ....

Kurze Frage nebenbei: Darf man als Beistand auch was sagen? Hab ich erst einmal gemacht. (Als Beistand, ohne was zu sagen)
 

Charlot

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AW: Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstell

Mit welchem Recht dürfen die Deinen Üersonalausweis kopieren ?

Sie dürfen ihn ansehen, um zu überprüfen ob Du das auch wirklich bist.
Jedoch nicht vervielfältigen !!!
Da würde ich die schriftliche Löschung beantragen.
Ebenso die KK-Karte.
 

Greenhorn

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AW: Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstell

Nachdem ich euch nun lange genug genervt habe, versuche ich zum Schluss zu kommen: Ich finde es erschreckend, dass in Deutschland Menschen in eine Schablone gepresst werden (und die gibt es ja wirklich auf dem Schreibtisch des SB), ohne, dass man diese einmal versucht hat kennenzulernen. Wenn man an einem schlechten Tag nicht selbstbewusst genug ist, um zu widersprechen, bist du trotz hoher Qualifikation plötzlich nur noch Helfer bei der Fleischverpackung. Das finde ich beschämend. Angesichts der Tatsache, dass man „qualifizierte“ Leute aus dem Ausland holen will, aber „Einheimische“ zu Hilfsarbeitern degradiert. Das ist doch krank.
Du denkst das machen die nur bei Deutschen?????,
da kann ich deine träumen wohl eben platzen lassen.

Ich zum beispiel bin kein Deutscher, sehr gut Ausgebildet in eine anderes EU land, kam bei der AfA und der SB sitzt auf ein trohn wie Gott slägt die handen im Nacken Lehnt sich zurück und sagt "so eine Ausbildung haben wir nicht in Deutschland, also stufe ich Ihnen ein ohne gultige abschLuss"

da fing bei mir natürlich das blut zu kochen, da habe ich die SB eben erzählt ob wir jetzt in Deutschland sind obwohl EU und ob Deutschland auch nicht etwas Unterschrieben hat zusammen mit andere EU Mitgliedstaten das ein EU Bürger in einem andere EU mitgliedstaat das recht hat auf gleichwertige Arbeit als in sein alten Heimat, und wie das den ist mit Anerkennung Ausländische Fachdiplomen.

Da kam ich Dahinter das man bei denen nie 2 fragen stellen soll worauf die nicht antworten können.weil das gespräch war zu ende.

Die sollen erstmal eine richtige ausbildung machen, sodass die auch wissen was sache ist, meine tochter von 4 kann noch besser beraten dan die und das in 3 sprachen, können die dort noch was von Lernen.
 

dagobert1

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AW: Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstell

Wenn dieses Geld für diese sinnlosen Bewerbungstrainigs in die echte Weiterbildung der faulen, saufenden, x-boxspielenden Arbeitsunwilligen investiert würde, dann müsste man keine Fachkräfte aus Indien oder sonstwo importieren.
Ich möchte jetzt keine "deutsche" Karte ausspielen. Aber sooo doof sind wir Deutschen ja nun auch nicht, dass wir den hiesigen Arbeitsmarkt nicht befriedigen könnten.
Der Fachkräftemangel ist doch sowieso nur ein Vorwand, um die Löhne zu drücken.
Die deutschen Fachkräfte wissen i.d.R. was ihr Wissen und ihre Erfahrung wert sind und bringen das in den Vorstellungsgesprächen auch zum Ausdruck. Ein Inder hingegen (um bei deinem Beispiel zu bleiben) kennt den Arbeitsmarkt und das Lohngefüge hierzulande meist nicht, mit der Folge daß er wunderbar über den Tisch gezogen werden kann. Und der "Unternehmer" freut sich über Rekordgewinne.
Die EGV habe ich letzlich unterschrieben. Aber eben eine, in der vereinbart wurde, dass ich mich schleunigst um eine Klärung meiner gesundheitlichen Situation kümmern werde.
Gesundheitsfragen haben in einer EGV nichts zu suchen.
Jetzt warten die noch auf meinen Mietvertrag, obwohl ich eine Mietbescheinigung vorgelegt habe. Dass die meinen Perso und meine Krankenkassekarte kopiert haben - so what?
Mietvertrag und Mietbescheinigung = doppelte Datenerhebung und deshalb unzulässig.
Kopie vom Perso dürfen nur Banken und Telekommunikationsunternehmen verlangen. Sonst niemand.
Kurze Frage nebenbei: Darf man als Beistand auch was sagen? Hab ich erst einmal gemacht. (Als Beistand, ohne was zu sagen)
Ja, darfst du. Solltest du aber vorher mit der Person die du begleitest absprechen, denn: Alles was du da sagst gilt genauso als ob der/die Betroffene es gesagt hätte, es sei denn er/sie widerspricht dir sofort.
 

gelibeh

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AW: Kulturschock - Unterschiede zwischen Stadt und Land - eine etwas längere Darstell

Gesundheitsfragen haben in einer EGV nichts zu suchen.
Richtig. Und wenn Du Dich nicht um Deine Gesundheit kümmern würdest, dann können die das nicht sanktionieren.
Eigentlich müssen die erst einmal über einen Amtsarzt den Umfang Deiner Erwerbsfähigkeit feststellen lassen und erst dann kann man eventuell eine EGV abschließen.

Und mit Stadt und Land hat das nichts zu tun. Das ist von JC zu JC unterschiedlich und das sogar innerhalb einer Stadt.
 
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