Kündigungsschutzklage außergerichtliche Einigung - Auswirkung auf ALG

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Omnia85

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Hallo ihr Lieben,

ich brauche noch mal eure Hilfe.

Ich wurde von meinem AG gekündigt. Ich weiß nicht, inwieweit das wichtig ist, aber zum Sachverhalt: Ich war 3 Monate krank, bin während der Krankheit gekündigt worden. In der Kündigung ist kein Grund genannt, aber es ist eindeutig, dass die Kündigung krankheitsbedingt ist (ich habe eindeutigen Schriftverkehr). Man hatte mir betriebliches Eingliederungsmanagement angeboten, dem habe ich zugestimmt, aber anstatt das durchzuführen, hat mir die Firma einfach die Kündigung geschickt. Ich bin jetzt noch bis zum 30.04. dort angestellt und bin mittlerweile auch nicht mehr krank.
Ich habe natürlich Klage eingereicht. Ich habe allerdings schon eine andere Stelle gefunden, wo ich am 01.06. anfange. Heißt ich bin einen Monat arbeitslos und auf ALG angewiesen.
Jetzt will mir die Firma ein Angebot machen zwecks Abfindung zur außergerichtlichen Einigung. Ich möchte da auch auf keinen Fall mehr arbeiten und ehrlich gesagt wäre ich froh, wenn ich nicht noch vor Gericht muss. Das ist für mich extremer psychischer Stress (ich war krank, weil ich einen kompletten Nervenzusammenbruch hatte wegen der Arbeit). Außerdem traue ich denen alles zu. Ich hab Angst, wenn ich mit denen vor Gericht gehe, dass die dann sagen "ja dann fangen Sie doch am Montag wieder an" und dann stehe ich da...

Mich würde mal interessieren, was ihr dazu meint. Kann das für mich irgendwelche negativen Konsequenzen haben, wenn ich mich so mit denen einige ohne Gericht? Und vor allem frage ich mich, ob das Amt an die Abfindung dran kann, da ich ja einen Monat ALG bekomme.

Danke :)
 

wolfmuc

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Jetzt will mir die Firma ein Angebot machen zwecks Abfindung zur außergerichtlichen Einigung.

- zuerst - da bitte mit Vorsicht rangehen - es wird beschissen
ggf. Rüchsprache - Berechnung duch deine RA

in meinem Fall wurden mir 6* angeboten, bei Gericht warens dann über 10*

ob das Amt an die Abfindung dran kann, da ich ja einen Monat ALG bekomme.
und ja das Amt will das wissen ^^

lg
wolfmuc
 

Onkel Melker

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An sich würde ich Dir da auch zu extremer Vorsicht und zu anwaltlicher Beratung raten. Denn alles, was Dir dahingehend ausgelegt werden kann, dass Du am Verlust Deiner Arbeitsstelle mitgewirkt hast, könnte Dir bei der Arbeitsagentur eine 12-wöchige Sperre einbringen.

Auf der anderen Seite ist Dein Risiko begrenzt, wenn Du den neuen Job fest hast und der für Dich auch dauerhaft erscheint.

Du riskierst also maximal 1 Monat ALG1. Wenn die Abfindung wesentlich höher ist als ein Monatsgehalt also vielleicht 3 oder noch mehr, dann könntest Du Dir überlegen, ob Du auf den einen Monat ALG1 verzichtest und lieber die Abfindung einstreichst. (Auswirkungen auf Kranken- und Rentenversicherung müsstest Du dann evtl. noch prüfen)
Vielleicht klappts dann mit dem ALG ja trotzdem noch aber ich würde nicht damit rechnen.
 

Omnia85

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Hmm.... also kann es sein, dass ich gar kein ALG bekomme, wenn ich jetzt die Abfindung nehme? Versteh ich aber nicht so ganz. Weil normal ist es ja so (zumindest habe ich das gelesen), dass das Amt nicht an die Abfindung dran kann, wenn alle Fristen eingehalten wurden. Und das ist ja der Fall. Und ich habe ja auch nichts herbeigeführt und unterstütze damit auch nicht die Arbeitslosigkeit, weil ich hab mich ja schon gekümmert und der neue Job ist sicher, Vertrag ist unterschrieben.
Das ich wegen ner Abfindung gar kein ALG bekomme, habe ich ja noch nie gehört.

Und klar lasse ich mich sowieso noch mal von nem Anwalt beraten. Ich will da sicher gehen, bevor ich irgendwas mache, was mir am Ende schadet.

Aber wie gesagt, wenn es um meinen Noch-Arbeitgeber geht, sind meine Nerven ziemlich dünn. Für mich wäre das die reinste Tortur vor Gericht zu gehen und mich da noch mal fertig machen zu lassen. Das hatte ich die letzten 5 Jahre zu genüge und ich wäre echt froh, wenn ich mit denen nicht noch mal konfrontiert bin. Und die Abfindung sehe ich in meinem Fall mal als Schmerzensgeld..... Und damit will ich mir was Gutes tun und nicht meine Miete davon bezahlen müssen....
 

Onkel Melker

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ALG1 bekommst Du schon, aber möglicherweise erst nach einer Sperrzeit von 12 Wochen. Was bei 4 Wochen Arbeitlosigkeit aber auf's selbe rauskommt.

Schau Dir mal den umfangreichen §159 SGB III an, das siehst Du was mit Sperrzeiten belegt wird.

U.a das "vorsätzliche oder grob fahrlässige Herbeiführen der Arbeitslosigkeit". Ja, Du bist gekündigt worden und ja, Du hast Dich durch die Kündigungsschutzklage richtig verhalten. Aber wenn Du nun die Klage zurückziehst und einen Aufhebungsvertrag unterschreibst, dann führst Du bestimmt die Arbeitslosigkeit herbei, die ein Richter möglicherweise abgewendet hätte.

Also Rechtsberatung würde Sinn machen oder die Abfindung ist wirklich ordentlich. Wenn Du dort 5 Jahre beschäftigt warst und der AG 2,5 Monatsgehälter freiwillig rausrückt, dann wäre das zumindest ein gutes Stück mehr, als Dir durch die Sperre verlustig gehen könnte.
 
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