Kündigungsfristen-Darf mich das Jobcenter zwingen dies nicht zu beachten? (1 Betrachter)

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Matt45

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Hallo zusammen.

Hoffentlich eine "einfache" Frage:

Ab Dezember 2017 arbeite ich schon im achten Jahr in der Firma, allerdings arbeite in Teilzeit(120 Stunden Stelle).
Bin seit dem auch "nur" Aufstocker beim JC, aber in SV-Beschäftigung.

Meine Kündigungsfrist beträgt laut Gesetz 3 Monate(gilt spätestens ab dem 01.12.2017). Bislang sind es zwei Monate.

Kann mich das JC dazu bewegen mich trotzdem auf Stellen(Vermittlungsvorschläge) zu bewerben, die allerdings für SOFORT jemanden benötigen?
Oder meine Kündigungsfrist außer Acht lassen?

Hatte bislang eine nette Sachbearbeiterin und bekomme demnächst einen Sachbearbeiter.
Benötige Notfalls Argumente, falls ich mich gegen das Gesetz(Kündigungsfristen) verhalten soll. Lieber eine "sichere" Stelle, als etwas unsicheres(Leiharbeit). Natürlich bewerbe ich mich auf Vermittlungsvorschlägen, allerdings habe ich in der Bewerbung auch auf meine zwei(bald drei) Monate Kündigungsfrist hingewiesen. Damit bin ich natürlich auch uninteressant geworden.

Ich bin froh eine unbefristete Stelle zu haben und will es nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Ich will mich an das Gesetz halten und dies ist vom Gesetzgeber auch so vorgesehen.

Für mich gilt der §622 BGB, aber "sagt" das SGB etwas anderes aus beim "Thema" Kündigungsfristen für bestehende Arbeitsverträge?

MFG
 

TazD

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Das JC zwingt dich nicht dazu eine solche Stelle auch sofort anzutreten, oder?
Damit ist auch deine eigentlich Frage schon beantwortet.

Eine Bewerbung bedeutet schließlich noch keine Zusage und spätestens wenn du im VG ansprichst, dass du derzeit noch unbefristet beschäftigt bist, bist du raus aus dem Bewerberpool.
 

faalk

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Davon ausgehend, das du jede Bewerbung bezahlt bekommst, würde ich mich halt bewerben, aber in dieser Bewerbung selbstverständlich angeben, dass ein Arbeitsbeginn erst ab dem xx.xx.2018 stattfinden kann.

Dann wird jeder zu sofort suchende AG die Bewerbung wohl nicht beachten. Gerade ZAF suchen zu sofort Sklaven und nicht erst in X Monaten.

Damit bin ich meiner Bewerbungspflich nachgekommen, SB kann sagen was Sie/Er will, solange ich noch bei der alten Firma mit Kündigungsfrist angestellt bin, kann auch Frau/Herr möchtegern Gott mich nicht zwingen schon vorher bzw. in meiner Kündigungsfrisst bei einen anderen AG anzufangen.
 

Matt45

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@TazD: Ich habe mal gehört, dass die JC die Kündigungsfristen unterschiedlich bewerten. Ich kenne meinen neuen SB bislang gar nicht. Es kann auch Leute dort geben, die sich für Kündigungsfristen nicht interessieren.
Man muß ja auch alles unternehmen, um die Bedürftigkeit zu beenden. Trotzdem will ich mich an die Kündigungsfristen halten, da die meisten angebotenen Stellen "Unsicherheit" und finanziell nicht "mehr" bedeuten.

Meine bisherige SB hatte damit überhaupt keine Probleme. Ich arbeite lieber in "sicherer" Teilzeit als "Morgen" bei der Zeitarbeit. Dies war sogar auch ihr Argument.

Da "Aufstocker" zähle ich wohl auch nicht als arbeitslos. Bin mir aber nicht sicher.

Grüße

@faalk:

Genau so bewerbe ich mich auch, immer mit frühesten Eintrittstermin.

Für Leiharbeit bin ich "langweilig", weil nicht sofort verfügbar.
Stört mich aber auch nicht, weil der Stundenlohn wohl niedriger wäre als im Moment.

Für Bewerbungen bekomme ich keine Kostenerstattung, allerdings bekomme ich auch bislang wenig Vermittlungsvorschläge(Mal gar nichts oder vielleicht zwei Bewerbungen im Monat).

Grüße
 

faalk

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Es kann auch Leute dort geben, die sich für Kündigungsfristen nicht interessieren
Dagegen gibt es Mittel und Wege

Übrigens kann der AG auch eine Vertragsstrafe im Arbeitsvertrag vereinbaren, so das der AN bei nicht einhalten der Kündigungsfrisst in regress genommen werden kann. Zahlt diese dann der/die SB?
 

TazD

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Was du gehört hast und wie die JC die Kündigungsfristen bewerten ist völlig egal.
Lass dich doch nicht durch "Hab ich gehört" verunsichern.
 

Gaddezwerg

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Meine Kündigungsfrist beträgt laut Gesetz 3 Monate(gilt spätestens ab dem 01.12.2017). Bislang sind es zwei Monate.

Für mich gilt der §622 BGB...

MFG
Wie kommst du auf 3 Monate, wenn du rein nach dem Gesetz gehst? Gibt es einen Tarifvertrag, in dem das so geregelt ist?

Rein nach dem Gesetz (wie du richtig geschrieben hast § 622 BGB) hast du als Arbeitnehmer immer, unabhängig von der Beschäftigungsdauer, eine Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats.
(1) Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.
Das nach Beschäftigungsdauer gestaffelte gilt nur für Kündigungen durch den Arbeitgeber.

(2) 1Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen

1. zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,

2. fünf Jahre bestanden hat, zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats,

3. acht Jahre bestanden hat, drei Monate zum Ende eines Kalendermonats,

4. zehn Jahre bestanden hat, vier Monate zum Ende eines Kalendermonats,

5. zwölf Jahre bestanden hat, fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats,

6. 15 Jahre bestanden hat, sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats,

7. 20 Jahre bestanden hat, sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.
 
G

Gelöschtes Mitglied 41016

Gast
Meine Kündigungsfrist beträgt laut Gesetz 3 Monate(gilt spätestens ab dem 01.12.2017). Bislang sind es zwei Monate.
Was steht dazu im Arbeitsvertrag?
Für mich gilt der §622 BGB, aber "sagt" das SGB etwas anderes aus beim "Thema" Kündigungsfristen für bestehende Arbeitsverträge?
Nein, das SGB regelt überhaupt kein Arbeitsrecht.

Für Leiharbeit bin ich "langweilig", weil nicht sofort verfügbar.
Darüber brauchst du dich nun wirklich nicht zu ärgern. :biggrin:

Rein nach dem Gesetz (wie du richtig geschrieben hast § 622 BGB) hast du als Arbeitnehmer immer, unabhängig von der Beschäftigungsdauer, eine Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats.

Das nach Beschäftigungsdauer gestaffelte gilt nur für Kündigungen durch den Arbeitgeber.
Im Prinzip richtig.
Das kann aber im Arbeitsvertrag abweichend geregelt sein (z.B. "Die gesetzlichen Kündigungsfristen gelten für beide Seiten."), daher die Frage an den TE zu Anfang des Beitrags.
 
E

ExitUser

Gast
Was steht dazu im Arbeitsvertrag?

Das kann aber im Arbeitsvertrag abweichend geregelt sein (z.B. "Die gesetzlichen Kündigungsfristen gelten für beide Seiten."), daher die Frage an den TE zu Anfang des Beitrags.
Korrekt!
Nennt sich Gleichstellungsklausel, die auch individualvertraglich vereinbart werden kann und versteckt sich in Abs. 6 des 622 BGB.
Ist nur nicht leicht im Gesetzestext zu erkennen ;)

(6) Für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer darf keine längere Frist vereinbart werden als für die Kündigung durch den Arbeitgeber.
Daher ist auch eine 3-monatige Küfri für beide Seiten möglich, sofern vertraglich vereinbart.
Das muss der TE erst beantworten. Erst dann kann man klare Aussagen treffen, ob das JC recht hat (was ich vermute).
 

Matt45

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Guten Morgen.

In meinem Vertrag gelten die Fristen für beide Seiten.Wurde damals so vertraglich geregelt, damit beide Seiten eine gewisse Sicherheit haben. Einen Tarifvertrag haben wir nicht, es hat aber jeder Mitarbeiter diese Kündigungsfristen. Dadurch gibt es allerdings schon seit Jahren so gut wie keine Kündigungen von beiden Seiten.

Natürlich kann es auch Nachteile beinhalten, wenn z.B nun ein "5000,- €" Angebot von einer Firma für mich kommt.

Viele Stellen auf dem Arbeitsmakt sind aber Leiharbeit oder prekäre Stellen, dann möchte ich lieber in der jetzigen Situation bleiben.
Bitte nicht falsch verstehen, bin nicht "faul".

Habe allerdings eine gewisse Angst(hätte ich dann wirklich) eine unsichere Vollzeitstelle zu machen, wenn ich dort "morgen" wieder rausfliege. Dann bleibe ich lieber ein "sicherer" Aufstocker.

Bei den JC habe ich einmal "Pech" gehabt mit einem SB(der wollte mich sofort in die Zeitarbeit packen), die letzten Jahre allerdings "Glück". So eine lange Zeit als Aufstocker ist dort ungewöhnlich, aber gesetzlich alles geregelt.
Allerdings liege ich mit 120 Stunden im Monat dort auch im oberen Bereich, so meinte meine SB einmal.

Nun klärt sich mein Anliegen wohl besser auf.

MFG
 
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