Kündigung wegen Eigenbedarf, Jobcenter bewilligt weniger als vorher (1 Betrachter)

Betrachter - Thema (Registriert: 0, Gäste: 1)

lola777

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 November 2017
Beiträge
9
Bewertungen
0
Hallo, kurz und knackig

Sachverhalt:

"vorherige" wohnung 2ZKB 60m² 470€ grundmiete 60 nebenkosten 60 heizkosten ) 590€ gesamtmiete

Bedarfsgemeinschaft 2 Personen bekommt wegen Eigenbedarf gekündigt, Umzug ist erforderlich !

die wohnungssuche ist aufgrund schufa einträgen enorm schwer, Dringlichkeitsschein ist vorhanden, wohnbaugesellschaften haben keinen wohnraum

-----------------------------

Nun findet die Bedarfsgemeinschaft eine wohnung
55m² 500€ grundmiete 65 nebenkosten 65 heizkosten
gesamtmiete 630€


laut jobcenter werden nur 520 grundmiete inkl nebenkosten (ohne heizkosten) als angemessen angesehen

und stempelt das Mietangebot als UNANGEMESSEN ab
man soll die differenz bei anmietung selber zahlen

es werden nur 585€ übernommen und die bedarfsgemeinschaft muss die differenz 45€ selber zahlen

(in der "alten" wohnung wurden 590€ übernommen) und sogar mehr, da mehrbedarf nötig war (dezentraler durchlauferhitzer 17€) 607 insgesamt


ist das rechtens?

die bedarfsgemeinschaft ist von obdachlosigkeit bedroht, findet mit viel glück eine neue wohnung und das jobcenter genehmigt weniger als die alte wohnung


,die bedarfsgemeinschaft würde das natürlich eingehen in der situation und die differenz selber zahlen, jedoch ist das vom jobcenter rechtens?

es könnte sein dass die bedarfsgemeinschaft die wohnung nichtmal bekommt da die zustimmung ohne differenz voraussetzung war

(unterm strich der beste deal fürs jobcenter, statt 590 oder sogar 607 zahlen die nur noch 585 und nachteilig für die bedarfsgemeinschaft
(jahresabrechnung teilweise selber bezahlen)

ich vermute da ist was faul, kann das jemand bestätigen?

nutzt das jobcenter hier die bedarfsgemeinschaft in einer notsituation aus ?
 
Zuletzt bearbeitet:

TazD

Super-Moderation
Mitglied seit
12 März 2015
Beiträge
6.382
Bewertungen
15.242
AW: Kündigung wegen Eigenbedarf, Jobcenter bewilligt weniger als vorher

Was steht denn in den örtlichen Richtlinien hinsichtlich der Angemessenheit der KdU?
Ortliche Richtlinien
 

lola777

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 November 2017
Beiträge
9
Bewertungen
0
Hallo tazd weder meine stadt noch der gesamte Kreis ist dort gelistet

Rheingau Taunus Kreis
 

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
24.530
Bewertungen
16.476
@lola777

ich habe diese PDF Datei gefunden, allerdings von 2010.

https://harald-thome.de/fa/harald-thome/files/Kdu2/KdU-Main-Taunus-Kreis---01.01.2010.pdf

die bedarfsgemeinschaft ist von obdachlosigkeit bedroht, findet mit viel glück eine neue wohnung und das jobcenter genehmigt weniger als die alte wohnung
Mit welcher Begründung hat das Jobcenter den Bescheid erstellt und vorallem von wann ist dieses Schreiben?

Bei einer schlechten Wohnraumbedarfslage und ggf. drohender Obdachlosigkeit, kann hier 10% mehr zugerechnet werden zu den Kosten der Unterkunft.
 

lola777

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 November 2017
Beiträge
9
Bewertungen
0
meine partnerin hat mal anonym angerufen beim amt und nach der normalen angemessenen KDU gefragt, dort wurde ihr gesagt 520

,als ich dann mit meiner sachbearbeiterin sprach und ihr die situation obdachlosigkeit schlechter wohnungsmarkt und die 10% erwähnte, meinte sie nur - die 10% wären schon dabei bei den 520

(was wohl gelogen ist)

wenn wir die wohnung deswegen nicht bekommen was ich vermute sind alle bemühungen wieder umsonst, danke jobcenter

ich habe sogar ein schreiben vom bürgermeister in dem er empfiehlt dass wir uns rausklagen lassen sollen und dann ja das ordnungsamt eventuell hilft (unglaublich)

@ seepferdchen
das jobcenter hat den bescheid erstellt als ich die ausgefüllte Mietbescheinigung vom vermieter gebracht habe (gestern)

begründung, erforderlichkeit aufgrund der eigenbedarfskündigung ist gegeben

angemessenheit ist NICHT gegeben da die kaltmiete 565 beträgt statt 520

@seepferdchen :sorry: das dokument von 2010 ist nicht vom rheingau taunus kreis
 
Zuletzt bearbeitet:

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
24.530
Bewertungen
16.476
@lola777

ich würde einen Widerspruch einreichen mit einem Dringlichkeitsvermerk
da sonst drohenden Wohnungslosigkeit.

Hier mal Post 6 lesen aus dism Link:

Befristeter Mietvertrag, finden keine angemessene Wohnung

und Post 12 aus diesem Link

KdU bei drohender Obdachlosigkeit?

Es geht darum einige Fakten zu benennen, vieleicht kannst du aus den beiden Links einiges für dich übernehmen?

Und noch eine Frage hast du ggf. schriftlich festgehalten wo du schon nach Wohnungen gesucht bzw.nach Angebote geschaut hast?
 

lola777

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 November 2017
Beiträge
9
Bewertungen
0
danke, ja das mit dem widerspruch überlege ich mir, weiß nur noch nicht auf welche rechtsgrundlagen ich mich beziehe und habe keine richtlinien der Kdu gefunden, das die SB gelogen hat (das die 10% schon inkludiert sind) ist aber klar, ansonsten nennen sie ja nicht jedem die gleiche richtlinie,

selbst in notfällen werden die 10% wohl nicht anerkannt, und man muss sie wohl einklagen wie ich das verstehe

kann ja nicht schlimmer werden es wird ja nicht mehr genehmigt als wenn ich auch ohne zustimmung umziehen würde,

nur denke ich wird die wohnung die nächsten tage weg sein,

bringt dann der widerspruch auch was für die nächste wohnung ?

bemühungen schriftlich festgehalten ja, ich habe mir eine wohnung bei vonovia angeschaut und wurde aufgrund bonität abgelehnt (taxikosten 24€) ,war beim rathaus für den WBS mit dringlichkeit

war bei 2 wohnbaugenossenschaften und mich auf die warteliste setzen lassen, der immobilienmarkt ist leergefegt ich schaue jeden tag, wenn mal eine bezahlbare dabei ist

heisst es keine katzen, nur nichtraucher, arbeitsvertrag und bonität
 

lola777

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 November 2017
Beiträge
9
Bewertungen
0
das ist ja interessant danke für den link,
mir wurde mal gesagt das sie sich nach den mietstufen richten und da gab es nur eine tabelle vom wohngeld die ich finden konnte

demnach müssten 556€ die angemessene bruttokaltmiete sein sehe ich das so richtig ?

wie kommt das jobcenter dann auf 520.30€

und das ist natürlich dann auch ohne 10% aufschlag..

ratschlag wie am besten vorgehen mit formulierung ?

man wird nur verar... von strich nach faden auf dem JC

vielen dank!
 
Zuletzt bearbeitet:

lola777

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 November 2017
Beiträge
9
Bewertungen
0
nur eine sache stört mich gerade noch, auf dem JC sagte man mir folgendes:

sie berechnen nach den Mietstufen und meine Stadt liegt in der Mietstufe 3 wo laut JC 520.30€ bruttokaltmiete akzeptiert werden,

bereits in den nachbardörfern gibt es mietstufe 5
und dort sollen ganze 670€ bruttokaltmiete als angemessene KdU bewilligt werden,

gehen die dann nicht wirklich anders ?, weil in dem schreiben aus darmstadt steht ja nichts von solchen differenzen von ort zu ort
 

lola777

Elo-User*in
Startbeitrag
Mitglied seit
30 November 2017
Beiträge
9
Bewertungen
0
AW: Kündigung wegen Eigenbedarf, Jobcenter bewilligt weniger als vorher

genau das habe ich schon, meine stadt steht dort auch tatssächlich in Mietstufe 3

Mietstufe - Mietstufen 2017 nach Bundesland sortiert



OK jetzt komme ich drauf

473€ + 10% = exakt 520.30€

:doh:

klasse eigentor also doch keine lüge der SB

frage wäre jetzt, sind richtlinien der Mietstufen für wohngeld überhaupt für das SGBII geeignet ?

Und, meine bisherige wohnung ist ja immer noch teurer als die eventuelle zukünftige, einfach nur glück beim ermessenspielraum gehabt? gilt da nicht die regel, dass zumindest die höhe der alten miete weiterbewilligt werden muss?
 
Zuletzt bearbeitet:

Seepferdchen 2010

Super-Moderation
Mitglied seit
19 November 2010
Beiträge
24.530
Bewertungen
16.476
AW: Kündigung wegen Eigenbedarf, Jobcenter bewilligt weniger als vorher

Ja aber bedenke hier auch die Nebenkosten.

Es ist auf jeden Fall besser wenn du die schriftliche Zustimmung hast.
 

Sportlerin

Elo-User*in
Mitglied seit
22 August 2013
Beiträge
172
Bewertungen
116
Und, meine bisherige wohnung ist ja immer noch teurer als die eventuelle zukünftige, einfach nur glück beim ermessenspielraum gehabt? gilt da nicht die regel, dass zumindest die höhe der alten miete weiterbewilligt werden muss?
Wenn die bisherige Wohnung eine sog. Bestandswohnung war, also vor Hartz 4 schon bezogen wurde, gilt bei Umzug die Regel, dass die Höhe der vorherigen Miete bewilligt wird, nicht.
 
Oben Unten