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Kündigung während Krankheit - wie weiter?

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Arania

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Hm, aber davon rede ich doch auch die ganze Zeit:icon_frown:
 
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Gast
Mir geht es hier nicht um Rechthaberei, sondern nur darum, einen eventuell möglichen Schaden abzuwenden. Es schadet dem Fragesteller nicht, wenn er sich vorsorglich arbeitslos meldet. Sollte er abgewiesen werden, sollte er sich dieses auf jedem Fall schriftlich bestätigen lassen. Nur dann ist er auf der sicheren Seite.
 
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Gast
Begrifflichkeiten

Vorab:
Die Welt ist reich und wohlberaten,
nur zäume nicht das Pferd am Schwanz,
wolle die Nachtigall nicht braten
und nicht singen lehren die Gans.
(Emanuel Geibel)

Einige haben es ja verstanden und aus der Praxis heraus auch richtig dargestellt. Andere wiederum haben den Durchblick.

Auch hier erst mal aus der Praxis. Seit 30 Jahren rate ich von Arbeitslosigkeit bedrohten Menschen, lasst euch noch vor der Kündigung krankschreiben und meldet euch mit dem Krankenschein arbeitslos. Der Vorteil dürfte ja jeden bekannt sein und warum soll diese "Gesetzeslücke" nicht ausgenutzt werden. Wer bis zum 31.06.2003 seinen Arbeitsplatz verlor, meldete sich spätestens am 1.Tag der Arbeitslosigkeit beim Arbeitsamt. Am 01.07.2003 wurde dann der § 37b in das SGB III eingefügt. Heißt, Arbeitlose müssen sich seitdem rechtzeitig arbeitslos und auch frühzeitig arbeitsuchend melden. Mit dem 22.12.2005 wurde dieser § 37b nochmals neu gefasst. Inzwischen reicht nach einer erneuten Änderung für die frühzeitige Arbeitssuche (§ 37b) zur Wahrung der Frist erst mal eine fernmündliche Meldung aus.

Zur Praxis:
Betroffene, die bereits noch während des Beschäftigungsverhältnisses arbeitsunfähig wurden und sich mit der AU-Bescheinigung arbeitslos melden wollten, wurden alle wieder weggeschickt, kommen sie wieder, wenn sie gesund sind und unserer Vermittlung wieder zur Verfügung stehen. Die Arbeitslosmeldung erfolgte immer nach der Gesundmeldung. Dann kam der § 37b SGB III und ich sagte den betroffenen kranken Menschen, ihr müsst euch bereits bei der AfA melden, wenn ihr Kenntnis von eurer Kündigung erlangt hat. Alle diese Menschen wurden dann aber auch vom Amt wieder nach Hause geschickt, mit der von mir bereits genannten Begründung. Dies betraf im vergangen Jahr einen meiner Brüder und vor zwei Monaten eine Bekannte. Es waren aber nicht nur die zwei, sondern mehrere. All die andern die sich dann erst mit dem Tag der Gesundung meldeten, hatten, wie hier teilweise befürchtet, keinerlei Nachteile, warum auch. Und ich habe somit dazu gelernt.

Die Logik liegt in der Definition "Arbeitslos" und "Arbeitssuchend" der §§ 118, 119 SGB III. Ein Krankengeldbeziehender wie hier wird diesen Anforderungen nicht gerecht. Deshalb daraus folgend nach § 122 SGB III die Arbeitslosmeldung nach Beendigung der AU.

Nun zu den Begrifflichkeiten:

wie bereits angedeutet besteht ein Unterschied zwischen Arbeitsuchmeldung und Arbeitslosmeldung. Die Arbeitsuchmeldung fußt auf dem
§ 37b SGB III und Grundlage für die Arbeitslosmeldung ist der § 122 SGB III.

Arbeitslosmeldung und Krankheit:
Krank noch während des Beschäftigungsverhältnisses vor der Arbeitslosmeldung. Nach der Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber (6 Wochen) gibt es Krankengeld für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit bis maximal 78 Wochen. Für diese Zeit besteht Krankenversicherungsschutz.

Krank vor der Arbeitslosmeldung aber nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Hier gibt es Krankengeld und Krankenbehandlung nur für höchstens 1 Monat, § 19 Abs. 2 SGB V. Deshalb erst zum Amt, egal wie und danach dann zum Arzt.

Arbeitsunfähigkeit während des Bezugs von Arbeitslosengeld. Hier gibt es Kranken-ALG und dann Krankengeld.

Sonderfall ist der § 125 SGB III

Sozialrecht

Die Durchblickenden und Rechthabenden werden diesen Ausführungen natürlich nicht folgen. Sie haben ja eine eigene Sicht zum SGB III.
 

HansiPit

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Sorry, dass ich erst jetzt antworte, aber ich hab es eher nicht geschafft.

Bin also am Montag zum Arbeitsamt hin. Teile der netten Dame mit, dass ich meine Kündigung erhalten habe und zum 01. Juni 2007 arbeitslos bin. Ferner sagte ich ihr, dass ich seit Januar 2007 AU bin und diese auch noch weiterhin besteht. Sie hat dann noch fehlende Daten (bezüglich der AG) aufgenommen und mir schon die notwendige Formulare gegeben. Sie teilte mir mit, dass ich mich an dem ersten Tag melden müsse, wo ich nicht mehr AU bin.

Das wars.

Gruß HansiPit
 
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Das ist die Bestätigung

Dies nur mal für alle Durchblicker und Rechthaber!!!
 

bruno

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Habe mich auch arbeitssuchend gemeldet

Hallo Zusammen,

bei mir war es ähnlich, ich habe mich am 04.06 arbeitssuchend zum 01.07 gemeldet.

am 04.06 habe ich mich auch AU schreiben lassen.

wollte Mitte Juni Termin vereinbaren zur Antragsabgabe.

Es wurde mir mitgeteilt, ich solle mich melden, wenn das Ende meiner AU abzusehen ist.

Krankenkasse sagt, sie zahlt ab 01.07 Krankengeld.

Arbeitssuchendmeldung und Krankschreibung waren beide am 04.06.

Ist es in meinem Fall relevant ob ich erst beim Arzt oder erst beim Amt war?

Danke für die Info

bruno
 
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Für dich trifft nachstehendes zu:

Arbeitslosmeldung und Krankheit:
Krank noch während des Beschäftigungsverhältnisses vor der Arbeitslosmeldung. Nach der Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber (6 Wochen) gibt es Krankengeld für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit bis maximal 78 Wochen. Für diese Zeit besteht Krankenversicherungsschutz.

Du bist noch während der Beschäftigung arbeitsunfähig geworden. Das Arbeitsverhältnis endete, wie ich entnehme, am 30.06.2007.

Krankengeld ist eine Entgeltfortzahlung. Somit können damit wieder erneut Ansprüche auf ALG I erworben werden.
 

Seebarsch

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Kündigung und Krankengeld

Hallo zusammen,
ich muss hier Mambo mal unbedingt Recht geben.
Der Anspruch auf Krankengeld hat nicht das geringste damit zu tun, ob man in einem Beschäftigungsverhältnis steht oder nicht, sondern ausschliesslich mit dem Tatbestand der Arbeitsunfähigkeit.
Besteht die Arbeitsunfähigkeit über das Ende des Beschäftigungsverhältnisses hinaus, besteht auch ein Anspruch auf Krankengeld.

Eine Arbeitslosmeldung während bestehender Arbeitsunfähigkeit ist rein rechtlich nicht möglich. Arbeitslos ist nur, wer dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Keine Arbeitslosigkeit = keine Pflicht zur Meldung!

Hinweis:
Immer wieder versuchen die Kassen den Kranken zu überreden, sich für einen Tag gesund schreiben zu lassen, Alg zu beziehen und sich dann wieder Krank schreiben zu lassen.
Das hat für die Kasse den Vorteil, dass
a) die Agentur 6 Wochen Lohnfortzahlung übernehmen muss,
b) das Krankengeld welches die Kasse dann zahlen muss, niedriger ist.

Für den Kranken ergibt sich der Nachteil, dass das Krankengeld dann nur die Höhe des Alg hat und nicht wie aus der Beschäftigung nach dem vollen Bruttoarbeitsentgelt berechnet und gezahlt wird. Da sind ca. 25% Unterschied drin!
 

avalon

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Ich kann das von mambo und Seebarsch gesagte nur bestätigen. Mich haben die seinerzeit auch wieder nach Hause geschickt, als ich mich während der AU melden wollte. Man braucht zur AL-meldung einen Termin für das Auslaufen de Krankengelds, sei es durch Aussteuerung oder halt früher. Nichtmal eine Arbeitsuchendmeldung wurde entgegengenommen, weil ich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stand.
 

münchnerkindl

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Wäre es nicht eh sinnvoll mal zu einem Arbeitsrechter bzw zum Arbeitsgericht zu gehen um zu sehen ob die überhaupt wärend der Krankheit kündigen durften???
 
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Meine Freundin hat sich noch vor der Kündigung krankgemeldet und ist seither krankgeschrieben. Arbeitsverhältnis endete am 31.03.08. Sie hat sich beim Arbeitsamt gemeldet und dann aber auch immer die Krankmeldungen brav weiterhin an den AG gegeben bis eben das Arbeitsverhältnis beendet war. Danach hat sie die Krankmeldung immer dem Arbeitsamt gegeben.

Nun hat Sie bei der Krankenkasse gefragt, ob alles vorliegt, damit Sie zum 01.05. nun Krankengeld bekommt, daraufhin meinten die, dass Sie beim Arbeitsamt nicht Krankenversichert sei, und daher auch kein Krankengeld bekommen würde.

Kann mir dazu jemand weiterhelfen.

Jemand anderes meinte zu mir, dass Sie während der Krankmeldung (Am ersten Tag der "Arbeitslosigkeit" Arbeitslosengeld beantragen hätte müssen, aber das wäre mir neu und leutet mir auch nicht ein. Wobei das ja nichts heißen muss. Aber wer versichert Sie während ihrer Krankheit. Bzw. ist das überhaupt möglich / nötig?
 
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