Kündigung trotz Gleichstelleung , chance auf Enschädigung / Abfindung

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DerWolff

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Hallo,

Habe während meiner Krankschreibung bis einschließlich 22.01.16 von meinem Arbeitgeber die Fristgerechte Kündigung zum selbigen Tag bekommen.Als Kündigungsgrund ist Angegeben das ich Ihm 2 mal gesagt habe das ich nicht weiss ob ich den Job wegen dem Krankheitsbild und der Körperlichen Anstrengung noch auf dauer ausüben kann.Der grund stimmt auch so weit.

So Formuliert das ich eigendlich keine Sperrzeit beim ALG1 zu befürchten hätte.


Nun hat er aber wohl Ignoriert das ich GDB 30% und die Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten habe.Denn dies wurde ihm bei Vertagsabschluss ( Unbefristeter Arbeitsvertrag) im rahmen einer wiedereingliederung durch das Jobcenter mitgeteilt. Das heist er üsste dies ja auch in den Unterlagen irgendwo stehen haben, glaube nicht das das Jobcenter diese wichtige Information nicht an den Arbeitgeber weiter gegeben hat.

Wie auch immer, bin ja froh das ich die Kündigung bekommen habe, da ich in dieser Firma ( 2 Mann Betrieb )nicht mehr weiterarbeiten wollte wegen Bossing , und Dieversen Zahlungsproblemen, und kurz davor war selbst zu Kündigen.Möchte ich aber jetzt nicht weiter drauf eingehen , steht schon anderswo hier im Forum.

Wie ist das nun mit der Gleichstellung, da gibts ja den Kündigungsschutz,kann ich Ihn nun auf Entschädigung oder Abfindung verklagen.Weil er ja eigendlich garnicht Kündigen durfte? Denn somit könnte ich ihm an sein Heiligtum, sein geld.

Danke im Voraus für eure Antworten.
 

Roter Bock

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Eine Abfindung kannst Du so wie ich es sehe nur durch eine Klage erreichen. Diese hat jedoch formal nicht das Ziel einer Abfindung sondern das Ziel der Wiedereinstellung.

Da das der Boss nicht will, redet man aber in der Praxis über eine Abfindung. Um eine Klage einzureichen hast Du maximal 3 Wochen Zeit.

Aber..beim Arbeitsgericht trägt jeder die Kosten selbst - bist Du Rechtsschutzversichert oder Mitglied einer Gewerkschaft?

Wie lange warst Du dort? In der Regel wird pro Jahr ein halbes Bruttogehalt gezahlt, wenn eine Abfindung in Frage kommt. Viel Geld wird das nicht.

Auf der anderen Seite ist für die AfA ein solcher Prozess ein sicherer Hinweis darauf, das Du den Job nicht freiwillig aufgegeben hast.

Lass Dir im übrigen auf keinen Fall einen Aufhebungsvertrag unterschieben.

Ich schätze es so ein, das der Laden sowieso knapp vor der Inso steht. Bitte wende Dich an Deine Krankenkasse mit der konkreten Frage, ob die Sozialversicherung abgeführt wurde. Wenn nicht kannst Du gleich das nächste Fass aufmachen. Das das Gehalt manchmal verzögert kam ist ein Hinweis auf so etwas.

Good Luck

Roter Bock
 
P

Pichilemu

Gast
Der besondere Kündigungsschutz bei schwerbehinderten Menschen (und ihnen gleichgestellten) gilt unabhängig von der Größe des Betriebes, also auch bei einem Zwei-Mann-Betrieb. Wichtig ist nur, dass die Probezeit bereits abgelaufen ist.

Er hätte das Integrationsamt informieren müssen, da er das nicht getan hat, ist die Kündigung unwirksam. Du kannst also vor das Arbeitsgericht ziehen, und zwar ohne Frist, denn die Drei-Wochen-Frist gilt bei Schwerbehinderten nur vom Tag der Entscheidung des Integrationsamts an - gab es die nie, fängt die Frist auch nicht an zu laufen.
 
E

ExitUser

Gast
Nachzulesen in §85 ff. SGB IX

Pichilemu hat Recht, mit der Einschränkung, dass das Arbeitsverhältnis mindestens 6 Monate bestehen muss (§ 90 (1) SGB IX). Das muss nicht mit der Probezeit übereinstimmen.

Da der Arbeitgeber dich offensichtlich geärgert hat, würde ich ihn jetzt mit einer Klage zurückärgern und ein wenig Abfindung ist besser als gar keine ...!
 

Muzel

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Wenn das Arbeitsverhältnis noch keine 6 Monate bestanden hat, greift der Behindertenschutz nicht, § 90 I Nr. 1. SGB 9.
 

Doppeloma

Super-Moderation
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Hallo DerWolff,

Wie ist das nun mit der Gleichstellung, da gibts ja den Kündigungsschutz,kann ich Ihn nun auf Entschädigung oder Abfindung verklagen.Weil er ja eigentlich garnicht Kündigen durfte? Denn somit könnte ich ihm an sein Heiligtum, sein
geld.

Die Gleichstellung kannst du auch jetzt noch selbst nachweisen, wenn sie bereits vor der Kündigung erteilt war (von der AfA), dann ist es egal, ob der AG davon überhaupt schon was gewusst hat oder nicht, man ist gar nicht verpflichtet das vorher mitzuteilen. :icon_evil:

Zu den Zeiten deiner Tätigkeit für diese Firma kannst du nur selbst antworten, denn wie schon angemerkt wurde greift auch dieser erhöhte Kündigungsschutz erst ab dem 7. Monat der Beschäftigung beim AG.
Einen generellen Kündigungsschutz hat so schnell Niemand, auch nicht mit Gleichstellung oder Schwerbehinderten-Ausweis aber das Integrationsamt muss einer Kündigung (die aus persönlichen / Krankheitsgründen erfolgen soll) zustimmen.

Was du dazu mal "gesagt" haben sollst ist unerheblich und überhaupt kein anerkannter Kündigungsgrund, wie überall zählen hier auch nur schriftliche Belege ... und da hat der AG in der Regel nur die AU-Bescheinigungen, wo nicht mal drauf stehen darf welche Krankheit der Mitarbeiter gerade hat.

Man sollte mit der Kündigungsschutzklage am Arbeitsgericht trotzdem nicht unnötig lange warten, ob diese aktuelle Kündigung wirklich "unwirksam" war (wegen der bestehenden Gleichstellung) hat dann das Gericht zu klären, also zunächst mal unbedingt die Frist von 3 Wochen (nach Zugang der schriftlichen Kündigung) einhalten.

Zunächst mal ist die Kündigung anzugreifen, ob du irgendwelche Ansprüche auf Abfindung oder "Entschädigung" (wofür wenn du froh bist dort nicht mehr arbeiten zu müssen ?) dann bei Gericht durchsetzen könntest hängt auch davon ab, wie lange du überhaupt dort fest angestellt gewesen bist.

Einen Rechtsanspruch auf Abfindung gibt es nicht, das ist meist ein "Vergleich" am Arbeitsgericht (nach langjähriger Mitarbeit und klar unberechtigter Kündigung) ... den üblicherweise nur gute Anwälte schaffen durchzusetzen.

So "einfach" ist das nicht einen AG an seiner empfindlichsten Stelle zu treffen ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 

saurbier

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Nun da hat Doppeloma schon alles ausführlich erläutert.

Eine Abfindung zieht aber auch nur bei Leuten, die mehr als ein Jahr fest beschäftigt waren.

Im Regelfall geht man davon aus, daß pro Jahr Arbeit ein halber Monatslohn berechnet wird.

Wenn hier jedoch schon die 6-Monatfrist in Frage zu stellen ist, dann dürfte eine Abfindung mehr als fragwürdig sein.

Im besten Fall dürfte hier die Fortführung des Arbeitsverhältnisses in Betracht kommen, also das Arbeitsgericht die Kündigung als unwirksam erklären.

Wenn sich der Arbeitgeber dann dennoch von dir trennen will (warum auch immer), dann müßte er sich freikaufen.

Aber Vorsicht, wie mag sich dann das Jobcenter bzw. die AfA verhalten.


Grüße saurbier
 
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