Kündigung ohne Begründung erhalten... und nun?

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Wanted

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Hallo Forum,
Ich hab nu wieder ein kleines Problem.

Am letzten Dienstag hab ich, nachdem mein Chef wiedermal ein Treffen "vergessen" hat, wo er versprach, mir mein Lohn zu geben (wurde bisher immer bar gegen Quittung gemacht), ein Einschreiben mit Rückschein geschickt, in dem ich ihn aufforderte mir den Lohn für Dez 08 und Jan09 zu zahlen (zusammen sind es 256 €).

Gerade eben habe ich einen Brief von meinem Chef bekommen, in dem er mich zum 28.02.09 kündigt. Ohne Begründung.
(Anmerk. der Vertrag ist/war auf 12 Monate befristet und ich hab letztes Jahr Okt angefangen; Eine Abmahnung hab ich vorher nicht erhalten deshalb überrascht mich die Kündigung, ich hab mir nix zu schulden kommen lassen. Das einzigste Problem was besteht ist das, das ich noch meinen ausstehenden Lohn möchte/fordere)

Ebenfalls steht drin:

Ihr Geld erhalten Sie innerhalb von 12 Monaten. Zeugnis schreibe ich ihnen selbstverständlich
:icon_eek: :confused: Innerhalb 12 Monate?

Nun hab ich Fragen:

1. darf er mir eine Kündigung ohne vorherige Abmahnung schicken?
2. und diese ohne Begründung? (ich möcht wenigstens wissen, WARUM ich gekündigt wurde)
3. Muß ich diesen Monat noch zur arbeit gehen?
4. Und wenn ja, ich krieg das Geld für Feb. wenn überhaupt zum 15. März. Das müßte ich evlt. auch forden oder?
5. Muß ich jetzt doch nicht wirklich 12 Monate auf mein Geld warten? Das ist doch wahnsinn! Ich hab ihm im letzten Brief zeit gegeben bis zum 25. Feb (also nächster Woche) mir das Geld für Dez/Jan. zu zahlen.
Direkt einen Tag später, wenn nix angekommen ist, wollt ich zum Arbeitsgericht das Geld einklagen. Kann ich das denn jetzt noch nachen? Bestimmt doch oder?

Innerhalb von 12 MOnaten ohne festen Zeitpunkt den ausstehenden Lohn zu bekommen, das will ich nicht akzeptieren. Was soll ich denn der Arge sagen? Die warten bestimmt nicht so lange damit die "anrechnen können"

Wie soll ich jetzt auf diese Kündigung reagieren? Soll ich bei ihm anrufen? oder lieber schreiben? aber was... ich bin momentan echt durcheinander.:icon_mad:


(ich muß dazu sagen, das ich mit dem Job nicht zufrieden war und ich mir schon ständig überlegt habe, welchen Grund ich (auch bei der ARge) angeben kann, dort aufzuhören. Aber ich habe/hätte nie etwas getan, was von mir aus ginge wie Arbeitsverweigerung, unzuverlässigkeit etc. Und schon gar nicht hätt ich von mir aus gekündigt, deshalb bin ich im Grunde froh darüber das mein Chef das gemacht hat. Aber das Wie... das ist nicht toll :icon_evil:)
 

wolliohne

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weder anrufen noch schreiben.

Als 1.solltest du Kündigungschutzklage erheben,am besten bei einer Gewerkschaft.
Danach (bzw.sofort) unbedingt AL melden.
 

Wanted

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dank dir.
Als 1.solltest du Kündigungschutzklage erheben,am besten bei einer Gewerkschaft.

Danach (bzw.sofort) unbedingt AL melden.
Najaaaa... eine Kündigungsschutzklage? Ich glaub nicht das ich davon gebrauch machen möchte.. ich bin ja froh da wech zu kommen um mir einen besser bezahlten "Job" besorgen zu können Es gibt auch keine Gewerkschaft. Mein momentaner Chef hat eine Ich AG vor kurzem gegründet.

Den Job den ich gerade habe ist eigendlich nur eine "nebentätigkeit" von mon. gut 10 Std +/- ein paar std. Hauptberuflich bekomm ich ALG 2 :icon_smile:
Darum muß ich mich nicht arbeitslos melden
 

avalon

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Lohn einklagen ist einfach! Was die Kündigung anbelangt, musst Du in den Vertrag gucken. Du schreibst, der Vertrag sei befristet. Dann ist eine ordentliche Kündigung gemäss TzBfG garnicht möglich, es sei denn, eine Kündigungsmöglichkeit ist vertraglich ausdrücklich vereinbart (oder in einem anwendaberen Tarifvertrag).


Wenn die Kündigung möglich ist, ist weder eine Abmahnung noch eine Begründung notwendig.
 

Wanted

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Du schreibst, der Vertrag sei befristet. .
Ja, genau auf 1 Jahr. Im AV steht:
Das Arbeitsverhältnis kann beiderseits mit der jeweiligen gültigen gesetzlichen Kündigungsfrist gekündigt werden

Ich würde gerne meine Fragen beantwortet haben. Vor allem die, ob ich es tatsächlich hinnehmen muß, das er mir meinen ausstehenden LOhn innerhalb von 12 Monaten auszahlen tut, obwohl ich ihm eine frist gesetzt habe zum 25.02. und ob ich das direkt einklagen kann und ob ich diesen Monat trotzdem noch arbeiten gehen muß oder ob ich es gleich lassen kann?
 
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Steht im AV eine Probezeit mit drin, eventuell 6 Monate? 6 Monate ist die typische Dauer bei Gesamtvertragsdauer von mindestens 1 Jahr. Wenn ja, muss er keinen Kündigungsgrund angeben und kann das innerhalb der 6 Monate jederzeit tun. Kündigungsschutzklage ist dann zwecklos.
Du hast im Oktober 2008 angefangen. Mal angenommen, es steht drin 6 Monate, dann kommt es hin. Probezeit läuft im März aus.
 

avalon

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Ja, Du musst noch arbeiten gehen bir zum Ende der Kündigungsfrist! Und Deinen Lohn kannst Du sofort einklagen. Du musst sogar relativ schnell handeln, weil es im Allgemeinen Auschschlussfristen gibt, nach denen Du keine Forderungen mehr geltend machen kannst! Also nach Ablauf der von Dir gesetzten Frist sofort klagen und den Februarlohn ebenfalls unter Fristsetzung anmahnen, sollte der auch nicht bezahlt werden!
 

Wanted

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Steht im AV eine Probezeit mit drin, eventuell 6 Monate? 6 Monate ist die typische Dauer bei Gesamtvertragsdauer von mindestens 1 Jahr. Wenn ja, muss er keinen Kündigungsgrund angeben und kann das innerhalb der 6 Monate jederzeit tun. Kündigungsschutzklage ist dann zwecklos.
Du hast im Oktober 2008 angefangen. Mal angenommen, es steht drin 6 Monate, dann kommt es hin. Probezeit läuft im März aus.
Es steht keine Probezeit im Vertrag.
Ich habe im Okt 08 2 x1 Std probegearbeitet. Mein noch chef hat den vertrag dann rückdatiert, so das ich dann im Okt. angefangen habe befristet vom 1.10 08 bis 1.10.09
Also praktisch gesehen hab ich nie zur Probe gearbeitet
 
E

ExitUser

Gast
Es steht keine Probezeit im Vertrag.
Ich habe im Okt 08 2 x1 Std probegearbeitet. Mein noch chef hat den vertrag dann rückdatiert, so das ich dann im Okt. angefangen habe befristet vom 1.10 08 bis 1.10.09
Also praktisch gesehen hab ich nie zur Probe gearbeitet

Kündigungsschutz und Probezeit
Der Begriff „Probezeit“ wird oft verwechselt mit der sechs Monate langen Wartezeit für den gesetzlichen Kündigungsschutz. Vor Ablauf dieser sogenannten Wartezeit muss der Arbeitgeber eine Kündigung grundsätzlich nicht rechtfertigen.
Bitte mal alles lesen. Ich habe das gerade auch selbst verwechselt. :icon_twisted:

Probezeit - Rechtsanwalt Gerrit Naber - Anwalt in Euskirchen und Fachanwalt, auch für Rheinbach, Meckenheim und Weilerswist
 

TumadieMoerchen

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dank dir.


Najaaaa... eine Kündigungsschutzklage? Ich glaub nicht das ich davon gebrauch machen möchte.. ich bin ja froh da wech zu kommen um mir einen besser bezahlten "Job" besorgen zu können Es gibt auch keine Gewerkschaft. Mein momentaner Chef hat eine Ich AG vor kurzem gegründet.

Den Job den ich gerade habe ist eigendlich nur eine "nebentätigkeit" von mon. gut 10 Std +/- ein paar std. Hauptberuflich bekomm ich ALG 2 :icon_smile:
Darum muß ich mich nicht arbeitslos melden
Hallo,
Auf jeden Fall eine Kündigungsschutzklage einreichen! Wenn kein Anwalt zur Verfügung steht geh zum Arbeitsgericht und lass dir vom Rechtspfleger erklären was du ausfüllen musst. Die helfen da gerne! Die Klage ist schon dahingehend wichtig damit du deinen Lohn bekommst
 

avalon

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Nein, weil Du noch keine 6 Monate dabei bist, gibts keine vernünftige Möglichkeit für so eine Klage. Ein Zusammenhang mit dem eingeforderten Lohnanspruch besteht auch nicht!
 
E

ExitUser

Gast
Bei Kleinbetrieben unter 10 Mitarbeitern ist eine Kündigungsschutzklage eh nicht möglich.

Ob das Kündigungsschutzgesetz auf ein Arbeitsverhältnis
Anwendung findet, hängt ab von der Größe des
Betriebes (oder der Verwaltung) und vomBeginn des
Arbeitsverhältnisses.
Hat das Arbeitsverhältnis am1. Januar 2004 oder danach
begonnen, findet das Kündigungsschutzgesetz
Anwendung,wenn in demBetrieb in der Regelmehr
als zehn Arbeitnehmer (ausschließlich der Auszubildenden)
beschäftigt sind.
Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Aber der ausstehende Lohn sollte eingeklagt werden.
 

Rechtsverdreher

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Ich würde sofort das Mahnverfahren einleiten.

Der steht kurz vor der Pleite, das Geld siehst Du sonst nicht mehr.
 
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Yogy

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Ich hab dazu noch eine Frage, auch wenn sie vielleicht zu den sog. dummen Fragen gehört.

Immer häufige liest man, das Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber in Insolvenz gehen, sogar Lohnleistungen zurückzahlen müssen. Kann das in diesem Fall auch passieren?
 

Rechtsverdreher

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Was man hat das hat man. Habe ich noch nie gehört, dass das was man schon ausgegeben und auch verdient hat zurückzuzahlen wäre.

Das würde dann ja schon eine Umkehrung der physikalischen Gesetze bedeuten, wenn das so wäre.

Gehste an den Imbiss kaufst, bezahlst und schluckst eine Schale Pommes runter, der Typ macht eine Minute später offiziell pleite und dann kommt einer an und will die Pommes zurück haben, oder wie?
 
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ExitUser

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Das war letztens erst im Fernsehen. Das gibt es sehr wohl.

Ich an seiner Stelle würde dem AG drohen, ihn insolvent zu melden, wenn er den Lohn nicht sofort zahlt.
 

Rechtsverdreher

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Pflichten des Arbeitnehmers bei Lohnausfall

Besteht erheblicher Lohnverzug, sollte sich der Betroffene unverzüglich bei der Arbeitsagentur als „arbeitssuchend“ registrieren lassen. Im Fall einer plötzlichen Entlassung entgeht er somit dem beliebten Vorwurf der verspäteten Meldung und einer entsprechenden Leistungs-Sperre.
Zu bedenken ist auch, dass die Arbeitsagentur im Fall einer Insolvenz für maximal drei Monatslöhne Insolvenzgeld zahlt, dessen Höhe zudem begrenzt ist. Wer also wartet, bis auch der Zahltag des dritten Monats verstrichen ist, hat in der Regel bereits einige Arbeitstage verschenkt.


Fehlender Lohn: Wenn der Chef nicht zahlt: Wie man bei Lohnverzug und Insolvenzgefahr richtig handelt
 
Y

Yogy

Gast
Was man hat das hat man. Habe ich noch nie gehört, dass das was man schon ausgegeben und auch verdient hat zurückzuzahlen wäre.

Das würde dann ja schon eine Umkehrung der physikalischen Gesetze bedeuten, wenn das so wäre.

Gehste an den Imbiss kaufst, bezahlst und schluckst eine Schale Pommes runter, der Typ macht eine Minute später offiziell pleite und dann kommt einer an und will die Pommes zurück haben, oder wie?
Sehr geehrter Herr Rechtsverdreher,

gugst Du: hier

Solltest Du Fragen zu Brechmitteln haben, wende Dich an Deinen Arzt oder Deinen Apotheker. Was der nette Tankwart von nebenan rät, weiss ich nicht, garantiert ohne Nebenwirkungen ist der berühmte Finger im Hals. :icon_kotz2:





 
R

Rounddancer

Gast
Ich hab dazu noch eine Frage, auch wenn sie vielleicht zu den sog. dummen Fragen gehört.

Immer häufige liest man, das Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber in Insolvenz gehen, sogar Lohnleistungen zurückzahlen müssen. Kann das in diesem Fall auch passieren?
Ja, das gibt es laufend.

Das bedeutet: Wessen Arbeitgeber mit der Lohnzahlung zu hängen beginnt, der sollte sofort zu seiner Gewerkschaft, oder zur IHK, bzw. Handwerkskammer, bzw. zum Rechtsanwalt, und dann für den Arbeitgeber das Insolvenzverfahren einleiten. Denn dann, und nur dann greift der Insolvenzschutz für Arbeitnehmer,- und dann kriegen diese für bis zu drei Monate ihren Lohn/ihr Gehalt aus dem Insolvenztopf, der bei der IHK steht und in den alle Betriebe einen Teil ihrer Lohnsumme einzahlen müssen.

Wird der Betrieb jedoch insolvent, OHNE daß sich die Arbeitnehmer darum kümmerten,- und hat der Betrieb, als er schon real zahlungsunfähig war, Geld an seine Mitarbeiter ausbezahlt, dann ist es leider üblich geworden, daß der Insolvenzverwalter dieses Geld bei den Arbeitnehmern wieder zurückholt. Und das kann der rechtlich völlig korrekt.

Denn: Während früher, als wir das noch lernten, bei Insolvenz nach dem Staat sofort die Löhne und Gehälter auf der Vorrangliste der zu befriedigenden Gläubiger waren, sind es heute die Banken, andere Gläubiger,- und erst ganz weit hinten, eben weil da auf den Topf und die Drei-Monatsgehälter-Garantie hingewiesen wird, dann mal die offenen Lohnforderungen der Belegschaft. Doch bis die dann bei einer Insolvenz dran sind,- ist meist nichts mehr da.

Wobei die REgel mit den drei Monatslöhnen noch aus einer Zeit stammt, in der wegen nahezu Vollbeschäftigung und einer höheren Zahl von übernahmewilligen und übernahmefähigen Betrieben die meisten von der Insolvenz ihres Betriebes betroffenen Arbeitnehmer entweder vom übernehmenden Betrieb übernommen, oder in andere, mindestens vergleichbare Jobs vermittelt werden konnten.

Doch jetzt, oh weh ...
 
R

Rounddancer

Gast
Was der nette Tankwart von nebenan rät, weiss ich nicht, garantiert ohne Nebenwirkungen ist der berühmte Finger im Hals.




Tut mir leid, aber da muß ich Wasser in Deinen Wein gießen.
Denn das "Finger in den Hals"-Stecken kann sehr leicht zur Zwangshandlung, zur Sucht werden. Siehe Selbsthilfegruppen für "Eß-/Brechsüchtige"

Heinz
Reform- und Diätkostfachberater a.D.
San. OG d.R.
 
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