Kündigung in der Probezeit, wegen krankes Kind und Arbeitslosengeld I??? (1 Betrachter)

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CQ1999

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Hallo,
ich habe innerhalb meiner Probzeit meinen Job (Vollzeit) kündigen müssen, da mein Kind (12 Jahre alt ) lebensbedrohlich erkrankt ist. Wir haben ein ärztliches Attest von meinem Arzt (das es aus ärztlicher Sicht erforderlich war zu kündigen), wir haben eine Bescheinigung aus dem Krankenhaus das ein Elternteil bei dem Kind sein muss und die ambulante Therapie kann unsere Tochter nicht allein bewältigen und wir haben eine Pflegestufe beantragt.
Nun will das Arbeitsamt davon nichts wissen, die sagen ich darf nur einen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen, wenn ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe -sonst brauche ich garnicht erst kommen. Eine Sperre bekomme ich natürlich auch für 3 Monate. Was für Möglichkeiten haben wir um Arbeitslosengeld zu erhalten? Was ist mit der Betreuungpflicht die ich gegenüber meinem Kind habe??
Hat jemand Erfahrungen?? Habe ich Rechte?
 

Seepferdchen 2010

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Hallo und willkommen.

Eine Sperre ist in deinem Falle nicht zulässig!

Hier stelle sich auch die Frage ob du einen Antrag auf ALG II stellst, du mußt ja versichert sein.
Eventuell ist der Gang zum SG zu gehen!!

Frage wurde eine Aufhebungsvertrag gemacht????

Gruß Seepferdchen:icon_pause:
 
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@CQ1999

Hier mußt du zwei verschiedene Dinge auseinanderhalten.

1. Die Berechtigung zu einer Eigenkündigung aufgrund Erkrankung deines Kindes und, damit zusammenhängend, eine eventuelle Sperrzeit.

2. Deine Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt in der Zukunft bei gleichzeitiger Kinderbetreuung.

Zu 1.: Wenn du tatsächlich ein ärztliches Attest hast, demzufolge eine Arbeitsaufgabe aus medizinischen Gründen erforderlich war, darf keine Sperrzeit verhängt werden. Falls das nicht funktioniert, solltest du ansonsten hilfsweise versuchen, eine Minderung der Sperrzeit auf sechs Wochen wegen Vorliegens einer besonderen Härte zu beantragen.

Du mußt allerdings damit rechnen, daß die Sache vom ärztlichen Dienst überprüft wird. Problematisch könnte hier sein, daß ja nicht du selbst betroffen warst, sondern ein Angehöriger. Eventuell könntest du hier damit argumentieren, daß deine eigene Gesundheit aufgrund der nervlichen Belastung durch die schwere Erkrankung deines Kindes dir die Ausübung der Arbeit nicht mehr ermöglicht hat. Aber warte mal ab. Das hängt ja auch davon ab, wie dein Arzt das im einzelnen dargestellt hat.

Zu 2.: Hier interessiert es leider im Bereich ALG nicht die Bohne, wieso und warum du möglicherweise nicht voll arbeiten kannst. Du mußt sicherstellen, daß du verfügbar bist. Hier müßtest du also sicherstellen, daß eine anderweitige Kinderbetreuung zumindest im Falle einer Arbeitsvermittlung oder Maßnahmenteilnahme organisiert ist. Dann würde dir auch ALG zustehen. Solange du nur arbeitslos "zu Hause sitzt", ist das aber noch kein Problem, da du die Kinderbetreuung dann in deiner Freizeit erledigst. Du solltest hier also, sofern zutreffend, auf die bestehenden anderweitigen Betreuungsmöglichkeiten im Falle eines Stellenantritts verweisen.

Ansonsten bliebe leider nur die Möglichkeit, ALG II zu beantragen.
 

stummelbeinchen

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Hallo,
ich habe innerhalb meiner Probzeit meinen Job (Vollzeit) kündigen müssen, da mein Kind (12 Jahre alt ) lebensbedrohlich erkrankt ist. Wir haben ein ärztliches Attest von meinem Arzt (das es aus ärztlicher Sicht erforderlich war zu kündigen), wir haben eine Bescheinigung aus dem Krankenhaus das ein Elternteil bei dem Kind sein muss und die ambulante Therapie kann unsere Tochter nicht allein bewältigen und wir haben eine Pflegestufe beantragt.
Nun will das Arbeitsamt davon nichts wissen, die sagen ich darf nur einen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen, wenn ich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe -sonst brauche ich garnicht erst kommen. Eine Sperre bekomme ich natürlich auch für 3 Monate. Was für Möglichkeiten haben wir um Arbeitslosengeld zu erhalten? Was ist mit der Betreuungpflicht die ich gegenüber meinem Kind habe??
Hat jemand Erfahrungen?? Habe ich Rechte?
Hm, also die Sperre seh ich auch nicht, ein wichtiger Grund ist vorhanden.
Arbeitslosengeld wirst Du allerdings nicht bekommen, Du stehst dem Arbeitsmarkt ja nicht zur Verfügung. Zwar aus nachvollziehbaren Gründen, aber da macht das SGB III keinen Unterschied. Entweder man kann mind. 15 Wochenstunden arbeiten oder man kann nicht. Und Du kannst eben nicht (hast ja auch eine wichtigere Aufgabe).

Ob Du ALG2 beantragen kannst, weiß ich allerdings nicht.
 

CQ1999

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Hallo,
Herzlichen Dank für die Antworten. Es war sehr hilfreich.
Dann bin ich jetzt sehr gespannt, morgen habe ich meinen ersten Termin. Ich muss den Antrag abgeben und Freitag hab ich mein Vermittlungsgespräch. Ich werde dann eingeschränkt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Wie ist es wenn der Antrag durch geht und ich Leistung erhalte, wie schaut es dann mit einer Krankschreibung aus??
Gibt es da auch einen Zeitraum den ich abwarten muss??
Schönen Abend noch
 
E

ExitUser

Gast
Wenn du während des Bezuges von ALG arbeitsunfähig erkrankst, bekommst du bis zu sechs Wochen Leistungsfortzahlung, danach erforderlichenfalls Krankengeld. Es reicht hier (anders als bei der Entgeltfortzahlung in einem Arbeitsverhältnis) bereits ein Tag ALG-Bezug für den Anspruch.

Falls du danach wieder arbeitsfähig bist und erneut erkranken solltest, stehen dir wiederum bis zu sechs Wochen ALG-Leistungsfortzahlung zu, und zwar unabhängig von den Gründen der Erkrankung oder Diagnosen. Es kommt hier nur auf die Tatsache der Erkrankung an. Auch das ist ein Unterschied zur Entgeltfortzahlung.

Du mußt eine Erkrankung umgehend der Arbeitsagentur anzeigen und die AU-Bescheinigung einreichen (nur die Kurzbescheinigung ohne Diagnosen, die sonst der Arbeitgeber bekommen würde). Sichere deine Beweise für die Mitteilung und die Abgabe der AU-Bescheinigung. Bei weniger als sechs Wochen Erkrankung ist eine spätere explizite persönliche "Gesundmeldung" nicht erforderlich, da die ursprüngliche Arbeitslosmeldung solange weiterwirkt.

Ich weiß nicht, was genau du mit "eingeschränkt zur Verfügung stehen" meinst. Solltest du aber (bei vorheriger Vollzeitbeschäftigung) nur nur noch eine geringere Stundenzahl zur Verfügung stehen können, wird dir dein ALG-Anspruch zeitanteilig gekürzt. Du mußt aber mindestens 15 Wochenstunden verfügbar bleiben. Überlege dir daher sehr genau, was du zu deiner Verfügbarkeit sagst.
 

CQ1999

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Danke Gurkenaugust,
Das war wieder sehr hilfreich. Ich wollte erstmal die angabe meiner Verfügbarkeit versuchen zu umgehen . Ich verlange von der SB erstmal eine Beratung .. und zwar Umfangreich, ich will wissen was das Arbeitsamt für mich tut?? Mein Problem ist ich könnte irgendwie 20std flexibel die Woche arbeiten und erst ab Jan/Feb 2013 wieder Vollzeit. Müssen die meine Wünsche berücksichtigen??
Muss ich nicht erst 14 tage Leistung bekommen bevor ich mich krankschreiben lasse??


LG
 
E

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Ich wollte erstmal die angabe meiner Verfügbarkeit versuchen zu umgehen.
Das wird schlecht möglich sein. Irgendwie wirst du dich festlegen müssen, in welchem Umfang du zeitlich zur Verfügung stehst. Erstens, damit die Vermittlungsabteilung weiß, wofür sie dich vermitteln kann (und überhaupt darf), zweitens wegen der Höhe des ALG, was eventuell nur anteilig geleistet wird.

Ich verlange von der SB erstmal eine Beratung .. und zwar Umfangreich, ich will wissen was das Arbeitsamt für mich tut??
Ach ja, umfangreiche Beratung und was die Arbeitsagentur für dich tut... schöne Worte. Man wird dir im wesentlichen sagen, daß man dir Vermittlungsvorschläge für geeignete Stellen unterbreiten wird, insoweit solche vorhanden sind. Die Stellenangebote werden nicht selten irgendwelche Billigstellen oder Zeitarbeit sein, aber keine wirklich qualifizierten und guten Angebote. Siehe die zahlreichen Erlebnisberichte hierzu. Du mußt dich hier auf dich selbst verlassen. Die einzig sinnvolle Hilfe der Arbeitsagentur sind letztlich Geldleistungen.

Tipp für dich: lies dir § 140 SGB III (Zumutbarkeit von Stellenangeboten) genau durch.

Mein Problem ist ich könnte irgendwie 20std flexibel die Woche arbeiten und erst ab Jan/Feb 2013 wieder Vollzeit. Müssen die meine Wünsche berücksichtigen??
Deine Wünsche nach einer bestimmten Verteilung der Arbeitszeit können nur insoweit berücksichtigt werden, als sie in deiner Branche üblich (oder zumindest nicht völlig unüblich) sind. Es muß also für solche Stellen ein nennenswertes Angebot bestehen. Du kannst keinen exotischen Wunsch nach Verteilung der Arbeitszeit geltend machen. Das mußt du anhand deines Berufsbildes selbst beurteilen.

Die Länge der wöchentlichen Arbeitszeit (etwa 20 Wochenstunden) kannst du ohne weitere Begründung selbst festlegen und später wieder ändern, sofern es mindestens 15 Wochenstunden sind. Du bekommst dann unter Umständen nur anteilig ALG, im Verhältnis deiner Verfügbarkeit zu deiner durchschnittlichen Arbeitszeit im Bemessungszeitraum.

Muss ich nicht erst 14 tage Leistung bekommen bevor ich mich krankschreiben lasse??
Nein, ein Tag ALG-Bezug reicht aus (Erkrankung "während des Bezugs von ALG").
 

Paul1984

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Darf man fragen, wieso du überhaupt selbst gekündigt hast? Mir ist so, als ob es sowas wie "Kinderkrankenschein" gibt. Also Kind ist krank -> Elternteil bekommt dafür nen (extra) Krankenschein und kann sich ums Kind kümmern.

Alternativ muß dich dein AG halt kündigen. Dann bekommst aber zumindest keine Sperrzeit dafür.
 

CQ1999

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Ich musste kündigen: 1. Mein Kind ist bereits 12 jahre alt, da steht die keine kinderkranktage mehr zu, der Gesetzgeber sagt das Kind kann alles allein regeln.
2. Bei unser Tochter wurde im Mai Krebs diagnostiert, seit dem haben wir 45 termine im Krankenhaus absolviert. Unser Urlaub ist aufgebraucht, bis August hatten wir über den Tag zu haus eine Betreuung, die ist seit 1.8 wegefallen.
3. Ich habe mit meinen Chef gesprochen bezüglich Arbeitsentlastung( bis gestern war ich Täglich 12 std ausser Haus) eine Entlastung ist in dem Unternehmen nicht vorgesehen.
4. Die Krebsbehandlung wird noch bis Ende des Jahres brauchen.

Ich komme gerade von der ARGE und wollte meinen Antrag abgeben, sinnlos. Die wollten mich ohne Beratungsgespräch gleich in eine Ecke drücken - das ich nur halbtags arbeiten könne. Eine Zusage ob ich überhaupt Geld bekomme oder eine Sperre, hierzu konnten sie nix sagen und haben mir meinen Antrag wieder mitgeben???? Mein -Attest und die Bescheinigung vom Krankenhaus haben die garnicht beachtet.
Somit darf ich dann morgen ( da ist der nächste Termin) alles wieder mitbringen.
Die können mich doch nicht schon vorher zwingen ohne Beratung mich festzulegen?? Oder ? Die woche hat 7 tage und 24 std der Tag- da ist auch Vollzeit möglich, man muss nur wollen. Ich hab jedenfalls ordentlich Luft gelassen....
 

Paul1984

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Dann ist das natürlich doof. Darfst dich jetzt nur nicht abwimmeln lassen. Wie willst das denn sonst machen mit Medis, KH etc? Kostet ja auch ordentlich...

Jedenfalls viel Glück :icon_daumen:
 

CQ1999

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Unsere Tochter ist bei meinem Mann versichert. Das ist alle geregelt. Es geht auch ein Stück ums Prinzip..,
Ich will nicht das die mich so behandeln und wenn ich dahin fahre Um luft abzuladen. Der punkt ist, wenn mann ein krankes kind erzählt dir jeder 'wir verstehen ihre situation, aber..,' wir können es nicht mehr hören, daher bin ich auch kampfbereit mit allen Mitteln, sei es widerspruch und ich schreibe bereits tagebuch um es evtl auf öffentlich zumachen. Es kann nicht angehen, das niemand helfen will/ kann. Bezügl meiner Krankenversicherung mach ich mir weniger sorgen - dann kann ich in die KV meines Mannes - halt wir früher in meinem Erziehungsurlaub.
Ich sehe die ARGE als ventil, haha
Aber das Forum hilft mir auch sehr und Eure Anworten
Danke
 

stummelbeinchen

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Die können mich doch nicht schon vorher zwingen ohne Beratung mich festzulegen?? Oder ? Die woche hat 7 tage und 24 std der Tag- da ist auch Vollzeit möglich, man muss nur wollen. Ich hab jedenfalls ordentlich Luft gelassen....
Nur mal am Rande: Arge gibt es gar nicht mehr und war der Vorgänger vom Jobcenter. Du bist bei der Agentur, weil Du Antrag auf ALG1 stellst (steht zumindest in Deinem Beitrag).

Lies Dir bitte nochmal den Beitrag von gurkenaugust durch. Die Woche hat eben nicht 7 Tage und 24 Stunden, es hängt auch alles vom Arbeitsmarkt ab. Nur, wenn er es hergibt, kannst Du Dich auch für die Zeit zur Verfügung stehen, das hat auch nichts mit Wollen zu tun.
Die Berechnung des ALG1 und die Entscheidung über eine Sperrzeit erfolgt erst, wenn Du den Antrag auf ALG1 abgibst. Und dort musst Du Dich festlegen bezüglich der Verfügbarkeit.
Natürlich kannst Du eine Beratung anfordern, nur die Berechnung erfolgt eben erst nach Deiner Erklärung.
 
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