Kündigung in der Probezeit Krankengeld oder ALG? (1 Betrachter)

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utafu

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Hallo,
ein Bekannter ist in der Probezeit (6 Monate) erkrankt.
Er geht davon aus das er gekündigt wird.
Vermutlich ist er noch eine ganze Zeit krank.
Er ist jetzt zwei Wochen Krank, wenn er jetzt mit 14 Tage Frist gekündigt wird, besteht ja noch kein anspruch auf Krankengeld.
Wie geht es weiter?
Er muss sich umgehend Arbeitslos melden.
Er ist der Meinung das bei einer solchen Konstellation die Firma ihn solange behalten muss bis er Anspruch auf Krankengeld hat, ist das so?
Oder rutscht er dann gleich in ALGI und ALGII aufstockung (sein lohn war nicht sehr viel)?
Danke schön
 

Fritz Fleißig

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Das hat nichts mit einer Probezeit zu tun.

Nach vier Wochen Beschäftigung (unabhängig davon, ob er tatsächlich gearbeitet hat oder krank war) hat er Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.

Anspruch auf Krankengeld hat er schon nach dem ersten Tag der versicherungspflichtigen Beschäftigung, wobei die Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber aber vorrangig ist. Auch im Falle einer Kündigung würde der KG-Anspruch über das Ende des Arbeitsvertrages hinaus fortbestehen. In so einem Fall auf lückenlose Krankschreibung achten.

Die Firma kann ihn in den ersten sechs Monaten ohne Begründung kündigen, und das auch während einer Krankschreibung. In so einem Fall sollte er die Kündigung der Arbeitsagentur unverzüglich anzeigen (persönliche Meldung noch nicht erforderlich). Arbeitslos melden kann er sich erst, wenn er wieder arbeitsfähig ist. Bis dahin sollte er aber KG bekommen.
 

utafu

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Er arbeitet jetzt 3 Monate dort, Lohnfortzahlung wird es wohl auch geben ( hofft er).
Nur ist er sich unsicher ob er Krankengeld der Krankenkasse bekommt wenn er vor Ablauf der 6 Wochen Lohnfortzahlung gekündigt ist.
 

Fritz Fleißig

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Ja, KG wird er bekommen. Der KG-Anspruch besteht ja im Grunde genommen schon nach dem ersten Tag der Erkrankung und wird von der Lohnfortzahlung des Arbeitgebers lediglich verdrängt. Die Lohnfortzahlung hat also Vorrang.

Da er eine Kündigung befürchtet, sollte er wie gesagt unbedingt darauf achten, daß seine Krankschreibungen immer ununterbrochen vorliegen (auch beispielsweise über das Wochenende) und rechtzeitig verlängert werden, also spätestens immer am letzten Tag der jeweiligen Krankschreibung, sicherheitshalber vielleicht auch noch einen Tag eher.
 

utafu

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Ja, KG wird er bekommen. Der KG-Anspruch besteht ja im Grunde genommen schon nach dem ersten Tag der Erkrankung und wird von der Lohnfortzahlung des Arbeitgebers lediglich verdrängt. Die Lohnfortzahlung hat also Vorrang.
Danke die Info hilft schon sehr weiter, denke das wird ihm ein bisschen Druck nehmen.
Die Angst als Aufstocker reicht ja nicht,wenn man krank ist auch noch um das bisschen Kröten sich sorgen machen,hilft auch nicht bei der Genesung.
 

Anna B.

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Hallo,

der AG muß nur bis zum letzten Arbeitstag das Entgelt weiterzahlen.....
ab dem 1. Tag der "Arbeitslosigkeit"....zahlt dann die KK Krankengeld...Bemessungsgrundlage ist das letzte Entgelt..

ganz,ganz wichtig...weise ihn darauf hin,dass er bei der Bestätigung der Auszahlungsscheine und beim Einreichen der AU-Nachweise unbedingt auf "überlappende" Zeiten achtet...

angenommen, die AU ist letztmalig bis zu einem Freitag vom Arzt bescheinigt worden, dann muß er zwingend, um weiterhin KG-Anspruch zu haben, auch an de Freitag spätestens wieder zum Arzt...um weiterhin den KG-Anspruch aufrecht zu erhalten..
würde er montags zumArzt gehen, wäre es zu spät...

auch ganz wichtig: die KK (bzw. einige) haben es unglaublich drauf und wollen einem das KG ausreden...
nach dem Motto: jetzt, wo sie arbeitslos sind, ist die Ursache für die AU ja weg (z.B. Streß, Mobbing usw)...nun können sie ja wieder für alle ARbeiten auf dem Arbeitsmarkt sich bewerben und es liegt keine AU mehr vor...

solche Ausssagen sich immer schriftlich geben lassen und am besten das Telefonieren mit der KK ebenfalls einstellen...wenn die was wollen, dann schriftlich...
 

utafu

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Kleine Frage noch dazu.
Habe eben mit ihm gesprochen.
Er ist bis Sa.06. Au da er auch Sa. arbeiten muss.
Muss er jetzt Fr. wieder hin oder erst Montag damit die Überlappung besteht ?
 

ikarus

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Ich bin dann immer Donnerstags zum Arzt gegangen!
Weil, Praxis ist plötzlich zu oder der Arzt weg, zu einem Notfall usw....
Vielleicht übervorsichtig aber man weiß ja nie!
Einmal hatte mein HA gefragt: "Was wollen Sie denn jetzt schon hier? "
Hab ihm meine Sorge mit der überlappenden AU-Bescheinigung erklärt.
Er hat das verstanden!
FitzFleißig hat es auch schon angedeutet!
 

utafu

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So jetzt ist es wirklich passiert, ihm wurde heute gekündigt.
Er war total von den Socken, er hatte innerlich doch gehofft das es nicht eintritt "ich habe denen doch bewiesen das ich arbeiten kann".

Er ist immer noch AU und wird es womöglich noch weiter sein.
Es wurde ein Hörsturz festgestellt der diesen Schwindel und Tinnitus verursacht.
Er ist jetzt bei der Agentur für Arbeit um sich Arbeitslos zu melden.
Er ist zum 29.9 gekündigt ab dem 30.9 müsste dann ja die Krankenkasse mit dem Krankengeld einspringen.
Erst ab dem ersten Tag ohne AU ist die AfA dran oder sehe ich das falsch?
Danke
 

Fritz Fleißig

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Völlig richtig. Er kann sich erst dann arbeitslos melden, wenn er arbeitsfähig ist. Er muß sich nach Genesung nochmals persönlich für die eigentliche Arbeitslosmeldung bei der Arbeitsagentur einfinden. Erst ab diesem Tag würde ihm ALG zustehen. Bis dahin bezieht er zunächst Lohnfortzahlung (maximal sechs Wochen) vom Arbeitgeber und dann ab dem 30.09. Krankengeld von der KK, und zwar mit dem Arbeitslohn als Berechnungsgrundlage.

Wenn er jetzt zur Arbeitsagentur geht, kann er sich lediglich arbeitssuchend melden, also mitteilen, daß sein Arbeitsvertrag zu einem bestimmten Datum enden wird.
 

utafu

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Hi,
jetzt macht die KK Stunk.
Sie wollte das Kündigungsschreiben des Arbeitgebers.Das haben sie auch bekommen (obwohl mir das nicht so geheuer ist)
Jetzt wollen sie erst zahlen wenn der AG einen Grund für seine Kündigung angibt.
Da er aber fristgerecht in der Probezeit gekündigt wurde, will der AG keinen Grund angeben.
Na ja und angerufen wurde er in den Letzten Tagen auch oft von der KK.
"Wie wird es weiter gehen?" Wann ist ihr nächster Arzttermin?" Wann denken Sie sind sie wieder Gesund"?
Mal schauen wann wirklich Geld von der KK fließt.
 

Anna B.

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Der AG muß der KK keinen Grund nennen...

die KK kann Ersatzanspruch anmelden...falls das Arbeitsgericht dann entscheidet, dass der Beschäftigungsverhältnis noch weiter besteht, dann hat die KK Anspruch auf ERstattung des gezahlten KG durch den AG..der macht dann die Lohnnachzahlung als Erstattung an die KK.

Die KK soll schriftlich, unter Nennung der Rechtsgrundlagen nennen, wieso sie den Grund für die KÜndigung wissen müssen..

außerdem, ähnlich wie beim JC, muß man für die KK lediglich postalisch erreichbar sein..ich würde mir diese Telefonate verbitten...wenn die weiterhin anrufen..gar nicht ans Telefon gehen und keine Auskünfte geben...

ansonsten schriftlich der KK mitteilen, dass ab sofort jede Kontaktaufnahme per Telefon nicht erlaubt ist..falls doch angerufen wird, wird das Gespräch sofort nach >Nennung des Namens beendet.

die dürfen dich zwar anrufen..Grund ist auch klar..die wollen dich unter Druck setzen...also..gar nciht ans Telefon gehen oder Datenlöschung verlangen...
 

Fritz Fleißig

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Die KK fragt vermutlich deshalb, weil - wie schon erwähnt - sie in besonderen Fällen Ersatzansprüche für das KG an den Arbeitgeber hat. Genauso ist der Arbeitgeber in bestimmten Ausnahmefällen zur Lohnfortzahlung auch über das Ende des Arbeitsvertrages hinaus verpflichtet (beispielsweise wenn die Kündigung ausdrücklich gesundheitsbedingt war).

Das spielt hier aber keine Rolle, weil noch kein Kündigungsschutz besteht und der Arbeitgeber deshalb auch keinen Grund für die Kündigung nennen muß.

Ich würde auch empfehlen, der KK weitere unaufgeforderte Telefonanrufe sofort schriftlich zu untersagen.
 
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