Kündigung einer befristeten Probebeschäftigung 2 Wochen vor Ende - Sanktionen?

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Ratsuchend88

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Hallo Guten Tag, vielleicht kann mir jemand helfen oder tipps geben da ich mich nicht so gut auskenne mit dem SGB III

Und zwar habe ich heute eine kündigung bekommen der Wortelaut lautet

Kündigung zum Arbeitsvertrag über eine befristete Probebeschäftigung nach §46 Absatz 1 SGB III

Hiermit kündigen wir den am 30.11.2018 geschlossen Arbeitsvertrag mit Max Mustermann
unter einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist zum 15.02.2019

Eine Weiterbeschäftugung bis zum Ende der befristeten Probebeschäftigung ist mit Max Mustermann nicht möglich.
Eine Anwesenheit ab erreichen der Kündigung ist nicht erforderlich und wird nicht gewünscht.
Es Handelt sich um eine bezahlte Freistellung.




Kann ich die so einreichen ohne Sanktionen zu bekommen und bin ich rechenschaft schuldig wenn ich gefragt werde wieso es dazu kam?
Die befristete Probebeschäftigung wäre zum 28.02.2019 reglulär zu ende gegangen.
 

Couchhartzer

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bin ich rechenschaft schuldig wenn ich gefragt werde wieso es dazu kam?
Meiner Meinung nach kannst du in keiner Rechenschaftspflicht sein, wenn dem AG gesetzlich keine Begründungspflicht obliegt.
Und genau das ist hier bei deiner Kündigung in der Probezeit der Fall, da hier der AG nicht in der Pflicht ist zu begründen und du somit auch gar nichts erklären kannst.
 

Ratsuchend88

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Danke für die schnelle Antworten ihr 2. Also das hört sich ja schon mal positiv an. Ist das also in etwa einer ordendlichen kündigung gleichgestellt?
 

vidar

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Anhand des zitierten §46 Absatz 1 SGB III ist zu entnehmen, dass dort eine Probebeschäftigung für behinderte Menschen vorgelegen hat. Könnte durchaus sein, dass der Arbeitgeber in erster Linie wohl ein Hauptinteresse daran gehabt hatte, hier etwaige zeitliche befristete Zuschüsse für genau diese 3 Monate zu kassieren.
 

HartzVerdient

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Das "Wording" der Kündigung liest sich indirekt wie eine Schuldzuweisung! So nach dem Motto: "Wir wollen den TE nicht, da er nur Unfrieden stiftete, stört und wir froh sind, das wir ihn los sind".

Eigentlich hätte folgendes gereicht: "Hiermit kündigen wir den TE fristgerecht unter Einhaltung der Kündigungsfristen zum XX.XX.2019 ordentlich" oder so ähnlich. Wäre eine neutrale Kündigung.

Mit dem Schreiben wie er hier vorliegt, will man dem TE noch eine reinbraten oder hoffte, ihm noch eine reinbraten zu können.
 

Claus.

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Es kommt m.W.n. darauf an, ob daß eine personenbedingte oder eine verhaltensbedingte Kündigung darstellen soll.

Auf personenbedingt kann nicht sanktioniert werden, auf verhaltensbedingt schon.
Der Müll kann ja so gesehen alles heißen. Kann meinen, der geht lt. seinen Kollegen regelmäßig im Weg um - dafür kann er nix, ist halt so. Kann auch meinen, so ein A........ wie den hab ich noch nie gesehen - die Kollegen wollen kündigen wenn ´se den noch länger ertragen müssen.
Mit dem Hinweis auf § 46 SGB III würde ich mal eher von ersterem ausgehen; also kann nix dafür.

Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses (und damit u.U. auch eines befristeten "Probearbeitsverhältnisses") ist im BGB §§ 620 bis 623 festgelegt.
Ich würde entsprechend mal in der Region etwas suchen. Das sog. Probearbeitsverhältnis ist schon ein befristetes Arbeitsverhältnis nach dem TzBfG (vgl. auch § 611a BGB). Das Ding als Probearbeitsverhältnis mit gleichzeitiger zu 100% andauernder Probezeit zu bezeichnen, erscheint mir etwas merkwürdig. Entsprechend könnte die (vorzeitige) Kündigungsmöglichkeit auch schon arbeitsvertraglich oder durch sonstiges Recht ausgeschlossen sein.

Eine "Kündigung innerhalb der Probezeit ohne Angabe von Gründen" trifft hier m.M.n. so oder so nicht (mehr) zu. Entweder <> Oder ... würde ich sagen.
Wenn ohne Angabe von Gründen, dann steht in dem Kündigungswisch eine ganze Spur zu viel Müll. Wenn mit Angabe von Gründen, dann aber bitte mit vollständigen Angaben, also personenbedingt oder verhaltensbedingt (und nix vonwegen p... -und- v...).

Man könnte jetzt natürlich den AG freundlichst darauf hinweisen, daß grundsätzlich die Möglichkeit besteht, daß er sich einen ArbG-Prozess einfangen kann oder/und er dem SG als Zeuge zur Verfügung stehen darf.
Mit einem Nachtrag zum Kündigungsschreiben mit dem fehlenden Wörtchen, plus einem ´befriedigenden´ Arbeitszeugnis könnte er ggf. seine Chancen auf vorg. erheblichst reduzieren.
 

Nena

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Mit dem Schreiben wie er hier vorliegt, will man dem TE noch eine reinbraten oder hoffte, ihm noch eine reinbraten zu können.
Allerdings wird eine zukünftige AG das ja nie zu lesen kriegen. Und eine Begründung an sich steht nicht drin. Also darf JC sich dabei zwar was denken. Aber sanktionierbar ist da nichts.
 

Ratsuchend88

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vielen vielen dank für die zahlreichen Antworten vorab.

könnte man es auch so betrachten?
"Da die Probezeitkündigung letztlich auch verschuldensunabhängig möglich ist, sollte ein sanktionierter Vorwurf von vornherein entkräftet sein"

mögliche Sanktionen wären 3 Monate a 30% oder könnte das JC mir maximal die 2 Wochen entgegangenen lohn bis zum ende des Vertrages anrechnen?
Gibt es fristen bis wann die Kündigung vorliegen muss?
 
Zuletzt bearbeitet:

erwerbsuchend

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könnte das JC mir maximal die 2 Wochen entgegangenen lohn bis zum ende des Vertrages anrechnen?

Eine solche Regelung ist mir im Bereich des SGB II nicht bekannt.

Gibt es fristen bis wann die Kündigung vorliegen muss?

Du solltest das JC nachweisbar umgehend über deine Kündigung informieren. Dazu reicht im ersten Schritt ein Schreiben aus, in dem du mitteilst, dass dein AG dich gekündigt hat. Du kannst dann bereits hier die Kündigung in Kopie mitschicken oder warten, ob dein SB diese sehen möchte.
 
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