Kündigung durch AG und Folgen für ALG1 u 2 (Aufstocker)

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Zukunftruft

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Hallo Freunde,

ich hoffe mein Anliegen ist im richtigen Unterforum; da es etwas komplex ist habe ich es an dieser Stelle gepostet. Folgende Situation:

Mein Arbeitgeber hat mir "zur gütlichen Einigung" vergangene Woche eine Kündigung nach §1a Kündigungsschutzgesetz angeboten, d.h. eine "betriebsbedingte Kündigung" (incl einer kleinen Abfindung).
Da ich Teilzeit arbeite, wäre ich aber, wenn ich darauf einginge, auch zusätzlich auf ALG 2 angewiesen, da das mir zustehende ALG1 (soweit ich weiß 63% vom Nettolohn) zu niedrig wäre- wäre also ein sog. "Aufstocker". Ich habe einen unbefristeten Vertrag, wäre ggf auch selbst aus verschiedenen Gründen bereit, den Arbeitgeber zu wechseln. Ich würde das aber lieber aus dem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus tun, da ich mir dann mehr Zeit lassen und das *in Ruhe* machen kann. Meine Chefin drängt mich aber zu einer Entscheidung.

Meine Fragen dazu für den "worst case":

1) wenn ich mich richtig informiert habe, muss ich ab dem 3. Tag nach Zustellung einer Kündigung das Abeitsamt informieren und wäre verpflichtet schon vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses und eigenverantwortlich mir eine neue Stelle zu suchen. Was genau heisst das? Und heisst das auch, daß das Arbeitsamt bzw das Job Center mir noch während ich hier arbeite, Vermittlungsvorschläge zukommen lassen kann, auf die hin ich mich bewerben *muss* ?

2) kann die Abfindung als Einkommen angerechnet werden?

3) wer genau wäre eigentlich zuständig für mich- das Arbeitsamt oder das JobCenter? Muss ich mich auf Vermittlungsvorschläge von *beiden* hin bewerben?

Herzlichen Dank.
 

kljfoai

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Wenn du eine kündigung akzeptierst (z.B. Aufhebungsvertrag) dann gibt es erst mal für 3 Monate kein Geld vom Amt.

Wenn du dich zu spät arbeitslos meldest gibts ne Sperre von 1 Woche.

Sich auf einen Vermittlungsvorschlag bewerben zu müssen bedeutet nicht automatisch, dass man die Stelle auch bekommt :eek:

Kann auch sein dass es ne zeitlang dauert bis die hartz Maschinerie anläuft....

Erstmal musst du dich bei der Bundesagentur für arbeit Arbeitslos melden. Dann gehts zum JobCenter. Vermutlich wird dich nur das JobCenter "bearbeiten"....
 

Zukunftruft

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Wenn du eine kündigung akzeptierst (z.B. Aufhebungsvertrag) dann gibt es erst mal für 3 Monate kein Geld vom Amt.

Na ja...es handelt sich nicht um einen Aufhebungsvertrag sondern um eine "betriebsbedingte" Kündigung. Das stünde dann auch so drin. Der Deal wäre daß meine Chefin mich kündigt und ich nicht innerhalb der 3 Wochen Frist gegen die betriebsbedingte Kündigung beim Amtsgericht Klage einreiche. Nach Ablauf der 3 Wochen würde das Ganze rechtskräftig (dafür wohl die Abfindung).
Soweit ich weiß gäbe es gerade dann eben keine Sperre.

Andererseits: was kann meine Chefin tun wenn ich mich nicht auf den Deal einlasse und noch etwas länger im Betrieb bleiben will bis ich eine neue Stelle gefunden habe...könnte sie mich bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis trotzdem (z.B.unter Wahrung der vertraglichen Kündigungsfristen) einfach so kündigen? Also ohne betriebliche oder andere Gründe anzugeben?
 
E

ExitUser

Gast
@Zukunftruft

Was deine Chefin tun könnte, hängt vor allem davon ab, ob du überhaupt Kündigungsschutz genießt (Kleinbetrieb mit bis zu 10 Vollzeitbeschäftigten oder ein größerer?). In einem Kleinbetrieb kann der Chef unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist auch ohne Angabe eines Grundes kündigen, und eine Abfindung kann man dann auch nicht beanspruchen.

Zur Absprache: auch für dich der Verweis auf dieses
https://www.arbeitsagentur.de/zentr...beitslosigkeit/Publikation/pdf/GA-Alg-159.pdf (hier vor allem Abschnitt 1.2.2).

Du mußt zwar nicht grundsätzlich gegen jede Arbeitgeberkündigung prozessieren, die Hinnahme einer offensichtlich unzulässigen Kündigung wäre aber eine Beteiligung an der eigenen Kündigung und deshalb mit Sperrzeit bedroht. Falls es Absprachen in dieser Richtung gab, sollten diese besser vertraulich bleiben. Wenn der Chef aber - was ich bei dir einmal unterstelle - ohnehin zu einer fristgemäßen Kündigung berechtigt war, ist das ohne Bedeutung.
 

Zukunftruft

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Könnte sie dir trotzdem betriebsbedingt kündigen, müßte sie dann nachweisen im schlimmstenfalle...

Willst du die Kündigung eigentlich?Oder habt ihr Differenzen, so dass ihr Euch da geeinigt habt Eure Wege alleine weiterzugehn....?

Sagen wir mal so: Ich habe den Eindruck meine Chefin möchte mich loswerden. Ich muss dort nicht zwingend weg. Ich könnte mir aber auch vorstellen, eine andere Stelle zu suchen. Aber das möchte ich dann in Ruhe und mit der nötigen Zeit tun. Das heisst mit einem Kündigungsdatum, daß ausreichend weit in der Zukunft liegt und ohne Job Center im Hintergrund solange ich hier noch arbeite.
 

Zukunftruft

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@Zukunftruft

Was deine Chefin tun könnte, hängt vor allem davon ab, ob du überhaupt Kündigungsschutz genießt (Kleinbetrieb mit bis zu 10 Vollzeitbeschäftigten oder ein größerer?).

Danke für Deine Infos. Der Link scheint nicht zu funktionieren ("Die Datei ist beschädgt")
Ich habe mich nochmal schlau gemacht: Ja, ich genieße Kündigungsschutz: Kündigen (auch innerhalb der vertraglich vorgesehenen Kündigungsfristen) ohne Grund kann der Arbeitgeber nicht.
 
E

ExitUser

Gast
Das verlinkte Dokument (pdf-Datei) funktioniert bei mir einwandfrei. Einfach nochmal versuchen, oder herunterladen und separat außerhalb des Browsers öffnen. Sicherheitshalber noch der Hinweis auf die übergeordnete Seite: https://www.arbeitsagentur.de/nn_16...losigkeit/Publikation/pdf/da-alg-aktuell.html

Noch zu einem vorherigen Beitrag:

Eine Abfindung wird nur dann auf das ALG angerechnet, wenn die ansonsten einzuhaltende Kündigungsfrist abgekürzt wurde, also sozusagen das Kündigungsrecht "abgekauft" wurde. Wurde mit üblicher Frist vom Arbeitgeber gekündigt, erfolgt keine Berücksichtigung.

Du mußt bis zum dritten Tag nach Zugang des Kündigungsschreibens die Arbeitsagentur/das JC informieren ("frühzeitige Arbeitssuchendmeldung"), was aber nicht unbedingt persönlich erfolgen muß, anders als die eigentliche Arbeitslosmeldung. Ja, bewerben in Eigeninitiative und auf zumutbare(!), mit Rechtsfolgenbelehrung versehene Vermittlungsvorschläge der Arbeitsagentur/des JC mußt du dich schon ab Kündigung. Falls du zu Vorstellungsgesprächen oder Terminen bei der BA/JC eingeladen wirst, muß dein alter Arbeitgeber dich für diese Zeit bezahlt(!) freistellen.
 

Makale

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Kündigung aufgrund "Rationalisierung" + Abfindung ? Das führt zu Problemen, ich würde nicht drauf eingehen, denn dies stellt im Grunde nach ein Aufhebungsvertrag dar bzw. wird gerne als eine solche Art ausgelegt. Lass dich regulär "rausschmeißen". Jedenfalls ist Vorsicht geboten :icon_kotz:
 
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