Kündigung, Behinderung, zweiter Arbeitsmarkt, Termin Amtsarzt, was kann man tun

sunalwaysshines

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Hallo,

ich würde gerne einen Überblick haben, was folgendes bedeuten wird. Finanziell und Rechtlich. Es geht um meine Freundin.

Meine Freundin hatte in jungen Jahren einen schweren Unfall, die sich in gewissem Rahmen auf Ihr Kurzzeitgedächtnis aufwirkt. Nun hat sie dann aber eine Ausbildung im öffentlichen Dienst (Büro so Richtung Sachbearbeiterin, weiß jetzt nicht die genaue Berufsbezeichnung) gemacht und arbeitet dort jetzt seit ca 20-25 mit Unterbechung (ca 3-4 Jahren wegen Kindererziehung,..)Jahren. Nun gab und gibt es in ihrem Leben einige EInschnitte/Rückschläge. Familär, Beruflich,..

Die Leistunsgfähigkeit im Beruf ist schon immer eingeschränkt und ihre Aufgabengebieten wurden immer mehr beschnitten . Leider hat sie wohl den Fehler gemacht, sich darüber zu beschweren und ist somit in den Focus geraten. Nun steht im Raum, das sie den Job verlieren kann und dann auf dem zweiten Arbeitsmarkt gehen soll. Was wohl sowas wie Werkstätten bedeutet?! Sie ist nicht dumm aber eben unkonzentriert, hektisch und manchmal planlos und braucht lange Einarbeitunsgzeiten. Noch ist nichts entscheiden und es steht ein Termin beim Amtsarzt zur Berufsfähigkeit an oder wie sich das nennt.

Nun zu meinen Fragen

1. Was bedeutet das finanziell? Habe im Internet gelesen, das man da höchsten 100-300 Euro verdient. Was ja einen krassen Absturz für Sie bedeutet. Fällt Sie dann in HartzIV? Würde ja auch einige Einschnitte bedeutet. Sie will ja gerade selbstständig bleiben und das alles würde sie ja psychisch erst recht fertig machen, wenn sie so von Almosen leben muss und alles ersparte auflösen muss. Oder gibt es da andere Leistungen?
2. Wäre es im Fall einer Kündigung sinnvoll, dass sie dann erstmal alles ausschöpft. Krankengeld, Arbeitslosengeld und dann versucht EU Rente zu beantragen? Dann hätte sie zumindest eine gewisse Grundlage, die ihr eine Einkommensgrundlage bieten kann. Sie muss ja auch noch Unterhalt fürs Kind zahlen.
3. Bekommt Sie während der Zeit in de Werkstätten, denn erstmal , solange sie Anspruchszeiten hat, das ALG 1? oder fällt man dann direkt in Grundsicherung?
4. Was muss man generell bei sowas achten?

Danke
 

Doppeloma

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Hallo sunalwaysshines, :welcome:


ich würde gerne einen Überblick haben, was folgendes bedeuten wird. Finanziell und Rechtlich. Es geht um meine Freundin.
zunächst mal bin ich dankbar, dass sich jemand gefunden hat, dem zu deiner Anfrage eine (halbwegs) zutreffende Überschrift eingefallen ist ...
Vielleicht solltest du dich selbst erst mal näher mit den Forenregeln befassen, aus deinem Titel konnte man NICHTS dazu entnehmen worum es überhaupt gehen soll ... das soll aber daraus schon erkennbar sein, sonst wird es Niemanden interessieren das zu lesen (und dir vielleicht zu antworten).

Konkrete rechtliche und finanzielle Fragen wird deine Freundin wohl anders klären müssen (Betriebsrat/ Gewerkschaft/ Anwalt/ Sozialberatung usw.), das kann ein anonymes Forum gar nicht leisten mit deinen Angaben.

Meine Freundin hatte in jungen Jahren einen schweren Unfall, die sich in gewissem Rahmen auf Ihr Kurzzeitgedächtnis aufwirkt. Nun hat sie dann aber eine Ausbildung im öffentlichen Dienst (Büro so Richtung Sachbearbeiterin, weiß jetzt nicht die genaue Berufsbezeichnung) gemacht und arbeitet dort jetzt seit ca 20-25 mit Unterbechung (ca 3-4 Jahren wegen Kindererziehung,..)Jahren.
Mal ganz allgemein festgestellt war sie ja trotzdem in der Lage eine Ausbildung zu machen, abzuschließen und ziemlich lange Zeit am regulären 1. Arbeitsmarkt (vermutlich sogar im ÖD ???) ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Das aktuelle Lebens-Alter wäre nicht uninteressant, die Kinder scheinen ja inzwischen auch schon keine "Kleinkinder" mehr zu sein ???

Die Leistunsgfähigkeit im Beruf ist schon immer eingeschränkt und ihre Aufgabengebieten wurden immer mehr beschnitten .
Es gibt viele Menschen die nicht der heutigen "Norm" entsprechen und z.B. durch gesundheitliche Einschränkungen / bestätigte Behinderungen (hat sie einen GdB oder Schwerbehinderten-Ausweis ?) gewisse Rücksichten in der Arbeitsweld erwarten dürfen, die kann (und sollte) man nicht ALLE in "Behinderten-Werkstätten" unterbringen.

Das klingt ein wenig danach, dass du selber anzunehmen scheinst, das könne nun der AG so einfach entscheiden, was sie beruflich überhaupt noch "taugt" und dann beschließen, dass sie in einer solchen Werkstatt zukünftig arbeiten müsse.
Zunächst mal ist es IMMER freiwillig dort überhaupt zu arbeiten und davor werden andere (die Rentenkasse z.B.) zu prüfen und zu entscheiden haben, ob das wirklich nicht mehr anders geht, denn Vorrangig ist der 1. Arbeitsmarkt und keine "Behinderten-Werkstatt".

Leider hat sie wohl den Fehler gemacht, sich darüber zu beschweren und ist somit in den Focus geraten. Nun steht im Raum, das sie den Job verlieren kann und dann auf dem zweiten Arbeitsmarkt gehen soll.
Das war ganz sicher KEIN Fehler, dass sie sich darüber beschwert hat wenn man sie faktisch "mobbt" anstatt sie wirklich zu unterstützen ... und wenn man sie nun ganz los werden will wird man sie wohl offiziell (schriftlich) kündigen müssen, dann kann (und sollte) sie sich am Arbeitsgericht dagegen wehren ... = Kündigungsschutz-Klage muss innerhalb 3 Wochen eingereicht sein.

Was wohl sowas wie Werkstätten bedeutet?! Sie ist nicht dumm aber eben unkonzentriert, hektisch und manchmal planlos und braucht lange Einarbeitunsgzeiten. Noch ist nichts entscheiden und es steht ein Termin beim Amtsarzt zur Berufsfähigkeit an oder wie sich das nennt.
Das ist doch kompletter Unsinn, von der Kündigung am 1. Arbeitsmarkt geht es doch NICHT direkt in eine Werkstatt für Behinderte, wer hat euch denn so was erzählt ???
Das wird auch ganz sicher nicht der AG zu entscheiden und zu bestimmen haben.

Wenn sie dort nicht (mehr) arbeiten KANN weil sie davon krank wird, dann ist der erste Weg zum behandelnden Arzt und ein Krankenschein, damit sie sich erst mal erholen kann.
Mobbing ist eine Straftat (sofern es darum tatsächlich geht) und sollte angezeigt werden, auch die bloße "Androhung sie in eine Werkstatt für Behinderte abzuschieben" sehe ich als unzulässig / übergriffig an.

Das haben echt Behinderte Menschen wirklich nicht verdient, für die es leider keine anderen Möglichkeiten mehr (aus ihren Behinderungen bedingt) gibt sich ein kleines Taschengeld wenigstens selbst zu verdienen.
Häufig bekommen diese Menschen dazu bereits eine Rente wegen voller Erwerbsminderung ...

Das ist nicht als "Drohmittel" für AG gedacht, denen der Mitarbeiter für den 1. Arbeitsmarkt vielleicht etwas "zu langsam ist" ... :icon_dampf:

Sie sollte sich also gezielte Hilfe suchen vor Ort und nicht auf ein kleines "Wunder" aus dem anonymen Internet-Forum hoffen ... schau lieber mal nach welche sozialen Einrichtungen es dafür in der Nähe bei euch geben könnte und sprecht diese Stellen dann direkt darauf an ...

1. Was bedeutet das finanziell? Habe im Internet gelesen, das man da höchsten 100-300 Euro verdient. Was ja einen krassen Absturz für Sie bedeutet.
Es ist eigentlich völlig überflüssig diese Fragen jetzt und hier klären zu wollen, Niemand kommt aus einer regulären Stelle direkt in eine Werkstatt für Behinderte, nur weil der AG das gerne so hätte ...

Sie kann (und sollte) durchaus auch versuchen selbst eine andere / bessere Stelle zu finden, warum wird darüber gar nicht erst nachgedacht ???

Fällt Sie dann in HartzIV? Würde ja auch einige Einschnitte bedeutet. Sie will ja gerade selbstständig bleiben und das alles würde sie ja psychisch erst recht fertig machen, wenn sie so von Almosen leben muss und alles ersparte auflösen muss. Oder gibt es da andere Leistungen?
Niemand "fällt" so einfach in Hartz 4, nur weil er mit dem AG nicht mehr klar kommt, WARUM denkst du eigentlich selber gleich an das (vermeintlich) "Schlimmste" dabei es gibt doch noch genug andere Arbeit, um die sie sich bewerben könnte ... ???
Das klingt ja auch nicht gerade danach, dass du deiner Freundin besonders viel zutrauen würdest, sich auf dem 1. Arbeitsmarkt wieder neu durchzusetzen, wie Millionen andere Menschen auch, die mal Probleme mit ihrem AG bekommen und die Arbeit verlieren (oder verlieren könnten) ...

Man kann sich durchaus auch schon selber nach was Anderem umsehen wenn man den Eindruck hat, dass es beim aktuellen AG keine (lange) Zukunft mehr geben wird ... es ist GUT und Richtig, dass sie sich nicht Alles gefallen lässt ... da muss man auch nicht auf die schriftliche Kündigung vom AG warten.

Mit einer neuen (vielleicht sogar besseren) Stelle sicher in der Tasche kann man durchaus auch selber kündigen und dem aktuellen AG dann erleichtert "die Brocken hinwerfen" ...
WARUM denkst du so negativ und siehst den "Wald vor Bäumen" nicht mehr, geht es vielleicht sogar um dich selber und gar nicht um "irgendeine Freundin" ...???

2. Wäre es im Fall einer Kündigung sinnvoll, dass sie dann erstmal alles ausschöpft. Krankengeld, Arbeitslosengeld und dann versucht EU Rente zu beantragen?
Wenn sie krank ist sollte sie (bald) zum Arzt gehen und nicht erst wenn sie schon schriftlich gekündigt wurde ... das sehen auch die Krankenkassen nicht so gerne wenn Arbeitslose dann lange Krankengeld haben wollen ...
Deine Vorstellungen "erst mal alles auszuschöpfen" gehen auch völlig an den Realitäten vorbei ... und eine EU-Rente gibt es schon seit 2001 überhaupt nicht mehr.

Die Rente wegen Erwerbsminderung bekommt allerdings auch Niemand hinterhergeworfen, nur weil er dem AG ein wenig zu langsam ist bei der Arbeit ... das funktioniert so "planmäßig" auch alles nicht, dazu kannst du gerade hier im Forenbereich sehr viel nachlesen ...

Dann hätte sie zumindest eine gewisse Grundlage, die ihr eine Einkommensgrundlage bieten kann. Sie muss ja auch noch Unterhalt fürs Kind zahlen.
Das interessiert aber die Rentenkasse nicht wofür sie gerne eine gewisse "finanzielle Grundlage" hätte, das ist KEIN ausreichender Grund für eine Berentung wegen Erwerbsminderung ... dabei geht es NUR um rein gesundheitliche Aspekte die es nicht mehr erlauben seinen Lebensunterhalt durch regelmäßige Erwerbstätigkeit selbst zu erarbeiten.

Ob ihre verbliebenen Unfall-Folgen dafür dann mal ausreichen werden ist (nach der Antragstellung an die DRV) von Ärzten / Gutachtern (eventuell auch in einer med. Reha-Klinik) zu beurteilen und ganz sicher nicht von den Usern hier im Forum. :icon_evil:
Wenn sie finanziell nachweislich nicht Leistungsfähig ist (wegen Bezug von Lohnersatzleistungen oder EM-Rente) , dann muss sie auch keinen Kindes-Unterhalt zahlen, das wäre dann mit dem zuständigen Jugendamt zu klären.

3. Bekommt Sie während der Zeit in de Werkstätten, denn erstmal , solange sie Anspruchszeiten hat, das ALG 1? oder fällt man dann direkt in Grundsicherung?
Sie kommt in keine "Werkstätten" und wer dort arbeiten "darf" macht das freiwillig und bekommt auch KEIN ALGI mehr dazu ... das gibt es nur wenn man auch am 1. Arbeitsmarkt arbeiten kann und gesundheitlich gesehen auch dort vermittelbar ist.
Das prüfen aber NUR Ärzte und KEINE AG ... (auch bei der AfA gibt es einen ärztlichen Dienst der dafür zuständig ist).

4. Was muss man generell bei sowas achten?
Realistisch bleiben, VOR ORT Hilfe suchen / annehmen und sich nicht von Jedem (auch nicht vom AG) irgendwelchen Unsinn erzählen lasse ... am Besten das Leben IMMER in die eigenen Hände nehmen.
Nur man selbst hat letztlich zu entscheiden, wo man (vielleicht) mal arbeiten wird ... auch wenn man das aktuelle Tempo nicht immer mithalten kann, ist man noch lange KEIN Fall für den 2. oder 3. Arbeitsmarkt (das ist Alles nur mehr oder weniger sinnloser "Ersatz" für richtige versicherungspflichtige Tätigkeiten von dem keiner wirklich leben kann) ...

MfG Doppeloma
 

sunalwaysshines

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Hallo, vielleicht nochmal ein paar Details dazu

1. Sie hat ja schon längere Zeit kaum oder nur geringwertieg Arbeiten, die nicht annähernd ihre Arbeitszeit/Berufsbild ausfüllen gemacht.
2. SI eist Mitte 40
3. Sie hat sich intern um viele Alternativen beworben, woraus aber nie was wurde.
4. Es wurden schon diverse alternativ Arbeiten ausprobiert aber das scheint ohne Erfolg gewesen zu sein inkl Jobcoach und einer "Caritasbetreuung". Letztere haben die Werkstatt überhaupt erst als Thema aufgemacht. Eventuell nen anderen Job aber wenn sie jetzt schon nicht durch den GDB richtig vor Kündigung geschützt ist, dann in einem neuen Job erst recht nicht und den gibt es so auch nicht in der freien Wirtschaft (Bitte glaub mir, ich kann das einschätzen). DIe von der Caritas war dann oft auch sehr pampig, sie könne ja in ner Bäckerei anfangen, weil sich ja so ein Frühaufsteher ist. Absolut daneben.
Besonders die Betreuung durch die Caritas fand ich eine Frechheit und absolut unqualifiziert, was die angestellt haben in der gesamten Zeit. Sie braucht halt eine Routinejob, das dauert. Sie hatte schon 80h mit Jobcoach und angeblich war das alles fruchtlos. Durch die laufende Digiatlisierung wären auch keine Jobs mehr , die in Frage kämen u.sw. u.s.w.. Glaub mir, ich habe mich schon genug über diese ganze "Sozialindustrie" aufgeregt, die leben alle sehr gut von Menschen wie meiner Freundin und dann will man sie , wenn das Geld nicht mehr fließt abschieben.
5. Meine Freundin ist zur Zeit in einer psychologischen Klinik , nachdem sie im Job zusammengebrochen ist. Seit fast 8 Wochen und wird nun bald entlassen. Dort war vor ein paar Tagen ein Gespräch mit Ärztin, Sozialdienst un einer Vertreterin der AN Vertrertung der Behörde .
Dort wurde nochmal vorgetragen, dass man alles versucht hätte, das Arbeitsergebnis nicht befriedigend ist u.s.w. u.s.w.. Das sie ja auch mit dem Job nicht zufrieden ist und der AG das ja auch nicht sei und man sich da beidseitig anderweitig orientieren müsse. Da wären Werkstätten doch ne Möglichkeit, da wäre sie doch besser aufgehoben u.s.w. u.s.w..
6. Nach Ihrer Entlassung solls dann zum Amtsarzt gehen und der soll es beurteilen, ob sie dort noch arbeiten kann
7. Vom Jobcoach, der "netten" Dame von der Caritas und jetzt auch der AN Vertreterin wurde schon mehrfach bemerkt, dass man auch als Schwerbehinderter nicht unkündbar ist. Sie wird wohl erstmal arbeitsunfhig entlassen.


Das niemand so einfach in HartzIV fällt, halte ich für ne steile These, kenne aus meinem Berufsleben genug Beispiele. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich frühzeitig Gedanken um alle Optionen machen sollte. Mag man anders sehen, ich bin damit immer gut gefahren.
 
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Doppeloma

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Hallo sunalwaysshines,

falls du noch Interesse an weiteren Antworten haben solltest, versuche ich es gerne nochmal etwas anders ...

1. Sie hat ja schon längere Zeit kaum oder nur geringwertieg Arbeiten, die nicht annähernd ihre Arbeitszeit/Berufsbild ausfüllen gemacht.
2. SI eist Mitte 40
3. Sie hat sich intern um viele Alternativen beworben, woraus aber nie was wurde.
Dann sollte sie zumindest schon einen Versicherungs-Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung = EM-Rente (bei der Rentenkasse / DRV) erworben haben ...
In der Regel bekommt man umfangreiche schriftliche Informationen dazu (ab ca. 35. Lebensjahr) automatisch so alle 2 - 3 Jahre von der DRV zugeschickt, ist dir bekannt, ob sie solche Renten-Informationen schon mal bekommen hat ???

Da steht genau drin, welche Renten sie schon (durch ihre Beiträge) mal bekommen könnte und auch ein ungefährer Betrag wie hoch eine EM-Rente zu diesem Zeitpunkt wäre, wenn sie (nachweislich) aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann für ihren Lebensunterhalt.

Hat sie so was nicht (oder weiß nicht wo es ist), dann sollte umgehend eine solche Renten-Information bei der zuständigen Rentenkasse (meist die DRV) angefordert werden, dafür braucht sie NUR ihre Renten-Versicherungs-Nummer angeben ...
Man wird ihr dann mitteilen, ob erst eine "Kontenklärung" dort erforderlich ist (und was sie dafür tun muss) oder ob schon alle nötigen Daten (aus dem bisherigen Erwerbsleben) vorliegen.

Das kann sie JEDERZEIT selbst machen und es hat ihr auch Niemand was dabei vorzuschreiben ...

4. Es wurden schon diverse alternativ Arbeiten ausprobiert aber das scheint ohne Erfolg gewesen zu sein inkl Jobcoach und einer "Caritasbetreuung". Letztere haben die Werkstatt überhaupt erst als Thema aufgemacht.
Bewerbungen um eine andere Stelle gehen ja nicht nur "intern" beim aktuellen AG und dass die "Caritas" gerne "billige Arbeitskräfte" sucht (dort sind viele 1-€-Jobber beschäftigt, die angeblich auch NIX Anderes mehr können sollen) ist hier durchaus schon bekannt.
Trotzdem kommt man nicht direkt aus dem 1. Arbeitsmarkt in eine Werkstatt für Behinderte und trotzdem ist es immer noch freiwillig dort überhaupt zu arbeiten.

Von dem Einkommen in so einer Werkstatt kann NIemand leben und alles bezahlen, dazu bekommen die Betroffenen in der Regel schon eine EM-Rente ODER "Sozial-HILFE" (SGB XII) wenn sie auf eine EM-Rente (aus ihrem bisherigen Erwerbsleben) keinen Anspruch haben sollten.
Ich kenne mich damit allerdings nur sehr begrenzt aus, das JC (SGB II / Hartz 4) ist (meiner bescheidenen Kenntnis nach) dann meist nicht mehr zuständig, weil man ja als nicht Erwerbsfähig (für wenigstens 3 Stunden) angesehen wird ...

Von solchen "Helfern" (wie der "Caritas") sollte sie sich besser schnellstens wieder trennen, was hat sie mit einem "JobCoach" zu tun (wer bezahlt den ???) wenn sie aktuell noch im festen Arbeitsverhältnis steht ???
Zur Erwerbsfähigkeit hat letztlich NUR die Rentenkasse zu entscheiden, also sollte sie (nach Klärung ihrer Ansprüche) dort einen Antrag auf EM-Rente stellen, dann wird das wenigstens von der zuständigen Behörde auch geprüft und entschieden ...

Bei der DRV gibt es durchaus auch Möglichkeiten für reguläre "Arbeits-Erprobungen" und berufliche Veränderungen (durch berufliche Reha auf Kosten der Rentenkasse) zu unterstützen, davon scheint man ja bei euren örtlichen Unterstützern auch noch nie was gehört zu haben ... :icon_kinn:

Eventuell nen anderen Job aber wenn sie jetzt schon nicht durch den GDB richtig vor Kündigung geschützt ist, dann in einem neuen Job erst recht nicht und den gibt es so auch nicht in der freien Wirtschaft (Bitte glaub mir, ich kann das einschätzen).
Hat sie denn nun einen Schwerbehinderten-Ausweis (mit welchem GdB) oder nicht, mit "Glauben" kommen wir hier alle nicht weiter und der höhere Kündigungsschutz kann auch auf die Dauer nichts bringen wenn man dem Job gar nicht (mehr) gewachsen ist ...
Auch Behinderte / Schwerbehinderte werden nur für die Arbeit bezahlt, die sie trotzdem noch zufriedenstellend (für den AG) erledigen können ... das gilt sogar für die "Werkstätten" ...

DIe von der Caritas war dann oft auch sehr pampig, sie könne ja in ner Bäckerei anfangen, weil sich ja so ein Frühaufsteher ist. Absolut daneben.
Besonders die Betreuung durch die Caritas fand ich eine Frechheit und absolut unqualifiziert, was die angestellt haben in der gesamten Zeit.
Wie schon oben erwähnt sollte man sich von solchen "Helfern" schnell wieder trennen, ich nehme doch an sie steht nicht unter "amtlicher Betreuung", dann hat sie auch das Recht selbst zu entscheiden wer ihr was vorschreiben darf und wer nicht ...
Man sollte sich aber auch von solchen "caritativen" Organisationen keine sinnvolle Arbeits-Vermittlung erhoffen, dafür wäre nur die AfA (Agentur für Arbeit) zuständig ...

Glaub mir, ich habe mich schon genug über diese ganze "Sozialindustrie" aufgeregt, die leben alle sehr gut von Menschen wie meiner Freundin und dann will man sie , wenn das Geld nicht mehr fließt abschieben.
Bisher ist sie ja noch gar nicht in dieser "Sozial-Industrie" angekommen, du darfst auch nicht Alles "in einen Topf werfen" aus lauter Frust ... ich weiß durchaus was du meinst und finde das genau so unmenschlich und teilweise schon "pervers" wie du.
Aber nach deinen Schilderungen ist sie bisher noch immer am 1. Arbeitsmarkt bei einem öffentlichen AG fest angestellt und DAS ist die aktuelle Ausgangsbasis ... dort hat sie mit dieser "Sozial-Industrie" noch gar nichts zu tun und muss sich da auch NICHT hinschieben lassen.... :icon_evil:


5. Meine Freundin ist zur Zeit in einer psychologischen Klinik , nachdem sie im Job zusammengebrochen ist. Seit fast 8 Wochen und wird nun bald entlassen. Dort war vor ein paar Tagen ein Gespräch mit Ärztin, Sozialdienst un einer Vertreterin der AN Vertrertung der Behörde .
Sie ist also AU geschrieben und aktuell in einer Akut-Klinik ... dort wird es ja dann einen Bericht geben müssen, wie der Aufenthalt und die Behandlungen dort verlaufen sind und ob sich der Zustand dadurch gebessert hat oder warum nicht.
Anschließend wird sie von ihren ambulanten Ärzten weiterbehandelt und ich denke doch, die werden sie auch weiterhin AU schreiben wenn sie nicht in der Lage ist wieder zu arbeiten.

Dort wurde nochmal vorgetragen, dass man alles versucht hätte, das Arbeitsergebnis nicht befriedigend ist u.s.w. u.s.w.. Das sie ja auch mit dem Job nicht zufrieden ist und der AG das ja auch nicht sei und man sich da beidseitig anderweitig orientieren müsse. Da wären Werkstätten doch ne Möglichkeit, da wäre sie doch besser aufgehoben u.s.w. u.s.w..
Ich weiß nicht warum da ALLE bei ihr nur noch die Behinderten-Werkstätten für möglich halten wollen, zwischen aktueller Stelle und diesem "letzten beruflichen Abstellgleis" gibt es doch noch 1000 andere Möglichkeiten, beruflich wieder "auf die Beine zu kommen".
Ob der AG sich da "umorientieren" möchte / muss ist nicht das Problem deiner Freundin, es geht NUR um IHR weiteres Berufsleben dabei ... und das sollte ja nicht direkt zur beruflichen "Endstation" führen müssen ... davon kann sie ganz sicher NICHT leben (als einziges Einkommen) und ob sie das dann beruflich "ausfüllen" wird (für sich selbst und für die Erwartungen der Werkstatt) ist auch eine ganz andere Frage ...

6. Nach Ihrer Entlassung solls dann zum Amtsarzt gehen und der soll es beurteilen, ob sie dort noch arbeiten kann
Zu welchem "Amtsarzt" bitte soll es dann gehen ... zum Arzt des "Dienstherren", das ist freiwillig solange sie AU geschrieben ist hat der dazu gar nichts zu beurteilen ... das hat auch keine Klinik zu bestimmen welche "Amtsärzte" man anschließend aufzusuchen habe ...

7. Vom Jobcoach, der "netten" Dame von der Caritas und jetzt auch der AN Vertreterin wurde schon mehrfach bemerkt, dass man auch als Schwerbehinderter nicht unkündbar ist. Sie wird wohl erstmal arbeitsunfhig entlassen.
Was haben die bitte ALLE damit zu schaffen ob sie AU aus der Klinik entlassen wird, sie hat doch wohl behandelnde ambulante Ärzte an ihrer Seite, die dazu die gesundheitlich erforderlichen Entscheidungen treffen werden mit ihr zusammen und NUR nach ihrem gesundheitlichen Befinden.
Ganz ehrlich soll man es doch TUN und versuchen sie zu entlassen wenn man meint das wäre so leicht, dafür braucht der AG die Zustimmung vom Integrationsamt, sonst ist die Kündigung unwirksam bis das nachgeholt wird.
Wirklich "unkündbar" sind Schwerbehinderte allerdings NICHT, aber solche (bisher leeren) "Drohungen" können sich die daran Beteiligten trotzdem sparen ...

Diese Tatsache hat aber direkt NICHTS mit ihrem aktuellen Gesundheits-Zustand und der weiteren AU-Bescheinigung zu tun, im Moment hat ihre Behandlung Vorrang und Krankengeld kann man bis zu 78 Wochen bekommen, dagegen kann auch der AG NICHTS machen (kündigen kann er ja trotzdem versuchen) ... die KK muss auch dann weiter Krankengeld zahlen wenn weiter AU besteht.

In dieser Zeit könnte sie z.B. auch einen Reha- oder EM-Renten-Antrag an die DRV stellen ... es kann sogar sein, dass sie von der KK dazu aufgefordert wird, das zu tun ... dort (in einer Reha-Klinik oder für den EM-Renten-Antrag) wird dann sehr gründlich geprüft was sie beruflich wirklich noch leisen könnte (gesundheitlich gesehen, nicht nach Wunsch von AG / JobCoaches oder "Caritas") und wie man weiter vorgehen sollte (berufliche Reha-Förderung für den 1. Arbeitsmarkt ODER eine befristete EM-Rente für die vorläufige Entlastung überhaupt arbeiten gehen zu müssen) ....

Auch nach dem Ablauf von Krankengeld-Zahlungen (nach 78 Wochen = 1,5 Jahre) besteht zunächst noch Anspruch auf ALGI für wenigstens 12 Monate, selbst dann wenn der AG es noch nicht geschafft haben sollte sie zu entlassen ... dafür hat sie viele Jahre Beiträge gezahlt und diese Lohnersatz-Leistungen sind gesetzlich VORRANGIG, ehe der Staat überhaupt mit Sozial-Leistungen (SGB II / SGB XII) einspringen muss....

Das niemand so einfach in HartzIV fällt, halte ich für ne steile These, kenne aus meinem Berufsleben genug Beispiele.
Wer im aktiven Berufsleben steht und (ein zu geringes Einkommen) mit Hartz 4 "aufstocken" muss ist ein ganz anderer Fall, als deine Freundin aktuell ... das empfinde ich auch als eine besondere "Schande und Ungerechtigkeit", wer (Vollzeit) arbeitet soll auch genug für seinen kompletten Lebensunterhalt verdienen können und NICHT zusätzlich zum Amt müssen ...

Für deine Freundin gelten allerdings aktuell noch andere Regeln weil sie nun (AU-bescheinigt) krank geworden ist ... sie scheint ja bisher noch keine sozialen Zuschüsse zu benötigen und "regulär" wird sie vorerst auch nicht in Hartz 4 landen (können) es sei denn ihr Krankengeld / später ALG I wäre auch schon zu gering für ihre notwendigsten Ausgaben, dann müsste sie auch "aufstocken", wäre aber immer noch NICHT im Vollbezug von Sozial-Leistungen des JC.

Das kannst du aus persönlicher Kenntnis sicher besser einschätzen, die (unbedingt durchgehende / lückenlose) AU-Bescheinigung schützt sie überall zumindest vor unzumutbaren Vermittlungsversuchen oder Abschiebung in sinnlose "Eingliederungs"-Maßnahmen (wie JobCoachings) oder "Ausleihe" als 1-€-Jobber an die "Caritas" ...

Du siehst die Auswüchse der (angeblichen) "Sozial-Industrie" sind mir durchaus auch bekannt, dagegen muss man sich bei Bedarf wehren, denn in den meisten Fällen gehen dadurch versicherungspflichtige Arbeitsstellen verloren, für die früher mal regulär bezahlt werden musste ...

Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich frühzeitig Gedanken um alle Optionen machen sollte. Mag man anders sehen, ich bin damit immer gut gefahren.
Sehe ich auch so und darum sollte sich deine Freundin vorrangig, um ein gutes Verhältnis zu ihren behandelnden Ärzte und um die Infos zur EM-Rente bei der DRV kümmern ... da haben sich andere Personen gar nicht einzumischen ... und sie braucht auch von Niemandem die "Erlaubnis" dafür ... :icon_evil:

Dem "Rest der Welt" darf sie gerne mitteilen, dass sie KRANK ist (mit laufender ärztlicher Bescheinigung) und sich um die weitere berufliche Situation erst wieder nach der Genesung den Kopf zerbrechen wird ... bis dahin ergibt das nämlich für Niemanden einen Sinn, am wenigsten für sie selber ...

MfG Doppeloma
 

sunalwaysshines

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Sie hat derzeit 60% GDB schon seit vielen Jahren. Ich würde aber es so einschätzen, dass das durchaus mehr werden könnte, bei Neubeurteilung.

Ausgangsbasis ... dort hat sie mit dieser "Sozial-Industrie" noch gar nichts zu tun und muss sich da auch NICHT hinschieben lassen.... :icon_evil:
Damit meine ich die Caritas. Die Dame von der Caritas war ja angeblich für ihre "Privatlebenfragen" zuständig. Komisch, dass es, sobald es um private Sachen ging, nicht viel kam, sondern zusammen mit der JobCoahing Dame viel gemacht wurde, inkl der Aussage: Gehen Sie doch in eine Behindertenwerkstatt. Auch nach der Aufgabenstellung, gab es , was ich im Internet gefunden habe, gar keine Grundlage für eine private Beratungsuntertsützung. Überhaupt nicht die Aufgabe. Mal abgesehen davon, das die Dame wohl von Psychologie und Umgang mit Behinderten absolut keine Ahnung hatte. So überheblich, wie die mit meiner Freundin umgegangen, als ich 2-3 mal dabei war, das ging gar nicht. Es gab halt auch die Aussage, das das Integrationsamt durchaus dafür sorgen kann, das der Job weg ist.

Sie hat schon Rentenansprüche, die auf jeden Fall über HartzIV liegen dürften, was ich mal vor ca 1-2 Jahren mitbekommen habe.



Sie ist also AU geschrieben und aktuell in einer Akut-Klinik ... dort wird es ja dann einen Bericht geben müssen, wie der Aufenthalt und die Behandlungen dort verlaufen sind und ob sich der Zustand dadurch gebessert hat oder warum nicht.
Anschließend wird sie von ihren ambulanten Ärzten weiterbehandelt und ich denke doch, die werden sie auch weiterhin AU schreiben wenn sie nicht in der Lage ist wieder zu arbeiten.
Die AN VErtreterin ihres Arbeitgebers war ja auch da. Wollte auch wissen wegen "Arbeitsfähigkeitsbeurteilen", da sagte man ihr, das wäre nicht Bestandteil der Entlassungsbeurteilung. Darauf meinte sie, das würde dann ja auch vom Amtsarzt (Abteilung hier im Gesundheitamts gemacht, da stand aber auch was vom "Gesundheitsdienst des Kreisamtes" bei, also Kreisamt ist ihr Arbeitgeber)


Ich weiß nicht warum da ALLE bei ihr nur noch die Behinderten-Werkstätten für möglich halten wollen, zwischen aktueller Stelle und diesem "letzten beruflichen Abstellgleis" gibt es doch noch 1000 andere Möglichkeiten, beruflich wieder "auf die Beine zu kommen".
Ob der AG sich da "umorientieren" möchte / muss ist nicht das Problem deiner Freundin, es geht NUR um IHR weiteres Berufsleben dabei ... und das sollte ja nicht direkt zur beruflichen "Endstation" führen müssen ... davon kann sie ganz sicher NICHT leben (als einziges Einkommen) und ob sie das dann beruflich "ausfüllen" wird (für sich selbst und für die Erwartungen der Werkstatt) ist auch eine ganz andere Frage ...
Einige wahrscheinlich , weil man sie loswerden will und ihr das irgendwie schmackhaft machen will, weil sie ja immer vorträgt, das sie gerne arbeiten will und die derzeitige Analyse eben ist, dass das nicht geht und da hätte sie halt ne Beschäftigung. Auf Fragen, was das finanziell bedeutet, kommt aber nie was, entweder wissen die das alle wirklich nicht, speziell die AN Vertretung ihres Arbeitgeber oder man weiß das nur ein Almosen ist. SO oder so will sie ja gerade mehr machen und nicht frustriert den ganzen Tag kaum was machen.
Wobei ich glaube, die "AN Vertretung" tut nach außen sehr freundlich und umgänglich aber am Ende will man sie raus haben.

Die Ärztin meinte halt noch, dass die ja ganz umgänglich wäre, andere , die dort kämen, würden ganz andere Ansagen machen. ich denke hier wird mit "ich bin so nett und sie müssen doch verstehen,... Masche gearbeitet wird und ich glaube meine Freundin ist da gerade mit dieser Masche manchmal etwas zu offen. Da meine Freundin so unglücklich dort ist, wäre man doch mit dem zweiten Arbeitsmarkt besser bedient und sie wäre dann dort bestimmt glücklicher und vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit irgendwann mit der Förderung am 1. Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen u.s.w. Ihr Leben wäre doch , besonders im Job von Frust der Nichtanerkennung/Frust geprägt und das wäre doch in einer Werkstatt anders u.sw.. u.s.w..
 

sunalwaysshines

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Ach, noch etwas, was ist von einer psychatrischen häuslichen Krankenpflege zu halten. Das wurde uns von der Klinik empfohlen nach dem Aufenthalt.
 

Kerstin_K

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Das klingt nach APP. Kann erstmal für maximal 4 Monate vom Arzt verordnet werden, danach über Pflegegrad.
 

Doppeloma

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Hallo sunalwaysshines,

QUOTE="sunalwaysshines, post: 2415482, member: 66975"]
Sie hat schon Rentenansprüche, die auf jeden Fall über HartzIV liegen dürften, was ich mal vor ca 1-2 Jahren mitbekommen habe.
[/QUOTE]

Von All diesen "Pseudo-Helfern" sollte sie sich umgehend trennen und sich in ihr Leben nicht mehr herein reden lassen ...
Ihre AU aufrecht erhalten und umgehend einen Antrag auf EM-Rente stellen, da wird sich ja erweisen, was dabei dann rauskommt und ob die DRV ihr auch keine richtige Arbeit mehr zutrauen möchte ...

Dabei kannst du ihr gerne tatkräftig helfen das auf den Weg zu bringen, die nötigen Anträge findest du im Internet ...

Ärztliche Nachweise / Befunde / Klinikberichte sollten unbedingt (in Kopie) schon beigefügt werden, die DRV ist leider oft nicht sehr fleißig sich das selber zu besorgen.

Es gab halt auch die Aussage, das das Integrationsamt durchaus dafür sorgen kann, das der Job weg ist.
War sie denn SELBER schon mal beim Integrationsamt, die sind dafür da IHR zu helfen den Job nicht zu verlieren, die stimmen einer Entlassung von Schwerbehinderten nur dann zu wenn es wirklich KEINEN anderen Weg mehr gibt sie beim aktuellen AG weiter zu beschäftigen.

Aktuell ist es doch eher so, dass ALLE fleißig daran arbeiten ihr das Gegenteil zu beweisen, meinst du mit der AN-Vertretung die Schwerbehinderten-Beauftragten vom AG ???
Die sollten an ihrer Seite stehen und nicht solchen Unsinn erzählen wenn das Integrations-Amt noch gar nicht beteiligt wurde an den ganzen bisherigen Überlegungen ... vorher entscheiden die auch nicht, dass sie gekündigt werden darf.

Auch bei einer EM-Berentung (die in der Regel zunächst befristet) erfolgen würde, soll ein vorhandener Arbeitsplatz erhalten bleiben, um bei einer deutlichen Besserung (über die Rentenzeit) auch wieder arbeiten zu können ... das Arbeitsverhältnis wird dann solange "ruhend" gestellt und das Integrations-Amt wird ganz sicher nicht so "einfach" einer anderen Lösung zustimmen, die dem AG besser gefallen würde.

Die AN VErtreterin ihres Arbeitgebers war ja auch da. Wollte auch wissen wegen "Arbeitsfähigkeitsbeurteilen", da sagte man ihr, das wäre nicht Bestandteil der Entlassungsbeurteilung. Darauf meinte sie, das würde dann ja auch vom Amtsarzt (Abteilung hier im Gesundheitamts gemacht, da stand aber auch was vom "Gesundheitsdienst des Kreisamtes" bei, also Kreisamt ist ihr Arbeitgeber)
Ob sie Arbeits-FÄHIG ist oder nicht haben NUR die behandelnden Ärzte zu entscheiden und wenn dazu eine Überprüfung nötig ist (weil es z.B. die KK verlangt) dann ist der MDK (Med. Dienst der Krankenkassen) dafür zuständig ... das Gesundheits-AMT (was hier wohl auch den "Betriebsarzt" ersetzen soll ???) hat darüber GAR NICHT zu entscheiden.

Ein "Betriebsarzt" hat nur zu beurteilen, ob ein Mitarbeiter für seine (oder irgendeine andere mögliche) Tätigkeit beim AG (noch) geeignet ist, das macht aber während einer laufenden Arbeits-Unfähigkeit wenig Sinn, da kann man in der Regel sowieso überhaupt NICHT arbeiten ... es wäre also für solche Überlegungen die Genesung (oder wenigstens eine deutliche Besserung) anzuwarten.

An die Entlassung von Schwerbehinderten werden durchaus sehr hohe Anforderungen gestellt, dass sie (öfter) mal krank sind als andere Mitarbeiter genügt dafür sicher nicht und für die Suche nach der vielleicht geeigneten Beschäftigung ist das Integrations-AMT mit einzubeziehen ...

Eine Erhöhung des GDB bringt deine Freundin da im Moment auch nicht weiter und für die Entscheidungen zur EM-Rente hat das bei der DRV keine besondere Bedeutung, auch Schwerstbehinderte gehen oft arbeiten (Vollzeit an einem geeigneten Arbeitsplatz), darum kann sie sich immer noch kümmern wenn sie eine Entscheidung zum Antrag auf EM-Rente hat.

Einige wahrscheinlich , weil man sie loswerden will und ihr das irgendwie schmackhaft machen will, weil sie ja immer vorträgt, das sie gerne arbeiten will und die derzeitige Analyse eben ist, dass das nicht geht und da hätte sie halt ne Beschäftigung.
Weil man gerne arbeiten will muss man ja noch lange nicht in eine Werkstatt für Behinderte ... auch zu einer vollen EM-Rente darf man (am 1. Arbeitsmarkt) was dazu verdienen (bis zu 6300 € im Jahr ohne Abzug von der Rente) wenn man eine passende Stelle (als Minijob) findet.
Man kann sich auch ehrenamtlich betätigen wenn man sich regelmäßige Arbeit (ein paar Stunden die Woche) noch nicht zutraut, da gibt es viele Möglichkeiten, die man auch mit einer bewilligten EM-Rente probieren kann.

Man MUSS aber dann nicht wenn es doch nicht geht und hat trotzdem sein Geld (die EM-Rente) monatlich sicher auf dem Konto ... ich gehe (schon seit rund 10 Jahren) nicht mehr außer Haus arbeiten und habe trotzdem KEINE Langeweile, es gibt auch viele andere Interessante Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben. :idea:

Da meine Freundin so unglücklich dort ist, wäre man doch mit dem zweiten Arbeitsmarkt besser bedient und sie wäre dann dort bestimmt glücklicher und vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit irgendwann mit der Förderung am 1. Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen u.s.w.

Die Hoffnung am 2. Arbeitsmarkt "besser bedient zu sein" sollte sie schnell wieder ablegen, welche Tätigkeiten stellt sie sich denn da selber so vor ???
Da wird man erst Recht "als der letzte Dreck" betrachtet und behandelt und wer im sogenannten 2. Arbeitsmarkt erst mal gelandet ist, der kommt da auch (meist) nie wieder raus ... und in den 1. Arbeitsmarkt zurück, wie soll das denn funktionieren ...

Da hat sie noch eher eine Aussicht nach einer (befristeten) EM-Rente wieder richtig arbeiten zu können, besonders wenn der AG sie aktuell nicht einfach entlassen darf, weil bereits ein Antrag auf EM-Rente läuft und nun DORT (bei der DRV) für ALLE anderen rechtsverbindlich entschieden wird, ob sie Erwerbsfähig (nach Rentenrecht) ist oder nicht ...

Die erhoffte "Anerkennung" im Job irgendwann mal zu finden, das kann ich ihr auch nicht versprechen ... die habe ich schon in meinen letzten 20 Berufsjahren vergeblich gesucht ... du bist solange "wichtig" wie alles läuft, du nicht zu oft wegen Krankheit fehlst und möglichst keine Fehler machst ... ansonsten gilt immer mehr "aus den Augen, aus dem Sinn" ...

Zu dieser APP-Sache habe ich leider keine Ahnung, eine Bekannte von mir hatte wohl auch mal eine solche Betreuung, die ihr bei Behörden-Gängen / Formularen geholfen hat aber als "Beistand" beim JC war sie wohl auch nicht zu gebrauchen ...
Meiner Bekannten wurde dann vorgehalten, dass sie doch mal wieder was tun müsse (sie sei doch noch so jung) und wie es mit einem 1-€-Job wäre ???

Sie war übrigens schon seit Jahren schwer krank und durchgehend AU geschrieben, das hat die SB vom JobCenter damals auch nicht weiter "gestört" oder gar abgehalten, ihr solche Vorschläge zu machen.

Die APP fand es dann gar nicht gut, dass meine Bekannte das dankend abgelehnt hat, "So käme sie doch endlich mal wieder unter die Leute" ... mehr wusste die dazu offenbar auch nicht ... auf eine Verlängerung dieser Betreuung hat meine Bekannte dann verzichtet.
Inzwischen konnte ich sie überzeugen erneut eine EM-Rente zu beantragen (sie hatte bereits eine Ablehnung hinter sich) und nun braucht sie endlich kein Geld vom JobCenter mehr ... leider musste sie auch erst bis zu Sozial-Gericht ...
Inzwischen ist sie sehr froh, dass sie meinem Rat gefolgt ist, am Gericht bekam sie dann die EM-Rente sogar direkt unbefristet bewilligt :icon_daumen:

Es kann also auch sehr hart werden aber der Kampf lohnt sich, wenn es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt mal zur Ruhe zu kommen ...

MfG Doppeloma
 

sunalwaysshines

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War sie denn SELBER schon mal beim Integrationsamt,
Ich glaube nicht. Ich dachte immer das ganze Jobcoaching u.s.w. wäre vom Integrationsamt veranlasst aber das ist wohl doch nicht so.



AN-Vertretung die Schwerbehinderten-Beauftragten vom AG
Glaube nicht, dass ist wohl eher sowas wie ein Betriebsrat in öffentlichen Einrichtungen. Einen Behindertenbeauftragten gibt es wohl auch. Habe auch öfters gesagt, dass sie sich mal an den wenden soll aber irgendwie macht sie das nicht, jedenfalls nicht konsequent. Ich weiß nicht warum.



Auch bei einer EM-Berentung (die in der Regel zunächst befristet) erfolgen würde, soll ein vorhandener Arbeitsplatz erhalten bleiben, um bei einer deutlichen Besserung (über die Rentenzeit) auch wieder arbeiten zu können ... das Arbeitsverhältnis wird dann solange "ruhend" gestellt und das Integrations-Amt wird ganz sicher nicht so "einfach" einer anderen Lösung zustimmen, die dem AG besser gefallen würde.
Zwar gibt es keine Beurteilung zur Arbeitsfähigkeit durch die Klinik , da nicht Bestandteil aber was dort gesagt wurde, in einem Gespräch wo ich dabei war, das ihre Leistungsfähigkeit zwar langsam aber kontinuirlich abnimmt


Man MUSS aber dann nicht wenn es doch nicht geht und hat trotzdem sein Geld (die EM-Rente) monatlich sicher auf dem Konto ... ich gehe (schon seit rund 10 Jahren) nicht mehr außer Haus arbeiten und habe trotzdem KEINE Langeweile, es gibt auch viele andere Interessante Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben. :idea:
Ich kann mich auch beschäftigen über den Tag aber Sie braucht doch schon etwas Führung. Sie ist halt chaotisch durch Ihr gesundheitlichen Probleme und weiß dann nicht, wo sie anfangen soll.


Die Hoffnung am 2. Arbeitsmarkt "besser bedient zu sein" sollte sie schnell wieder ablegen, welche Tätigkeiten stellt sie sich denn da selber so vor ???
Da wird man erst Recht "als der letzte Dreck" betrachtet und behandelt und wer im sogenannten 2. Arbeitsmarkt erst mal gelandet ist, der kommt da auch (meist) nie wieder raus ... und in den 1. Arbeitsmarkt zurück, wie soll das denn funktionieren ...
Eigentlich ist und war sie auch total dagegen. Aber gerade an dem Besprechunsgtermin hat man sie und auch mich etwas eingelullt. Irgendwie fand sie es nach dem Gespräch ganz ok und ich auch. Ich bin dann bei der Recherche im Internet wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet, als da stand: Bezahlung so ca. 70-200 Euro in einer Werkstatt. Fahrtkosten muss man selber zahlen, in viele Einrichtungen wird man wie ein Kleinkind behandelt u.s.w u.s.w..


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kge

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Ich bin dann bei der Recherche im Internet wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet, als da stand: Bezahlung so ca. 70-200 Euro in einer Werkstatt. Fahrtkosten muss man selber zahlen, in viele Einrichtungen wird man wie ein Kleinkind behandelt u.s.w u.s.w..
Die 70-200 Euro sind hoffentlich schon bereinigt. Ein Beispiel für die Anrechnung findest du hier: Grundsicherung + Wfbm Verdienst - www.forum-sozialhilfe.de
Arbeitsmittelbedarf, Arbeitsfördergeld (evtl.) und Verpflegungspauschale gehen ebenfalls vom Gesamtbedarf ab. Außerdem ist die Anrechnung härter als bei Grundsicherung + Job, weil noch 1/8 der Grundsicherung vom Lohn abgezogen wird und der Höchstsatz für die Absetzung gewählt wird. (Was ich vor meinen Recherchen auch nicht wusste.) Der Gesetzgeber hat hier wirklich alles getan, um leistungsfähige beeinträchtigte Menschen von diesen Einrichtungen fernzuhalten...

Der Mann aus dem Beispiel hatte bei einem Gesamtbedarf von 630,61€ (bereits bereinigt) und einem Gehalt von 392€ nachher noch gut 170€ übrig. Wenn man wirklich nur 70€ verdient, kommt man witzigerweise noch nicht einmal unter den Freibetrag, also hoffe ich mal ganz stark, dass die Anrechnung schon stattgefunden hat.

Generell ist ein guter Merksatz: je bedürftiger, desto weniger lohnt sich Leistung.

Wundere dich nicht über die komplette Ahnungslosigkeit über die Werkstätten. Es gibt Psychiater(!!!), die mit der Klientel dort arbeiten und nicht wissen, dass man von dem Lohn kaum leben kann. Das geht nach dem Prinzip: aus den Augen, aus dem Sinn.
 
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