Kündigug trotz krankschreibung (1 Betrachter)

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ellen

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Hallo liebes forum

Bin seid 6 wochen krankgeschrieben und heute habe ich meine Kündigung bekommen,von meinem Arbeitgeber.

Er hat mich zum 30 Juli gekündigt,hat es mit meinem Urlaub verrechnet
obwohl ich bis zum 19.6.06 noch Krankgeschrieben bin.

So wie es ausieht,werde ich noch länger Krankgescrieben.

Was muß ich jetzt machen?
Muß ich morgen zum Arbeitsamt und da schon bescheid sagen?

Oder sollte ich zum Anwalt gehen?

Habe aber keine versicherug und kann den Anwalt nicht bezahlen.

Bin sehr ratlos.

Lg ellen
 
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Arco

Gast
Hi ellen,

Bin seid 6 wochen krankgeschrieben und heute habe ich meine Kündigung bekommen,von meinem Arbeitgeber.

Er hat mich zum 30 Juli gekündigt,hat es mit meinem Urlaub verrechnet
obwohl ich bis zum 19.6.06 noch Krankgeschrieben bin.
Grundsätzlich ist eine Kündigung während der Krankschreibung zulässig. Allerdings wäre es gut wenn man mal den Kündigungsgrund in der Kündigung wüßte.
Zumal der AA nach 6 Wochen keine Gehalt mehr zahlen muß und du dann jetzt Krankengeld bekommst. Also Antrag bei der Krankenkasse stellen - wichtig ! !

Was muß ich jetzt machen?
Muß ich morgen zum Arbeitsamt und da schon bescheid sagen?
Ja sofort zum AA und die Kündigung melden und sich arbeitslos melden.

Oder sollte ich zum Anwalt gehen?

Habe aber keine versicherug und kann den Anwalt nicht bezahlen.
Wäre gut evtl. innerhalb von 3 Wochen nach der Kündigung (Frist beachten) anwaltlichen Rat einzuholen und evtl. eine Kündigungsschutzklage einzureichen.
Bist du in einer Gewerkschaft ? dann hättest du Rechtsschutz - sonst allerdings müßtest du zahlen wenn du den Arbeitsgerichtsprozeß verlieren solltest...

So wie es ausieht,werde ich noch länger Krankgescrieben.
Dann bekämst du anstatt Alg1 weiter Krankengeld - bis zur 78 Wochen - nach Gesundschreibung zahlt das AA das Alg1 ....
Aber trotzdem jetzt beim AA melden - siehe oben ...
 

ellen

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Aus betrielichen Gründen

Die kündigung lautet aus betrieblichen gründen,das kann ja alles heißen.

Wenn ich die Kündigung so hin nehme,bekomme ich dann so krankengeld als wäre ich noch angestellt?

Danke lieber Arko(übrigens,schöner Hund)
 
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Arco

Gast
Re: Aus betrielichen Gründen

ellen meinte:
Die kündigung lautet aus betrieblichen gründen,das kann ja alles heißen.

Wenn ich die Kündigung so hin nehme,bekomme ich dann so krankengeld als wäre ich noch angestellt?

Danke lieber Arko(übrigens,schöner Hund)
Das Krankengeld berechnet sich von Brutto/Nettogehalt - ich lege mal einen Krankengeldrechner hier bei:

https://www.tk-online.de/centaurus/generator/tk-online.de/Formulare/Krankengeldrechner/Formular.html

Ich gehe mal davon aus das du nicht in der Gewerkschaft bist, dann ist es schwer dir zu raten mit dem Anwalt und der Klage - obwohl man da sehr oft zumindest evtl. noch eine Abfindung rausschlagen kann da die Arbeitsrichter sehr oft einen Vergleich anstreben. Aber wie gesagt, wenn man verliert oder einen Vergleich macht, dann muß man zahlen....

Wie lange warst du in der Firma beschäftigt ???? und was sagt der Betriebsrat zu der Kündigung - ist das "Betriebsbedingt" berechtigt ? ?

(achsoo mein Arko ist leider schon im Hundehimmel)
 

Quirie

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Gut gebellt, Arco,

aber da müssen wir in einem Punkt noch deutlicher werden:

Hole sofort anwaltlichen Rat ein, die Frist von drei Wochen ist eine Ausschlussfrist für die Einreichung der Klage, wenn die vorbei ist, kannst Du nicht mehr klagen.
Wenn Du keinen Rechtschutz über die Gerwerkschaft hast, besthet die Möglichkeit der Prozesskostenhilfe, und die wird bei arbeitsgerichtlichen Sachen nur selten versagt, wenn die finanziellen Voraussetzungen vorliegen.

Im Arbeitsgerichtsverfahren zahlt in der ersten Instanz jede Partei ihre Kosten selbst, unabhängig vom Prozessausgang. Da gehst Du also kein großes Risiko ein. :mrgreen:
 

ellen

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Meine Sherry leider auch und das Weihnachten 05.

Bin nicht im Betiebsrat.
Bin erst 2,5 Jahre dort.

Glaub ich lasse das mit dem Anwalt,vieleicht frage ich ihn nur nach meinem Urlaub den sie mir irgrndwie verrechnen-

Habe auch keine kraft mich damit jetzt zu beschäftigen.

Wenn es genauso läuft mit dem krankengeld als wäre ich noch angestellt,dasnn is ja egal.
Kann dort sowieso nicht mehr Arbeiten.

Oder ist es besser für meinen Rentenantrag,wenn ich noch im Arbeitverhätnis stehe,den ich bald einreichen muß?

Vielen dank Dir
lg ellen
 

kalle

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Ob Du noch in Arbeit bist oder nicht spielt für die Rente keine Rolle.
Trotzdem würde ich zu einem Rechtsanwalt gehen. Ich weiß ja aus den anderen Posts, das Du da schon einiges an Ärger hattest.

Wieder mein Spruch: Kämpft für Euer Recht.

Wenigstens eine Abfindung sollte da drin sein. Arbeitsgericht bedeutet ja nicht, das Du da wieder arbeiten mußt. Aber einen Menschen zu kündigen , während er krank ist, das zeugt auch nicht gerade von Fairness. Und da sollte er wenigstens eine nette Abfindung zahlen.
 

ellen

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danke Euch,aber Abfindung?
War dort doch nur 2,5 Jahre

Lg ellen
 

Quirie

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Ein Gehalt sollte schon dabei rauskommen.

;) ;)
 
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ExitUser

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Du solltest wirklich ganz schnell zum Anwalt gehen.

Der klagt auf Wiedereinstellung.

Meist geht das nicht mehr. Vertrauensverhältnis ist zerrüttet oder sonst was.

Der Arbeitgeber kann während einer Krankschreibung kündigen, aber nicht wegen einer Krankschreibung. Da muß sich dein AG schon was einfallen lassen. Und betriebsbedingt. Da müssen eine ganze Reihe Kriterien erfüllt werden. Wurde z.B. eine Sozialauswahl getroffen? Könntest du an anderer Stelle im Betrieb eine Arbeit übernehmen?

Der Anwalt wird dich beraten und er wird es auch für dich erledigen. Du brauchst deine Nerven da nicht reinzustecken. So einfach würde ich den AG aber nicht davon kommen lassen.
 

alpha

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Ohne Betriebsrat isses wirklich schwer irgendwas durchzusetzen.

Und betr. Gründe müssen dann zwar offengelegt werden, aber
Arbeitgeber finden in der Regel plausible Gründe. Und ständige
Krankschreibung berechtigt durchaus zur Kündigung. Ist ja auch
eine reguläre, d.h. mit Frist und allem drum und dran.

Wäre fristlos u/o auserordentlich gekündigt worden, sähe die Sache
anders aus, aber so denke ich - je nach Sachlage - könnte die
Kdg. berechtigt sein. Bei 2,5 Jahren wird auch net viel Abfindung
rausspringen, probieren kann man es, bedenkt man die hohen
Anwaltskosten (Anwalt kriegt übrigens dann nochmal 10% der
Abfindung) würde ich es mir gut überlegen. Aber das muß jeder
selber entscheiden.
 

alpha

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Re: Aus betrielichen Gründen

Arco meinte:
Ich gehe mal davon aus das du nicht in der Gewerkschaft bist, dann ist es schwer dir zu raten mit dem Anwalt und der Klage - obwohl man da sehr oft zumindest evtl. noch eine Abfindung rausschlagen kann da die Arbeitsrichter sehr oft einen Vergleich anstreben. Aber wie gesagt, wenn man verliert oder einen Vergleich macht, dann muß man zahlen....
)
Falsch: Beim Vergleich wird in der Regel eine Abfindung vereinbart. Ein Vergleich kostet keine Gerichtskosten. Allerdings Anwaltskosten (+10%der Abfindung). Prozßkostenbeihilfe muß natürlich auch zurückgezahlt werden,
evtl. in Raten.....
 
E

ExitUser

Gast
Alpha schreibt:
Anwalt kriegt übrigens dann nochmal 10% der
Abfindung)
Woher hast du das denn?

Bei meiner Kündigungsschutzklage habe ich nichts bezahlt, da ich gewonnen habe und die Gegenseite die Kosten tragen mußte.

Ich kenne ja nicht die Vermögensverhältnisse von Ellen, aber auch bei Kündigungsschutzklagen erhält man Beratungs- und Prozeßkostenhilfe.

Und Quirie schrieb es schon 1 Monatsgehalt müßte schon drin sein.

Und noch einmal: Während der Krankheit kann gekündigt werden, aber Krankheit ist kein Kündigungsgrund.
 

ellen

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Ihr seid sooooo lieb,vielen Dank!!!!!

Vermögen habe ich nicht,keinen cent.

Gehe gleich auf jedenfall erstmal zum Arbeitsamt.

Freitag habe ich einen termin beim Anwalt,melde mich dann.

Lg ellen
 

Arania

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Barney hat recht wenn man gewinnt zahlt man nichts, war bei mir so und ich brauchte damals auch noch keine Prozeßkostenbeilhilfe weil ich ohne Anwalt vor dem Arbeitsgericht war und gewonnen habe, wenn ein Anwalt mit dabei gewesen wäre hätte die Beihilfe gegriffen wenn es ungünstig ausgegangen wäre
 

Quirie

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Guckt mal ins Arbeitsgerichtsgesetz:

§ 12a

Kostentragungspflicht

(1) In Urteilsverfahren des ersten Rechtszugs besteht kein Anspruch der obsiegenden Partei auf Entschädigung wegen Zeitversäumnis und auf Erstattung der Kosten für die Zuziehung eines Prozeßbevollmächtigten oder Beistands. Vor Abschluß der Vereinbarung über die Vertretung ist auf den Ausschluß der Kostenerstattung nach Satz 1 hinzuweisen. Satz 1 gilt nicht für Kosten, die dem Beklagten dadurch entstanden sind, daß der Kläger ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit, der allgemeinen Verwaltungsgerichtsbarkeit, der Finanz- oder Sozialgerichtsbarkeit angerufen und dieses den Rechtsstreit an das Arbeitsgericht verwiesen hat.

(2) Werden im Urteilsverfahren des zweiten Rechtszugs die Kosten nach § 92 Abs. 1 der Zivilprozeßordnung verhältnismäßig geteilt und ist die eine Partei durch einen Rechtsanwalt, die andere Partei durch einen Verbandsvertreter nach § 11 Abs. 2 Satz 2, 4 und 5 vertreten, so ist diese Partei hinsichtlich der außergerichtlichen Kosten so zu stellen, als wenn sie durch einen Rechtsanwalt vertreten worden wäre. Ansprüche auf Erstattung stehen ihr jedoch nur insoweit zu, als ihr Kosten im Einzelfall tatsächlich erwachsen sind.
https://dejure.org/gesetze/ArbGG/12a.html

Also die Kosten, die die Sache teuer machen, die Anwaltskosten, werden nicht erstattet. Die Kostentragungspflicht bezieht sich nur auf "sonstige Kosten".
 

alpha

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Quirie meinte:
Guckt mal ins Arbeitsgerichtsgesetz:

§ 12a

Kostentragungspflicht

(1) In Urteilsverfahren des ersten Rechtszugs besteht kein Anspruch der obsiegenden Partei auf Entschädigung wegen Zeitversäumnis und auf Erstattung der Kosten für die Zuziehung eines Prozeßbevollmächtigten oder Beistands. Vor Abschluß der Vereinbarung über die Vertretung ist auf den Ausschluß der Kostenerstattung nach Satz 1 hinzuweisen. Satz 1 gilt nicht für Kosten, die dem Beklagten dadurch entstanden sind, daß der Kläger ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit, der allgemeinen Verwaltungsgerichtsbarkeit, der Finanz- oder Sozialgerichtsbarkeit angerufen und dieses den Rechtsstreit an das Arbeitsgericht verwiesen hat.

(2) Werden im Urteilsverfahren des zweiten Rechtszugs die Kosten nach § 92 Abs. 1 der Zivilprozeßordnung verhältnismäßig geteilt und ist die eine Partei durch einen Rechtsanwalt, die andere Partei durch einen Verbandsvertreter nach § 11 Abs. 2 Satz 2, 4 und 5 vertreten, so ist diese Partei hinsichtlich der außergerichtlichen Kosten so zu stellen, als wenn sie durch einen Rechtsanwalt vertreten worden wäre. Ansprüche auf Erstattung stehen ihr jedoch nur insoweit zu, als ihr Kosten im Einzelfall tatsächlich erwachsen sind.
https://dejure.org/gesetze/ArbGG/12a.html

Also die Kosten, die die Sache teuer machen, die Anwaltskosten, werden nicht erstattet. Die Kostentragungspflicht bezieht sich nur auf "sonstige Kosten".
Korrekt, wie von mir oben erwähnt.


Und diese 10% die der Anwalt kriegt, fallen anscheinend nur dann an, wenn ein VERGLEICH geschlossen wurde. Meine Klage ist schon ein paar Jahre zurückliegend, deshalb weiß ich es net mehr genau. Aber - ich glaube - bei einem Prozß + Urteil fallen die 10% NICHT an, nur bei Vergleich mit Arbeitgeber. War auch überrascht als ich später Post vom Anwalt bekam und er forderte den Betrag lt. Paragraph xyz (denke - hoffe - ich habe das damals nachgeprüft). Aber egal auch so war ich im Endeffekt mit Regelung zufrieden da ich auch 1. net unbeding zur Firma zurück wollte 2. nicht unbedingt einen Prozess wollte.
 

alpha

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Und noch etwas: Auch MIT Vermögen ( es gibt da Freigrenzen ), KANN Prozesskostenbeihilfe gewährt werden, allerdings muß Betrag später (zB sobald man eine neue Arbeit gefunden hat ) zurückgezahlt werden !!
 

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wir haben seinerzeit direkt beim Arbeitsgericht ein Protokoll aufnehmen lassen.Dann wurde die Kündigungsschutzklage eingeleitet nach 2 Wochen Termin vor dem Richter keine Einigung danach 4 Wochen später Urteil zu unseren Gunsten sprich Abfindung.Hatten dadurch selbst keine Kosten kann aufjedenfall sagen klagen lohnt schon.


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ellen

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NOCH MAL VIELEN;VIELEN DANK AN ALLE :hug:
 
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