Kündigen und vorübergehend von Ersparnissen leben

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karlo16

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Hallo Forum,

ich würde mich sehr über eure Hinweise/Erfahrungen freuen. Und zwar ist mein Vater pflegebedürftig geworden und da mir das neben der Arbeit über den Kopf wächst, möchte ich meine Anstellung kündigen, erstmal von Erspartem leben, meinen Vater pflegen und mich selber sammeln.

Da ich aus einer langjährigen festen Anstellung komme, steht mir ALG1 zu. Dieses würde ich zunächst aussetzen wollen, bis das Ersparte aufgebraucht ist.

Meine Fragen:

1. Geht das mit dem Aussetzen (ich meine etwas von 4 Jahren gelesen zu haben)?
2. Muss ich dem Arbeitsamt bereits 3 Monate vor Kündigung bescheidgeben, dass ich dieses vorhabe?
3. Die 3-Monats-Sperre lässt sich wohl nicht vermeiden, da ich selber kündige?
4. Lässt sich mein Plan so wie beschrieben realisieren oder übersehe ich etwas Wesentliches?

Danke schonmal
 
E

ExitUser

Gast
Für die Pflege von Angehörigen hat man unter bestimmten Umständen Anspruch auf eine "Familienpflegezeit"

https://www.wege-zur-pflege.de/familienpflegezeit.html
Mit der Pflegezeit können sich Beschäftigte bis zu sechs Monate vollständig oder teilweise von der Arbeit freistellen lassen, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen.

Die Pflegezeit kann für pflegebedürftige nahe Angehörige mit mindestens Pflegegrad 1 in Anspruch genommen werden, wenn die Pflege in häuslicher Umgebung stattfindet. Für diese Zeit besteht die Möglichkeit, ein zinsloses Darlehen beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zu beantragen. Das Darlehen mindert den Einkommensverlust.

Es besteht kein Rechtsanspruch gegenüber Arbeitgebern mit 15 oder weniger Beschäftigten.


Hier gut informieren, bevor du kündigst. Auch bei der Arbeitsagentur, damit du evtl. Anwartschaftszeiten nicht verlierst und keine Sperrzeiten verhängt werden.
 

karlo16

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Schönen Dank für die Antwort. 6 Monate bringen mir leider nichts, ich bin kurz vorm Burnout und kann nicht mehr arbeiten gehen (so fühle ich mich). Mein Vater ist mir wichtiger als der Job, zumal ich in dem Job auch nicht glücklich bin. Kann man eigentlich bei der Arbeitsagentur "offen" sprechen, also ohne dass die einem später einen Strick aus dem Gesagten drehen? Oder gibt es unabhängige Beratungsstellen für sowas?
 
E

ExitUser

Gast
Das geht auch länger, steht weiter unten im Link.
Ansonsten mal im Netz stöbern.

Die Arbeitsagentur ist m.W. vertrauenswürdiger als die Jobcenter.
Aber eine Beratungsstelle vorab zu kontaktieren ist sicher nicht verkehrt.

Ansonsten ist Alg 1 nicht so mein Gebiet. Es kommen bestimmt noch brauchbarere Antworten.
 

Birgit63

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Wenn du ALG I beantragst, wird man dich ganz schnell weiter in Jobs vermitteln wollen. Du musst dich dann bewerben. Vielleicht ist es erstmal günstiger, dass du dich krank schreiben lässt. Hat dein Vater einen Pflegegrad?
 

karlo16

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Um vorübergehend den Vermittlungsversuchen zu "entkommen", wollte ich die Zahlung des ALG erstmal aussetzen, s. Frage 1. Ich gehe davon aus, dass man in Ruhe gelassen wird, solange keine Zahlungen stattfinden. Oder?
Der Pflegegrad meines Vaters ist in Arbeit, das Ergebnis kenne ich leider noch nicht.
 

Nena

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Um vorübergehend den Vermittlungsversuchen zu "entkommen", wollte ich die Zahlung des ALG erstmal aussetzen, s. Frage 1. Ich gehe davon aus, dass man in Ruhe gelassen wird, solange keine Zahlungen stattfinden. Oder?

Mein AfA-Vermittler sagte mir, ich könne auch nach dem Auslaufen vom ALG weiter arbeitsuchend gemeldet bleiben, ich würde dann ebenso allen Pflichten unterliegen wie bisher (drohende Sperre von Vermittlungsangeboten bei Pflichtverletzungen oder so was...).
 
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Soweit ich weiß kannst du nach 4 Jahren aussetzen gleich ALG2 beantragen, da du die Anwartzeit mit "12 Monaten in den letzten 24 Monaten gearbeitet zu haben" nicht mehr erfüllst.
Also dürfte man mMn nur knapp 1 Jahr später beantragen, wenn man davor ein Jahr durchgehend gearbeitet hat, ansonsten gleich in ALG2.

Siehe auch https://www3.arbeitsagentur.de/web/...il/index.htm?dfContentId=L6019022DSTBAI485658
 
G

Gelöschtes Mitglied 58736

Gast
Entweder Familienpflegezeit oder kündigen und 1 Tag arbeitslos melden und dann wieder abmelden.
Diese Variante hat eine Sperre von drei Monaten zur Folge.

Alg1 kann dann innerhalb 4 Jahren erneut beantragt werden.

Krankenversicherung bedenken in der Zeit ohne Alg1!

Eine noch bessere Methode wäre nach der Kündigung exakt 12 Monate abwarten und dann am ersten Tag nach Ablauf der 12 Monate arbeitslos melden.
Du nimmst dann ein sogenanntes Dispojahr und die Sperre entfällt.

Auch hier an Krankenversicherung denken.

Wichtig ist das exakte Einhalten der 12 Monate, da nach 12 Monaten die Sperre wegfällt, aber nach 12 Monaten und 1Tag die Anwartschaftszeit fehlt, um einen Anspruch auf Alg1 zu generieren.
 

Heinz66

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Pflegegeld/Familienpflege,schön und gut aber wovon soll mal Leben?
Herr Spahn sollte sich mal darum kümmern.

Kannst du nicht deinen Chef fragen ob er dir kündigt ,wenn du ihm die Umstände erklärst?
Bei mir ging das und bei der AFA hab ich damals nix davon erzählt das ich meine Mutter pflege,was wohl falsch war.
Ab einer gewissen Pflegestufe kann man sagen das zB.Schichtdienst oä. nicht geht,
man sollte aber für 8 Std. Arbeit zur Verfügung stehen sonst wird das ALG1 auf die Std. runtergerechnet welche man angibt.

Auch in kleineren Städten gibt es meist einen Sozialdienst der einem helfen kann.
Soweit meine Infos die ich mir zusammen gesucht habe.
 

karlo16

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Vielen Dank für die Antworten. Ich würde meine Fragen jetzt so beantworten:

1. Geht das mit dem Aussetzen (ich meine etwas von 4 Jahren gelesen zu haben)?
Ja, dafür meldet man sich arbeitslos und meldet sich einen Tag später beim Arbeitsamt wieder ab. Dann kann man später - aber noch innerhalb von 4 Jahren - seinen alten Anspruch wieder geltend machen.

2. Muss ich dem Arbeitsamt bereits 3 Monate vor Kündigung bescheidgeben, dass ich dieses vorhabe?
Nein

3. Die 3-Monats-Sperre lässt sich wohl nicht vermeiden, da ich selber kündige?
Doch, durch ein Dispositionsjahr.

4. Lässt sich mein Plan so wie beschrieben realisieren oder übersehe ich etwas Wesentliches?
Lässt sich realisieren

Sollte ich etwas falsch verstanden haben, freue ich mich über eure Korrigierung.
 

Agent

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Hallo karlo16,

ich möchte noch ein bisschen was ergänzen:

1. korrekt

2. Falls du nicht das Dispositionsjahr nutzen möchtest, solltest du dich tatsächlich fristgerecht innerhalb von 3 Tagen nach Abgabe der Kündigung arbeitsuchend melden, damit nicht noch eine Woche Sperrzeit wegen verspäteter Meldung obendrauf kommt.

3. Auch die Pflege von Angehörigen kann einen wichtigen Grund für eine Eigenkündigung darstellen, wenn dadurch zB eine doppelte Haushaltsführung erforderlich würde.
Ist das bei dir nicht der Fall, dann könntest du ggf. deinen Arzt mit ins Boot holen (wg Burnout) und dir von ihm bestätigen lassen, dass die Kündigung auf ärztlichen Rat hin erfolgt um eben keine 12 Wochen Sperrzeit zu erhalten. Dazu am besten eine Leistungsberatung deiner Zuständigen Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen.

4. geht schon, kommt nur darauf an, ob mit Sperrzeiten oder ohne...

Viele Grüße
Agent
 
G

Gelöschtes Mitglied 63552

Gast
Du schreibst du bist kurz vorm Burnout. Kündige nicht und lass dich deshalb krankschreiben. So etwas ist sehr langwierig was bedeutet dass du nicht arbeiten gehen kannst, aber erstmal weiter dein Gehalt bekommst und dann später Krankengeld.

So bekommst du erstmal keine Sperrzeit und bist gleichzeitig weiter krankenversichert.

Wenn du wieder gesundet bist kommt die Familienpflegezeit dran. Du lässt dich von der Arbeit dafür freistellen, bist weiter krankenversichert und nicht arbeitslos.

Sollte dein Arbeitgeber dir Aufgrund der langen Krankheit irgendwann kündigen bekommst du auch keine Sperre. Da du dann Arbeitslos bist, aber nicht selbst gekündigt hast. Aufgrund der Krankheit dürftest du auch Ruhe vor dem Arbeitsamt haben solange du krankgeschrieben bist.

Wäre meiner Meinung nach der beste Weg da durchzukommen ohne Wegfall von Krankenversicherung oder sich Sperrzeiten einzufangen.
 
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