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Kritik am Arbeitsvertrag

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Rivertree

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#1
Frage an erfahrene Benutzer:
Kann mir die Agentur Probleme bereiten, wenn aufgrund u.g. Sachverhalt ein Arbeitsvertrag nicht zustande kommt?

Sachverhalt:
ein Steuerhilfeverein würde mich als "Steuerfachangestellte" einstellen.
Das Jobangebot (aber als allg. Bürokraft mit Steuergrundkenntnissen) erhielt ich über "Ganzil-Projekt" der Arbeitsagentur (in "Hochfranken").

Es gab 1 Vorstellungsgespräch (im Juli), ein weiteres Gespräch (Mo. 22.08) und am 24.08. den Anstellungsvertrag, den ich vor Ort unterschreiben sollte (aber erstmal nur mitnahm). Arbeitsbeginn soll 01.09.08 sein.

Bei jedem der beiden ersten Gespräche wurden mir eine unterschiedliche Arbeitszeit und Arbeitslohn genannt.
Bei Vorlage des Arbeitsvertrages nun, war wieder alles anders:
Statt unbefristet nur befristet.
Der Arbeitgeber kann mich bundesweit in eine andere Geschäftsstelle ausleihen (war vorher nicht erwähnt).
Im ersten Gespräch (Juli 08) wurde genannt 900,-- für halbtags
+ Zahlung von Überstunden (halbtags Juni bis Dezember und Vollzeit Januar bis Mai).
Im zweiten Gespräch (22.08.) dann 32 Wochenstunden zu 8,--/Std. + Überstunden.
Im Vertrag (24.08) steht zwar auch 32 Stunden mit 1050,-- (aber Die. bis Fr. von 8.00 - 18.00 (wären bei angenommener 1 Std. Pause pro Tag dann 36 Stunden/Wo.).

Im Vertrag steht nichts über die mögliche Dauer einer "Ausleihe/Abordnung in eine andere Geschäftsstelle,
ob dann auch die Dienstreisekosten bezahlt würden,
wieviel Minuten Pause pro Tag regulär sind, oder wieviel und ob Gehaltsfortzahlung bei Erkrankung (ist ja ein Teilzeitjob mit Stundenlohn)
Im Vertrag ist ein Passus über Schadenersatz bei Nichtantritt der Arbeit: dieser ist nicht gestrichen und die Höhe des Betrages ist offengelassen.
Und noch anderes ist unklar formuliert.

Und wenn man nach öffentlichen Formeln den Stundenlohn ausrechnet, beträgt dieser auch keine 8,-- Euro wie angekündigt, sondern 7,54 Euro
Formel: Monatslohn x 12 Monate / 52 Arbeitswochen / 32 Wochenstunden

Noch ein Hinweis: Arbeitgeber hat Lohnzuschuss beantragt.


Ich habe um Änderung/Ergänzung des Vertrages gebeten und gleichzeitig meine Betroffenheit geäußert, über die "Befristung" und die "Abordnungsmöglichkeit", welche beide vorher nicht erwähnt wurden, sowie über ständig unterschiedliche Aussagen zu Arbeitszeit und Lohn.
Gleichzeitig betonte ich meine Bereitschaft und Interesse an diesem Arbeitsplatz (per Mail an den Arbeitgeber gesandt.).

Ich sehe eine bestimmte Absicht mich zu "überrumpeln": Der kurzfristige, vor Ort zu unterschreibende Vertrag, mit geänderten o.g. Bedingungen (vom 22.08 bis 24.08.), die nicht einmal in diesem Moment erwähnt wurden!!

Leider habe ich keinen Zeugen für die beiden Vorgespräche.

Ich muss wirklich gestehen, dass ich deshalb kein Vertrauen mehr in den Arbeitgeber habe, meine Freude über das Stellenangebot in eine Art "Ich-möchte-
:icon_kotz2:-Gefühl" gewechselt hat.

Wenn nun der mögliche Arbeitgeber aufgrund meines Mails entscheidet, dass er mich doch nicht als Arbeitnehmerin will, kann es dann Probleme mit der Agentur f. Arb. geben?

PS.: Kennt Ihr die Projekte "Ganzil"? Da bekommen das von der Arbeitsagentur beauftragte Unternehmen u. deren Projektleiter (z.B. bei mir die Volkshochschule) pro vermittelten Arbeitlosen eine "Kopfprämie".
 
E

ExitUser

Gast
#2
Ganzil und die Arge sind ganz enge verbündete. Die werden dir beide mächtig auf die Füße treten und Probleme machen. Deine Gefühle sind hier egal bzw. fehl am Platz. Da muss du einfach durch.
 

ladydi12

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#3
Hallo Rivertree,

hast du bereits den Vertrag unterschrieben oder hast du dir Bedenkzeit erbeten? Auf alle Fälle hin zur Gewerkschaft, falls du dort Mitglied bist, oder einmalig 10 Euro plus einen Beratungshilfeschein investieren (bekommst du beim Amts- oder auch Arbeitsgericht) und einen Anwalt für Arbeitsrecht mal aufsuchen und den Vertrag mal begutachten lassen.
Beim Holen des Beratungshilfescheins beim Gericht kannst du gleich mal anfragen, ob diese Firma da mal irgendwie in Erscheinung getreten ist. Falls ja, dann kannst du dir den Rest über diesen Laden denken...

meint ladydi12
 

Bestageress

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#4
Hallo Rivertree,

Erstens: ganz recht, nicht drängen lassen zu einer Unterschrift (war bei mir ähnlich).

So, wie Du den Vertrag beschreibst, würde ich ihn nicht unterschreiben.

Zweitens: Wenn Du es Dir irgendwie "leisten" kannst, lass' Dich (von einem in Arbeitsrecht spezialisierten) Anwalt bezüglich dieses Arbeitsvertrags beraten, Liste findest Du hier: Tacheles e.V. Adressdatenbank
Merkwürdig finde ich auch, dass einmal von "Steuerfachangestellte" und dann von "Bürokraft mit Steuergrundkenntnissen" die Rede ist.




Arbeitsverträge sind verhandelbar, also : nach Beratung Deine Vorschläge vorbringen!


Drittens: Wer ist Vertragspartner: der Steuerverein oder eine dritte Partei? Der Passus "Ausleihbarkeit" klingt nach Zeitarbeitsfirma (wurde bei mir auch kurz vor geplantem Arbeitsbeginn aus der Versenkung gezaubert und ging aus dem Vermittlungsangebot nicht hervor).

Viertens: Zu Schadenersatz bei Nichtantritt: gilt doch nur, wenn Du den Vertrag unterschrieben hast und dann nicht antrittst, oder was steht dort??

Was ich nicht verstehe, ist, dass Du trotz Deines - verständlichen - unguten Gefühls, nochmals Deine Bereitschaft und dein Interesse betont hast.

Und zu guter Letzt: noch ist es doch wohl nicht soweit, dass die Agentur für Arbeit Leute dafür bestraft, dass von sie einem potentiellen Arbeitgeber abgelehnt werden!
 

Bestageress

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#5
An Hartzinger:

Deinen Beitrag finde ich nicht sehr hilfreich! Niemand muss - noch dazu gefühllos - durch irgendetwas, das ihm spanisch vorkommt, einfach durch.
 

Eka

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#6
Noch ein Hinweis: Arbeitgeber hat Lohnzuschuss beantragt.
wurden!!
Dann hat wohl die ARGE ihre Hand mit ihm Spiel gebracht....hört man ja immer wieder, dass ARGEMitarbeiter mit dem zukünftigen Chef, einiges anders 'arrangieren'....


Gruß
Eka
 

Mario Nette

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#7
Wenn ARGE und Verein in etwas engerer Verbindung stehen, kann der Vorwurf konstruiert werden, du würdest ein Arbeitsangebot sabotieren. Daraufhin kann die ARGE dich sanktionieren. Ich empfehle ebenfalls einen Anwalt im Fachbereich Arbeitsrecht, der möglicherweise auch noch Kenntnisse im Sozialrecht hat.

Mario Nette
 

Rivertree

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#8
Danke, Danke, Danke für Eure Beiträge.
Hier ein Nachtrag.

Der Vertrag ist von mir noch nicht unterschrieben. Am Montag 01.09. (also i.P. 1. Arbeitstag) gibt es ein Gespräch mit der Geschäftsstellenleiterin des Steuervereins wegen meiner Änderungswünsche, dannach vielleicht die Vertragsunterzeichnung wenn Vertrag ok.

Diese wird erfolgsabhängig bezahlt, je weniger Kosten, desto mehr eigenes Einkommen. Okay, ist eben mal so.

Wie frei sie ist in ihren Handlungen und Vereinbarung, ist mir unklar. Der Hauptsitz des Vereins ist in M.
Geschäftsstellen gibt es bundesweit hunderte.
Der Vertrag kann auch ein "Standard-Vertrag" des Vereines sein.
Vertragspartner ist der Verein bzw. diese Geschäftsstelle (= keine Leihfirma).

Es war scheinbar zuerst eine "weniger verantwortliche Stelle" an GANZIL als frei gemeldet worden. Nun hat sie eben fürs gleiche Einkommen eine "verantwortlichere Stelle" draus gemacht. Ich muss aber steuerrechtlich noch ein wenig "auf aktuellem Rechtsstand" gebracht werden (kleine Schulung soll erfolgen).

Dass sie auf 1 Jahr befristet hängt m.E. mit dem Lohnzuschuss zusammen (nach 12 Monaten kommt dann der Rausschmiss).

Die Vertragsstrafe würde erst nach Unterschrift greifen. Aber die sollen m.E. diesen unsinnigen Passus einfach streichen (Arbeitsbeginn wäre ohnehin am 01.09.).

Dass ich meine Bereitschaft zur Aufnahme der Tätigkeit bei dieser Firma in meinem Mail erklärte, war deshalb, um nicht von Beginn an mir von der Agentur eine Arbeitsverweigerung vorwerfen lassen zu können.
Ich will tatsächlich arbeiten, aber ein Vertrag muss rechtlich u. sachlich i.O. sein.

Einen Anwalt f. Arbeitsrecht/Sozialrecht würde ich engagieren, wenn mir die Agentur Arbeitsunwilligkeit vorwerfen würde.

Einen Beratungshilfeschein würde ich nicht erhalten - mein Männe ist "gut" angestellt. Bin "arbeitslos" gemeldet und ohne (AlGII) Bezug seit 2003.

Kennt Ihr jemand der durch solch eine Sache (Verhandlung mit Arbeitgeber über korrekten Vertrag) Sanktionen der Agentur erhielt? Z.B. Rauswurf als "Arbeitslose" (keine Rentenzeiten u. Erwerbsunf.Versicherung mehr). Könnte mir dies nun "blühen" durch meine "Aufmüpfigkeit"?
 

Rivertree

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#9
Noch ein Nachtrag zum Thema ReA für Arbeitsrecht:

Ich erhielt von meiner Arbeitsagentur einen Vermittlungsvorschlag für ein neu eröffnetes "Anwaltsbüro für Arbeitsrecht" mit Sitz nahe meines Wohnortes.

Deren Stundenlohn war: 2,95 Euro.
Bei meinem Telefonat mit diesem "Arbeitgeber" hieß es: "Sie können ja noch Hartz beantragen".

Ich hatte mich dann nicht weiter für diese Stelle interessiert, aber die Arbeitsagentur hat mir keine Probleme bereitet.
 
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