Kriterien "zusätzlich" bei AGH

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Aras

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Hallo,

es geht um eine AGH bei einem e.V. Die Einrichtung ist eine Begegnungs- und Bildungsstätte für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe. Es werden bevölkerungsgruppenspezifische Veranstaltungen angeboten wie auch allgemeine Bildung (z.B. Sprache, PC & Co.) und Beratung zu verschiedenen sozialen Themen

Das ganze müffelt ein bisschen, es scheinen dort eine Menge AGHler zu sein.

Worauf muss man hier achten hinsichtlich "zusätzlichem" Angebot.

Also Buchhaltung z.B. muss sowieso gemacht werden. (--> nicht zusätzlich)
Ein zweiter PC Kurs würde unter Mithilfe (ggf Leitung) eines AGHlers stattfinden und wäre sonst nicht möglich (--> zusätzlich???)

Ich bräuchte für diesen Träger mit dem beschriebenen Aufgabengebiet ein paar Beispiele für zusätzlich bzw. nicht. Ggf. ließe sich so später ein richtiges Gehalt einklagen (?!)

Also ich meine so das Beispiel mit dem Tierheim: Hund spazieren gehen: normal; zweiter Spaziergang: zusätzlich; Katzenklo putzen: normal; Katzen streicheln: zusätzlich. Wahrscheinlich kennen einige von euch diese Sache, die ich meine.
 

arbeitslos in holland

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am einfachsten weist du die fehlende zusätzlichkeit nach, indem du dich als vollzeitkraft bei den bürgerarbeitsplätzen bewirbst.

damit beantwortet sich der quark von der "zusätzlichkeit" meist selbst.

den regulären lohn einklagen, zb nach 3 monaten oder einem 1/2 jahr ist ebenfalls möglich, bringt aber nur was, wenn du dann nicht im algII-bezug bist bzw. wärst.

wichtig ist, dass du über deine tätigkeit und arbeitszeit akurat buch führst. das ganze noch unterfüttert von aussagen von besuchern oder lieferanten.

dann wird es so richtig teuer für den träger :icon_twisted:
 

Hartzeola

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Worauf muss man hier achten hinsichtlich "zusätzlichem" Angebot.
Verlange eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, wenn Du den Träger bzw. das JC ärgern willst.

Arbeitsgelegenheiten Unbedenklichkeitsbescheinigung

In Abstimmung mit den regionalen Wirtschafts- und Sozialpartnern haben die Handwerkskammer und die IHK Berlin die fünfte vollständig überarbeitete Fassung der Positivliste für Arbeitsgelegenheiten vorgelegt. Die in dieser Liste aufgeführten sogenannten unbedenklichen Tätigkeiten, bei denen die Wirtschaft eine Verdrängung regulärer Beschäftigung als unwahrscheinlich ansieht, bietet den Berliner Jobcentern und Beschäftigungsgesellschaften ein wichtiges Arbeitsinstrument.

Soweit bei beantragten Maßnahmen in den Jobcentern ein Verdacht auf Wettbewerbsverzerrung besteht, können die Jobcenter vor Bewilligung einer Maßnahme eine Unbedenklichkeitsbescheinigung verlangen.
Arbeitsgelegenheiten Unbedenklichkeitsbescheinigung - IHK Berlin
 

Aras

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Das Dilemma ist, dass ich es machen möchte, allerdings hatte ich für meine Richtung nicht viel Auswahl. Und diese Menge an 1 EUR Jobbern ist mir schon etwas aufgestoßen. Die Schwester meiner besten Freundin ist wohl öfter dort und meinte, dass die alle total nett sind. Aber die hat wohl eher nix mit der Verwaltung da zu tun. Naja, ich guck mir das morgen an. Ich bin schon froh, dass ich vor die Tür komme und (hoffentlich) mal wieder einen halbwegs normalen Tagesrhythmus entwickeln kann. Und mir fehlen außerhalb meines Freundeskreises zunehmend die gewöhnlichen sozialen Kontakte, so dass ich im Umgang mit Menschen immer unsicherer werde und mich (noch) mehr zurückziehe. Und es wäre ein Bereich, wo ich sicherlich einfach im Umgang mit Menschen als solche (also nur normale Kommunikation, nicht die soziale Arbeit an sich) profitieren kann. Es mag für den "normalen" Menschen nicht leicht zu verstehen sein aber ich tue mich mit Menschen sowieso schwer und brauche jede "Übung" die geht. Es liegt derzeit vieles im Argen. Daher möchte ich die AGH für mich erstmal nicht verteufeln, solange man mich nicht ärgert. Dass ich das ganze gesellschaftspolitisch äußerst problematisch finde ist eine andere Sache.
 

gelibeh

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Ein Ein-Euro-Job in der Verwaltung dürfte niemals zusätzlich sein, denn welche Arbeiten müssen denn da nicht gemacht werden? Aber wenn Du das aus anderen Gründen willst, dann mach das.
Die EEJ-Beschreibung des JC würde mich mal interessieren.
 

gila

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A 1.2 Öffentliches Interesse und Zusätzlichkeit der Arbeiten

Fachliche Hinweise
(1) Öffentliches Interesse der Arbeiten

In entsprechender Anwendung von § 261 Abs. 3 SGB III liegen die im Rahmen von AGH MAE ausgeführten Arbeiten im öffentlichen Interesse, wenn das Arbeitsergebnis der Allgemeinheit dient. Arbeiten, deren Ergebnis überwiegend erwerbswirtschaftli-chen Interessen oder den Interessen eines begrenzten Personenkreises dient, liegen nicht im öffentlichen Interesse. Das Vorliegen des öffentlichen Interesses wird nicht allein dadurch ausgeschlossen, dass das Arbeitsergebnis auch den in der Maßnah-me beschäftigten Arbeitnehmern zugute kommt, wenn sichergestellt ist, dass die Arbeiten nicht zu einer Bereicherung Einzelner führen.
Die Gemeinnützigkeit eines Maßnahmeträgers allein ist nicht hinreichend für die An-nahme, dass die durchgeführten Arbeiten im öffentlichen Interesse liegen.

(2) Zusätzlichkeit der Arbeiten

In entsprechender Anwendung von § 261 Abs. 2 SGB III sind die im Rahmen von AGH MAE ausgeführten Arbeiten zusätzlich, wenn sie ohne die Förderung nicht, nicht in diesem Umfang oder erst zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden. Arbeiten, die auf Grund einer rechtlichen Verpflichtung durchzuführen sind oder die üblicherweise von juristischen Personen des öffentlichen Rechts durchgeführt wer-den, sind nur förderungsfähig, wenn sie ohne die Förderung voraussichtlich erst nach zwei Jahren durchgeführt werden.

(3) Prüfung der Förderungsvoraussetzungen

Generell sind hinsichtlich der Prüfung der beiden Fördervoraussetzungen öffentliches Interesse und Zusätzlichkeit der Arbeiten strenge Maßstäbe anzulegen. Dies gilt ins-besondere im Hinblick auf eine strikte Abgrenzung und Trennung zwischen erwerbs-wirtschaftlich ausgerichteten Tätigkeiten und den Arbeitsinhalten der AGH MAE. Bei-spielsweise sind im Pflegebereich etwa zusätzliche Aktivitäten in der Freizeitgestaltung oder Einkaufsbegleitung förderfähig, mithin nur solche Tätigkeiten, die über die allgemeinen und über den Pflegesatz finanzierten Pflegeleistungen hinausgehen. In dem von § 87b SGB XI erfassten Bereich („Pflegebedürftige mit erheblichem Be-treuungsbedarf“) ist die Zusätzlichkeit der Arbeiten nur dann gegeben, wenn zuvor eine entsprechende Pflegevereinbarung gemäß § 87b SGB XI zwischen Pflegekasse und Pflegeeinrichtung abgeschlossen und umgesetzt wurde und die Einrichtung ein über die in § 87b SGB XI beschriebenen Aufgaben hinausgehendes Angebot ma-chen möchte (vgl. Abs. 6 der E-Mail-Info vom 08.09.2008).
Die Merkmale öffentliches Interesse und Zusätzlichkeit der Arbeiten liegen z.B. re-gelmäßig nicht vor bei Reinigungsarbeiten, weil sie in erster Linie der Einrichtung selbst zugute kommen und sie im Grundsatz immer und regelmäßig anfallen.

(4) Entscheidung durch Jobcenter

Die Entscheidung über das Vorliegen der Förderungsvoraussetzungen „Öffentliches Interesse“ und „Zusätzlichkeit der Arbeiten“ obliegt dem Jobcenter ..


und dann wäre da noch der Punkt mit dem "Wettbewerb"

Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/zentr...likation/GA-SGB-2-NR-21-2009-07-14-Anlage.pdf

weiteres: https://www.schleswig-flensburg.de/...jID=5232&ObjLa=1&Ext=PDF&WTR=1&_ts=1338454511
 

Werkler

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Zusätzlich - da gibt es nicht viel. Jeder 1-E-Job erzeugt 2 Menschen, die für die Wirtschaft ausfallen mangels Kaufkraft: der 1-E-Jobber, der nix hat und derjenige, dessen Arbeitsplatz durch den 2-E-Job vernichtet wird. Macht 2 Leute auf Kosten der Allgemeinheit. Das JC tut halt was für seinen Kunden. So hält man sein Geschäft am Laufen.
Aber mal ehrlich, was ist dann "zusätzlich"? Ich wüßte was: Aufsicht in Parlamenten, in Gremien usw., um zu schauen, was dort so getrieben wird... Das
wäre dann auch eine positive Leistung für die Allgemeinheit.
 

Regensburg

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Makale

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Ggf. ließe sich so später ein richtiges Gehalt einklagen (?!)

Das ist eine schwierig zu beantwortende Frage, welche mein Interesse geweckt hat. Dazu folgendes:

Regelmäßig werden Klagen von AGHlern erfolglos bleiben: Eine Entschädigung kann es nur geben, wenn der Wert der geleisteten Arbeit, bemessen nach dem ortsüblichen oder tarifvertraglichen Entgelt, das für Tätigkeiten dieser Arbeit gezahlt wird (BSG vom 13.04.2011 - B 14 AS 98/10 R), die Grundsicherungsleistung übersteigt. Das wird fast nie der Fall sein, denn die Summe aus ALG II plus Unterkunftskosten plus Kranken- und Plegeversicherung plus MAE wird höher liegen als der für die nicht zusätzliche Arbeit zu zahlende Lohn. Geiger, Leitfaden ALG II 9. Auflage, Stand 1. Juli 2012, Seite 581

Edit:

Du kannst aber die AGH abbrechen, wenn du für Arbeiten eingesetzt wirst, welche nicht im Einsatzplan bzw. Zuweisungsschreiben aufgeführt sind. In dem Fall kannste aber den Maßnahmeträger auf Lohnersatz vorm Arbeitsgericht verklagen. In dem Fall kassierste auch keine Sanktion.
 

Aras

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Allen Widrigkeiten zum Trotz:

Es macht total Spaß, die Leute sind super nett, ich mache etwas, was eigentlich mein Traumjob wäre :'-(

An der Stelle, wo ich bin, hört heute eineAGHlerin auf - nach zwei Jahren.

Das Leben ist nicht fair.
 
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