Kreis Coesfeld: Obdachlose brauchen eine Tagesstruktur, keine Wohnung!

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G

Gelöschtes Mitglied 54151

Gast
Ein Geniestreich, ich komm mir vor wie in Schilda.
Herr X. wurde der Hilfeplanung zu einem Zeitpunkt zugewiesen, zu dem er bereits in der Obdachlosenunterkunft wohnte und die Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung aufgrund seiner Lebenssituation in der Notunterkunft abgebrochen hatte. Er berichtete, das Leben in der Obdachlosenunterkunft sei nicht mit der Schülerrealität vereinbar.
...
Sein vorrangiges Bestreben zum Zeitpunkt des Hilfeplangespräches war es, erwerbstätig zu werden, um seine Chancen hinsichtlich einer eigenen Wohnung zu verbessern. Da er auf sich alleine gestellt war, war offenkundig, dass er dringend eine Tages- und Planungsstruktur benötigt, die ihn realistische berufliche Ziele mit der gebotenen Form von Unterstützung entwickeln lässt.
Quelle:
Jobcenter Kreis Coesfeld
Jahresbericht 2014 (Seite 21)
https://www.jobcenter-kreis-coesfeld.de/fileadmin/ZfA/downloads/jobcenter-jahresbericht-2014.pdf

Ich hätte ja gemeint Hilfe bei der Wohnungsuche wäre dringender, aber was weiß ich denn schon.
 
E

ExitUser0090

Gast
Ist im Kreis Coesfeld der Begriff "Plus-Job" der Euphemismus für den Ein-Euro-Job?
 
G

Gelöschtes Mitglied 54151

Gast
Ja, und im Kreis Coesfeld sind auch alle Mobcenter optionskommunal, falls das aus dem pdf oben nicht hervorgeht.
 

flandry

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Eine Tagesstruktur in einer Unterkunft, in der das Privatleben laufend durch andere gestört wird????
Der einzige private Ort dürfte die Toilette sein, solange nicht jemand von draußen gegen die Tür hämmert.
 

hellucifer

VIP Nutzer*in
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456
Geringfügige Beschäftigung statt die Möglichkeit, das Schulziel zu erreichen? Das kann gar nicht gelingen. Wer einmal aus dem Schulleben raus ist und arbeitet, der wird später nur schwer wieder im Schulleben Fuß fassen.

Das passt auch so gar nicht zur Logik des Jobcenters, denn wer langzeitarbeitslos ist, der gilt als arbeitsmarktfern und schwer vermittelbar. Offenbar will man sich seine Langzeitarbeitslosen züchten oder man befürchtet, das Heer von Leuten, die für geringfügige Beschäftigung herangezogen werden können, könnte zu schmal werden!
 
E

ExitUser0090

Gast
Das passt auch so gar nicht zur Logik des Jobcenters, denn wer langzeitarbeitslos ist, der gilt als arbeitsmarktfern und schwer vermittelbar. Offenbar will man sich seine Langzeitarbeitslosen züchten oder man befürchtet, [...]

Hey, VTs sind mein Fachbereich. :biggrin:

Aber ernsthaft. Guck die Zahlen von Coesfeld an. Wenn die so weiter machen, schaffen die sich selber ab. Außerdem ist es ja nur ein Fallbeispiel aus dem Hochglanzprospekt. :icon_hihi:
 
E

ExitUser0090

Gast
Zwei Highlights:

Die Sache mit der angemessene Entschädigung. Da fehlen eigenartigerweise die Anführungszeichen, während viele Maßnahmen in Anführungszeichen gesetzt sind.

[FONT=RotisSansSerif, serif]
[FONT=RotisSansSerif, serif]Zu Beginn der Option waren „Plus-Jobs“ umgangssprachlich als „[/FONT][FONT=RotisSansSerif, serif]1-Euro-Jobs“ bekannt, da SGB II-Kundinnen und SGB II-Kunden als angemessene Entschädigung für die mit der Ausübung der Arbeitsgelegenheit verbundenen arbeitsbedingten Mehraufwendungen (z.B. zusätzliche Reinigung der Bekleidung, zusätzliche Ernährung, erforderliche Fahrtkosten) zusätzlich zum Arbeitslosengeld II den Betrag von 1,00 Euro je tatsächlich geleisteter Arbeitsstunde erhalten.[/FONT]
[/FONT]

Da ist er wieder! Der Minderleister! Diesmal sogar kontinuierlich.

[FONT=RotisSansSerif, serif]Bei Arbeitsvertragsabschluss wird der Arbeitgeberin bzw. dem Arbeitgeber eine bis zu[/FONT]
[FONT=RotisSansSerif, serif]75%-ige Unterstützung für die ersten 24 Beschäftigungsmonate gewährt. Der Zuschuss soll die besondere Fürsorge, den erhöhten Einarbeitungsaufwand oder auch[/FONT]​
[FONT=RotisSansSerif, serif]die kontinuierliche Minderleistung der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers ausgleichen.[/FONT]
 

#HIV#

Priv. Nutzer*in
Mitglied seit
10 Mai 2014
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.....oder auch
die kontinuierliche Minderleistung der Arbeitnehmerin bzw. des Arbeitnehmers ausgleichen.

Interessant, da ist also schon komplett eingeplant, dass jemand der einen 1-Euro-Job macht, nicht in der Lage ist 100% zu arbeiten. Wenn das so ist, kann man sich dort ja den faulen Lenz machen, immerhin bekommt der AG ja einen Zuschuss weil ich weniger arbeiten kann.
 

SrgtSmokealot

Elo-User*in
Mitglied seit
14 Juli 2011
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180
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135
Deswegen hat man im 1€Job ja auch nur nen 6 Stunden Arbeitstag :biggrin:



Gruß Micha :popcorn:


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E

ExitUser

Gast
Ich hätte ja gemeint Hilfe bei der Wohnungsuche wäre dringender, aber was weiß ich denn schon.

regel nummer 1: jegliche selbsteinschätzung des kunden ist grundsätzlich falsch.

aber scherz beiseite. das problem bei diesen konstellationen ist ganz einfach das, dass der SGB II träger nicht dazu verpflichtet ist, bei der wohnungssuche zu helfen.

vorliegend scheint das amt die obdachlosigkeit des jungen menschen eiskalt auszunutzen, um ihn um sein recht auf schule und ausbildung zu bringen, und ihn stattdessen in ZAFs zu stecken (realistische berufliche blabla)

erlebe das bei uns auch öfters.
 
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