Krebs-Erkrankungen häufig in sozial schwachen Stadtteilen (1 Betrachter)

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Mario Nette

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Krebs-Erkrankungen häufig in sozial schwachen Stadtteilen

Berlin - Nach einer neuen Auswertung des Berliner Krebsregisters erkranken in sozial schwachen Innenstadt-Bezirken deutlich mehr Menschen an bösartigen Tumoren als am Stadtrand.

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Schon 2007 hieß es:


Berlin raucht sich zu Tode

Immer mehr Menschen sterben an Lungenkrebs / Mehr Erkrankungen in Bezirken Mitte, Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg

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Mario Nette
 

Hexe45

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Krebs-Erkrankungen häufig in sozial schwachen Stadtteilen

Berlin - Nach einer neuen Auswertung des Berliner Krebsregisters erkranken in sozial schwachen Innenstadt-Bezirken deutlich mehr Menschen an bösartigen Tumoren als am Stadtrand.

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Schon 2007 hieß es:


Berlin raucht sich zu Tode

Immer mehr Menschen sterben an Lungenkrebs / Mehr Erkrankungen in Bezirken Mitte, Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg

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Mario Nette
Dieses hat alles so gut wie gar keine Aussagekraft.
Vor allem sind die Rückschlüsse zum Teil abenteurlich und echt nicht seriös. Das Schreiben liegt in unserem Institut auch vor und ist in die Tonne geflogen.
Es fehlt so ziemlich alles umd das nachvollziehbar zu machen.
" Die Armen rauchen eben zuviel weil sie ihr ganzes Geld für Tabak und Alk auf den Kopf hauen. Die andern rauchen weniger also sind sie gesünder."

Wer weiß vielleicht gibts den Regelsatz dann nur noch als Gutschein, dafür gibts ja keine Ziggis und Alk.
ZU mehr taugt es nicht.
Denn dann muß berücksichtigt werden, die Armen können sich kaum noch nen Arztbesuch leisten.
So manch chronische Lungenentzündung bleibt dadurch unentdeckt.
Was ein entarten der Zellen natürlich begünstigt, klar natürlich auch das rauchen.
Außerdem ist dort nicht nur der Lungenkrebs gehäuft, sondern auch die andern Arten.
Lungenkrebs ist im Mom eben mit der häufigste.
In den angesprochenen Bezirken ist die Luft zum Beispiel grottenschlecht.
Dann wirken sich Existenzstreß usw auf das Immunsysthem aus.
Denn Zellen entarten auch im gesundesten Körper, nur verhindert die Immunabwehr meist das schlimmste.
Von daher, sagt das Zählen im Krebsregister absokut nichts aus.
Ich habe zum Beispiel auch eine Studie bekommen, --das Autoabgase wohl viel mehr Krebs verursachen als angenommen.
Eine sehr detalierte Studie, die zumindest das Kriterium einer guten Studie erfüllt.
Wetten darüber wirste nix in der Zeitung lesen?
LG
Hexe
 

Mario Nette

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In den angesprochenen Bezirken ist die Luft zum Beispiel grottenschlecht. [...] Ich habe zum Beispiel auch eine Studie bekommen, --das Autoabgase wohl viel mehr Krebs verursachen als angenommen.
:biggrin: Nix für ungut, Hexe. Zum Glück ist das ja ein Diskussionsforum.

Mario Nette
 

Kaleika

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Dann darf auch nicht vergessen werden, dass Armut ebenfalls bedeutet, sich weder genügend - schon gar kein gesundes - Gemüse und Obst leisten zu können.

Wegen völlig unrealistisch zu niedriger Mietobergrenzen wohnen die Menschen viel zu beengt in oft schlecht isolierten Wohnungen, was ein freundliches Klima untereinander beschwert.

Natürlich ist die Lärmbelästigung durch Autos oder Flugzeuge ebensowenig zu unterschärtzen wie die Abgase.

Also wohnen und leben gesellschaftlich ausgegrenzte Menschen meistens dort, wo es gesundheitlich unattraktiv ist.

Das kann sich eigentlich jeder aus den Rippen schneiden - braucht es dafür kaum so eine Studie.

Kaleika
 

Mario Nette

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Armut gefährdet die Gesundheit

Thorsten Stegemann 22.08.2008

Untersuchungen des Umweltbundesamtes geben neue Aufschlüsse über den Zusammenhang von sozialem Status und Umweltbelastungen aller Art.

Schon Mitte der 70er Jahre wurde im Ruhrgebiet eine empirische Studie durchgeführt, die zu keineswegs unerwarteten, aber doch höchst problematischen Ergebnissen kam. Zeigte sie doch, dass Menschen mit einem geringen sozialen Status sehr viel häufiger an stark befahrenen Durchgangsstraßen lebten als ihre besser situierten Zeitgenossen und eben hier einer erheblich höheren Dosis an Lärm und Abgasen ausgesetzt waren. In den Vereinigten Staaten wurde die Verteilung von Umweltbelastungen und Umweltgütern nach sozialen Gesichtspunkten auch in der Folgezeit intensiv erforscht ("Environmental Justice"), in Deutschland brach die Diskussion ab und wurde bis heute nur sporadisch wieder aufgenommen.


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Mario Nette
 
E

ExitUser

Gast
Helft mir doch mal auf die Sprünge:
Wer hat noch mal gesagt, mit einer Wohnung könne man einen Menschen genauso töten wie mit einer Axt?
Welch wahrer Spruch!
Mir fällt immer nur der absolut geniale Heinrich Zille dazu ein.

Viele Grüße,
angel
 

ethos07

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Ulrike Meinhof - noch vor ihrer unseligen Zuwendung zur R. glaube ich.
 

ethos07

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Ich dacht erst: Ulrike Meinhof - noch vor ihrer unseligen Zuwendung zur R. Aber richtig ist wohl B.Brecht:
Bertolt Brechts Me-Ti. Buch der Wendungen: „Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.“
aus Wikipedia
 
E

ExitUser

Gast
Der Gedanke, dass den gesellschaftlichen Systemen und Subsystemen Gewalt inhärent sei, ist dabei keineswegs neu. Heinrich Zille hat ihn in dem Diktum zugespitzt, man könne mit einer Wohnung einen Menschen genauso erschlagen wie mit einer Axt. Eine klassische Formulierung findet sich in Bertolt Brechts Me-Ti. Buch der Wendungen:

„Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.“

Theoretisch ausformuliert wurde diese Vorstellung von Karl Marx. Dieser machte in der Diskussion des Gewaltbegriffs darauf aufmerksam, dass Gewalt auch in den gesellschaftlichen Verhältnissen selbst begründet sein kann, dass sie in manifester oder latenter Form alle politischen und sozialen Beziehungen durchdringt.[Quelle? Beleg?] Der Gewaltbegriff wandelte sich hier von einem Handlungsbegriff zu einem (gesellschaftlichen) Strukturprinzip. Auch die Post-Marxisten Michael Hardt und Antonio Negri schreiben in ihrem globalisierungskritischen Manifest Multitude das Konzept der strukturellen Gewalt Karl Marx zu:

„Die Theorie der Ausbeutung muss die tägliche strukturelle Gewalt des Kapitals gegen die Arbeiter erkennen lassen, die diesen Antagonismus hervorbringen, und dient umgekehrt den Arbeitern als Grundlage, um sich zu organisieren und sich der kapitalistischen Kontrolle zu verweigern.“[1]

Die Kritische Theorie steht ebenfalls in dieser marxistischen Denktradition. Dabei ist vor allem Herbert Marcuse und sein 1964 erschienenes Werk Der eindimensionale Mensch zu nennen. Hier werden die pluralistischen Demokratien der westlichen Welt als repressive, ja „totalitäre“ Gesellschaften beschrieben, die sich auf Indoktrination, Manipulation, Ausbeutung und Krieg gründeten. Kritik bleibe fruchtlos, da sie in das „eindimensionale“ System von Politik, Wirtschaft und Kulturindustrie integriert würde.
Strukturelle Gewalt ? Wikipedia

Habe noch was darüber gefunden.
Heinrich Zille, dieser wunderbare Systemkritiker, hat diesen Satz handschriftlich in seinem Werk "Zwanglose Geschichten und Bilder" 1919 veröffentlicht.

1919 und 2008 - wo ist der Unterschied?

Viele Grüße,
angel
 
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