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Krankmeldung, Kündigung, ALG 1 und dann Krankengeld?

Eagle7

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#1
Hallo Zusammen.

Bin neu hier. Habe einiges über mein Thema gelesen. Habe aber keine Lösung für mich gefunden, wie es weitergehen würde.
Deshalb einige Fragen an die Experten unter euch?

Ich bin 2,5 Jahre in meiner Firma angestellt gewesen. Gegen Anfang des Jahres 2014 habe ich starke Rückenprobleme bekommen (Leider bin ich erst 31 Jahre).
Die Rückenprobleme wurden von meinem Hausarzt festgestellt. Über diesen war ich aufgrund der Rückenprobleme 2,5 Wochen KG mit AU.
In dieser Zeit ist mir per Post meine Kündigung zugegangen. Es war eine betriebsbedingte Kündigung, weil die Abteilung, in der ich gerbeitet habe, zugemacht wurde.
Eine Arbeitsschutzklage habe ich nicht eingereicht, da mir mit der Kündigung eine akzeptable Abfindung und eine Freistellung mit Lohnfortzahlung bis zum 31.05. schriftlich zugesagt wurde.
Da meine Rückenprobleme nicht nachgelassen haben nachdem ich wieder ein paar Tage gearbeitet habe, bin ich erneut zum Hausarzt. Dieser hat mich dann zum Spezialisten (Orthopäden) überwiesen. Nach einem MRT, wurde mir dann mitgeteilt, dass ich zwei Bandscheibenvorfälle habe.
Aufgrund dessen wurde ich erneut 3 Wochen wegen der Probleme KG mit AU geschrieben. Danach fand lediglich auf der Arbeit noch eine einwöchige Übergabe statt (Habe also nochmals kurz gearbeitet) vor meiner Freistellung.
Während der Freistellung war ich dann dummerweise nicht mit AU KG geschrieben. Habe also keine fortlaufende AU.
ALG 1 habe ich dann nach der Freistellung beantragt und läuft ohne Sperre seit dem 01.06.!
Blöderweise kommen momentan wieder stärkere Probleme mit dem Rücken.
Nachdem meine (Reha) beendet war, habe ich mich eigentlich sehr gut gefühlt (Während der Reha war ich wegen der Freistellung ebenfalls nicht KG mit AU).

Nochmal die Fakten:
17.02. - 05.03. Erste KG mit AU (Hausarzt wegen Rückenproblemen)
28.02. Zugang betriebsbedingte Kündigung während ich krank war
03.03. Meldung bei der Agentur für Arbeit
10.03. - 28.03. Zweite KG mit AU (Orthopäde nach Befund Bandscheibenvorfälle)
31.03. - 04.04. Gearbeitet und Übergabe meiner Aufgaben unter leichten Schmerzen
04.04 - 01.06. Freistellung mit Lohnfortzahlung und Krankengymnastik
Seit 01.06. Arbeitslos gemeldet (Eingliederungsvereinbarung unterschrieben)

Dem Amt sind meine Rückenprobleme noch nicht bekannt, da ich damals bei der Meldung noch nichts vom Befund wusste und nach der Freistellung die Probleme zuerst, durch die Krankengymnastik, nicht mehr so akut waren.
Aktuell bekomme ich leider wieder starke Probleme im Rücken.

Zu meinen Fragen:

1. Sollte ich nochmals eine halbe Woche Krank mit AU aufgrund des Rückens bekommen, bekomme ich dann Krankengeld, oder startet dann die ALG-Lohnfortzahlung?
War ja nicht zusammenhängend, aber müsste ja die selbe Erkrankung sein innerhalb von 12 Monaten.

2. Wie würde so ein Prozess bzgl. des Krankengeldes ablaufen?
KK sieht, über 6 Wochen erkrankt wegen Rückenprobleme und schickt Formulare raus, die ich dann ausfüllen lassen muss? Wenn ja, wie sehen die aus und WO muss WAS geklärt werden?

3. Falls ich ein Anrecht auf Krankengeld habe, wie wird es berechnet?
In höhe des ALG 1 oder habe ich eventuell Anrecht auf höheres Krankengeld weil die Ursache der Erkrankung noch während der Anstellung passierte? (Kann ich mir zwar kaum vorstellen, aber der AG hat ja 5,5 Woche Lohnfortzahlung geleistet und die Krankheitsursache entstand möglicherweise in dieser Zeit, falls es als zusammenhängende Erkrankung gewertet wird)

4. Falls ich noch kein Anspruch auf Krankengeld habe, läuft dann zumindest das ALG 1 weiter bis erneute 6 Wochen ALG 1-Lohnfortzahlung geleistet wurden und ich dann Anspruch auf Krankengeld habe?
(Hoffe zumindest, dass dies dann der Fall wäre, habe aber irgendwas gelesen, das ALG 1 nur gezahlt weiter gezahlt wird, wenn die Krankheit während der Arbeitslosigkeit entsteht. Habe irgendso etwas gelesen, möglicherweise aber auch falsch verstanden)

Ist leider etwas verstrickt und hätte ich hier vorher etwas gelesen, wäre ich das ein oder andere sicher anders angegangen. So war es aber leider nicht.

Wäre um Hilfe sehr dankbar. Aber bitte nur Antworten wenn ihr euch wirklich sicher seit? Bin etwas ratlos und weiss nicht wie ich aufgrund der wieder auftretenden Rückenprobleme vorgehen soll.
Kann mir auch einen Ausfall des ALG 1 bzw. Krankengeld nicht erlauben.

Vielen Dank schonmal.
 

Fritz Fleißig

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#2
Ganz kurz zusammengefaßt:

Deine letzte Krankschreibung reicht leider nicht lückenlos über das Ende des Arbeitsvertrages hinaus. Das bedeutet einen erheblichen finanziellen Nachteil, läßt sich jetzt aber auch nicht mehr ändern.

Bei Erkrankung während des Bezuges von ALG hast du Anspruch auf bis zu sechs Wochen ALG-Fortzahlung. Ein Tag ALG-Bezug reicht bereits, um den Anspruch auf Fortzahlung zu begründen. Genauso kommt es hierbei nicht auf die Erkrankungsursachen oder mögliche Wiederholungserkrankungen an. Beides also anders als bei der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Bei längerer Erkrankung über sechs Wochen hinaus steht dir Krankengeld von der KK zu. Die ALG-Zahlung wird dann aufgehoben, weitere ALG-Anspruchstage werden dann auch nicht verbraucht. Du bekommst KG allerdings nur in Höhe des ALG, nicht nach Maßgabe deines früheren Gehaltes.

Wenn die Erkankung nicht nur vorübergehend ist, sondern Einfluß auf die dir zumutbaren Beschäftigungen hat, solltest du dies der Arbeitsagentur schriftlich mitteilen, damit ein Gutachten gefertigt und für dich unzumutbare Beschäftigungen ausgeschlossen werden.
 

Eagle7

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#3
Ganz kurz zusammengefaßt:

Bei Erkrankung während des Bezuges von ALG hast du Anspruch auf bis zu sechs Wochen ALG-Fortzahlung. Ein Tag ALG-Bezug reicht bereits, um den Anspruch auf Fortzahlung zu begründen. Genauso kommt es hierbei nicht auf die Erkrankungsursachen oder mögliche Wiederholungserkrankungen an. Beides also anders als bei der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber.
Also ist es nicht wichtig, dass die Erkrankung dieselbe ist wie vor der Arbeitslosigkeit? Mir steht also (egal ob die Erkrankung dieselbe ist wie vor der Arbeitslosigkeit), bei einer Krankmeldung wegen den Rückenproblemen die 6-wöchige ALG 1 Fortzahlung zu? Danach zahlt die KK theoretisch Krankengeld.

Demnach würde ich bei Krankmeldung wegen den akuten Rückenproblemen, erst wieder 6 Wochen erneute ALG 1 - Fortzahlung von der Agentur bekommen, obwohl ich wegen derselben Erkrankung bereits in diesem Jahr 5,5 Wochen krank war.

Habe ich das richtig verstanden?

Sorry für meine Unsicherheit. War aber beim einlesen auf irgendetwas gestoßen, wo stand, man hätte, weil die Erkrankung dieselbe ist wie vor der Arbeitslosigkeit, nur noch Anspruch auf ALG II. Deshalb hatte ich bedenken. Möglicherweise habe ich aber nur etwas falsch verstanden.

Weisst du zufällig auch wie der Ablauf bei KK nach 6 Wochen wäre?
Geschieht das dann automatisch wenn die 6 Wochen erneut rum sind? Oder muss ich das melden und was ausfüllen?

Vielen Dank für deine tolle Antwort.
 

Fritz Fleißig

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#4
Bei der ALG-Fortzahlung geht es immer nur um die Tatsache der Erkrankung und um nichts weiteres. Es besteht auch insgesamt keine Höchstdauer für die Fortzahlung, sondern immer nur pro durchgängigem Erkrankungsfall.

Wenn du also im Extremfall einen Tag ALG bezogen hast und am nächsten Tag krankgeschrieben wirst, hast du Anspruch auf sechs Wochen ALG-Fortzahlung. Falls du nach Genesung wieder einen Tag arbeitsfähig warst, ALG bezogen hast und einen Tag danach erneut aus demselben Grund erkrankst, besteht wiederum Anspruch auf sechs Wochen ALG-Fortzahlung. Das ist also anders als bei der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber, auch wenn die Sechswochenfrist identisch ist.

Die Krankengeldzahlung bei längerer durchgängiger Erkrankung (über sechs Wochen am Stück) wird sich nach den allgemeinen Regeln für KG richten. Da können solche Aspekte wie Wiederholungserkrankungen und Blockfristen schon eingehen wie auch sonst.
 
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