Krankenhauskosten durch nachträglichen ALGII-Antrag von KK zu übernehmen?

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kerosin

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Hallo zusammen,

folgendes Problem wurde mir gerade zugetragen:

Person X (Ü25) lebt bei Mutter und ist nicht beim Jobcenter gemeldet, hat keine Krankenversicherung.

Nun ist der Person ein Unfall passiert mit anschließendem Krankentransport und 1-tägigem Krankenhausaufenthalt. Klar ist, dass ihm die Rechnuingen serviert werden. Diese wird er nicht bezahlen können.

daher folgendes Gedankenspiel: Wenn die Person diesen Monat rückwirkend zum 1.10. ALGII beantragt und bewilligt bekommt, muss dann die noch zu bestimmende Krankenkasse die Rechnung übernehmen?

Ferner macht sich die Person Sorgen darüber, inwieweit ihr ALGII-Antrag die berufstätige Mutter beeinträchtigen könnte.

Gibt es andere Lösungsmöglichkeiten?

Vielen Dank für hilfreiche Antworten!

so long,
Kerosin
 

blattkaktus

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Hallo kerosin,
das ALG II gibt es erst ab Tag der Beantragung, also erst da krankenversichert durch die Arge. Also so schnell wie möglich beantragen.

Durch die Krankenversicherungspflicht in Deutschland wird er rückwirkend ab dem Zeitpunkt der fehlenden Versicherung die fällig gewordenen Beiträge nachzahlen müssen. Ich denke, die Krankenhausrechnung wird die Versicherung dann übernehmen - nachfragen.

Wenn er ALG II beantragt, bildet er eine eigene Bedarfsgemeinschaft. Er bekommt von der Arge den Regelsatz und die Hälfte der Mietkosten.
Achtung beim Antrag ausfüllen, keine Verdienstunterlagen der Mutter mitgeben, sondern ein Schreiben aufsetzen, dass die Mutter ihn keinesfalls unterstützt, sie getrennt haushalten. Sonst machen sie gerne eine Haushaltsgemeinschaft draus bei der Arge und die Mutter muß ihr Einkommen auf Anfrage angeben, und es wird evtl. zum Teil mit einberechnet beim Bedarf des Antragstellers.
Am Besten wäre für die Zukunft, sich eine eigene Wohnung zu suchen.

Sonst kommt die Arge manchmal auf die Idee, einen unangemeldeten Hausbesuch abstatten zu wollen, um das "getrennt Haushalten" zu überprüfen, also getrennt Wäsche waschen, kochen, einkaufen usw.
Es wird immer empfohlen, keinen rein zu lassen, die Wohnung ist ein geschützter Bereich, die Arge sucht immer Gegenbeweise. Die Erklärung von der Mutter muß da reichen.
sg
 

Martin Behrsing

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Ein ALG II Antrag wirkt seit dem 1.4.2011 rückwirkend auf den 1. des Monats. Deshalb kann so ein Antrag gestellt werden. Da er 25 Jahre ist bildet er eine eigene Bedarfsgemeinschaft und sollte sich auch nicht eine Haushaltsgemeinschaft aufschwätzen lassen. Eine Haushaltsgemeinschaft muss das Jobcenter nachweisen.

Ich verstehe allerdings nicht, wie es sein kann, dass jemand in einem so jungen Alter nicht krankenversichert ist, obwohl es ja nun mal eine Versicherungspflicht gibt. Es kann durchaus sein, dass die KK vom 23. Lebenjahr an, die Versicherungsbeiträge zurück verlangt und zwangsweise die forderung betreibt. Eigentlich muss die KK das machen.
 
G

gast_

Gast
Ein ALG II Antrag wirkt seit dem 1.4.2011 rückwirkend auf den 1. des Monats. Deshalb kann so ein Antrag gestellt werden. Da er 25 Jahre ist bildet er eine eigene Bedarfsgemeinschaft und sollte sich auch nicht eine Haushaltsgemeinschaft aufschwätzen lassen. Eine Haushaltsgemeinschaft muss das Jobcenter nachweisen.
Ergänzend: Zum Jobcenter gehen und dort nur Angaben zu sich selbst machen, nicht zur Mutter! Jemanden als Beistand mitnehmen, der Protokoll schreiben kann, falls es Probleme gibt, man den Antrag nicht aushändigen will z.B.

Deine Mutter will dich nicht länger unterstützen und will Miete von dir haben - oder dich raussetzen... das solltest du sagen.

Keine Telefonnummer oder email Adresse angeben - und keine vorgelegte EGV dort vor Ort unterschreiben!(Mitnehmen zum Prüfen lassen - das Recht hat man)
 

kerosin

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Danke für die Antworten!

So wie ich das jetzt verstanden habe, wäre die Person bei rechtzeitigem Antrag ab 1.10. krankenversichert. Wird die KK zugewiesen oder kann/muß man die sich selbst suchen?

Das Problem werden also die x Jahre ohne KV und das rückwirkende Verlangen der Beiträge sein (ich nehme an, dass die Rückforderungen auch bei einer freiwilligen gesetzlichen KV gestellt werden?). Vielleicht lässt sich mit der neuen KK reden. Mir sind 2 Fälle bekannt, einmal privat und einmal gesetzlich, bei denen im Endeffekt keine Rückzahlung zu leisten war. Aber Hauptsache ist natürlich, überhaupt erstmal eine KV zu besitzen.

Bei Antragstellung und Umgang mit Jobcenter kann ich die Person unterstützen.

so long,
kerosin
 

Martin Behrsing

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man bleibt in der Krankenkasse weiterversicher, inder mal man war. Es ist eine Art Zwangsehe. Man war auch nicht ohne Krankenkasse, außer dass man die Beiträge nicht bezahlt hat.

Von der AOK Rheinland-Hamburg weiß ich von einzhelnen Fällen, wo die schon mal von Beitragsrückzahlungen abgesehen haben, wenn zwischenzeitlich keine ärztlich Behandlung stattgefunden hat. Ansonsten sind aber zumindest die freiwillig-versicherten Beiträge fällig.
 
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