Krankenhausaufenthalt überschneidet sich mit Aussteuerung

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cassecou

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Liebes Forum,
ich werde zum 29.9. ausgesteuert. Derzeit stehe ich auf der Warteliste einer psychosomatischen Klinik. Sollte ich den Aufenthalt antreten, überschneidet sich dieser mit meiner Aussteuerung. Ich habe noch Anspruch auf 9 Monate ALG 1, vor meiner AU war ich drei Monate arbeitslos gemeldet.
Mir ist völlig unklar, von wem ich in der Zeit nach der Aussteuerung bis zu einer persönlichen Meldung bei der AfA (wo ich mich natürlich ohne AU melden werde) nach meinem stationären Aufenthalt Leistungen erhalte? Und wie ich diese beantrage, wenn ich ja zu der Zeit stationär bin.
Ich habe übrigens bislang keinen Reha-Antrag o.ä. bei der DRV gestellt. Ich habe auch nicht vor einen EM-Antrag zu stellen, da ich hoffe, möglichst bald wieder arbeiten zu können.
Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.
cassecou
 

Doppeloma

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Hallo cassecou,

ich werde zum 29.9. ausgesteuert.

hast du den Bescheid dazu von deiner KK schon schriftlich erhalten ???
Dann bist du verpflichtet dich bereits aktuell (wegen der zu erwartenden Aussteuerung zum XXX) zu melden ...

Derzeit stehe ich auf der Warteliste einer psychosomatischen Klinik. Sollte ich den Aufenthalt antreten, überschneidet sich dieser mit meiner Aussteuerung.

das wirst du letztlich erst genau wissen (können) wenn du den Termin für die Klinik auch erhalten hast oder du setzt dich mit denen in Verbindung und bittest darum dich erst kurz nach der erfolgten Aussteuerung (und korrekter Meldung /Antragsabgabe) aufzunehmen, damit du diese Angelegenheit vorher noch ordentlich regeln kannst.

Wenn es sich um nicht um eine DRV-Reha handelt bekommst du ansonsten kein Geld mehr und bist auch nicht mehr krankenversichert.

Ich habe noch Anspruch auf 9 Monate ALG 1, vor meiner AU war ich drei Monate arbeitslos gemeldet.

Vermutlich ist dein ALGI durch die lange AU-Zeit wieder aufgefüllt worden, denn auch aus deinem Krankengeld werden Beiträge an die AfA entrichtet.

Mir ist völlig unklar, von wem ich in der Zeit nach der Aussteuerung bis zu einer persönlichen Meldung bei der AfA (wo ich mich natürlich ohne AU melden werde) nach meinem stationären Aufenthalt Leistungen erhalte? Und wie ich diese beantrage, wenn ich ja zu der Zeit stationär bin.

Das geht (so wie du es dir vorstellst) gar nicht, der Antrag muss persönlich abgeholt /ausgefüllt und wieder abgegeben werden, zudem brauchst du die Lohnbescheinigung deines AG und die Abschlussbescheinigung der KK zu deinem Krankengeldbezug.

Bei der AfA weiß man ja dann, dass du wegen der Aussteuerung kommst, also kannst du denen auch nicht erzählen wollen, dass du nicht mehr AU bist und gleichzeitig aber in eine Akutklinik gehen wirst ... da bist du aber auch nicht vermittelbar, stehst dem Arbeitsmarkt (wegen Krankheit, wegen was sonst) nicht zur Verfügung.

Keine Verfügbarkeit bedeutet aber KEIN Anspruch auf ALGI (auch nicht nach der Aussteuerung) wenn du dann keinen Antrag (auf Reha z.B.) bei der DRV stellst, entsteht ja kein Grund für eine "Nahtlose" Zahlung nach § 145 SGB III, das soll ja nur die Überbrückung bis zu einer Entscheidung der DRV sein.

Du solltest dich also unbedingt und sehr bald zu dieser Problematik mit der AfA in Verbindung setzen und kannst nur darauf hoffen, dass die trotzdem zahlen werden, denn für einen reinen Klinikaufenthalt ist die AfA eigentlich gar nicht zuständig ... auch wenn es paradox ist und klingt, musst du der Vermittlung wenigstens theoretisch /fiktiv zur Verfügung stehen können um überhaupt ALGI zu bekommen.

Ansonsten bekommst du kein Geld mehr (müsstest ALGII - Anspruch prüfen lassen) und bist auch nicht mehr versichert, ob die Klinik dich dann noch aufnehmen möchte weiß ich nicht ...

Ich habe übrigens bislang keinen Reha-Antrag o.ä. bei der DRV gestellt. Ich habe auch nicht vor einen EM-Antrag zu stellen, da ich hoffe, möglichst bald wieder arbeiten zu können.

Wie lange ca. soll den dieser Klinik-Aufenthalt dauern, es wäre ja angebracht gewesen, dass deine KK/dein Arzt dich da für die baldige Aufnahme unterstützt wenn es ein Akut-Aufenthalt werden soll ... schließlich muss ja dein Lebensunterhalt und deine Krankenversicherung in der Zeit auch (noch) gedeckt werden ...

Die AfA zahlt kein "Ersatz-Krankengeld" und "normales ALGI (wie du es offenbar in Anspruch nehmen willst), gibt es nur wenn du der Vermittlung auch zur Verfügung stehst und nicht wenn du (auf nicht absehbare Zeit) in der Klinik bist ...

Hast du Niemanden der dich da ein wenig beraten und/oder begleiten kann mit der Bürokratie, hast du das noch nicht angesprochen in welche Schwierigkeiten du bei der bisherigen Planung kommen wirst ...

So wie du bisher denkst kann und wird es nicht funktionieren ...

Die AfA zahlt nicht wenn du dich um den Antrag und die notwendigen Bescheinigungen nicht persönlich kümmerst ... es sei denn du würdest "im Koma" liegen, dann kann das auch jemand in deinem Auftrag erledigen ... suche dir Hilfe vor Ort (sozialpsychiatrischer Dienst /Caritas), wer auch immer ... oder versuche die Aufnahme in die Klinik auf danach festlegen zu lassen.

Wenn du den ALGI-Bescheid erst mal vorliegen hast ist manches einfacher aber einen Antrag a die DRV musst du trotzdem stellen, der Klinikaufenthalt zählt nicht für die Anwendung der Nahtlosigkeit.

Machst du gar nichts, dann wirst du ab Tag X nach der Aussteuerung einfach von Niemandem mehr Geld bekommen ...

MfG Doppeloma
 

cassecou

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Hallo doppeloma,

erstmal vielen Dank für deine Antwort. Ich war bislang bei einer kostenlosen Rechtsberatung und bei einer Sozialberatung. Beide hatten von der Thematik noch weniger Ahnung als ich und haben mir nicht weiterhelfen können, bzw. mich eher beruhigt und gemeint, wenn ich stationär sei, würde das trotzdem schon klappen. Ich habe nächsten Mittwoch einen Termin bei einer anderen Rechtsberatung, die auf Sozialrecht spezialisiert ist und hoffe, dass ich da fundiertere Aussagen bekommen. Da ich mir aber nicht sicher bin, ob dass da auch so sein wird, habe ich mich hier versucht zusätzlich schlau zu machen.

Den schriftlichen Bescheid seitens der KK habe ich erhalten.
Der Beginn des Aufenthaltes lässt sich sicher auf nach dem 29.9. verschieben (derzeit sind die Wartezeiten 3-4 Wochen, ich stehe seit dem 12.9. auf der Liste). Dauern wird der Aufenthalt zwischen 6 und 8 Wochen.
Mein Problem ist allerdings eher, dass ich nicht weiß, ich ob es durchhalte, noch länger als die normale Wartezeit zu warten, da es mir sehr schlecht geht.

Würde denn die Möglichkeit bestehen, mich jetzt bei Afa zu melden, die Anträge zu bearbeiten, und dann stat. zu gehen? (Also vor dem Aussteuerungsdatum? AG-Bescheinigungen brauch ich nicht, da ich ja seit meiner AU seit letztem September bereits arbeitslos war und für die damalige Meldung bereits die AG Bescheinigung abgeben musste.

Und ist es sinnvoll bei der AfA (wenn ich jetzt hingehe) von dem bevorstehenden Klinikaufenthalt zu erzählen und die zu fragen was ich machen soll? Ich vermute ja eher nicht..

Oder bei der KK? Evt. über die 4wöchige Nachversicherungspflicht?
Mein Arzt könnte zwar bei der Klinik Druck machen, dass ich früher aufgenommen werde, aber auch das wird mein Problem mit der Überschenidung nicht lösen.

Viele Grüße
cassecou
 

Dark Vampire

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Wenn du vorher gehst vor der Aussteuerung gibt es kein ALGI dann sondern musst ALGII beantragen weil du ja nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehst wenn du ne Reha machst.

Wer ist der Träger für die Reha ? Wenns die KK ist dann wirds wohl auf Hartz4 auslaufen, wenns die DRV ist dann wird es Übergangsgeld geben.

Wenn du allerdings erst nach der Aussteuerung hingehst zahlt die ersten 6 Wochen das Arbeitamt ALGI weiter dann wenns weiter geht musst du H4 beantragen wenn du weiterhin stationär bleibst.....

Wie du siehst wirst du die stressfreiere Variante wählen müssen.
 

Doppeloma

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Hallo cassecou,

Den schriftlichen Bescheid seitens der KK habe ich erhalten.
Der Beginn des Aufenthaltes lässt sich sicher auf nach dem 29.9. verschieben (derzeit sind die Wartezeiten 3-4 Wochen, ich stehe seit dem 12.9. auf der Liste). Dauern wird der Aufenthalt zwischen 6 und 8 Wochen.

Da hast du dich wohl vertan mit der Anmeldung, den 12.09. haben wir ja noch nicht und wenn es um eine Akut-Problematik geht kann ich diese lange Wartezeit nicht wirklich nachvollziehen ... da sollte doch dein einweisender Arzt Möglichkeiten haben das zu beschleunigen zumal es offenbar wirklich dringend ist wenn es dir so schlecht geht ...

Mein Problem ist allerdings eher, dass ich nicht weiß, ich ob es durchhalte, noch länger als die normale Wartezeit zu warten, da es mir sehr schlecht geht.

Manchmal frage mich inzwischen allerdings auch wie "krank" dieses Gesundheitssystem schon ist, wenn man dringend notwendige SOFORT - Behandlungen mindestens 3 - 4 Wochen verschieben soll /kann ... :icon_neutral:

da wird dir ein Anwaltsgespräch aber auch kaum zur früheren Aufnahme verhelfen können ... das wäre Sache deines Arztes hier den Druck auf die Klinik zu erhöhen ...

Würde denn die Möglichkeit bestehen, mich jetzt bei Afa zu melden, die Anträge zu bearbeiten, und dann stat. zu gehen? (Also vor dem Aussteuerungsdatum? AG-Bescheinigungen brauch ich nicht, da ich ja seit meiner AU seit letztem September bereits arbeitslos war und für die damalige Meldung bereits die AG Bescheinigung abgeben musste.

Das kannst du nur direkt mit der AfA versuchen zu klären, auch wenn ich von solchen "Krankengesprächen" normal nichts halte aber es muss ja eine machbare Lösung gefunden werden für dich ... nimm dir bitte unbedingt jemanden als Beistand (§ 13 SGB X) mit zu diesen Gesprächen, "unter 4 Augen" wird man dich (gerade wegen der Klinik) lieber schnell abwimmeln wollen.

Und ist es sinnvoll bei der AfA (wenn ich jetzt hingehe) von dem bevorstehenden Klinikaufenthalt zu erzählen und die zu fragen was ich machen soll? Ich vermute ja eher nicht..

Dir wird in der aktuellen Situation nicht viel Anderes übrig bleiben "als hier die Flucht nach vorne anzutreten" und zumindest schon den kompletten Antrag vorher abzugeben (den bekommst du nur bei persönlicher Vorsprache) vielleicht kannst du die Klinik-Aufnahme dabei noch "offen" lassen und nur davon sprechen, dass du da noch keine genauen Informationen dazu hast und deswegen den Antrag auf ALGI schon vorsichtshalber stellen möchtest.

In den Kliniken gibt es dann auch Sozial-Arbeiter, die sich um die Sicherung deiner Zahlungen mit kümmern sollten, wenn du selbst gesundheitlich nicht in der Lage bist dazu ... ich nehme mal an es geht um eine psychische /psychosomatische Behandlung ... mit den Afa-SB brauchst du aber über Einzelheiten nicht zu sprechen.

Es genügt wenn du andeutest dass möglicherweise ein Klinikaufenthalt erforderlich wird, in nächster Zeit und du weißt noch nicht genau wann das sein wird, darum möchtest du den fertigen Antrag schon abgeben ... mit der AG-Bescheinigung hast du natürlich Recht, da brauchen die keine Neue ... ich hoffe du hast eine Kopie davon gemacht, denn dass die AfA das wiederfindet ist nicht ganz sicher ...

Lass dir unbedingt die Abgabe schriftlich bestätigen, damit du einen Nachweis dazu in der Hand hast ... es ist egal was die im Moment von dir denken, die müssen den Antrag abnehmen, prüfen und dir einen schriftlichen Bescheid zuschicken ... mit der Begründung ihrer Entscheidung (besonders wenn die ablehnen sollten ist das wichtig) ... du brauchst dich nicht mündlich "abspeisen zu lassen" ... :icon_evil:

Auch wenn die AfA nicht zahlen will brauchst du den Bescheid darüber um ALGII beantragen zu können, denn ALGI ist immer vorrangig zu beantragen wenn es einen Anspruch darauf gibt ... zur Not stellst du dort (bei deinem zuständigen JC) auch noch einen Antrag ... so ein Übergang nach der Aussteuerung ist immer ganz ungünstig ... nur völlig ohne Antragsabgabe bekommst du nirgends was ...

Wie ich oben schon geschrieben habe wirst aber einen Antrag (auf Reha oder Rente) auch an die DRV stellen müssen, sonst greift der Anspruch nach § 145 SGB III überhaupt nicht ... der Klinik-Aufenthalt alleine ist dafür noch kein ausreichender Hinderungsgrund ... da bist du nicht der Erste der trotzdem das Geld von der AfA bekommen muss (wegen der Aussteuerung können die dich ja auch nicht an die KK zurück geben, die zahlen ja auch nicht mehr) ...

Oder bei der KK? Evt. über die 4wöchige Nachversicherungspflicht?

Die KK zahlt dir aber in diesen 4 Wochen kein Krankengeld mehr, das ist nur als Überbrückung gedacht, bis dann die AfA deine Versicherungsbeiträge zahlt ... dass du in der Zeit trotzdem problemlos zum Arzt kannst und deine Rezepte bekommst ... die Klinik will (regulär) auch vorher wissen, wer die Kosten dafür übernehmen wird ... ohne Beiträge (von irgendeiner Stelle) hast du nur Anspruch auf "lebensnotwendige Notfall-Versorgung" wenn diese 4 Wochen vorüber sind ...

Mein Arzt könnte zwar bei der Klinik Druck machen, dass ich früher aufgenommen werde, aber auch das wird mein Problem mit der Überschenidung nicht lösen.

Dann sollte er das unbedingt tun, sobald du den schriftlichen Antrag (wenigstens) bei der AfA losgeworden bist, die weitere Unterstützung hole dir dann lieber dort bei den Sozialarbeitern, ein Anwalt wird dir da im Moment nicht groß weiterhelfen können ... :icon_evil:

MfG Doppeloma
 
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