Krankengeld, Wiedereingliederung ohne Arbeitgeber, mögliche finanzielle Unterstützung

Sommerengel

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Ihr Lieben,

ich bin ganz neu hier, habe mich seit einiger Zeit schon durch die verschiedenen Beiträge gelesen, aber habe nichts gefunden, was meine Situation wiederspiegelt bzw. mir meine wichtigsten Fragen beantworten kann und hoffe, dass ich jetzt in diesem "Allgemeinen" Bereich mit meiner Frage richtig bin.

Falls nicht, seht es mir bitte nach, verschiebt oder weist mich bitte darauf hin.

Zu mir muss/möchte ich erst ein paar Hintergrundinformationen geben, um meine Situation zu beschreiben:

Ich bin 45 Jahre alt, seit April dieses Jahres zum wiederholten Mal wegen Depressionen krankgeschrieben, wurde daraufhin auch aus meinem Job in der Probezeit gekündigt. Beziehe also Krankengeld (und noch kein ALG). Ich habe einige Schicksalschläge hinter mir und bin seit 2013 immer "mal wieder" wegen des gleichen Krankheitsbildes krankgeschrieben (wurde letztes Jahr auch deswegen von meinem damaligen Arbeitgeber gekündigt, bin "nicht belastbar").

Habe mich immer zusammengerissen, da ich alleinerziehende Mutte von zwei Kindern bin (11 und fast 14) und mit dem Vater der Kinder einen seit vier Jahren zermürbenden Krieg um Geld und die Kinder führe. Krankengeld würde ich noch, wenn die KK mitspielt, für ca. neun Monate erhalten. ALG 1 -Anspruch besteht (-nach meinem Infostand- nach Ende der Krankmeldung) auch noch für ein halbes Jahr.

Der Zusammenbruch dieses Jahr war schlimmer als die vorherigen.

Ich habe meine Zeit genutzt, sehr viel "Eigen-Untersuchungen" (und Ursachenforschung) durchgeführt, viele meiner Probleme erkannt und versuche, mit Hilfe von Arzt, Medikamenten, Therapien und Eigeninitiative wieder "in die Bahn" zu kommen.

Nun meinte mein Arzt, dass die Krankenkasse nachfragt, wie lange bei mir noch mit einer Krankengeldzahlung zu kalkulieren sei (Hintergrund: Ich wurde während der Krankschreibung in der Probezeit gekündigt, durch einen späteren Fehler des Arztes gab es schon Versuche der KK, mich aus dem Krankengeldbezug und der KK selbst zu "entfernen". Dank Anwalt und Mitarbeit des Arztes wurde das zum Glück nach einigen Wochen geklärt, hat mich aber leider um einiges in meiner Genesung zurückgeworfen. Und: Die KK ist jetzt hellhörig.).

Nun steht die Aussage meines Arztes im Raum, dass er mir zu einem Klinikaufenthalt rät ("damit die KK weiter zahlt - schaden würde es Ihnen doch wahrscheinlich auch nicht").

Aus einigen Gründen sehe ich das anders, diese möchte ich jetzt hier nicht ausführlich darstellen.

Ich möchte wieder selbstbestimmt leben und vor allem auf lange Sicht meine finanzielle Unabhängigkeit von irgendwelchen Sozialträgern und von (eventuellen) Kindsunterhalts-Zahlungen meines Ex-Mannes sicherstellen.

Eine Hau-Ruck-Vorgehensweise hat sich als nicht zielführend herausgestellt (habe ich letztes Jahr versucht).

Ich bin offenbar (noch) nicht belastbar, möchte daher nicht mehr in Vollzeit, sondern zunächst in Teilzeit arbeiten (ich habe ja keinen Anspruch auf "Wiedereingliederung", mangels Arbeitgeber).

ALG 1 würde mir dann entsprechend gekürzt, das habe ich bereits durch dieses Forum erfahren.

Das allerdings (genauso wie ein Einkommen auf Teilzeit-Basis) reicht nicht aus, um meine laufenden Kosten zu decken, würde mir aber den "Weg zurück" zunächst erleichtern.

Hier nun endlich meine Fragen:

  • Kann ich, wenn ich zunächst nur auf Teilzeitbasis arbeiten möchte, trotzdem ergänzende Leistungen beim Jobcenter beantragen?
  • Kann die AfA mir "vorschreiben" (z.B. wegen des Alters der Kinder), mich auf Vollzeit zu bewerben (und wenn ja, kann ich mich wegen gesundheitlicher Befürchtungen wehren)?
  • Kann die AfA mir vorschreiben, an Umschulungsmaßnahmen in Vollzeit (statt in Teilzeit) teilzunehmen (wenn sie sie mir überhaupt genehmigen würden, wegen meiner "allgemeinen Ausbildung)?
  • Habe ich Anspruch auf Leistungen der Rentenversicherung (Übergangsgeld o.ä., habe am Montag dort einen Beratungstermin, bin aber gerne vorbereitet)?
  • Gibt es Ratschläge von Eurer Seite zur Reihenfolge (was sollte ich zunächst tun, welcher Träger muss wann worüber informiert werden, welche Leistungen sind vorrangig?)? Ich werde meine Wohnung auf längere Sicht aufgeben müssen, sie ist zu groß - das weiß ich schon ("damals" hatte ich halt das Geld...). Zur Zeit geht das aber wohl nicht - welcher Vermieter vermietet eine Wohnung ohne Einkommensnachweis...? Also warte ich, bis ich "den Status" habe, oder ist das eine falsche Sichtweise? (Wohngeld bekomme ich nicht, da der Kindsvater zur Zeit noch Unterhalt zahlt - mir die Einstellung aber schon angekündigt hat- und die Wohnung zu groß ist)

Ich muss noch ein paar Jahre bis zur Rente arbeiten und habe das auch durchaus vor. Allerdings befinde ich mich halt zur Zeit in einer Krise (wenn auch im Aufwärtsgang) und möchte keine weitreichenden Fehler machen. Ich sehe es als Chance für mich, über eine Teilzeitstelle "wieder zurück" zu kommen - schaffe es aber nicht ohne finanzielle Hilfe - und bin gerade mit der Frage "woher?" ein wenig überfordert.

LG
der Engel
 

Claus.

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AW: Krankengeld, Wiedereingliederung ohne Arbeitgeber, mögliche finanzielle Unterstüt

Hay,
ich bin mal ehrlich ... ich persönlich glaube nicht daß das so klappt wie du dir das überlegt hast.

Der KK bist du vermutlich egal, denen interessiert nur ihr Geldbeutel. Entsprechend könnten die in 4-8 Wochen schon wieder versuchen, dich aus dem Krankengeld zu drängen z.B. über ein blödsinniges MDK-Gutachten. Gehst du dann nicht dagegen vor - hast du ein Problem. Gehst du dagegen vor - bekommst du halt von der KK die Aufforderung binnen 10 Wochen eine (stationäre) Reha zu beantragen.

"Flüchtest" du warum auch immer ins AlgI, dann werden die evtl. alles daran setzen um dich loszuwerden. Dazu kommt, daß auch Teilzeitstellen nicht auf Bäumen wachsen; und auch eine Teilzeitstelle musst du gesundheitlich erst einmal schaffen können.

Jobcenter ... ob dir da irgendwelche Leistungen "zustehen" könnten - diese Frage braucht man m.M.n. nicht einmal ansatzweise überlegen. Die Warscheinlichkeit, daß du ein Wrack bist bevor du auch nur einen einzigen Cent vom JC bekommst, ist leider ziemlich hoch. Und auch die werden recht schnell versuchen, dich wieder loszuwerden.

Der Zusammenbruch dieses Jahr war schlimmer als die vorherigen.
Das könnte man evtl. als Hinweis deines Körpers verstehen.

Es bringt nichts immer wieder nur ein halbes Jahr arbeiten irgendwie zu überstehen. Um anschließend noch kränker zu sein wie vorher. Das geht nicht ewig als Endlosschleife.
Kurier dich lieber jetzt einmal gescheit aus. Im Krankengeldbezug - das dürfte noch am ruhigsten sein und am meisten Geld bringen, mit wirkungsvollen Therapien; und ohne immer nur auf andere aufzupassen. Ohne sofort nur halbgesund oder "nur noch" halbkrank wieder arbeiten zu wollen.
 
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