Krankengeld vor Kündigung --> Einfluss auf Arbeitslosengeld 1??

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Anylore22

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Hallo alle zusammen.
Ich habe eine wichtige Frage und hoffe Ihr könnt mir helfen bzw. mir sagen an wen ich mich wenden kann. Ich bin aufgrund von mehreren Bandscheibenvorfällen zu 50% behindert und arbeite am Band. Da diese Arbeit aufgrund starker Schmerzen nicht mehr möglich ist, habe ich mich mit meiner Firma auf eine Kündigung geeinigt. Ich muss noch genau 100 Arbeitstage hinter mich bringen, bevor meine Arbeitslosigkeit beginnt.
Nun bin ich bereits seit 5 Wochen krank gewesen und konnte nicht arbeiten. Nach 6 Wochen würde ich Krankengeld von der KK erhalten. Hätte dies einen Einfluss auf die Höhe meines Arbeitslosengeldes? Wenn dies einen Einfluss hätte, wie groß wäre der?

Danke schon einmal im vorfeld

Anylore
 
E

ExitUser

Gast
Der Bezug von KG hat keinen Einfluß auf die Höhe des ALG, weil für letzteres nur Monate mit Anspruch auf Arbeitsentgelt innerhalb der letzten 12 oder 24 Monate maßgebend sind.

Ist die "Einigung auf eine Kündigung" so zu verstehen, daß die Firma kündigen wird? Ist hier irgendeine explizite Aufhebungsvereinbarung mit der Firma geschlossen worden, von einem "stillschweigenden Übereinkommen" mal abgesehen? Sonst könnte, zumindest vom Prinzip her, das Problem eine Sperrzeit wegen eigener Arbeitsaufgabe entstehen, wenn die Unzumutbarkeit der weiteren Beschäftigung nicht nachgewiesen wird.

Die "100 Arbeitstage" sind doch hoffentlich nicht so auszulegen, daß du noch an 100 Tagen tatsächlich arbeiten sollst? Wenn du krank bist, bist du krank. Mir erschließt sich nicht so ganz, wieso du dich überhaupt auf diese Vereinbarung eingelassen hast und dich nicht einfach krankgemeldet hast.
 

Anna B.

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Hallo,

allerdings kann nach längerer Zeit der KG-Zahlung (z.B. durch Beginn einer neuen Folge-3-Jahres-Frist) die Höhe des ALG I begrenzt werden...auf einen fiktiven Betrag...den im Durchschnitt Beschäftigte in einer bestimmten Branche verdienen..

bei mir war das so...statt 18 Monaten KG bekam ich 27 Monate KG (in der 1. 3-Jahres-Frist den Anspruch nicht voll ausgeschöpft - neue Erkrankung begann kurz vor Ende der 1. 3-Jahres-Frist--während KG-Bezug begann eine neue 3-Jahres-Frist..)

durch den verlängerten KG-Zeitraum konnte die Bemessungsgrenze für das ALG I nicht eingehalten werden...
statt 60 % meines Nettos von 2200 Euro..bekam ich lediglich knapp 800 Euro...

das wäre wohl das fiktive Durchschnittsentgelt...:icon_neutral:

Widerspruch dagegen eingelegt...Widerspruch wurde zurückgewiesen...da ich eh im Knatsch mit denen lag...viele kennen die Story, hab ich da auch nciht weiter nachgebohrt..meine Klage gegen die Afa kam ja dann auch ziemlich schnell...

hier noch einmal zum Nachlesen:

https://www.arbeitsagentur.de/zentr...eitslosigkeit/Publikation/pdf/da-alg-p132.pdf

ab Seite 3...
 
E

ExitUser

Gast
Schon richtig, das sind aber Ausnahmefälle, wo aufgrund verschiedener Krankheitsursachen mehrere KG-Fristen nacheinander laufen. Normalerweise bekommt man bei einer Langfristerkrankung maximal 78 - 6 = 72 Wochen (also rund 16,5 Monate) KG. Im erweiterten ALG-Bemessungsrahmen von 24 Monaten hat man dann immer noch 7 Monate mit Anspruch auf Arbeitsentgelt. Das sind mehr als die geforderten 5 Monate (150 Tage), um eine fiktive Bemessung nach Qualifikationsgruppen zu vermeiden.

Die entsprechende Regelung steht übrigens seit April 2012 in § 152 SGB III.
 

Anna B.

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Hallo,

eben....ich wollte eigentlich auch damit sagen, dass es durchaus auch andere "Fallen" gibt...

wie gesagt, bei mir in der 1. 3-Jahres-Frist lediglich ca. 2 Monate des KG-anspruchs verbraucht..

die 2.au wegen derselben Erkrankung begann 9 Monate vor Ende der 1. 3.JahresFrist...
mit Beginn der neuen 3-Jahres-Frist war ich immer noch au..somit weiterhin Anspruch auf KG..innerhalb dieser 3-Jahres-Frist auf 78 Wochen..!!

vorher gefreut...hinterher, als es ins ALG I ging..langes Gesicht gemacht....:icon_sad:
 

Anylore22

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Vielen Dank für die Tipps. Ich werde gekündigt, d.h. es sollte keine sperre auftreten. In den letzten 2 Jahren habe ich mehr als 150 Tage gearbeitet. Heißt das also, dass es keinen Einfluss auf mein Arbeitslosengeld haben wird??
 

Anylore22

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Ich hätte noch eine Frage: zählen zu den 150Tagen auch die Krankentag, die noch vom Arbeitgeber bezahlt werden (d.h. 6Wo) oder nicht?
 
E

ExitUser

Gast
Ich hätte noch eine Frage: zählen zu den 150Tagen auch die Krankentag, die noch vom Arbeitgeber bezahlt werden (d.h. 6Wo) oder nicht?
Ja, denn du hast für diesen Lohnfortzahlungszeitraum weiterhin "Anspruch auf Arbeitsentgelt".

Im übrigen ist wie erwähnt ein KG-Bezug von üblicher Dauer kein Problem.

Denke bitte an die frühzeitige Arbeitssuchendmeldung (binnen drei Tagen nach Erhalt der Kündigung, schriftlich möglich) und an die spätere eigentliche Arbeitslosmeldung (nur persönlich, nur als Arbeitsfähiger möglich).

Und solltest du krank sein, dann zögere nicht, dich krankschreiben zu lassen, denn deine Gesundheit hat Vorrang.
 
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